Hallo,
Wie kommst Du denn darauf?
Hallo Iris, ich bin in einer eher ev. Umgebung aufgewachsen,
und da zählt aus irgendwelchen Gründen nur Jesus und Co.(das
AT kam nur in der Schule dran, in meinen 3Monaten Konfer haben
wir Müllkollagen gebastelt und nur einen Hefter für die
„Kunstwerke“ bekommen, wo auf den Aussenseiten die auswendig
zu lernenden Dinge-Gebote, Gl.bekenntnis u. Du bist mein Hirte
draufstand) Das hat mir nicht gereicht!
Beruhigen:wink: Naja, und das nur Jesus und Co. gezählt haben scheint mir eine Besonderheit Deiner evangelischen Umgebung zu sein, allgemein gilt das nicht!
Da es im Ursprungsposting darum ging, welche Bibel man sich
zulegen sollte (die Frage wäre doch erst mal wofür, für den
Nachttisch o. das Theologie Studium) und die
Übersetzungsthematik aufkam wunderte ich mich nur, weshalb
nicht aramäisch erwähnt wurde, das NT ist zumindest teilweise
in aramäisch verfasst/erzählt worden, der damals gängigen
Sprache in der Gegend. Da es damals noch nicht die genauen
Abgrenzungen von Ländern gab (weshalb heute immer noch darum
gestritten wird, was wem mal gehörte), war natürlich das
Hebräische auch dort vertreten, aber da sich die Apostel aus
verschiedenen Bevölkerungsschichten zusammensetzten, werden
die geschichten sowohl in Hebr. als auch aram. überliefert
worden sein, und in beiden Sprachen aufgeschrieben. Es sind
nun mal Geschichten, die zunächst über einige Zeit auch nur
mündlich weitergegeben wurden, daher hat sich die ganze
Übersetzungsthematik eh auf den Kopf gestellt, denn die
wirklich Ursprünglichen Worte lassen sich nicht mehr
zurückverfolgen.
Die „Apostel“ werden aramäisch, nicht hebräisch gesprochen haben, das hat damals niemand mehr gesprochen. Die Texte des Neuen Testaments sind im Koine-Griechisch verfaßt worden, Welt- und vor allem Weltschriftsprache der damaligen Zeit. Die ursprünglich gesprochenen Worte Jesu kann man dann sicherlich nicht mehr herausfinden. Da es hier aber um die Bibel geht, kann man sich zumindest auch dem Urtext des Neuen Testaments annähern.
Es ging doch beim Ursprungsposting um die Sprache, in der das
„alte Testament“ vorliegt und aus der es in Gegenwartssprachen
übersetzt wird.
Ich hatte es so verstanden, dass es um die ganze Bibel ging,
und die ist nunmal eigentlich kein Ganzes, sondern besteht aus
vielen kleinen Geschichten (zum Teil halt auch in
verschiedenen Versionen)
wohl als historisch interessantes Material für bestimmte
Fragestellungen, aber weder in irgendwelchen christlichen
Bibeln noch in der hebräischen Bibel findest Du die
Qumran-Rollen.
Nein das meinte ich auch nicht, die wurden ja auch erst
wesentlich später wiederentdeckt. Aber sie enthalten nun mal
extrem alte Versionen einiger Bibeltexte und gehören daher
dazu. Wenn man den Ursprungstext haben will, sollte man sich
auch mit den Q-Rollen beschäftigen, im übrigen auch mit dem
Gilgamesch-Epos, dort finden sich auch einige
Bibel-Geschichten, nur in anderer Version, gerade die mit der
Sintflut ist mir im Gedächtnis, als seeeehr ähnlich.
Tatsächlich bezieht sich Dein Vorschlag doch eher darauf, welche Quellen man zu einer historischen Erforschung hinzuziehen kann.
Bei den Qumran-Rollen ist übrigens die Jesjarolle interessant, die den masoretischen Text der Hebräischen Bibel bestätigt, und das, obwohl sie aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus stammt! Das spricht für eine sehr gute Textüberlieferung der Hebräischen Bibel.
Wenn man übrigens so weit gehen möchte, und nicht nur, wie ursprünglich gefragt, eine kritische Übersetzung haben möchte, sollte man sich wohl an Kommentare zu Alten und Neuen Testament halten. Dort wird in der Regel auf Paralleltexte etc. hingewiesen und auch eine Einführung in den historischen Kontext gegeben.
Grüße,
Taju