„But the Pillars of Asoka were standing before Christianity and in the first century before Christ the recording of the covenants of Gautama was already begun.“
Was könnte hier mit ‚the covenants of Gautama‘ gemeint sein?
„But the Pillars of Asoka were standing before Christianity
and in the first century before Christ the recording of the
covenants of Gautama was already begun.“
Was könnte hier mit ‚the covenants of Gautama‘ gemeint sein?
Mit den Säulen (pillars) von Asoka wird Roerich vermutlich folgendes gemeint haben:
Der Begriff „covenants (Bund) of Gautama“ ist von Roerich vielleicht als vergleichende Anspielung auf den Bund gemeint, den Gott mit Moses schloss, als dieser die 10 Gebote in die Tafeln meißelte (Ark of the Covenant = Bundeslade). Bei diesem Vergleich stehen Buddhisten zwar die Haare zu Berge, (und Juden und Christen vermutlich auch ) aber Roerich ist er durchaus zuzutrauen. Schließlich war Roerich IMHO etwas, was man heutzutage vermutlich als Esoteriker oder „Religions-Shopper“ bezeichnen würde, also jemand, der sich aus allen möglichen Religionen passendes heraussucht und sich daraus seinen eigenen Glauben bastelt.
Aha. Aber ich glaube in diesem Sinn, wäre Vermächtnis vielleicht angebrachter als Bund.
Doch sei nicht so streng mit Roerich, er war schließlich keine orthodoxe Persönlichkeit, sondern ein Pionier und Pfadfinder im spirituellen Sinn (Agni-Yoga).
„But the Pillars of Asoka were standing before Christianity
and in the first century before Christ the recording of the
covenants of Gautama was already begun.“
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Der Begriff „covenants (Bund) of Gautama“ ist von Roerich
vielleicht als vergleichende Anspielung auf den Bund gemeint,
den Gott mit Moses schloss, als dieser die 10 Gebote in die
Tafeln meißelte (Ark of the Covenant = Bundeslade).
Dann ist die Anspielung aber im Kontext des Satzes sehr schlecht gewählt: Immerhin möchte der Autor vermitteln (lese ich so heraus), dass der Buddhismus die ältere Religion sei. Im 1. Jh. v.u.Z. war aber die Bundeslade schon uralt…
Hallo,
‚covenants‘ bedeutet Vereinbarung, (gegenseitige) Verpflichtung - im religiösen Kontext wird das Wort im Deutschen idR mit ‚Bund‘ oder ‚Bündnis‘ wiedergegeben. Insbesondere bezieht es sich da auf den noachitischen, abrahamitischen und den mosaischen Bund.
Roerich benutzt den Begriff ‚covenants‘ in einem weiteren Sinne; er gehört zu seiner eigenen speziellen Terminologie. Er behauptet (soweit ich sehe) eine evolutionäre Entwicklung eines (durch bestimmte Personen vermittelten) ‚Bundes‘ mit dem Numinosen, die aktuell natürlich in seiner eigenen Verkündung gipfelt.
In den meisten Fällen ist bei Roerich ‚covenants‘ mit ‚Lehre‘ - oder, wie Du selbst sagst, mit ‚Vermächtnis‘ - treffender oder doch zumindest verständlicher wiedergegeben. Dass die Verwendung des Begriffes im Zusammenhang mit dem Dharma (Buddha Shakyamunis Lehre) völlig verfehlt ist, hat Marion ja schon klargestellt. Roerich hatte ähnlich wie die Theosophen Blavatsky und Oldcott eine recht krause, eurozentrische Herangehensweise an den Dharma (wie gerade dieser Begriff recht sinnfällig demonstriert). Die Schriften dieser Leute sind möglicherweise nicht völlig uninteressant; in Bezug auf den Dharma jedoch wegen verzerrender und irreführender Darstellung für eine seriöse Auseinandersetzung schlicht unbrauchbar.
Möglicherweise war Roerich bei der Verwendung des Begriffs ‚covenants‘ vor allem von zwei ‚Designerreligionen‘ des 19. Jahrhunderts inspiriert, die die religiöse Kategorie des Bundes wieder aufgriffen - von den Mormonen und den Bahá’i.
„But the Pillars of Asoka were standing before Christianity
and in the first century before Christ the recording of the
covenants of Gautama was already begun.“
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Der Begriff „covenants (Bund) of Gautama“ ist von Roerich
vielleicht als vergleichende Anspielung auf den Bund gemeint,
den Gott mit Moses schloss, als dieser die 10 Gebote in die
Tafeln meißelte (Ark of the Covenant = Bundeslade).
Dann ist die Anspielung aber im Kontext des Satzes sehr
schlecht gewählt: Immerhin möchte der Autor vermitteln (lese
ich so heraus), dass der Buddhismus die ältere Religion sei.
Im 1. Jh. v.u.Z. war aber die Bundeslade schon uralt…
Mein Wissen vom Christentum ist zwar reichlich dünn, aber wenn ich mich recht entsinne, dann glauben die Christen, dass Gott durch Christus einen neuen Bund mit den Menschen geschlossen hat. Vielleicht bezieht sich Roerich auch darauf. Ob das tatsächlich so stimmt, und wie sich das mit dem alten Bund verträgt, kann dir vielleicht ein Kenner des Christentums hier verraten.
In den meisten Fällen ist bei Roerich ‚covenants‘ mit ‚Lehre‘
oder, wie Du selbst sagst, mit ‚Vermächtnis‘ - treffender
oder doch zumindest verständlicher wiedergegeben. Dass die
Verwendung des Begriffes im Zusammenhang mit dem Dharma
(Buddha Shakyamunis Lehre) völlig verfehlt ist, hat Marion ja
schon klargestellt.
Hallo Ralph
Der Begriff ist mir etwas klarer geworden. Aber ich verstehe nicht, warum Roerichs Verwendung so konträr zum Dharma sein sollte.
Wenn Bhuddas Lehre, das Ziel der Befreiung von Leid ect. hat, wodurch wird das bei Roerich in Frage gestellt?
In den meisten Fällen ist bei Roerich ‚covenants‘ mit ‚Lehre‘
oder, wie Du selbst sagst, mit ‚Vermächtnis‘ - treffender
oder doch zumindest verständlicher wiedergegeben. Dass die
Verwendung des Begriffes im Zusammenhang mit dem Dharma
(Buddha Shakyamunis Lehre) völlig verfehlt ist, hat Marion ja
schon klargestellt.
Der Begriff ist mir etwas klarer geworden. Aber ich verstehe
nicht, warum Roerichs Verwendung so konträr zum Dharma sein
sollte.
Wenn Bhuddas Lehre, das Ziel der Befreiung von Leid ect. hat,
wodurch wird das bei Roerich in Frage gestellt?
Hallo Rolf,
was hat das buddhistische Heilsziel mit einem ‚Bund‘ oder ‚Bündnis‘ zu tun? Absolut nichts. Der Dharma lehrt, Befreiung von Leid ausschließlich durch eigenes Tun, durch eigene Anstrengung zu verwirklichen. Er bestreitet sogar explizit die Möglichkeit, Befreiung durch göttliche oder sonstige Hilfe, also ‚von außen‘ zu erlangen. Der Dharma ist eine Methode, eine Praxis, um Befreiung von Leid zu erfahren und er umfasst auch die theoretische Begründung dieser Methode. Man kann diese Methode erlernen und anwenden - dazu bedarf es keines irgendwie gearteten Bundes mit einer fremden Kraft.
Vereinbarungen oder Verpflichtungen (‚covenants‘ im herkömmlichen Sinne) gibt es lediglich bei der Ordination. Dabei wird gelobt, die Ordensdisziplin zu wahren. Das ist jedoch eine soziale Verpflichtung. Das ‚Bündnis‘ besteht darin, dass die Ordinierten bei Strafe des Ausschlusses aus dem Sangha (dem Mönchs- oder Nonnenorden) sich uneingeschränkt der Praxis des achtfachen Pfades widmen und dafür von Laien mit dem erforderlichen Minimum an Nahrung, Kleidung und Unterkunft versorgt werden. Verstöße werden in schweren Fällen durch Ausschluß geahndet - nicht, weil sie als ‚sündhaft‘ angesehen werden, sondern weil sie den Ruf des Sangha schädigen und damit seine materielle Grundlage in Frage stellen können. Dies ist etwas völlig anderes, als das, was in anderen Religionen unter ‚Bund‘ verstanden wird.
Gleiches gilt für die buddhistische Ethik. Die teilweise sich mit dem jüdisch-christlichen Dekalog überschneidenden ‚sila‘ sind keine ‚Gebote‘ Buddhas (und schon gar keine göttlichen Gebote), sondern es sind Gelübde - Selbstverpflichtungen zu heilsamem Handeln. Auch hier wäre es völlig unangebracht, dies als ein ‚Bündnis‘ zu interpretieren, wo eine übernatürliche Instanz das Befolgen von Vorschriften (‚Bündnistreue‘) mit irgendwelchen geistlichen oder weltlichen Gütern belohnt. Vielleicht wird hier auch ein wenig deutlich, warum der Begriff ‚Sünde‘ (= eine Verletzung der Bündnispflicht) im Dharma keine Rolle spielt.
_Cov-en-ant […] n
1 (legal) formal agreement that is legally binding. ‚deed of ~‘, written, signed and sealed and usu concerning property.
2 undertaking to make regular payments to a charity, trust, etc
(Oxford Advanced Learner’s Dictionary of Current English)
Main Entry: cov-e-nant
Pronunciation: […]
Function: noun
Etymology: Middle English, from Middle French, from present participle of covenir to agree, from Latin convenire
Date: 14th century
1 : a usually formal, solemn, and binding agreement : compact
2 a : a written agreement or promise usually under seal between two or more parties especially for the performance of some action
2 b : the common-law action to recover damages for breach of such a contract