Bibliotheksgeschichte

Guten Abend allerseits.

Ich brauche ganz dringend Hilfe von Euch!
Und zwar suche ich alles mögliche zur Bibliotheksgeschichte. Ich muss innerhalb von vier Tagen ein Referat schreiben (ich habs mir nicht freiwillig ausgesucht) und brauche alles zu dem Thema.
Ich habe selber schon gegooglet, aber es ist nicht immer das dabei was ich suche.
Ein Kapitel (und zwar über die Informationsträger von früher bis heute) hab ich schon, aber mir fehlt z.B. Wer hat damals eine Bücherei genutzt? Wie stark wurde sie genutzt? Was wurde angeboten (sachbücher oder belletristik)? war sie beliebter oder noch unbekannter als jetzt? Gab es mehr öffentliche oder private Bibliotheken? UND vorallem: WIE funktionierte es damals? Hatten man im Mittelalter schon „Lochkarten“ oder kannte man die Stempeltechnik?

So, ich hoffe wirklich das ihr mir helfen könnt… bin am verzweifeln. :frowning:

Schon vorab: DANKE DANKE DANKE!!

Liebe Grüße
Kerstin

Liebe Keksy,

in Köln, das ist ja nicht so ganz weit von Euskirchen, gibt es die Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen (FHBD).
Mag sein, daß Du bei aller Arbeit noch Zeit hast, da mal hinzufahren.

Oder besser: ruf an, laß Dich mit jemandem verbinden, der Ahnung hat und frag ihn, ob Du ihn besuchen und sein Fachwissen anzapfen darfst.

Ich erinnere mich, daß die Profs dort sehr freundlich waren - aber das ist nun schon 15 Jahre her.

Gruß - Rolf

Hallo !

Die Bezeichnung „Bibliothek“ geht auf Kretinos den Jüngeren im 4. vorchristlichen Jahrhundert zurück.

„Biblion“ , das Buch ist abgeleitet aus „byblos“, der Bezeichnung für die Papyruspflanze.

mfgConrad

Hallo Kerstin,

dieses „Büchlein“ hier:
Jochum, Uwe
Kleine Bibliotheksgeschichte
Reclam Wissen)
Verlag : Reclam, Ph
ISBN : 3-15-008915-8 Buch anschauen
kostet 5,10 EUR und enthält alles, was du für dein Referat wissen musst. Bibliotheksgeschichte mag dich zwar jetzt nicht interessieren, weil dir der Bezug dazu vermutlich fehlt, ist aber ganz spannend. Von der Bibliothek in Alexandria angefangen, bis über die Kettenbücher in den Klosterbibliotheken und Goethe als Bibliothekar in Weimar.

Da dir aber binnen vier Tagen vermutlich ein wenig die Zeit davonläuft hier noch ein paar kurze Infos:

Die Bibliotheksbenutzung „früher“: Den Begriff musst du auf jeden Fall definieren, denn die Benutzunghängt natürlich davon ab, ob und wie gut die Leute lesen konnten und durften(!). Im Mittelalter drehte sich der Bücherkosmos hauptsächlich um die Klosterbibliotheken. Ausleihe gab es keine, im Gegenteil, die Bücher waren an Ketten angebunden. Mit der Entwicklung der Universitäten entstanden natürlich größere Bibliotheken, hier stand natürlich die Wissenschaft im Vordergrund und zumindest im 18. Jahrhundert ist mir bekannt, dass die Entleihungen in dicke Bücher eingetragen wurden und bei Rückgabe wieder gestrichen wurden. (Heute interessant für Forscher, die dann anhand dieser erhaltenen Nachweise feststellen können, was Goethe und Schiller damals ausgeliehen und gelesen haben.
Wieder nur aus dem 18. Jhd. (du merkst, womit ich mich beschäftige) kann ich sagen, dass an Sachbüchern neben geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Werken besonders Reisebeschreibungen gewünscht waren. Immer gern gelesen wurden natürlich auch Philosophie und Religion.
Die eigentliche Zeit der Romane (Belletristik) beginnt erst mit dem 19. Jahrhundert, als viele Menschen lesen konnten und wollten.(Wobei das immer noch etwas schief angesehen wurde, sich mit so etwas unnützem zu beschäftigen, du glaubst gar nicht, für wie viele Krankheiten das Lesen verantwortlich gewesen sein soll …).
Noch bis in die 60er Jahre unserer Zeit wurde von den Bibliothekaren der nunmehr öffentlichen Bibliotheken genau überwacht, was von den Jugendlichen gelesen wurde, dh. sie durften sich nicht frei in den Regalen bewegen, sondern bekamen von der strengen Frau mit Knoten und Brille ein Buch in die Hand gedrückt, damit die jungen Leute ja nichts schädliches in die Finger bekommen.
Bücher, Bibliothekare und Bibliotheken haben übrigens bis heute mit diesem verstaubten, knochigen, unzugänglichen Image zu kämpfen, das die Bibliotheken lange Zeit befördert haben und das sich im Kopf der Leute festgesetzt hat.

Und nachdem du das alles brav gelesen hast, schau mal, was google noch hergibt: http://deutsch.pi-noe.ac.at/inetsem/biblio_g.htm
Und nur zur Ergänzung, was mit der darin erwähnten Anna-Amalia-Bibliothek geschehen ist
http://www.mfpa.de/workshop_20052001/bilder.html
Hier das 7., 8., und 9. Bild.

Herzliche Grüße und viel Erfolg beim Referat
Katrin

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Stimmt schon, genau bezeichnet das Wort aber die Kiste, in welcher die Papyrusrollen aufbewahrt wurden. Und so bezeichnet es auch heute noch den physischen Standort von „Büchern“ (im weitesten Sinne) bzw. Informationen. Erst in neuester Zeit dehnt sich der Begriff auch auf nicht-trägergebundene Medienformen aus, dann aber korrekterweise gerne ergänzt durch Begriffe wie „elektronische“ oder „digitale“, besser noch „virtuelle“ oder gar „hybride“ Bibliothek. Letztgenannte Begriffe umfassen sowohl konventionelle als auch elektronische Medien (bzw. die bibliothekarische Arbeit damit) gleichermaßen.

Zurück zur Geschichte: Der Tipp mit dem Band von Jochum ist gut, viel billiger (kürzer vor allem) kommst du bei einem solch komplexen Thema nicht davon. Offenbar wird das aber auch gar nicht verlangt, sonst hätte man dir garantiert mehr Zeit gelassen.

Im Internet finde ich den Beitrag von Frau Dr. Rehm auf den Seiten des bibliothekswissenschaftlichen Lehrstuhls der Humboldt Universität Berlin noch ganz erwähnenswert, aber eine Fünfminutengeschichte ist das naturgemäß auch nicht:
http://www.ib.hu-berlin.de/%7Ewumsta/infopub/textboo…
Trotzdem: Viel Glück!

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Hi,

Und zwar suche ich alles mögliche zur Bibliotheksgeschichte.
Ich muss innerhalb von vier Tagen ein Referat schreiben (ich
habs mir nicht freiwillig ausgesucht) und brauche alles zu dem
Thema.

ich nehme an, diesen Artikel hier kennst Du?

http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek

Gruß,

Malte.