Hallo liebe Mitleser,
damit sich Word-Nutzer nicht mehr so sehr angegriffen fühlen (reicht ja, wenn sie mit der Software gestraft sind, dann müssen ja nicht auch noch Eimerweise meine Häme und Spott hinzukommen oder so) habe ich hier mal einen neuen Baum angefangen, der sich von allen Nicht-Interessenten leicht umgehen lässt.
Es wurde weiter unten die Frage gestellt, wo man denn diese Wundersoftware LaTeX für wieviel Geld bekommen könne.
Die gute Nachricht: Es ist natürlich kostenlos und frei im Internet verfügbar. Zur Erleichterung sei auch gleich angemerkt, dass es nicht nur für Linux, sondern für so ziemlich jedes Betriebssystem eine Fassung gibt.
Da ja (wie mir glaubhaft versichert wurde) nicht alle hier Mitlesenden Studenten sind, will ich nicht so sehr auf der Tatsache herumreiten, dass es LaTeX auf jedem Uni-Server zum download gibt, sondern gleich die zentrale Anlaufstelle für deutsche LaTeX-Nutzer angeben:
Das ist die Heimatadresse der Deutschen Anwendervereinigung TeX e.V.
Dort findet man nicht nur eine sehr umfangreiche Softwaresammlung
sondern auch umfangreiche Dokumentation wie z.B. die FAQ
http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
oder eine Kurzeinführung
http://www.dante.de/CTAN/info/lshort/german/l2kurz.pdf
Die wohl beliebteste Distribution für Windows-Nutzer und für alles >Win95 gedacht, ist wohl MikTeX
von wo aus man auch direkt (oder indirekt) über den setup-wizzard eine sehr einfache Installation durchführen kann
http://www.miktex.org/setup.html
LaTeX-Dokumente sind allerdings kein WYSIWYG, sie werden vielmehr – ähnlich HTML – als reine Textdateien mit zugehörigen Markup-Befehlen eingegeben. Man braucht also einen fähigen Editor zur Bearbeitung. Am besten ist es, wenn dieser Editor TeX-aware ist, man also eine komplette Benutzerumgebung erhält. Für Fortgeschrittene wohl am besten geeignet ist dazu der Emacs-Editor nebst AucTeX Erweiterung. Der Emacs ist zwar auch für Windows erhältlich,
http://www.xemacs.org/Download/index.html, http://www.gnu.org/software/auctex/
ist aber für Einsteiger sehr gewöhnungsbedürftig in der Handhabung. Ich empfehle für LaTeX-Einsteiger unter Windows die
IDE TeXnicCenter
http://www.toolscenter.org/products/texniccenter/
Zur optimalen Ausstattung gehört dann noch (nicht zwingend, ist aber nice to have) eine neuere Version von Ghostscript/Ghostview zur Darstellung, Bearbeitung und Ausgabe von Postscript-Dateien auf jedweder Hardware (Monitor und Drucker 
http://www.cs.wisc.edu/~ghost/doc/AFPL/get800.htm
Es ist mit PDFTeX leicht möglich, PDF-Dateien inklusive Bookmarks, Querverweisen bei Gleichungen, Abbildungen, etc. und Vorschaubildern zu erzeugen. Allerdings ist der erzeugte PDF-Code nicht immer auf minimale Dateigröße optimiert. Es ist ebenso leicht möglich, Adobe Acrobat als „PDF-Produzenten“ im TeXnicCetner einzutragen. Die Ergebnisse weichen optisch kaum voneinander ab, Acrobat erzeugt aber etwas kleinere Dateien.
Zu guter Letzt noch einmal der Hinweis, die Dokumentation bitte unbedingt zu lesen (zumindest die „quickstart“ Anleitungen zur Installation von MikTeX und TeXnicCenter) und die FAQ zu berücksichtigen (da steht wirklich viel wissenswertes drin). Eine Literaturemfpehlung soll diese kleine Liste abschliessen:
Helmut Kopka, LaTeX Einführung, Band 1, Addison-Wesley
mittlerweile glaube ich in der 4. Auflage erhältlich.
ISBN:3827315573 Buch anschauen
Gruß & Viel Spaß!
Fritze
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