Bezahlsystem mit RFID

Hallo!

Ich schreibe gerade an einer Seminararbeit mit dem Thema „Abrechnung
und Sicherheit im Networked Home“. Ich bin am überlegen, ob ich als
Szenario die (Horror-)vision einarbeiten soll, dass jeder Mensch nach
seiner Geburt einen RFID-Chip implantiert bekommt, der dann als
Geldbörse dienen soll.

Allerdings drängen sich ein paar Fragen auf, zu deren Einschätzung von
eurer Seite ich sehr dankbar wäre.

  1. Um Schreib- und Lesevorgänge beim RFID-Chip auszulösen brauche ich
    ein bestimmtes Gerät/Terminal. Wäre es möglich sowas so zu
    miniaturisieren, dass man beispielsweise eine Armbanduhr als Sende-
    und Empfangsgerät nutzen könnte?

  2. Kann man mit passiven RFID-Chips (die keine eigene Stromversorgung
    benötigen) irgendwie eine sichere Kommunikationsverbindung zu Sende-
    und Empfangsgeräten aufbauen? Könnte man irgeldwelche
    Krypthographiemodule in den Chip integrieren? Welche
    Verschlüsselungsmethode wäre sinnvoll?

Viele Grüße,
Knut

Hallo Knut

ein bestimmtes Gerät/Terminal. Wäre es möglich sowas so zu
miniaturisieren, dass man beispielsweise eine Armbanduhr als
Sende-
und Empfangsgerät nutzen könnte?

Ja

  1. Kann man mit passiven RFID-Chips (die keine eigene Stromversorgung :benötigen) irgendwie eine sichere Kommunikationsverbindung zu
    Sende- und Empfangsgeräten aufbauen? Könnte man irgeldwelche
    Krypthographiemodule in den Chip integrieren? Welche
    Verschlüsselungsmethode wäre sinnvoll?

Viel ist möglich, Sicherheit nicht, da sich die Technik weiterentwickeln wird. Kein Verfahren hätte bislang länger gehalten als bis zur Pubertät. Wie sollte ein Münzgroßer Chip heute mit einem (Sabotage-)PDA in 20 Jahren konkurieren können?? Wenn man will, wird man auch Fingerabdruck, Gentest und Iris-Scan manipulieren können.

Gruß
achim

Moin

dass jeder Mensch nach
seiner Geburt einen RFID-Chip implantiert bekommt, der dann
als Geldbörse dienen soll.

Es gibt Leute die sich Ortungschips einsetzen lassen. Meistens Leute die im Fall einer Entführung schnell gefunden werden wollen.

Wäre es möglich sowas so zu
miniaturisieren, dass man beispielsweise eine Armbanduhr als
Sende- und Empfangsgerät nutzen könnte?

Ja, das geht. (Die Grösse hängt von der Frequenz ab: man muss die Sendeantenne noch irgendwie unter kriegen. Da auf den RFID-Chip sendeantennen drauf sind kannst du dir ausmalen wo die Grenzen liegen)

  1. Kann man mit passiven RFID-Chips (die keine eigene
    Stromversorgung
    benötigen) irgendwie eine sichere Kommunikationsverbindung zu
    Sende-
    und Empfangsgeräten aufbauen?

Mit den aktuellen Chips: nein. Die sind zu einfach gestrickt als dass wirksame kryptographische Methoden eingesetzt werden könnten.

Welche Verschlüsselungsmethode wäre sinnvoll?

Was man (auch heute schon) machen kann ist eine Anspruchscodierung: der Chip reagiert nur wenn die Sende/Empfangseinheit einen bestimmen, auf jeden einzelnen Chip zugeschnittenen Code aussendet. D.h. solange der Sender nicht explizit nach dem Chip mit der Nummer 91874893498178934718974982319 sucht meldet der sich auch nicht. Abhörsicher ist das aber nicht.

cu

  1. Die Antenne des RFID-Chips ist i.A. so klein wie möglich, dann kann man nicht auch noch die Antenne des Terminals miniaturisieren. Vorstellbar wäre bei einer Armbanduhr eine Antenne im Armband wie bei Funkuhren. Natürlich hängt das stark von Frequenz und Abstand ab, will man einen Menschen aus einigen Metern Entfernung abfragen, wird man ziemlich grosse Antennen brauchen (dm bis m). Siehe auch 2.

  2. Passive (praktisch alle) RFIDs werden über die Antenne versorgt, Batteriebetrieb ist generell nicht sinnvoll. Je nach übertragener Energie (hängt u.A. von der Feldstärke des Senders ab) gibt es kaum Grenzen für die Leistungsfähigkeit des Chips. Vorhandene Systeme sind im wesentlichen dadurch begrenzt, dass es sich um Massenanwendungen handelt - die Identifikation eines Kaugummis darf natürlich nicht mehr kosten als einen kleinen Bruchteil des Preises. Bei den für Menschen üblichen Preisen kann man die Grenzen viel weiter stecken.

Reinhard

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