Bewertung Zwischenzeugnis

Hallo, hier nun ein neuer Entwurf mit der Bitte zur Kritik:

Zwischenzeugnis

Herr X, geboren am X.X.X in X, trat am 01. Mai 2006 als studentische Hilfskraft – auf zwei Jahre befristet – in unser Unternehmen ein.
Herr X ist in der Abteilung Basisonkologie Anwendungstechnik beschäftigt und hat als Aufgabe „Dateneingabe und Auswertung von Praxisbeobachtungen zur Qualitätssicherung / Qualitätsdokumentation einer elastomeren Einmal-Infusionspumpe “ übertragen bekommen.
Die Firma X ist Hersteller und Vertreiber onkologische Präparate.

Sein Aufgabenbereich umfasst im Wesentlichen:

  • Eingabe, Analyse und Auswertung von medizinisch-wissenschaftlichen Daten der Praxisbeobachtung zur Qualitätsdokumentation mit Access und Excel
  • Überprüfen der Daten auf Korrektheit und Schlüssigkeit
  • Erstellung von Berichten und Auswertungen zur Qualitätsstatistik
  • Ständige Weiterentwicklung der Access-Datenbank (Formulare, Abfragen, Berichte)
  • Abgleich der Zahl dokumentierter mit der Zahl verkaufter Produkte
  • Kontrolle der Eingangsrechnungen für die Qualitätsdokumentation

Herr X arbeitet mit großer Sorgfalt, zuverlässig und gewissenhaft. Alle Aufgaben erledigt er schnell und zügig und zeigt dabei stets Initiative, Fleiß und Eifer. Er arbeitet umsichtig und zweckmäßig.
Den Umgang mit Microsoft Office und Microsoft Access beherrscht er sehr sicher.
Herr X erledigt die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit, und sein Verhalten gegenüber den Vorgesetzten und Kollegen ist stets einwandfrei. Er entspricht unseren Erwartungen in jeder Hinsicht und in bester Weise.

Herr X wird uns nach Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnisses aufgrund der Beendigung seines Studiums zum 30.04.08 verlassen. Wir danken ihm für seine Tätigkeit und wünschen Herrn X für die private und berufliche Zukunft viel Erfolg und alles Gute.

Hallo,

also auf einen Blick habe ich keine dicken Klopse gesehen, nur das hier stimmt mich nachdenklich:

Sein Aufgabenbereich umfasst im Wesentlichen:

  • Eingabe, Analyse und Auswertung von medizinisch-wissenschaftlichen Daten der Praxisbeobachtung zur Qualitätsdokumentation mit Access und Excel
  • Überprüfen der Daten auf Korrektheit und Schlüssigkeit
  • Erstellung von Berichten und Auswertungen zur Qualitätsstatistik

Das mag zwar in Deinem Unternehmen üblich sein, jedoch würde ich da fast hinterfragen, was genau Du gemacht hast - Median und Mittelwert bestimmt, oder DOE mit ANOVA bzw. GLM/Regression für SPC?
(sorry für die Fachbegriffe, aber als „vom Fach“ erwarte ich bei „Qualitätsstatistiken“ etwas mehr als das was man normal mit Excel macht)

  • Kontrolle der Eingangsrechnungen für die Qualitätsdokumentation

Hat das jetzt was mit statistischer Prozesskontrolle zu tun oder war das eine unabhängige Aktivität?
Fast interessant zu wissen wäre, welchen Einfluss Deine „Qualitätsdokumentation“ auf das Unternehmen hatte: diente es als schöne bunte Tapete zum Dekorieren für das ISO-Zimmer, oder könnten Deine Analyseergebnisse echt dazu führen, dass Unternehmensprozesse stillgelegt werden? (geht um den Verantwortungsgrad, den Du hattest!)

Herr X arbeitet mit großer Sorgfalt, zuverlässig und gewissenhaft.
Alle Aufgaben erledigt er schnell und zügig und zeigt dabei stets Initiative, Fleiß und Eifer. Er arbeitet umsichtig und zweckmäßig.

Fehlt mir hier noch etwas in der Richtung „ergebnisorientiert“ zum Glücklichsein.

Den Umgang mit Microsoft Office und Microsoft Access beherrscht er sehr sicher.

Du machst, laut dem was da beschrieben wurde, Aufgaben im Bereich Quality Control, und Dein wichtigster Skill ist MS Office?
Omg… entweder hat das Unternehmen verpeilt, Dir die für Deine Arbeit notwendigen Skills beizubringen, oder Du hast es verpeilt sie anzuwenden - denn SPC Qualifikationen sind mEn. deutlich wichtiger als irgend ein Office Skill.

Gruss,
Michael

Hallo Michael,

vielen Dank für die Kritik.

Hallo,

also auf einen Blick habe ich keine dicken Klopse gesehen, nur
das hier stimmt mich nachdenklich:

Sein Aufgabenbereich umfasst im Wesentlichen:

  • Eingabe, Analyse und Auswertung von medizinisch-wissenschaftlichen Daten der Praxisbeobachtung zur Qualitätsdokumentation mit Access und Excel
  • Überprüfen der Daten auf Korrektheit und Schlüssigkeit
  • Erstellung von Berichten und Auswertungen zur Qualitätsstatistik

Das mag zwar in Deinem Unternehmen üblich sein, jedoch würde
ich da fast hinterfragen, was genau Du gemacht hast - Median
und Mittelwert bestimmt, oder DOE mit ANOVA bzw.
GLM/Regression für SPC?
(sorry für die Fachbegriffe, aber als „vom Fach“ erwarte ich
bei „Qualitätsstatistiken“ etwas mehr als das was man normal
mit Excel macht)

Bei dieser Praxisbeobachtung soll ein wichtiges Merkmal der Pumpe in der Praxisanwendung überprüft werden. In den Berichten stehen dann Dinge wie:

  • Welches Medikament wurde angewendet
  • wie viele Pumpen wurden eingesetzt
  • Fehlerqoute des untersuchten Merkmals
  • wo wurde die Pumpe eingesetzt,
  • welche Therapieschemata wurden angewendet
  • Populationsübersicht
  • Absatzentwicklung usw.
  • Kontrolle der Eingangsrechnungen für die Qualitätsdokumentation

Hat das jetzt was mit statistischer Prozesskontrolle zu tun
oder war das eine unabhängige Aktivität?

ist mehr unabhängig von der statistischen Prozesskontrolle. Also lieber nicht mit reinschreiben?

Fast interessant zu wissen wäre, welchen Einfluss Deine
„Qualitätsdokumentation“ auf das Unternehmen hatte: diente es
als schöne bunte Tapete zum Dekorieren für das ISO-Zimmer,
oder könnten Deine Analyseergebnisse echt dazu führen, dass
Unternehmensprozesse stillgelegt werden? (geht um den
Verantwortungsgrad, den Du hattest!)

Herr X arbeitet mit großer Sorgfalt, zuverlässig und gewissenhaft.
Alle Aufgaben erledigt er schnell und zügig und zeigt dabei stets Initiative, Fleiß und Eifer. Er arbeitet umsichtig und zweckmäßig.

Fehlt mir hier noch etwas in der Richtung „ergebnisorientiert“
zum Glücklichsein.

Also so etwas: …Er arbeitet umsichtig, zweckmäßig und ergebnisorientiert. Ist das in Ordnung?

Den Umgang mit Microsoft Office und Microsoft Access beherrscht er sehr sicher.

Du machst, laut dem was da beschrieben wurde, Aufgaben im
Bereich Quality Control, und Dein wichtigster Skill ist MS
Office?
Omg… entweder hat das Unternehmen verpeilt, Dir die für
Deine Arbeit notwendigen Skills beizubringen, oder Du hast es
verpeilt sie anzuwenden - denn SPC Qualifikationen sind mEn.
deutlich wichtiger als irgend ein Office Skill.

Was ist SPC?
Die gesamte Arbeit wird mit Excel und Access erledigt.

Hallo.

Was ist SPC?

Statistical Process Control (dt. Statistische Prozesskontrolle)

Die gesamte Arbeit wird mit Excel und Access erledigt.

Aber für so etwas gibt es bessere Werkzeuge, z.B. Minitab
Da hier eine Schlüsselqualifikation fehlt (zumindest für Eingeweihte), lässt das mehrere (für den Zeugnisinhaber ungünstige) Schlüsse zu:
-er/sie konnte es (trotz Weiterbildung) nicht
-im Unternehmen wird unprofessionell gearbeitet (dafür kann man als ZI zwar nichts, aber es fehlt trotzdem ein wichtiger Qualifikationsnachweis. Und man selbst hat an diesem Zustand nichts geändert…)

mfg M.L.

Also so etwas: …Er arbeitet umsichtig, zweckmäßig und
ergebnisorientiert. Ist das in Ordnung?

Selbst DAS klingt in meinen OHren noch immer recht kühl und wenig begeistert über den Mitarbeiter. Man spürt keinen Verlust über senen Weggang.
Ich würd -gefühlsmäßig- den Typ, der da im Zeugnis beschrieben wird, nicht einstellen wollen.
Aber vielleicht ist das alles ja auch branchen-spezifisch.
Gruß,
Branden

Und was würde dann besser klingen, damit der Typ eingestellt wird? Gibt es dazu einen Vorschlag?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Aber für so etwas gibt es bessere Werkzeuge, z.B. Minitab
Da hier eine Schlüsselqualifikation fehlt (zumindest für Eingeweihte), lässt das mehrere (für den Zeugnisinhaber ungünstige) Schlüsse zu:

Genau!

-er/sie konnte es (trotz Weiterbildung) nicht
-im Unternehmen wird unprofessionell gearbeitet (dafür kann man als ZI zwar nichts, aber es fehlt trotzdem ein wichtiger Qualifikationsnachweis. Und man selbst hat an diesem Zustand nichts geändert…)

Da Unternehmen sich in Zeugnissen ihrer ehemaligen MA im Normalfall kaum selbst belasten, liegt der erstere Schluß dem Fachkundigen näher.

So wie es aussieht, liegt hier allerdings tatsächlich der typische Fall von Tapetenproduktion statt sinnvoller SPC vor, was allerdings auch wieder auf den AN zurückschlägt, nämlich in der Form, dass das, was er über Qualitätskontrolle weiß, einen Pfifferling oder weniger wert ist und dass er zur Übernahme einer sinnvollen Tätigkeit dann von 0 auf geschult, möglicherweise sogar erstmal ent-lernt werden muss (d.h. der Zeugnisinhaber steht schlimmstenfalls auf schlechterem Posten als ein ungelernter Absolvent).

Die fehlende Fähigkeit des MA, einen tragfähigen QC Prozess einzuführen, würde ich einer studentischen Kraft nicht anlasten - gerade in Konzernen haben selbst Experten mit langjähriger Erfahrung oft so ihre Probleme, einen vernünftigen Prozess einzuführen.
Aber was man ihm anlasten kann ist, dass er jahrelang einen Job gemacht hat, der im Sinne einer künftigen Beschäftigung im gleichen Bereich keinen Wert bringt.

Die Informationen über den Einsatz von SPC für die Qualitätssicherung kann man sich ohne größere Probleme bei Wikipedia u.ä. besorgen, Deming hat den Kram schon vor rund 80 Jahren publiziert.

So könnte ein Unwissen des MA an dieser Stelle als mangelnde Lernbereitschaft interpretiert werden, was dann so in etwa der letzte fehlende Sargnagel wäre.

Auch wenn, aus meiner Sicht von der Formulierung her eigentlich nicht viel drin ist, was als negativ anzulasten wäre, hätte man mit so einem Zeugnis keine Chance in einem Betrieb, der ernsthaftes QM praktiziert.

Daß das - allem Anschein nach - nicht die Schuld des Zeugnisempfängers ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Entweder sollte man darüber nachdenken, die Qualitätsgeschichten in einem komplett anderen Licht darzustellen, oder sich auf die Datenaufbereitungstätigkeiten beschränken und es als reine Office-Datenverwaltung bezeichnen.
Letzteres ist möglicherweise die einzige Möglichkeit für alle Beteiligten, hier das Gesicht zu wahren.

Mit den Informationen, die wir jetzt aus dem Thread haben würde ich allenfalls bei dem betreffenden Unternehmen anfragen, ob sie nicht ein grundlegendes QM Seminar besuchen möchten, denn dort läuft ja scheinbar alles aus dem Ruder was nur geht: MA wissen nicht, wozu ihre Tätigkeit eigentlich dienen sollte, die Umsetzung der Qualitätskontrolle ist keinen Pfifferling wert - und das Management missbraucht scheinbar QS als Rechtfertigung statt als Impulsgeber.

Gruss,
Michael

Vielen Dank für die Kritik über das Unternehmen, aber das bringt mir jetzt nicht mehr viel. Ich wollte einfach eine Bewertung des Zwischenzeugnisses haben.

Entweder sollte man darüber nachdenken, die
Qualitätsgeschichten in einem komplett anderen Licht
darzustellen, oder sich auf die Datenaufbereitungstätigkeiten
beschränken und es als reine Office-Datenverwaltung
bezeichnen.
Letzteres ist möglicherweise die einzige Möglichkeit für alle
Beteiligten, hier das Gesicht zu wahren.

Und wie? Wie würde der Vorschlag dazu aussehen?

Gruss,
Michael

UND JETZT???
Hallo,

vielen Dank für die Kritik bisher.

Also verstehe ich es richtig:

  • dass die Tätigkeitenbeschreibung aus diesem Studentenjob nicht in einem Zeugnis aufgenommen werden sollten!?

  • dass die Leistungsbeurteilung und das Verhalten im Job okay sind!?

Welche Note stellt die Leistungsbeurteilung und das Verhalten dar?

Und was mach ich jetzt mit diesem Zeugnis?