Wie passt Homosexualität und Bibel zusammen?
Ist das etwas klarer?
Ich weiss, du willst eine christliche Antwort, aber vielleicht hilft es dennoch sich einmal darauf zu konzentrieren, woher diese Problematik stammt. Auch im Judentum gelten (natürlich die Abschnitte in Leviticus, allerdings unterscheiden wir, zwischen der Tat und dem Täter. Nicht Homosexualität ist hier verboten, sondern allein der homosexuelle Akt und dieses auch noch auf Männer beschränkt.
Es geht hierbei also um eine aktive und gewollte Veränderung der eigenen Persönlichkeit bzw. Triebe, wie bei fast allen anderen Mitzwot (Geboten) auch. So ist mir z. B. Schinken verboten, allerdings esse (aß) ich sehr gerne Schinkennuddeln. Mir verlangt es danach und daran ist erst einmal nichts schlechtes, ja es wird sogar positiv bewertet, wenn man etwas nicht ißt, alleine weil es eine Mitzwa ist und nicht, weil es einem nicht schmeckt. Aber ich esse keine Schinkennudeln.
Dieses kann auch auf Homosexualität übertragen werden, wo das Verlangen nach einem Mann erst einmal noch nichts schlechtes ist. Wenn dann ein Jude die Kraft hat, trotz dieses Verlangens den Willen des Ewigen auf sich zu nehmen, hält er diese Mitzwa. Es wird für ihn eine wenn nicht die schwerste sein.
Wenn nicht, dann begeht er eine Sünde, wie wir alle anderen auch. Der eine Beschämt jemanden („Findest Du Homosexualtität nicht auch abartig?“) oder redet über ihn schlecht („Stell dir vor, der macht es nur mit Männern.“) und nu, der andere liebt einen Mann.
Mir ist nicht so ganz klar, wie man sich durch solche Aussagen
diskriminiert fühlen kann.
Vielleicht ist „diskriminiert“ zu viel gesagt. Andererseits trifft es mich schon, dass es viele Menschen gibt, die glauben, ich sei aufgrund dessen abartig und hassenswert, obwohl sie mich gar nicht kennen. Das ist eben deren persönliche Meinung, aber mir gefällt es trotzdem nicht auch wenn ich mir noch so oft sage, dass es ja deren Problem ist.
Ohne jetzt die Diskussion „angeborene oder erworbene Neigung“ anzetteln zu wollen, würde ich mich ebenso fühlen wenn ich z.B. blaue Haare hätte und eine der Weltreligion das als schwere Sünde hinstellen würde.
Weiterhin muss man auch noch unterscheiden zwischen der Meinung einzelner Individuen (wenn es auch viele sind) und der sozusagen offiziellen Richtlinie einer Religion.
recht hast Du! Martin Buber übersetzt die Stelle: „Halte lieb Deinen Genossen, dir gleich“. Und wenn ich mein Hebräisch noch nicht ganz vergessen habe, müßte es noch wörtlicher gar heißen: „er ist wie Du“.
Das ist etwas anderes als „wie dich selbst“, aber schon die Septuaginta hat hier so übersetzt, wie es dann in Matth 22, 39 steht:
„Du wirst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. - phileeseis ton pleesion sou hoos seauton“
Es ist eine Schande, wie die christlichen Exegeten den Neuen Testaments versucht haben, die jüdischen Wurzeln sowohl Jesu als auch des Paulus zu kappen versucht haben. Zum Glück gibt es aber inzwischen eine - zwar noch sehr kleine, aber immerhin kluge - Gegenbewegung, die Paulus jetzt von seiner pharisäischen Herkunft her zu verstehen versucht.
Viele Grüße - Rolf
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Martin Buber übersetzt die Stelle: „Halte lieb
Deinen Genossen, dir gleich“.
das ist wortwörtlich und somit korrekt. aber was BEDEUTET das? das ist problem bei der buberübersetzung: man ist so schlau wie vorher
Und wenn ich mein Hebräisch noch
nicht ganz vergessen habe, müßte es noch wörtlicher gar
heißen: „er ist wie Du“.
das KANN, muß aber nicht gemeint sein. selbst buber kann man so oder so verstehen.
Das ist etwas anderes als „wie dich selbst“
so würde es heißen, wenn man nicht davon ausgeht, daß dort ein wort ausgelassen wurde.
was es auf jeden fall nicht heißt ist, daß man sich selbst zugunsten eines anderen aufopfern soll. außerdem ist der „nächste“ (der gefährte) gemeint und nicht irgendjemand x-beliebiger. „neighbor“ ist auch irgendwie unglücklich, denn da denkt jeder an denjenigen, der immer am wochenende grillgestank in die wohnung bläst… ein universales liebesgebot bis zur selbstaufgabe lese ich hier jedenfalls nicht.
Tolle Antwort! Danke!
Hallo Myriam,
das war einmal eine interessante Antwort von jemanden, der wirklich etwas zu sagen hat und das auch noch druckreif von sich geben kann! Auch der freundliche, aber doch deutliche Spott
ist wunderbar!
Christian
Hallo Eli,
Wenn es für dich wichtig ist, auf Schinkennudeln zu verzichten, habe ich damit kein Problem (das klingt flapsig, ist aber ernst gemeint. In meiner Klasse sind viele islamische Kinder und natürlich akzeptiere ich, dass sie kein Schweinfleisch essen).
Das Problem ist bei Homosexualität ist aber, das andere Menschen mit dem Finger zeigen und schreien: Ih, du isst Schinkennudeln, wie eklig, du gottloser Sünder! Und das kann ich nicht akzeptieren!
Scholem,
Christian
Hallo Bernd
Frech gefragt: Wenn dir die Arterhaltung so wichtig ist, wie viel Prozent deines Tuns und deines Denkens verbringtst du damit? Denkst du nicht zu 99,99 Prozent an dich und dein Leben und deine Wünsche wie wir alle? Biologie passt hier wirklich nicht, meine ich.
Tja, das Kapitel „Unterdrückung und Diskriminierung“ füllt die
Geschichte der Kirchen weitgehend aus. :
Meine Frage war nicht, wie die Kirchen mit Homosexualität umgehen (das ist wenig ersprießlich), sondern wie Christian Bibel und Homosexualität in Einklang bringen!
Ich vertrete auch die „Nomal-These“. Es gibt sogar
Transexuelle Tiere die ihr
schonmal menschen gesehen die ihr geschlecht aus eigenem
antrieb mal so mal so wechseln? ich meine jetzt das
biologische geschlecht und nicht schminke und röckchen.
Du verwechselst Transvestiten mit Transsexuellen. Da ist jedoch ein großer Unterschied.
gruß
Joy
Romans 1:26-27 hat auch eine Aussage zur weiblichen Homosexualitaet:
King James Version:
Romans 1:26-27: „For this cause God gave them up unto vile affections: for even their women did change the natural use into that which is against nature: And likewise also the men, leaving the natural use of the woman, burned in their lust one toward another; men with men working that which is unseemly, and receiving in themselves that recompence [sic] of their error which was meet.“
Wenn es für dich wichtig ist, auf Schinkennudeln zu
verzichten, habe ich damit kein Problem.
Ja, wobei ich hier auch etwas leichtes genommen habe, was aber von außen noch verständlich erscheint. Gerade im sexuellen Bereich ist es hier schon viel schwieriger seine Triebe zu beherrschen.
Das Problem ist bei Homosexualität ist aber, das andere
Menschen mit dem Finger zeigen und schreien: Ih, du isst
Schinkennudeln, wie eklig, du gottloser Sünder! Und das kann
ich nicht akzeptieren!
Ich habe dazu ja auch geschrieben, dass solches Verhalten alleine nach dem sogenannten AT (Tanach) schon nicht angemessen ist und ich meine, dass es hier sicherlich auch im NT einige Stellen gib, da dieses ja gerade diesen Bereich ausführlicher behandelt.
Zum einen ist jeder ein Sünder und das sagen bei uns selbst die großen Gelehrten und Frommen von sich. Hier kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses im Christentum soviel anders ist.
Dann auch noch sich öffentlich hinzustellen und über einen anderen schlecht zu reden, ist inakzeptabel und nach dem AT verboten. Selbst wenn es stimmt. Alleine wenn es darum geht, dass jemand anders einen Fehler nicht mehr macht und wenn man dabei helfen will und der andere dieses auch so annehmen kann, kann es unter umständen nötig sein.
Wenn also jemand demnächst (oder hier?) meint, alle Homosexuellen sind sünder (was nach dem AT nicht einmal stimmt), dann erwidere einfach: Und alle die dieses sagen auch.
Ich habe dazu ja auch geschrieben, dass solches Verhalten
alleine nach dem sogenannten AT (Tanach) schon nicht
angemessen ist und ich meine, dass es hier sicherlich auch im
NT einige Stellen gib, da dieses ja gerade diesen Bereich
ausführlicher behandelt.
Natürlich gilt das auch im NT.
Jesus sagt:
"1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Mass ihr messt, wird euch zugemessen werden.
3 Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
4 Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
5 Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen. "
(Matth.7,1-5)
Zum einen ist jeder ein Sünder und das sagen bei uns selbst
die großen Gelehrten und Frommen von sich. Hier kann ich mir
nicht vorstellen, dass dieses im Christentum soviel anders
ist.
Auch das gilt im Christentum ganz genau so.
Alleine wenn es darum geht,
dass jemand anders einen Fehler nicht mehr macht und wenn man
dabei helfen will und der andere dieses auch so annehmen kann,
kann es unter umständen nötig sein.
Aber auch da sollte es diskret behandelt werden.
Wir sollen ja den Menschen helfen und nicht vor den Kopf stossen.
Romans 1:26-27: "For this cause God gave them up unto vile
affections: for even their women did change the natural use
into that which is against nature: And likewise also the men,
leaving the natural use of the woman, burned in their lust one
toward another; men with men working that which is unseemly,
and receiving in themselves that recompence [sic] of their
error which was meet."
Claudia
Hallo,
ich kann leider so schlecht Englisch, kannst du den Text bitte auf Französisch schicken?
Gruß!
Christian
Weil ich, wie ich oben geschrieben habe, großen Respekt vor
der Bibel habe, aber es schlimm finde, Lesben und Schwule zu
„Bösen“ zu stempeln.
nochmal genau: das einzige was explizit als „böse“ bezeichnet wird, ist wenn ein mann einem anderen mann mit seinem s… in den h… hineinfährt. von frauen ist nicht die rede. von schwulen neigungen ist nicht die rede. von schwulen gelüsten auch nicht. nichtmal von schwulem oralsex.
wenn also ein mann nach der bibel leben will, dann muß er diese eine sache unterlassen. tut er das nicht, macht er - in diesem system - einen fehler.
wie zb. einen kaugummi aus dem supermarkt klauen. wäre auch ein fehler.
oder einen anderen öffentlich anschnauzen. oder tausend andere sachen, die ebenfalls nicht gehen.
trotzdemm haben wir hier einen widerspruch. ich weiß nicht wie ich dir helfen kann…
ich kann leider so schlecht Englisch, kannst du den Text bitte
auf Französisch schicken?
kein Problem
26 Voilà pourquoi Dieu les a abandonnés à des passions avilissantes : leurs femmes ont renoncé aux relations sexuelles naturelles pour se livrer à des pratiques contre nature.
27 Les hommes, de même, délaissant les rapports naturels avec le sexe féminin, se sont enflammés de désir les uns pour les autres ; ils ont commis entre hommes des actes honteux et ont reçu en leur personne le salaire que méritaient leurs égarements. http://www.diebibel.de/
gibt es auch auf Deutsch *g*
26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen;
27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst empfangen.
Such mal mit Google nach „Dr. C. Everett Koop“. Er war Christ, und hat sich in den USA sehr stark für die Homosexuellen eingesetzt. Ein Mann nach dem Beispiel Jesu!
Wieso, hat der sich auch für die homosexuellen eingesetzt? ODer für andere diskriminierte Minderheiten (Christen mal ausgenommen, versteht sich)?
AFAIK: Nein.
nochmal genau: das einzige was explizit als „böse“ bezeichnet
wird, ist wenn ein mann einem anderen mann mit seinem s… in
den h… hineinfährt.
Obwohl ich selber nicht schwul bin und außerdem ungern in der Öffentlichkeit über Sex debattiere dennoch kurzer Kommentar von mir: Wenn zwei Männer das, was du andeutest bei sich im Zuhause hinter geschlossenen Gardinen tun weil sie sich lieben, dann kann ich nicht glauben, dass ein liebender Gott das schlecht findet (angesichts der Millionen von wirklich bösen Dingen, die Menschen Menschen täglich antun).
wenn also ein mann nach der bibel leben will, dann muß er
diese eine sache unterlassen. tut er das nicht, macht er - in
diesem system - einen fehler.
Tja, das halte ich eben für Unsinn.
trotzdemm haben wir hier einen widerspruch. ich weiß nicht wie
ich dir helfen kann…
Der Widerspruch liegt wohl darin, dass du das in Ordnung findest, wenn die Bibel sagt, homosexueller Sex ist tabu. Ich sehe darin eine Unterdrückung von Menschen, die aus der Norm herausfallen. Und im Namen der Norm wurden, wie jeder weiß, bereits viele Verbrechen begangen z. B. gegen Juden, Zigeuner, Gehörlose, Blinde, geistig Behinderte, Ausländer, Frauen, Schwarze, Kinder, Kommunisten, Christen und und und und und und und (was eben gerade der Norm nicht entspricht). Wie klein und eng ist doch das menschliche Verständis!
Christian