Bewertung Zeugnis - Bitte um Hilfe!

Hallo Leute,

ich habe ein recht schlechtes Zeugnis erhalten und das Traurige ist, dass ich nicht mal glaube, dass es mit Absicht so mies ausgefallen ist, sondern aufgrund der Inkompetenz der Firma, die sich leider wie ein roter Faden durch das gesamte Unternehmen zieht.

3 Mo dort über die Zeitarbeit, dann Festanstellung. Ich war dort die beste und mit Abstand bestbezahlte Sekretärin in der Abteilung Immobilieninvestment. Ich habe das Sekretariat geschmissen mit Unterstützung einer Zeitarbeitskraft.

Gekündigt wurde mir in der letzten Woche der 6-mo. Probezeit Anf. 2003. Zum 1.1.03 wurde die Firma verkauft. Kündigungsgrund ist etwas schwierig. Obwohl die zwei zuletzt eingestellten Mitarbeiter entlassen wurden (ich war die letzte), gab es da noch zwei Kollegen, die sich trotz anfänglicher Fürsprache für meine Nichtübernahme aus der Probezeit eingesetzt haben. Das hatte nichts mit meinen fachlichen Fähigkeiten zu tun, die sind unbestritten. Über die Zustände in dieser Firma könnte ich ein Buch schreiben, daher nur soviel, dass ich mir nicht sicher bin, ob es eine betriebsbedingte Kündigung war.

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr euch das Zeugnis ansehen und Verbesserungsvorschläge machen könntet. Ein paar Sachen sind mir selbst schon aufgefallen. Z. B. hört sich der 4. Abs. so an, als ob ich vor der Anstellung dort von PC etc. keine Ahnung gehabt hätte (natürlich nicht der Fall). Die Tätigkeitsbeschreibung trifft zu.

Ich hatte mir auch überlegt, meinen Chef dazu zu bringen, „betriebsbedingte Kündigung“ reinzunehmen, denn ohne deutet ja auf verhaltensbedingte Kündigung hin, was wiederum teilweise ein Grund gewesen sein könnte, ich weiß es aber nicht wirklich. Ich war nur unendlich froh, dort weg zu sein.

Vielen Dank nochmals, Grüße

Nicole

(auf Briefbogen – ohne Firmenanschrift -)
Zeugnis

Frau x, geb. am x, wohnhaft in x, trat am 1. August 2002 als Teamassistentin in unser Regionalbüro –Ort- ein.

Als führendes Dienstleistungsunternehmen der Immobilienbranche … professionelle Beratung in den Bereichen Vermittlung gewerblicher Immobilien, Immobilieninvestment und Privatisierung.

Zu den Hauptaufgaben von Frau x gehörten neben den allgemeinen Sekretariatsarbeiten und administrativen Tätigkeiten die selbständige Erledigung der Korrespondenz des Regionalbüros nach Diktat und Stichwortangaben sowie die Erstellung und Aufbereitung umfangreicher Immobilienexposés. Außerdem war Frau x zuständig für die Annahme von Kundenanfragen, die Bearbeitung und Aufbereitung der Objekt- und Kundendatei sowie die Erarbeitung von Standort- und Objektpräsentationen.

Duch ihre Tätigkeit in unserem Hause verfügt Frau x über gute Kenntnisse in sämtlichen Aufgabenbereichen des Innendienstes eines großen Immobilienunternehmens. Aufgrund der in unserem Hause vorhandenen Hard- und Softwareausstattung verfügt Frau x darüber hinaus über gute Kenntnisse in der Textverarbeitung sowie der Verwaltung umfangreicher Datenbestände.

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau x stets sorgfältig, zuverlässig, zügig und jederzeit zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Darüber hinaus zeichnete sich Frau x durch eine gute Auffassungsgabe, Belastbarkeit, Vielseitigkeit und Initiative aus. Sie war stets mit großem Einsatz und Interesse bei der Sache und arbeitete sehr selbständig.

Ihr Verhalten gegenüber Kollegen gab nie Anlass zu Klagen. Ihre Führung gegenüber Vorgesetzten war stets einwandfrei.

Frau x verlässt unser Unternehmen zum 28. Februar 2003. Wir danken Frau x für ihre Arbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.

…., den Datum
Firma
Unterschrift

Das Zeugnis soll wohl insgesamt „gut“ sein. Einzelne Formulierungen sind aber ein wenig unglücklich und sehen isoliert betrachtet dumm aus.

Duch ihre Tätigkeit in unserem Hause verfügt Frau x über gute
Kenntnisse in sämtlichen Aufgabenbereichen des Innendienstes
eines großen Immobilienunternehmens. Aufgrund der in unserem
Hause vorhandenen Hard- und Softwareausstattung verfügt Frau x
darüber hinaus über gute Kenntnisse in der Textverarbeitung
sowie der Verwaltung umfangreicher Datenbestände.

Tatsächlich „gute“ Fachkenntnisse werden mit „hervorragenenden, jedezeit einsetzbar“ oder einer Abstufung davon beschrieben.

„gute Kenntnisse in der Textverarbeitung“ sollten für eine Sekretäring selbstverständlich und nicht besonders erwähnenswert sein. Möglicherweise wollte man damit „hervorragende Kenntnisse im Umgang mit Office-Produkten, die ständig vertieft und jederzeit praktisch eingesetzt wurden“ (insb. Word, ggf. Excel oder Access - oder was auch immer Du verwendet hast) ausdrücken.

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau x stets
sorgfältig, zuverlässig, zügig und jederzeit zu unserer
vollsten Zufriedenheit.

jederzeit vollsten = sehr gut.

Darüber hinaus zeichnete sich Frau x durch eine gute
Auffassungsgabe, Belastbarkeit, Vielseitigkeit und Initiative
aus. Sie war stets mit großem Einsatz und Interesse bei der
Sache und arbeitete sehr selbständig.

gut!

Ihr Verhalten gegenüber Kollegen gab nie Anlass zu Klagen.
Ihre Führung gegenüber Vorgesetzten war stets einwandfrei.

Ob es so gemeint ist, weiß ich nicht. Das umschreibt größere Probleme sowohl mit Kollegen wie auch mit Vorgesetzten. Standard ist hier „Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei“.

Frau x verlässt unser Unternehmen zum 28. Februar 2003.

= wir wollten den Mitarbeiter unbedingt loswerden (und zwar nicht durch eine betriebsbedingte Kündigung). Aus dieser Formulierung würde ich auf eine verhaltensbedingte Kündigung schließen.

Wir danken Frau x für ihre Arbeit und wünschen ihr für
die Zukunft alles Gute.

Nette Schlußformulierung.

Hallo Nicole,

Ihr Verhalten gegenüber Kollegen gab nie Anlass zu Klagen.
Ihre Führung gegenüber Vorgesetzten war stets einwandfrei.

Was ist mit Kundenkontakt?

Frau x verlässt unser Unternehmen zum 28. Februar 2003.

sollte um den Satz „auf eigenen Wunsch“ ergänzt werden, was auch bedauert wird.

Ansonsten hat der Kollege schon recht mit seinen Anmerkungen.

Silke

Darüber hinaus zeichnete sich Frau x durch eine gute
Auffassungsgabe, Belastbarkeit, Vielseitigkeit und Initiative
aus. Sie war stets mit großem Einsatz und Interesse bei der
Sache und arbeitete sehr selbständig.

gut!

Laut diversen Internetseiten mit verschlüsselten Formulierungen ist „stets mit großem Einsatz und Interesse bei der Sache“ sehr negativ, da es nämlich bedeutet, der AN war vielleicht „eifrig, aber nicht tüchtig“ bzw. hat „versagt“. Das selbständige Arbeiten rettet die Formulierung nicht, da dies nichts über die Qualität aussagt.

Frau x verlässt unser Unternehmen zum 28. Februar 2003.

= wir wollten den Mitarbeiter unbedingt loswerden (und zwar
nicht durch eine betriebsbedingte Kündigung). Aus dieser
Formulierung würde ich auf eine verhaltensbedingte Kündigung
schließen.

Da gebe ich dir recht.

Wir danken Frau x für ihre Arbeit und wünschen ihr für
die Zukunft alles Gute.

Nette Schlußformulierung.

Schlecht. Sehr gut wäre: Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und danken ihr für stets sehr gute Leistungen. Und: … Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Grüße

Nicole

Laut diversen Internetseiten mit verschlüsselten
Formulierungen ist „stets mit großem Einsatz und Interesse bei
der Sache“ sehr negativ, da es nämlich bedeutet, der AN war
vielleicht „eifrig, aber nicht tüchtig“ bzw. hat „versagt“.
Das selbständige Arbeiten rettet die Formulierung nicht, da
dies nichts über die Qualität aussagt.

Isoliert betrachtet vielleicht. In Zusammeng mit dem „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ wäre das nicht sinnvoll. Denn damit wurde bereits eine sehr gute Arbeitsqualität und -weise ausgedrückt. Daher würde ich hier eher auf „gewollt, aber nicht gekonnt“ durch den Formulierer schließen.

Wir danken Frau x für ihre Arbeit und wünschen ihr für
die Zukunft alles Gute.

Nette Schlußformulierung.

Schlecht. Sehr gut wäre: Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und
danken ihr für stets sehr gute Leistungen. Und: … Zukunft
alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Da überhaupt keine Schlußformulierung enthalten sein muß, ist diese besser als nix. Abgesehen davon, ist es nicht sinnvoll, das Aussscheiden zu bedauern, wenn man (ggf. betriebsbedingt) gekündigt hat. Das wäre ein Widerspruch in sich.