Hallo liebe wer-weiss-was-Experten,
ich bin die Lisa und das ist mein erster Beitrag 
Seit September, also Schuljahresanfang, geht ein sehr netter und hübscher 18-jähriger Türke in meine Schule. Ich bin in der 10. Klasse und er ist schon in der 12. Klasse. Ich bin zu ihm hingegangen und habe ihm gesagt, dass ich ihm gerne die Schule und die Leute halt ein bißchen zeigen würde, damit er sich schneller eingewöhnt. Das war natürlich mehr oder weniger ein Vorwand, um ihm ein wenig näher zu kommen
)
Und jetzt hat er mich vor kurzem eingeladen zu ihm nach Hause. Ich bin dann um 15 Uhr zu ihm gekommen und habe mich sehr wohl bei ihm und seinen Eltern gefühlt, weil die alle sehr herzlich waren, irgendwie anders als die Deutschen. Und ich war jetzt schon öfter bei ihm und er bei mir auch, aber irgendwas stört mich ein bißchen und das will ich euch mal kurz sagen:
Er hat zu seinem Vater, der übrigens schon 44 Jahre alt ist (aber noch viel jünger aussieht), ein sehr inniges Verhältnis. Als ich letztens bei ihm war, hat er grad mit seinem Vater fern gesehen und sie sind auf dem Sofa gesessen, aber sein Vater hat seinen Arm um ihn gelegt und er hat dann seinen Kopf so an seine Brust gelehnt. Ich ließ mir das eingehen, wenn er irgendwie müde gewesen wäre, aber es war schließlich helllichter Tag, mitten im Nachmittag und war er bestimmt nocht nicht müde. Und dann waren wir beiden oben im Zimmer und haben uns ein bißchen unterhalten und haben Musik gehört. Und wir haben uns dann entschlossen, kurz in ein Café zu gehen, weil wir einfach noch ein bißchen raus wollten. Dann ging er nach unten und hat sich von seinem Vater verabschiedet, indem er ihm einen Kuss gegeben hat, aber nicht auf die Wange, sondern auf die Lippen und auch nicht kurz, sondern das war schon ein richtig langer „Schmatzer“. Sein Vater streichelt ihm auch oft so um die Wangen und so. Zu seiner Mutter hat er zwar auch ein gutes Verhältnis, aber bei weitem nicht so ein inniges wie zu seinem Vater. Er erzählt auch in der Schule und sonst sehr viel von seinem Vater, von seiner Mutter hingegen fast nichts. Da gehören dann ganz ausschweifende und detailliert geschilderte Erlebnisse aus der Kindheits- und Jugendzeit, die er mit seinem Vater erlebt hat, mit dazu.
Ich finde sein Verhalten deshalb so ungewöhnlich, weil ich das von deutschen Jungs überhaupt nicht gewohnt bin. Die haben zu ihren Vätern ein mehr oder weniger abweisendes Verhältnis; Standardausdruck in der Schule, wenn es um die Eltern geht „die Alten…“ oder sie sagen zu ihren Vätern „der alte Sack“ und so was und das ist nun nicht gerade freundlich.
Wie seht ihr das? Er ist immerhin schon 18 Jahre und da ist es schon irgendwie komisch, dass man sich noch so verhält, oder?
Ich hätte die Frage auch ins Eltern-Kinder-Brett stellen können, aber ich wollte eher die psychologischen Aspekte beleuchtet haben.
Tschüssi und vielen lieben Dank für eure Antworten,
Lisa
