Bewertung eines Zwischenzeugnisses

Hallo Forum!

Wie ist dieses Zeugnis zu bewerten ?
Danke schon im Vorraus.

Zwischenzeugnis

Herr X, geboren am X in X, trat am 01.09.2007 in unser Unternehmen als Controller im Bereich der Geschäftsleitung ein.

Zu seinen Tätigkeiten gehören im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Erstellung und Analyse der Monatsabschlüsse
  • Projektüberwachung und Nachkalkulationen
  • Vorbereitung der Unterlagen für Führungskreis-Sitzungen
  • Abwicklung der internen Verrechnung
  • Erstellung der statistischen Meldungen
  • Datenbankpflege
  • Sonstige betriebswirtschaftliche Sonderaufgaben

Herr XXX arbeitete sich zügig in die Besonderheiten unserer Branche ein und verfügt über vielseitige Fachkenntnisse. Er überblickt auch schwierige Zusammenhänge, erkennt das Wesentliche und ist in der Lage, schnell Lösungen aufzuzeigen.
Herr XXX zeichnet sich durch eine hohe Arbeitsmotivation aus und zeigt ausgezeichnete Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.
Erhöhtem Arbeitsaufwand und Termindruck ist er jederzeit gewachsen.
Besonders hervorzuheben ist seine Urteilsfähigkeit, die ihn auch in schwierigen
Lagen zu einem eigenständigen, abgewogenen und zutreffenden Urteil befähigt.
Herr XXX liefert qualitativ und quantitativ immer gute Ergebnisse.
Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllt er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist stets einwandfrei.

Das Zeugnis wird auf Wunsch von Herrn XXX, da er sich ab 01.07.2008 in Elternzeit begibt. Verbunden damit ist Dank für die bisher gezeigten sehr guten Leistungen und unser Wunsch nach einer Fortsetzung der angenehmen und erfolgreichen Zusammenarbeit.

Fliegen in der Suppe…

Zu seinen Tätigkeiten gehören im Wesentlichen folgende
Aufgaben:

  • Sonstige betriebswirtschaftliche Sonderaufgaben

Die wir extra erwähnen auch wenn sie nicht erwähnenswert sind, denn sonst würden wir sie namentlich erwähnen oder statt „Sonstige“ zumindest „Zusätzliche“ schreiben.
Was dem geübten Leser sagt „Wir wissen leider nicht so genau, was er so alles treibt“.

Herr XXX arbeitete sich zügig in die Besonderheiten unserer
Branche ein

Selbstverständliches Zuerst. 6.

und verfügt über vielseitige Fachkenntnisse.

„Vielseitig“, aber weder fundiert noch brauchbar. Davon, daß er es zum Wohl des Unternehmens eingesetzt hätte, schweigen wir.
Also: Labertasche, glatt durchgefallen (6, setzen).

Er überblickt auch schwierige Zusammenhänge erkennt das Wesentliche und ist in der Lage, schnell Lösungen aufzuzeigen.

Darüber daß sie brauchbar sind, verlieren wir an dieser Stelle bewußt kein Wort (das ist übrigens auch der Grund, warum sie nicht umgesetzt werden sondern es beim Aufzeigen bleibt)
So wie es da steht: glatt durchgefallen (6, setzen).

Herr XXX zeichnet sich durch eine hohe Arbeitsmotivation aus und zeigt ausgezeichnete Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.

Während sich seine Kollegen durch Resultate und Leistung auszeichnen ist er zwar motiviert, aber vollkommen unfähig. Note 6.

Erhöhtem Arbeitsaufwand und Termindruck ist er jederzeit gewachsen.

Typisch für den 2er-Bereich.

Besonders hervorzuheben ist seine Urteilsfähigkeit, die ihn auch in schwierigen Lagen zu einem eigenständigen, abgewogenen und zutreffenden Urteil befähigt.

Kann er sich nicht mit dem Team absprechen oder warum ist das „Eigenständig“ zuerst? Oder hat er gar nicht im Team gearbeitet?

Herr XXX liefert qualitativ und quantitativ immer gute Ergebnisse.

Eigentlich wäre das 2er-Bereich.
Aber: Das fehlende „sehr“ und die bewußte Vermeidung des „stets“ stärkt die These, daß seine Lösungen nicht realisierbar sind.

Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllt er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Nicht vollsten, also Note 2.
Aber mal nachdenken: der Typ trifft eigenständig Entscheidungen, zeigt schnell Lösungen auf und macht nur „die ihm übertragenen Aufgaben“? Da paßt doch was nicht!

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist stets einwandfrei.

Note 2.

Das Zeugnis wird auf Wunsch von Herrn XXX, da er sich ab
01.07.2008 in Elternzeit begibt. Verbunden damit ist Dank für
die bisher gezeigten sehr guten Leistungen und unser Wunsch
nach einer Fortsetzung der angenehmen und erfolgreichen
Zusammenarbeit.

Der letzte Satz reißt eigentlich alles wieder in den grünen Bereich, so dass ich nicht ganz sicher bin, ob dem Schreiber bewußt war, was er oben verfasst hat oder ob Ironie dahinter steckt, denn das Zeugnis ist sehr nah am Generator.

Ich habe irgendwie ein mulmiges Gefühl dabei, weil zu vieles zu eindeutig klingt.

Gruß,
Michael

Nachtrag!

- Erstellung der statistischen Meldungen
Besonders hervorzuheben ist seine Urteilsfähigkeit, die ihn auch in schwierigen Lagen zu einem eigenständigen, abgewogenen und zutreffenden Urteil befähigt.

Da der Mensch mit statistischen Aufgaben betraut ist, erwarte ich eher ein datengetriebenes, analytisches, mathematisch fundiertes Urteil als ein eigenständiges, abgewogenes.

Das passt überhaupt nicht!

Gruß,
Michael

Irgendwie komisch
Hallo,

(…)

Das Zeugnis wird auf Wunsch von Herrn XXX, da er sich ab
01.07.2008 in Elternzeit begibt. Verbunden damit ist Dank für
die bisher gezeigten sehr guten Leistungen und unser Wunsch
nach einer Fortsetzung der angenehmen und erfolgreichen
Zusammenarbeit.

Das ist eigentlich besser als 2, passt jedoch nicht zum Rest, der deutlich schlechter ist, siehe Mike-River.
Hast du das selbst verfasst?

TR

Hast du das selbst verfasst?

Nein, kommt von unserem Personalmenschen. Vorgabe war ein Zeugnis zwischen gut mit Tendenz zu sehr gut.

Gruß,
Badenser

Hi!

Nein, kommt von unserem Personalmenschen. Vorgabe war ein
Zeugnis zwischen gut mit Tendenz zu sehr gut.

*prust*
Also eine Beurteilung, die man dem Personalmenschen (steckt der noch in der Ausbildung, oder ist das ein Schulpranktikant?) bei diesem Ergebnis ganz sicher nicht geben kann.

Es liest sich für mich auch so: Sollte eigentlich besser werden, aber der Aussteller war völlig ahnungslos.

LG
Guido

Hallo und Danke für die Hinweise.
Auf Basis dieser liest sich das Zeugnis nunmehr so
Feedback ausdrücklich erwünscht :smile:


In dieser Funktion ist er für den Gesamtbereich Controlling zuständig. Zu seinen Tätigkeiten gehören im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Erstellung und Analyse der monatlichen BWA für alle Unternehmen in der XXX-Gruppe
  • Projektüberwachung und Nachkalkulationen
  • Vorbereitung der Unterlagen für Führungskreissitzungen
  • Abwicklung der internen Verrechnung
  • Meldung der statistiken Daten an Behörden und Verbände
  • Datenbankpflege
  • Zusätzliche betriebswirtschaftliche Sonderaufgaben

Herr XXX verfügt über vielseitige und fundierte Fachkenntnisse, die er zur Lösung seiner Aufgaben stets sicher und wirksam einsetzt. Er überblickt auch schwierige Zusammenhänge, erkennt das Wesentliche und ist in der Lage, schnell Lösungen aufzuzeigen und umzusetzen.
Herr XXX zeichnet sich durch eine hohe Arbeitsmotivation aus und zeigt ausgezeichnete Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.
Auch höchstem Arbeitsaufwand und Termindruck ist er jederzeit gewachsen.
Besonders hervorzuheben ist seine Urteilsfähigkeit, die ihn auch in schwierigen Lagen zu einem fundierten Urteil befähigt.
Herr XXX liefert qualitativ und quantitativ immer gute Ergebnisse.
Seine Aufgaben erfüllt er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartnern ist stets einwandfrei.

Das Zeugnis wird auf Wunsch von Herrn XXX erstellt, da er sich ab 01.07.2008 in Elternzeit begibt. Verbunden damit ist Dank für die bisher gezeigten sehr guten Leistungen und unser Wunsch nach einer Fortsetzung der angenehmen und erfolgreichen Zusammenarbeit.

Besser aber nicht gut.
Klopse sind leider immer noch drin:

  1. Wer sich primär durch Motivation und Eifer auszeichnet und nicht durch Resultate ist unbrauchbar. „X ist hoch motiviert“ oder „X zeichnet sich durch Motivation aus“ haben völlig unterschiedliche Bedeutung!
  2. Er ist zwar „in der Lage“, Lösungen zu zeigen… aber tut es nicht.
  3. „Im Wesentlichen“ und „Zusätzliche Aufgaben“ beißt sich. Entweder waren sie so wichtig, dass man sie nennen soll oder sie sind durch das „Wesentliche“ schon abgedeckt.

Gruß,
Michael

Alle gute Dinge sind (hoffentlich) 3
Hallo Michael,
nochmals Danke für die Hinweise.

Die nunmehr dritte Überarbeitung liest sich so:

Zu seinen Tätigkeiten gehören im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Erstellung und Analyse der monatlichen BWA für alle Unternehmen in der XXX-Gruppe
  • Projektüberwachung und Nachkalkulationen
  • Vorbereitung der Unterlagen für Führungskreis-Sitzungen
  • Abwicklung der internen Verrechnung
  • Erstellung der statistischen Meldungen an Behörden und Verbände
  • Datenbankpflege
  • Erstellung von Zahlungseingängen

Herr XXX verfügt über vielseitige und fundierte Fachkenntnisse, die er zur Lösung seiner Aufgaben stets sicher und wirksam einsetzt. Er überblickt auch schwierige Zusammenhänge und erkennt das Wesentliche. Auch bei schwierigen Sachverhalten zeigt er schnell Lösungen auf und setzt diese stets erfolgreich in die Praxis um.
Herr XXX zeigt ausgezeichnete Einsatzbereitschaft und erzielt auch bei höchstem Arbeitsaufwand und Termindruck jederzeit gute Ergebnisse.
Herr XXX arbeitet stets zuverlässig, gewissenhaft und genau.
Besonders hervorzuheben ist seine Urteilsfähigkeit, die ihn auch in schwierigen Lagen zu einem fundierten und zutreffenden Urteil befähigt.
Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllt er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartnern ist stets einwandfrei.

Das Zeugnis wird auf Wunsch von Herrn XXX erstellt, da er sich ab 01.07.2008 in Elternzeit begibt. Verbunden damit ist Dank für die bisher gezeigten sehr guten Leistungen und unser Wunsch nach einer Fortsetzung der angenehmen und erfolgreichen Zusammenarbeit.