Hallo,
meine Antwort geht zwar leicht an der Frage vorbei, aber hoffentlich sind trotzdem einige interessante Aspekte dabei. Mir fällt zu dem Thema folgendes ein:
Zuerst zur Ursprungsfrage: Was hält Gott (der Gott der Christen) von Homosexualität?
Antwort: Ich weiß es nicht, er hat sich in letzter Zeit nicht dazu geäußert. Aufzeichnungen Dritter (Bibel) zufolge hat er sich persönlich einmal negativ zum Beischlaf von Männern miteinander geäußert. Allerdings hat er zu dieser Zeit auch viele andere Gebote erlassen, die wir heute nicht mehr befolgen (un damit sind nicht die großen 10 gemeint). Weiterhin hat er später (ebenfalls laut Aufzeichnungen Dritter) durch seinen Sohn mehr oder weniger alle kleinen Gebote durch „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ersetzen lassen.
Ursprünglich ging es ja darum, einem homophobisch agierenden Christen, der dabei ist, diese Einstellung an seine Kinder weiterzugeben, mit Argumenten entgegen zu treten. Das kannst Du vergessen. Religion hat mit Glauben zu tun, mit innerer Überzeugung, nicht mit rationalen Argumenten. Die Bibel in ihrer schriftlichen Niederlegung ist Menschenwerk und lässt sich je nach eigener Überzeugung interpretieren wie es einem passt.
Fühlen sich Homosexuelle durch Aussagen konservativer Christen diskriminiert? Ja, kann ich bestätigen. Was kann man dagegen tun? Einiges, aber diskutieren und argumentieren hilft nicht.
Ich respektiere die Meinung derjenigen, die Homosexualität für abartig, nicht gottgefällig oder sonstwie negativ halten. Ich kann nur durch meinen eigenen Lebenswandel dafür sorgen, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, mich aufgrund meiner sexuellen Präferenzen zu verdammen.
Wenn mir einer aufrecht ins Gesicht sagen kann, dass meine 9-jährige, glückliche monogame Beziehung zu meiner Lebensgefährtin ein Ding des Teufels sei und mich in die Hölle bringen wird, und das unsere Liebe nicht ein Geschenk Gottes ist - was könnte ich da Rationales erwidern? Nichts.
Das erinnert mich daran, wie letzthin in Amerika gegen die Ehe für Homosexuelle entschieden wurde. Vorreiter der Pro-Bewegung war, wenn ich mich recht erinnere, ein lesbisches Pärchen aus Californien, die bereits seit über 30 Jahren zusammen waren. Mein erster Gedanke: ich will, dass diejenigen, die gegen die Ehe für Homosexuelle gestimmt haben, dorthin fahren und den beiden Frauen ins Gesicht sagen sollen, warum ihre Beziehung das Sakrament der Ehe für Heterosexuelle in Frage stellt.
Hier Links zu einem sehr guten (allerdings englischen) Messageboard, welches allgemein dem Kampf gegen Unwissenheit gewidmet ist. Es ist eher liberal, aber prinzipiell weder pro noch kontra eingestellt. In den beiden Threads werden alle wesentlichen Bibelstellen die sich mit der Sache beschäftigen analysiert. Es kommen auch Übersetzungsprobleme und andere Interpretationsdifferenzen dieser Stellen zur Sprache:
http://boards.straightdope.com/sdmb/showthread.php?t…
http://boards.straightdope.com/sdmb/showthread.php?t…
Gruß,
Myriam