Bezahlung bei Klassenfahrten uä

Hi!

Das gibt der Sache ja eine ganz neue Wendung.
Klar, dass irgendwer hier auch das Thema „Frau und Gehalt“ bzw. „Frau und Anerkennung“ bringen würde.
Ich habe bewusst nicht zwischen Frauen und Männern differenziert, um Anfeindungen dieser Art zu vermeiden.
Aber wenn Du das so möchtest, bitte:
als Frau und auch noch Lehrerin habe ich einen doppelten Vorteil. Das Gehalt ist dasselbe wie bei einem bzgl. Qualifikation und Alter sowie Berufserfahrung vergleichbaren Mann. Das ist ja, was ich übrigens auch nicht in Ordnung finde, keienswegs übrig in der deutschen Jobwelt.
Werde ich als Lehrerin schwanger, kann ich locker 4 Jahre Mutterschutz „genießen“ und werde danach, auf Wunsch ohne Diskussionen auch als Halbtageskraft, wieder eingestellt. In der freien Wirtschaft diskutiert kein mensch über mehr als 6-10 Monate, jeder weiss, dass man nach den gesetzlich möglichen 3 Jahren abgemeldet ist.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass solche Pauschalurteile
häufig über Frauenberufe verbreitet werden. So - Stewardessen
sind dumm, stehen nur faul in der Ecke rum und müssen nur
schön aussehen; Erzieherinnen schneiden die ganze Zeit nur
Moosgummifrüchte aus; Friseusen sind strohblöd; Sekretärinnen
lackieren sich die ganze Zeit nur die Fingernägel.

Aus all diesen berufsbildern habe ich Familienmitglieder und Bekannte. Für keinen gelten die „von Dir natürlich bewusst übertriebenen“ Pauschalurteile.
Auch die Aussage:

Und
Lehrerinnen haben halt die ganze Zeit frei.

habe ich so nicht getroffen. Ich schrieb lediglich, der Lehrberuf sei ein halbtagesjob. Dies belegt ich mit den Aussagen einiger Münchner Gymnasiallehrer.

Wie viel gerade Frauen in solchen Berufen ackern müssen, wie
wenig sie verdienen (gerade bei den weiblichen
Handwerksberufen) fällt bei solchen Urteilen einfach unter den
Tisch.

Nein. Es war bei der eigentlichen Diskussion hier lediglich nicht relevant.

Ach ja - die faulsten Lehrerinnen sind übrigens die, die
Deutsch, Bio und Kunst unterrichten. Im Gegensatz zu
Informatik-, Mathe und Physiklehrern.

Das mag sein. Ich habe lediglich gesagt, dass Deutschlehrer anders zu bewerten sind, da sie keinesfalls eine Korrekturmatrix verwenden können und natürlich sehr viel lesen müssen, was nicht immer nur Hobby sein kann. Die anderen Schwerpunkte würde ich so nicht differenzieren, denn ob gewisse Fächerkombinationen anstelle des Halbtagesjobs sogar einen Vierteltagesjob ermöglichen, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Aber diese Diskussion gehört wahrscheinlich auf ein anderes
Brett.

Ganz recht.

Komisch auch, dass Mathias sich nicht nochmal geäußert hat…

Da ich kein Lehrer bin, habe ich aus beruflichen Gründen gewisse Absenzzeiten hinsichtlich dieses Forums in Kauf zu nehmen… :wink:

Nichts für ungut.

Grüße,

Mathias

Hallo Annegret,

weder Mira, noch Rabchen und auch Du konnten mich nicht davon überzeugen, dass der Lehrerberuf im allgemeinen kein Halbtagesjob ist.
Mehr habe ich nicht behauptet.
Die Aussage, ich zitiere Dich:
„Viele Menschen denken wahrscheinlich, Lehrer wären faul…“ (Zitat Ende) möchte ich von mir weisen. Ich schrieb niemals, dass Lehrer generell „faul“ seien, sondern lediglich, dass sie das volle Gehalt für einen Halbtagesjob beziehen. Dass man auch während der Vormittags Höchstleistungen zu bringen vermag, stelle ich nicht in Frage.

Ich denke doch, dass es nicht zu viel verlangt ist, ordentlich zitiert zu werden.

Grüße,

Mathias

Hi!

ich hege so meine Zweifel, dass du wirklich Einblick in das
Arbeitsleben eines Lehrers hast und fair mit diesem Beruf
umgehst. Deine Befragungen der 30 Lehrer haben dir vielleicht
nicht den Einblick gegeben, wie ihn wissenschaftliche Studien
erlangt haben.

Ich denke hingegen, dass genau dieser Einblick viel mehr Wert ist, als gewisse Studien, bei denen die Möglichkeit besteht, dass sie vor der Veröffnetlichung politisch gefiltert worden sind und v.a. bislang hier nichts über die Art der Erlangung der Datenbasis gesagt worden ist. Frage ich z.B. einfach alle Lehrer, wie lange sie im Schnitt arbeiten würden, werde ich einen „geschönten“ Wert erhalten. Dies passiert bei vielen Befragungen und man benutzt daher, macht man das seriös, einen gewissen „Berichtigungsfaktor“ oder weist klar auf die Art der Erlangung der Daten hin.
Nichts dergleichen habe ich hier gelesen, noch nicht einmal einen Link auf die Befragungsergebnisse, womit dieses Argument wertlos wird. Schade eigentlich, denn gerade hier hätte man mich mit Fakten überzeugen können. Ich bin keineswegs so verbohrt, wie es den Anschein haben mag, nur weil ich nicht auf polemische Berichte über die überarbeitete Mutter, den Streß bei Lehrerkonferenzen, Korrekturen von Arbeiten während der Sommerferien (Unfug) o.ä anspringe.

Wenn das Lehrer-sein so ein lauer Job ist,
wundert es mich, dass gerade unter Lehrern das „burn out“ -
Syndrom so weit verbreitet ist.

Vermutlich bleibt man nur bei ständigen Herausforderungen über ein ganzes Berufsleben lang „wach“.
Ich weiss es nicht.
Was ich weiss ist, dass man auf der Fähre Ancona-Patras im Juni grundsätzlich Scharen von „Womos“ mit braungebrannten, gertenschlanken, sportlichen und v.a. völlig relaxeten Mittfünfzigern trifft, die als „burned-out-teachers“ sich anschicken, den Sommer auf Steuerzahlerkosten in der Sonne zu verbringen.
„burned-out“ ist bei der ganzen Sache höchstens der Motor des 1979er Bullis…

Dein Beispiel einer Arbeitsmatrix z.B. ist absolut
unbrauchbar. In jedem Beruf hat man es leichter, wenn man
effektive Arbeitsstrategien entwickelt. Mit dieser Begründung
(der Berufstätige kann ja eine Arbeitsmatrix nutzen) wird
jeder Beruf zum Halbtagsjob.

Das ist mir zu undifferenziert. Ich wies ledglich auf eine Matrix zur Korrektur von Schulaufgaben/Klausuren und Exen hin.
Der ganze Job passt nur bei Programmierern in eine Matrix, wie ich gestern erfahren durfte; aber das gehört auf ein anderes Blatt…

Die reine Unterrichtszeit bei einem Lehrer beträgt 4,5
Zeitstunden am Tag. Der Unterricht muss vor- und nachbereitet
werden, was weiteren Arbeitsaufwand bedeutet.

Wie ich ja schon sagte, gilt das höchstens für Deutschlehrer. Alle anderen können ihren Unterricht mehr oder weniger einmal vorbereiten und das dann jahrelang benutzen.

Dazu kommen
Dienstbesprechungen, Korrekturen, Elterngespräche. Wieder ein
paar Stunden mehr. Dazu kommt die hohe Qualifikation, die ein
Lehrer mit bringen muss,

das muss heute jeder. Ist kein Argument.

die Anforderungen an ihn, der Stress
den der Lehrberuf mit sich bringt, die Verantwortung usw. usf.

Und das ist nur beim Lehrberuf so?
In der freien Wirtschaft kommt um alltäglichen (nicht etwa „halbtäglichen“…) Streß noch die Angst um den Arbeitsplatzverlust hinzu.
All das hat man als Lehrer nicht, erhält ein ordentliches Gehalt und arbeitet halbtags.

Es ist in der deutschen Gesellschaft üblich, dass solche
Berufe besser bezahlt werden als andere - gutes Beispiel:
Fluglotse. Die gehen übrigens auch sehr schnell in Rente :wink:

Die Verantwortung eines Fluglotesen mit derjenigen eines Lehrers zu vergleichen, ist gar nicht mal so dumm. Beide halten die Zukunft von Menschenleben in ihren Händen.
Allerdings ist der Arbeitsalltag eines Fluglotsen ungleich anstrengender (ich kenne einen, der mit 55 als Wrack in Pension ging, den musste sein Frau erst mal 3 Jahre lang aufbauen) als der eines Lehrers. Ein Lehrer kann sich immer darauf zurückziehen, dass die Eltern auch in der Pflicht sind und diese eben nicht ordentlich wahrgenommen haben, wenn ein Kind „abstürzt“.
Der Fluglotse hingegen kann seine „Abstürze“ keinem anderen in die Schuhe schieben, ausser dem Piloten, was jedoch zumeist klar nachgewiesen werden kann.

Grüße,

Mathias

Sei nicht angepisst. Ich weiss doch, dass Du Dir kein Urteil erlauben kannst, deshalb nehme ich es auch nicht ernst. Ich will überhauptnicht mit Dir rumstreiten, dazu fehlt die gemeinsame Basis.

Hast Du Familie?

Küsschen, Mira

Hi!

Sei nicht angepisst.

Bin ich nicht.

Ich weiss doch, dass Du Dir kein Urteil
erlauben kannst, deshalb nehme ich es auch nicht ernst.

Das ist arm…

Ich
will überhauptnicht mit Dir rumstreiten, dazu fehlt die
gemeinsame Basis.

Das fürchte ich fast auch.

Hast Du Familie?

Natürlich. Eltern, eine Großmutter, zwei Geschwister…

Grüße,

Mathias