IT-Arbeitszeugnis

Hallo Community,

ich habe meine Festeinstellung gekündigt um freiberuflich zu arbeiten und ein Zeugnis, für die Zeit der festanstellung, angefragt.
Nun habe ich vom Geschäftsführer ein „Zeugnis-Vorschlag“ zugemailt bekommen.

  • ich bin diverse Checklisten durchgegangen (Verdi, arbeitszeugnis-info, …)
  • mich durch Foren geklickt
  • Suchfunktion benutzt und alles durchgelesen

alles was ich finden konnte, lässt mich glauben, dass das Zeugnis mir eine 1-2 bescheinigt, doch irgendwie bin ich mir nicht sicher und hätte auch ein paar Fragen…

zuerstmal das Zeugnis:

To whome it may concern

ZEUGNIS
Freitag, xx.yy.zzzz

Arbeitszeugnis

Die Agentur [AGENTUR] ist eine Full-Service-Agentur, welche Dienstleistungen und Software im Bereich der neuen Medien, von der Konzeption der klassischen Unternehmens-Webseite über Online-Marketing-Strategien bis hin zur Realisierung von Online-Events entwickelt und vertreibt.

Herr [VORNAME] [NACHNAME] war in der Zeit vom 08. November 2004 bis 31. Dezember 2005 als Systementwickler in unserem Unternehmen tätig. In seiner Funktion verantwortete er die Umsetzung komplexer Internet-Projekte in den Bereichen Shop, Club Community und die Entwicklung einer Framework-Lösung.

Als Programmierer war Herr [VORNAME] [NACHNAME] Mitglied des Entwicklungsbereiches bei [AGENTUR]. In der Projektumsetzung ermöglichte er zeitnahe Site-Launches und einen sparsamen Umgang mit den Ressourcen der Agentur. Insbesondere die oft sehr zeitkritischen Anforderungen meisterte er mit Engagement und Einsatz.

Herr [VORNAME] [NACHNAME] war schwerpunktmäßig in folgenden Projekten tätig:

  • Für den [XY] Verlag ([XZ] Verlag) konzipierte er eine Kundenbindungs- und Shop-Webseite [NAME] Shop und [NAME] Club.

  • Für das Redaktionssystem eines Fahrgastfernsehens setzte er die WYSIWYF-Oberfläche um.

  • Für den [YZ]-Verlag zeichnete er für die Freemail-Server-Umsetzung verantwortlich.

  • Für die agentureigene Web-Software [ZX] konzipierte er eine Framework-Lösung.

Wir lernten Herrn [NACHNAME] als engagierten Mitarbeiter kennen, der in der Agentur eine große Unterstützung für uns war. Qualitativ sehr ambitionierte Anforderungen meisterte er mit großem Erfolg. Sein Rat und seine Unterstützung wurde immer wieder angefordert und gerne in Anspruch genommen.

Herr [NACHNAME] verlässt unser Unternehmen zum 31.12.2005 auf eigenen Wunsch. Wir danken Herrn [NACHNAME] für die stets sehr gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir Herrn [NACHNAME] alles Gute und viel Erfolg.

Er wird uns als Freier Mitarbeiter weiterhin mit Rat & Tat zur Seite stehen.

nun meine Fragen:

  1. die Anfangsformulierung: „To whome it may concern“… gehört da nicht eher ein Briefkopf hin ? ist das womöglich sogar besser als ein Briefkopf ?

  2. „…in den Bereichen Shop, Club Community und die Entwicklung einer Framework-Lösung.“
    gleich darauf kommen Beispiele für genau das gleiche… Schlussfolgerung: nichts worüber man sonst schreiben könnte ?

  3. „Wir lernten Herrn [NACHNAME] als engagierten Mitarbeiter kennen, der in der Agentur eine große Unterstützung für uns war.“
    > Der Gebrauch der Worte „kennen gelernt“ bedeutet regelmäßig das Nichtvorhandensein
    > der im Kontext aufgeführten Fähigkeiten und Eigenschaften.
    Quelle: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sp…
    trifft das Bespiel der SZ auch auf meinen Fall zu oder wird das durch den nächsten Satz relativiert ?

  4. „…wünschen wir Herrn [NACHNAME] alles Gute und viel Erfolg.“
    hier fehlt das „weiterhin“, allerdings steht drüber „erfolgreiche Zusammenarbeit“ und das Wörtchen kommt im nächsten Satz vor… ist das somit okay ?

  5. fehlt eine Aussage über Vorgesetzte, Arbeitskollegen ? Auslassung ?
    Quelle: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sp…
    …ich hatte kein Kundenkontakt oder unterstellte Mitarbeiter…

  6. ist das womöglich ein „zu gutes“ zeugnis für meinen ersten job ?
    „Auch ein zu gutes Zeugnis könne hier Zweifel wecken.“
    Quelle: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sp…

  7. fehlt möglicherweise sonst noch etwas ? oder fällt euch noch irgendetwas nichtvorhandenes/verbesserungswürdiges/steichungswürdiges auf ?
    z.B. Verhalten, pünktlich, sauber, gewissenhaft, sorgfältig, etc.

und noch zum Schluss:
was genau ist ein „qualifiziertes Zeugnis“ ? ist mein zeugnis so eins oder ist es dafür zu kurz ?

bin für alle Antworten und Anregungen dankbar

Gruss
blabar

Auch hallo.

Nun habe ich vom Geschäftsführer ein „Zeugnis-Vorschlag“
zugemailt bekommen.

Kein eigener Vorschlag für eine Formulierung ? Oder ganz unorthodox:
was hat die Person, die das Zeugnis geschrieben hat, in punkto Zeugnissprache ‚drauf‘ ?

  • ich bin diverse Checklisten durchgegangen (Verdi,
    arbeitszeugnis-info, …)

http://www.zeugnis-center.de/index.htm auch ?
Die Seite von verdi: http://www.verdi-arbeitszeugnisberatung.de/meldung_v…

  • mich durch Foren geklickt
  • Suchfunktion benutzt und alles durchgelesen

Sehr schön :smile:

alles was ich finden konnte, lässt mich glauben, dass das
Zeugnis mir eine 1-2 bescheinigt, doch irgendwie bin ich mir
nicht sicher und hätte auch ein paar Fragen…

zuerstmal das Zeugnis:

To whome it may concern

ZEUGNIS
Freitag, xx.yy.zzzz

Arbeitszeugnis

Die Agentur [AGENTUR] ist eine Full-Service-Agentur, welche
Dienstleistungen und Software im Bereich der neuen Medien, von
der Konzeption der klassischen Unternehmens-Webseite über
Online-Marketing-Strategien bis hin zur Realisierung von
Online-Events entwickelt und vertreibt.

Herr [VORNAME] [NACHNAME] war in der Zeit vom 08. November
2004 bis 31. Dezember 2005 als Systementwickler in unserem
Unternehmen tätig. In seiner Funktion verantwortete er die
Umsetzung komplexer Internet-Projekte in den Bereichen Shop,
Club Community und die Entwicklung einer Framework-Lösung.

Als Programmierer war Herr [VORNAME] [NACHNAME] Mitglied des
Entwicklungsbereiches bei [AGENTUR]. In der Projektumsetzung
ermöglichte er zeitnahe Site-Launches und einen sparsamen
Umgang mit den Ressourcen der Agentur. Insbesondere die oft
sehr zeitkritischen Anforderungen meisterte er mit Engagement
und Einsatz.

Klingt bisher eigentlich gut.

Herr [VORNAME] [NACHNAME] war schwerpunktmäßig in folgenden
Projekten tätig:

  • Für den [XY] Verlag ([XZ] Verlag) konzipierte er eine
    Kundenbindungs- und Shop-Webseite [NAME] Shop und [NAME] Club.

  • Für das Redaktionssystem eines Fahrgastfernsehens setzte er
    die WYSIWYF-Oberfläche um.

  • Für den [YZ]-Verlag zeichnete er für die
    Freemail-Server-Umsetzung verantwortlich.

  • Für die agentureigene Web-Software [ZX] konzipierte er eine
    Framework-Lösung.

Und das alles innerhalb eines Jahres und eines Monats :smile:

Wir lernten Herrn [NACHNAME] als engagierten Mitarbeiter
kennen, der in der Agentur eine große Unterstützung für uns
war. Qualitativ sehr ambitionierte Anforderungen meisterte er
mit großem Erfolg. Sein Rat und seine Unterstützung wurde
immer wieder angefordert und gerne in Anspruch genommen.

Das klingt eigentlich auch ganz gut.

Herr [NACHNAME] verlässt unser Unternehmen zum 31.12.2005 auf
eigenen Wunsch. Wir danken Herrn [NACHNAME] für die stets sehr
gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir Herrn
[NACHNAME] alles Gute und viel Erfolg.

Stimmt, ‚weiterhin‘ fehlt.

Er wird uns als Freier Mitarbeiter weiterhin mit Rat & Tat zur
Seite stehen.

…während es hier steht.

nun meine Fragen:

  1. die Anfangsformulierung: „To whome it may concern“…
    gehört da nicht eher ein Briefkopf hin ? ist das womöglich
    sogar besser als ein Briefkopf ?

Hm… ?

  1. „…in den Bereichen Shop, Club Community und die
    Entwicklung einer Framework-Lösung.“
    gleich darauf kommen Beispiele für genau das gleiche…
    Schlussfolgerung: nichts worüber man sonst schreiben könnte ?

Umgekehrt: wieviel Arbeit steckt dahinter ?
Die Schlagwörter SAP BW (Datenmodellierung, Datenextraktion, Reporting und Analyse, Simulation) klingen auch nach „wenig“, aber da steckt u.U. monatelange Arbeit drin :wink:

  1. „Wir lernten Herrn [NACHNAME] als engagierten Mitarbeiter
    kennen, der in der Agentur eine große Unterstützung für uns
    war.“
    > Der Gebrauch der Worte „kennen gelernt“ bedeutet
    regelmäßig das Nichtvorhandensein
    > der im Kontext aufgeführten Fähigkeiten und
    Eigenschaften.
    Quelle:
    http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sp…
    trifft das Bespiel der SZ auch auf meinen Fall zu oder wird
    das durch den nächsten Satz relativiert ?

…und wie kann er dann „eine große Unterstützung für uns“ gewesen sein ? Durch Nichtarbeiten Projekterfolge nicht gefährdet ?

  1. „…wünschen wir Herrn [NACHNAME] alles Gute und viel
    Erfolg.“
    hier fehlt das „weiterhin“, allerdings steht drüber
    „erfolgreiche Zusammenarbeit“ und das Wörtchen kommt im
    nächsten Satz vor… ist das somit okay ?

s.oben.

  1. fehlt eine Aussage über Vorgesetzte, Arbeitskollegen ?
    Auslassung ?
    Quelle:
    http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sp…
    …ich hatte kein Kundenkontakt oder unterstellte
    Mitarbeiter…

…was aus der Tätigkeitsbeschreibung aber nicht hervorgeht :frowning:

  1. ist das womöglich ein „zu gutes“ zeugnis für meinen
    ersten job ?
    „Auch ein zu gutes Zeugnis könne hier Zweifel wecken.“
    Quelle:
    http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sp…

Das mit dem freien Mitarbeiter wird man wohl kaum machen, wenn man als AN schon durch schlechte Leistung geglänzt hat.

  1. fehlt möglicherweise sonst noch etwas ? oder fällt euch
    noch irgendetwas
    nichtvorhandenes/verbesserungswürdiges/steichungswürdiges auf
    ?
    z.B. Verhalten, pünktlich, sauber, gewissenhaft, sorgfältig,
    etc.

…nein

und noch zum Schluss:
was genau ist ein „qualifiziertes Zeugnis“ ? ist mein zeugnis
so eins oder ist es dafür zu kurz ?

Ist das vielleicht gar kein deutsches Unternehmen ?
Das könnte den Satz ‚To whom it may concern‘ erklären…
Denn in ‚fremden‘ Unternehmen’ könnten andere Zeugniscodes gelten :wink:

Aber insgesamt ist der gute (bis sehr gute) Eindruck gerechtfertigt.

HTH
mfg M.L.

To whom it may concern
Hallo User,

im englischsprachigen Raum kennt man das handelsübliche deutsche ‚Arbeitszeugnis‘ weniger; dort operiert man eher mit job references und testimonials, was man sich nur schwer auf unsere ‚Arbeitsbescheinigung‘ (nur kurzer Job bzw. Formulare für ALG I) oder ‚Referenz‘ ummodeln läßt.

Ian McMaster (Chefredakteur Business Spotlight) schreibt dazu Folgendes:

Open written references in English often have the heading „To whom it may concern“. They then start with „Please accept my recommendation of X“, followed by a statement of the period when the person worked at the company, what their position was, and a description of their duties.

Ausgebuddelt auf:

http://www.karriere.de/psjuka/fn/juka/SH/0/sfn/build…
http://www.karriere.de/psjuka/fn/juka/SH/0/sfn/build…

Übrigens: der Oxford-Duden übersetzt ‚To whom it may concern‘ durchaus mit 'Bestätigung; (on cetificate, testimonial) = ‚Zeugnis‘

Grüße
Renee

Hallo,

ich habe mir von einer US-amerikanischen Projektleiterin ein Zwischenzeugnis schreiben lassen, das exakt mit diesen Worten „To whom …“ beginnt bzw. diese als Überschrift verwendet.

Allerdings finde ich es komisch, ein deutsches Zeugnis so zu beginnen.

Viele Grüße
Anna

> Kein eigener Vorschlag für eine Formulierung ?
nein, kein eigener vorschlag…

> was hat die Person, die das Zeugnis geschrieben hat, in punkto Zeugnissprache ‚drauf‘ ?
kann ich leider nicht abschätzen…

> http://www.zeugnis-center.de/index.htm auch ?
> Die Seite von verdi: http://www.verdi-arbeitszeugnisberatu
ja unter anderm auch diese

> Klingt bisher eigentlich gut.
> Das klingt eigentlich auch ganz gut.
„eigentlich gut“… heisst das nun „gut“ oder doch nur eigentlich ? :wink:

> Stimmt, ‚weiterhin‘ fehlt.
> …während es hier steht.
also ist das okay so ?

> > 1. die Anfangsformulierung: „To whome it may concern“…
> Hm… ?
ist „To whome it may concern“ zulässig in einem deutschen zeugnis ?
oder was sollte den eigentlich am anfang so eines zeugnises stehen ?

> Umgekehrt: wieviel Arbeit steckt dahinter ?
ca. ein bis zwei monat pro projekt
am framework hab ich durchgehend, falls mal luft war, entwickelt…

>…was aus der Tätigkeitsbeschreibung aber nicht hervorgeht :frowning:
also sollte das noch rein ?

> Ist das vielleicht gar kein deutsches Unternehmen ?
doch ist eine kleine agentur in münchen…

> Aber insgesamt ist der gute (bis sehr gute) Eindruck gerechtfertigt.
danke für die bestätigung :smile:

Gruss
blabar

es ist eine kleine münchner agentur…

also nun doch eher strechen oder passt es so?

danke für die antworten :smile:

Gruss
blabar

Abend blablar

also nun doch eher strechen oder passt es so?

Passt so!
Ich lese das mittlerweile 1-2 mal pro Monat, also keine Sorge.

Gruß
Stefan