Bibelkauf - bitte um Ratschläge

Liebe Leute,
Aus wissenschaftlichem und historischen Interesse würde ich gern mal die Bibel, v.a. das alte und neue Testament, durchlesen.
Es sollte also eine kritische Ausgabe sein, die evt. auch auf versch. Interpretationen hinweist. Und sie sollte möglichst „nah am Original“ (ich weiss, das ist ein Streitpunkt) sein.

Kann mir jemand eine Empfehlung geben?
Danke!
Marie

„nah am Original“

hi,

nun, das gute buch ist tausende jahre alt und in einer dementsprechenden sprache geschrieben (ich rede jetzt vom hebräischen). „original“ bringt meistens nicht sehr viel, weil das nichtmal leute verstehen können, deren muttersprache hebräisch ist. man MUSS interpretieren, es also übersetzen in etwas, das wir verstehen, weil da worte drin vorkommen, die heute einfach total unbekannt sind oder was anderes bedeuten. nah am original ist zb. buber. nur das verstehen ist dann so eine sache. mir bringt es nix, außer literarischen genuß (er schreibt halt sehr schön und imitiert schön den aufbau des originals). aber wenn du die stories echt lesen und verstehen willst, nimm eine modernere lesbare übersetzung und das original daneben als referenz. kannst die frage auch bei fremdsprachen stellen. ist ja eine altphilologische eher als eine religiöse.

gruß datafox

man MUSS interpretieren, es also übersetzen in
etwas, das wir verstehen, weil da worte drin vorkommen, die
heute einfach total unbekannt sind oder was anderes bedeuten.

ja, das ist mir eh klar, vielleicht hab ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich suche eine deutsche übersetzung, aber möglichst eine, die beispielsweise auf solche worte oder begriffe aufmerksam, die schwer oder gar nicht zu übersetzen sind.
Marie

Hallo Marie,

als die am besten kommentierte (einbändige) Bibel-Ausgabe gilt die „Jerusalemer Bibel“. Sie kombiniert die „Einheitsübersetzung“ (die amtliche Übersetzung der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum) mit den Erläuterungen der École Biblique de Jérusalem.
ISBN: 3451278006 Buch anschauen

(Über die Güte der „Einheitsübersetzung“ kann man trefflich streiten. Ich finde sie besser als ihr Ruf, denn sie hat eine relativ moderne Forschungsgrundlage und ist in einer verständlichen Sprache verfasst. Allerdings ist das sprachliche Niveau etwas uneinheitlich, weil viele Übersetzer mitgewirkt haben.)

Als evangelisches Gegenstück dazu können vielleicht die „Lutherbibel erklärt“
ISBN: 3438017822 Buch anschauen und die „Elberfelder Studienbibel“ ISBN: 3417257131 Buch anschauen gelten.

Natürlich gibt es auch ausführlichere kommentierte Bibelausgaben in Einzelbänden. Wenn du 795 EURO übrig hast, kannst du dir z.B. die „Wuppertaler Studienbibel“ anschaffen.
ISBN: 3417252415 Buch anschauen

Das folgende Büchlein bietet einen kritischen Vergleich der wichtigsten Bibelausgaben:
ISBN: 3417205603 Buch anschauen

Das hier ist vielleicht auch interessant:
http://www.urbibel.de/bibeln_im_vergleich_thomas_noa…

Und zur Frage nach den verschiedenen Bibelübersetzungen gibt es natürlich auch was im Archiv:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Grüße
Wolfgang

Hoffnung für alle

Liebe Leute,
Aus wissenschaftlichem und historischen Interesse würde ich
gern mal die Bibel, v.a. das alte und neue Testament,
durchlesen.
Es sollte also eine kritische Ausgabe sein, die evt. auch auf
versch. Interpretationen hinweist. Und sie sollte möglichst
„nah am Original“ (ich weiss, das ist ein Streitpunkt) sein.

Kann mir jemand eine Empfehlung geben?

Ich bin da nicht so der Profi, aber ich habe u.a. die „Hoffnung für alle“-Bibel hier, die mir gut gefällt. Aus dem Vorwort:

„Der Übersetzung des Alten Testaments liegt der sowohl für die jüdische Glaubensgemeinschaft als auch für die christliche Kirche gültige hebräische Text zugrunde, der sogenannte „Masoretische Text“. An einzelnen Stellen wurde die im 3. Jahrhundert v. Chr. entstandene griechische Übersetzung mit herangezogen, die in diesen Fällen wahrscheinlich eine ursprünglichere Fassung des hebräischen Textes als Vorlage hatte. Dies wird jeweils mit einer Fußnote gekennzeichnet. An Stellen, die zwei gleichwertige, aber sinnverschiedene Übersetzungsmöglichkeiten zulassen, wird dies ebenfalls durch eine Fußnote („Oder:…“) zum Ausdruck gebracht.
Der Übersetzung des Neuen Testaments liegt der griechische Text in der Bearbeitung von Nestle-Aland zugrunde.
Wenn sich die deutsche Übersetzung zugunsten der Verständlichkeit weit von der wörtlichen Fassung des hebräischen oder griechischen Textes entfernt hat, wird die wörtliche Version ebenfalls in einer Fußnote wiedergegeben.“

Das ist ein Ansatz, der mir recht sympathisch ist.

Gruß,

Malte.

HAllo Marie,

sehr empfehlen kann ich einmal die Stuttgarter Erklärungsbibel:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3438011204/028…

Die Übersetzung ist glaube ich die Lutherübersetzung. Allerdings ist das Buch so aufgebaut, dass nach jedem Vers, vor jedem Kapitel Hinweise, Interprertationshilfen, Forschungsdiskussionen angesprochen werden. Fand ich immer sehr nützlich.

Außerdem gibt es für das neue Testament das Novum Testamentum Graece von Nestle Aland auch in einer griechisch deutschen Version. In den Fußnoten sind andere Papypristellen und andere Versionen der Quelltexte vermerkt. Ist eigentlich eher was für Theologiestudidenten - und hat ein recht komplexes System, dass diese anderen Versionen im Text vermerkt. Schau am besten mal in einem Buchladen, ist wahrschienlich zuu speziell.

beste GRüße,

barbara

Ich benutze gerne …
Hallo Marie,

die Scofield-Ausgabe ISBN: 3417258219 Buch anschauen
aus zwei Gründen:

  1. weil ich sie geschenkt bekommen habe :smile: (aber das fällt nicht ins Gewicht, weil die Ausgabe inzwischen nicht mehr teuer ist)

  2. weil sie etwas spärliche, manchmal zwar etwas radikale (so wird man auf manche Dinge gestoßen, auf die man von sich aus nie kommen würde), fast immer aber hilfreiche Anmerkungen in den Fußnoten macht

  3. weil sie durchgehend Kettenverweise enthält, also auf weitere Stellen, die mit der aufgeschlagenen Stelle zusammenhängen, verweist.

Meine Ausgabe ist zudem eine Dünndruckausgabe, ist also nicht allzu dick.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Vom hören her soll die Elberfelder nahe am Orginal liegen; eine „Hoffnung für alle“ liest sich mehr wie ein Lesebuch, zum arbeiten würde ich sogar zwei verschiedene Übersetzungen nehmen. Ist übrigens interessant, was jeder so aus der Bibel interpretiert (oder warum gibt es so viele Glaubensgemeinschaften…)!
Bei der Hoffnung für alle, die schon modern geschrieben ist, gibt es, wie auch in manchen anderen Ausgaben Fußnoten mit Orginalzitaten.
Finde ich aber toll von dir das du dir die Zeit dafür nimmst, ich habs bislang nicht geschafft.
Markus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Marie,

Du hast ja schon einige gute Tipps bekommen. Wenn Du viel Zeit hast und möglichst nah an den „Urtext“ kommen möchtest, empfehle ich für Forschungsarbeiten die Interlinearübersetzung (Hänssler-Verlag) in Kombination mit der Elberfelder Studienbibel (Brockhaus-Verlag). Mit Hilfe der Interlinearübersetzung lässt sich der „originale“ Satzbau rekonstruieren, man bekommt aber nur eine Überstzungsmöglichkeit pro Wort. Bei der Elberfelder Studienbibel hast Du den Text der Elberfelder Bibel und dazu in einem Sprachschlüssel eine Sammlung von allen Übersetzungsmöglichkeiten für jedes Wort. Mit beiden Übersetzungen zusammen kommt man also sehr nahe an den „Urtext“.

Wenn Du möglichst schnell einen guten Überblick über die ganze Bibel bekommen möchtest, sind „Die Gute Nachricht Bibel“, die Einheitsübersetzung oder die „Hoffnung für Alle“ sehr zu empfehlen. Die Luther-Übersetzung ist sprachlich ein Meisterwerk und sehr schön, aber nicht immer zu 100% genau.

Fast genauso wichtig wie die Frage der Übersetzung ist meines Erachtens die Auswahl der Sekundärliteratur. An Kommentaren kann ich empfehlen: Den „Kommentar zur Bibel in einem Band“ von Guthrie/Motyer (Brockhaus-Verlag), die schon erwähnte Wuppertaler Studienbibel (Brockhaus-Verlag), den Edition-C-Bibelkommentar (Hänssler-Verlag) sowie den Walvoord-Kommentar (Hänssler-Verlag). Zum historischen, geografischen und kulturellen Hintergrund war der „Historisch-geografische Atlas zur Bibel“ von Rasmussen (Hänssler-Verlag) eine große Hilfe für mich. Zum Nachschlagen einzelner Stichworte benütze ich „Das große Bibellexikon in 6 Bänden“ (Brockhaus-Verlag).

Wenn Du weitere Fragen hast - melde Dich einfach nochmal. Ich lese die Bibel gerade zum 3. Mal systematisch komplett durch und das ist bestimmt nicht das letzte Mal…

Herzliche Grüße

Alex

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich dank euch herzliche für die VIELEN Ratschläge!

Hallo Marie

Die Genfer Übersetzung, das gibt es noch nicht als ganzes NT und wirst es kaum auftreiben können. Wenn docch, sehr empfehlenswert.
Die genfer Studienbibel, sehr viele Komentare, Erklärungen, sehr gut, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, aber zumindest den Hintergrundsteil ist sehr gut.
Abzulehnen sind Hoffunug für alle und die gute Nachricht. Sind sehr leserlich, aber eben nicht so originalgetreu (Übersetzung) wie Du es wünscht. Als 2 Bibel, wenn du zB den satz in der Genfer nicht verstehst, sind sie aber sehr hilfreich

Gruss
beat

Hallo Marie,

Ratschläge hast Du ja genug bekommen :wink:
Und ich finde, alle angegebenen Übersetzungen sind wirklich empfehlenswert.

Selber besitze ich 8 verschiedene, darunter Exoten wie „van Eß“ oder „Naftali Herz Tur-Sinai“.

Besonders aufschlußreich ist für mich, eine Stelle aus allen Übersetzungen nebeneinander zu betrachten. Ich biete Dir an, die jeweiligen Texte zu mailen, wenn Du daran Interesse hast.

Gruss Harald

Hallo Marie,

du hast schon sehr viele gute Tipps bekommen. Hier noch ein Nachtrag von mir. Es ist, wie erwähnt, sehr gut verschiedene Übersetzungen neben einander verwenden zu können.
Ein interessante Übersetzung dürfte hier auch noch die „Neue-Welt-Übersetzung“ vom Wachturm-Verlag sein.
1.) Es gibt sie kostenfrei beim nächsten Zeugen Jehovas.
2.) Die Übersetzung gibt es in drei Formaten, a)die Standardgröße, b) ein Miniaturformat, welches in die Hosentasche passt (einigermaßen gute Augen vorausgesetzt), c)Die Studienausgabe mit Hinweisen zu übersetzten Hebräischen und griechischen Wörtern.

Bei dieser Übersetzung wird das Tetragrammaton mit Jehova wiedergegeben. Außerdem wurden manche Wörter, wie Scheol oder Hades direkt übernommen.

Gruß
Carlos

nicht hebräisch, sondern aramäisch

nun, das gute buch ist tausende jahre alt und in einer
dementsprechenden sprache geschrieben (ich rede jetzt vom
hebräischen). „original“ bringt meistens nicht sehr viel, weil
das nichtmal leute verstehen können, deren muttersprache
hebräisch ist.

Hi, die Ur-Bibel (wenn ich sie mal so nennen darf) dürfte auf aramäisch geschrieben worden sein, nicht hebräisch, das ist schon die erste Übersetzung.
susanne

Hi, die Ur-Bibel (wenn ich sie mal so nennen darf) dürfte auf
aramäisch geschrieben worden sein, nicht hebräisch, das ist
schon die erste Übersetzung.

wenn von hebräisch die rede ist, dann ist natürlich das alte testament gemeint. dieses ist afaik nie auf aramäisch übersetzt worden, wohl aber ins griechische. dies war die erste übersetzung.

gruß datafox

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wenn von hebräisch die rede ist, dann ist natürlich das alte
testament gemeint. dieses ist afaik nie auf aramäisch
übersetzt worden, wohl aber ins griechische. dies war die
erste übersetzung.

Hallo datafox, bin auch nicht so seghr in der materie, aber dass nur Hebräisch nicht sein kann war sogar mir bekannt (als Atheist). Mal abgesehen davorn, dass die Bibel sich aus diversen Quellen zusammensetzt, die vielleicht auch noch wieder in anderen Sprachen geschrieben waren. Ich hab jetzt vor allem auch an die Q-Rollen gedacht, die ja auch noch irgendwie dazugehören.
Grüße Susanne
die sich lieber wieder in andere Bretter verzieht:smile:

Hallo Susanne,

in auch nicht so seghr in der materie, aber
dass nur Hebräisch nicht sein kann war sogar mir bekannt (als
Atheist).

Wie kommst Du denn darauf?

Mal abgesehen davorn, dass die Bibel sich aus
diversen Quellen zusammensetzt, die vielleicht auch noch
wieder in anderen Sprachen geschrieben waren.

Es ging doch beim Ursprungsposting um die Sprache, in der das „alte Testament“ vorliegt und aus der es in Gegenwartssprachen übersetzt wird.

Ich hab jetzt
vor allem auch an die Q-Rollen gedacht, die ja auch noch
irgendwie dazugehören.

wohl als historisch interessantes Material für bestimmte Fragestellungen, aber weder in irgendwelchen christlichen Bibeln noch in der hebräischen Bibel findest Du die Qumran-Rollen.

Viele Grüße

Iris

in auch nicht so seghr in der materie, aber
dass nur Hebräisch nicht sein kann war sogar mir bekannt (als
Atheist).

Wie kommst Du denn darauf?

Hallo Iris, ich bin in einer eher ev. Umgebung aufgewachsen, und da zählt aus irgendwelchen Gründen nur Jesus und Co.(das AT kam nur in der Schule dran, in meinen 3Monaten Konfer haben wir Müllkollagen gebastelt und nur einen Hefter für die „Kunstwerke“ bekommen, wo auf den Aussenseiten die auswendig zu lernenden Dinge-Gebote, Gl.bekenntnis u. Du bist mein Hirte draufstand) Das hat mir nicht gereicht!
Da es im Ursprungsposting darum ging, welche Bibel man sich zulegen sollte (die Frage wäre doch erst mal wofür, für den Nachttisch o. das Theologie Studium) und die Übersetzungsthematik aufkam wunderte ich mich nur, weshalb nicht aramäisch erwähnt wurde, das NT ist zumindest teilweise in aramäisch verfasst/erzählt worden, der damals gängigen Sprache in der Gegend. Da es damals noch nicht die genauen Abgrenzungen von Ländern gab (weshalb heute immer noch darum gestritten wird, was wem mal gehörte), war natürlich das Hebräische auch dort vertreten, aber da sich die Apostel aus verschiedenen Bevölkerungsschichten zusammensetzten, werden die geschichten sowohl in Hebr. als auch aram. überliefert worden sein, und in beiden Sprachen aufgeschrieben. Es sind nun mal Geschichten, die zunächst über einige Zeit auch nur mündlich weitergegeben wurden, daher hat sich die ganze Übersetzungsthematik eh auf den Kopf gestellt, denn die wirklich Ursprünglichen Worte lassen sich nicht mehr zurückverfolgen.

Mal abgesehen davorn, dass die Bibel sich aus
diversen Quellen zusammensetzt, die vielleicht auch noch
wieder in anderen Sprachen geschrieben waren.

Es ging doch beim Ursprungsposting um die Sprache, in der das
„alte Testament“ vorliegt und aus der es in Gegenwartssprachen
übersetzt wird.

Ich hatte es so verstanden, dass es um die ganze Bibel ging, und die ist nunmal eigentlich kein Ganzes, sondern besteht aus vielen kleinen Geschichten (zum Teil halt auch in verschiedenen Versionen)

Ich hab jetzt
vor allem auch an die Q-Rollen gedacht, die ja auch noch
irgendwie dazugehören.

wohl als historisch interessantes Material für bestimmte
Fragestellungen, aber weder in irgendwelchen christlichen
Bibeln noch in der hebräischen Bibel findest Du die
Qumran-Rollen.

Nein das meinte ich auch nicht, die wurden ja auch erst wesentlich später wiederentdeckt. Aber sie enthalten nun mal extrem alte Versionen einiger Bibeltexte und gehören daher dazu. Wenn man den Ursprungstext haben will, sollte man sich auch mit den Q-Rollen beschäftigen, im übrigen auch mit dem Gilgamesch-Epos, dort finden sich auch einige Bibel-Geschichten, nur in anderer Version, gerade die mit der Sintflut ist mir im Gedächtnis, als seeeehr ähnlich.
Schöne Grüsse Susanne

Hallo,

Wie kommst Du denn darauf?

Hallo Iris, ich bin in einer eher ev. Umgebung aufgewachsen,
und da zählt aus irgendwelchen Gründen nur Jesus und Co.(das
AT kam nur in der Schule dran, in meinen 3Monaten Konfer haben
wir Müllkollagen gebastelt und nur einen Hefter für die
„Kunstwerke“ bekommen, wo auf den Aussenseiten die auswendig
zu lernenden Dinge-Gebote, Gl.bekenntnis u. Du bist mein Hirte
draufstand) Das hat mir nicht gereicht!

Beruhigen:wink: Naja, und das nur Jesus und Co. gezählt haben scheint mir eine Besonderheit Deiner evangelischen Umgebung zu sein, allgemein gilt das nicht!

Da es im Ursprungsposting darum ging, welche Bibel man sich
zulegen sollte (die Frage wäre doch erst mal wofür, für den
Nachttisch o. das Theologie Studium) und die
Übersetzungsthematik aufkam wunderte ich mich nur, weshalb
nicht aramäisch erwähnt wurde, das NT ist zumindest teilweise
in aramäisch verfasst/erzählt worden, der damals gängigen
Sprache in der Gegend. Da es damals noch nicht die genauen
Abgrenzungen von Ländern gab (weshalb heute immer noch darum
gestritten wird, was wem mal gehörte), war natürlich das
Hebräische auch dort vertreten, aber da sich die Apostel aus
verschiedenen Bevölkerungsschichten zusammensetzten, werden
die geschichten sowohl in Hebr. als auch aram. überliefert
worden sein, und in beiden Sprachen aufgeschrieben. Es sind
nun mal Geschichten, die zunächst über einige Zeit auch nur
mündlich weitergegeben wurden, daher hat sich die ganze
Übersetzungsthematik eh auf den Kopf gestellt, denn die
wirklich Ursprünglichen Worte lassen sich nicht mehr
zurückverfolgen.

Die „Apostel“ werden aramäisch, nicht hebräisch gesprochen haben, das hat damals niemand mehr gesprochen. Die Texte des Neuen Testaments sind im Koine-Griechisch verfaßt worden, Welt- und vor allem Weltschriftsprache der damaligen Zeit. Die ursprünglich gesprochenen Worte Jesu kann man dann sicherlich nicht mehr herausfinden. Da es hier aber um die Bibel geht, kann man sich zumindest auch dem Urtext des Neuen Testaments annähern.

Es ging doch beim Ursprungsposting um die Sprache, in der das
„alte Testament“ vorliegt und aus der es in Gegenwartssprachen
übersetzt wird.

Ich hatte es so verstanden, dass es um die ganze Bibel ging,
und die ist nunmal eigentlich kein Ganzes, sondern besteht aus
vielen kleinen Geschichten (zum Teil halt auch in
verschiedenen Versionen)

wohl als historisch interessantes Material für bestimmte
Fragestellungen, aber weder in irgendwelchen christlichen
Bibeln noch in der hebräischen Bibel findest Du die
Qumran-Rollen.

Nein das meinte ich auch nicht, die wurden ja auch erst
wesentlich später wiederentdeckt. Aber sie enthalten nun mal
extrem alte Versionen einiger Bibeltexte und gehören daher
dazu. Wenn man den Ursprungstext haben will, sollte man sich
auch mit den Q-Rollen beschäftigen, im übrigen auch mit dem
Gilgamesch-Epos, dort finden sich auch einige
Bibel-Geschichten, nur in anderer Version, gerade die mit der
Sintflut ist mir im Gedächtnis, als seeeehr ähnlich.

Tatsächlich bezieht sich Dein Vorschlag doch eher darauf, welche Quellen man zu einer historischen Erforschung hinzuziehen kann.
Bei den Qumran-Rollen ist übrigens die Jesjarolle interessant, die den masoretischen Text der Hebräischen Bibel bestätigt, und das, obwohl sie aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus stammt! Das spricht für eine sehr gute Textüberlieferung der Hebräischen Bibel.
Wenn man übrigens so weit gehen möchte, und nicht nur, wie ursprünglich gefragt, eine kritische Übersetzung haben möchte, sollte man sich wohl an Kommentare zu Alten und Neuen Testament halten. Dort wird in der Regel auf Paralleltexte etc. hingewiesen und auch eine Einführung in den historischen Kontext gegeben.
Grüße,
Taju