Hallo Kerstin,
dieses „Büchlein“ hier:
Jochum, Uwe
Kleine Bibliotheksgeschichte
Reclam Wissen)
Verlag : Reclam, Ph
ISBN : 3-15-008915-8 Buch anschauen
kostet 5,10 EUR und enthält alles, was du für dein Referat wissen musst. Bibliotheksgeschichte mag dich zwar jetzt nicht interessieren, weil dir der Bezug dazu vermutlich fehlt, ist aber ganz spannend. Von der Bibliothek in Alexandria angefangen, bis über die Kettenbücher in den Klosterbibliotheken und Goethe als Bibliothekar in Weimar.
Da dir aber binnen vier Tagen vermutlich ein wenig die Zeit davonläuft hier noch ein paar kurze Infos:
Die Bibliotheksbenutzung „früher“: Den Begriff musst du auf jeden Fall definieren, denn die Benutzunghängt natürlich davon ab, ob und wie gut die Leute lesen konnten und durften(!). Im Mittelalter drehte sich der Bücherkosmos hauptsächlich um die Klosterbibliotheken. Ausleihe gab es keine, im Gegenteil, die Bücher waren an Ketten angebunden. Mit der Entwicklung der Universitäten entstanden natürlich größere Bibliotheken, hier stand natürlich die Wissenschaft im Vordergrund und zumindest im 18. Jahrhundert ist mir bekannt, dass die Entleihungen in dicke Bücher eingetragen wurden und bei Rückgabe wieder gestrichen wurden. (Heute interessant für Forscher, die dann anhand dieser erhaltenen Nachweise feststellen können, was Goethe und Schiller damals ausgeliehen und gelesen haben.
Wieder nur aus dem 18. Jhd. (du merkst, womit ich mich beschäftige) kann ich sagen, dass an Sachbüchern neben geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Werken besonders Reisebeschreibungen gewünscht waren. Immer gern gelesen wurden natürlich auch Philosophie und Religion.
Die eigentliche Zeit der Romane (Belletristik) beginnt erst mit dem 19. Jahrhundert, als viele Menschen lesen konnten und wollten.(Wobei das immer noch etwas schief angesehen wurde, sich mit so etwas unnützem zu beschäftigen, du glaubst gar nicht, für wie viele Krankheiten das Lesen verantwortlich gewesen sein soll …).
Noch bis in die 60er Jahre unserer Zeit wurde von den Bibliothekaren der nunmehr öffentlichen Bibliotheken genau überwacht, was von den Jugendlichen gelesen wurde, dh. sie durften sich nicht frei in den Regalen bewegen, sondern bekamen von der strengen Frau mit Knoten und Brille ein Buch in die Hand gedrückt, damit die jungen Leute ja nichts schädliches in die Finger bekommen.
Bücher, Bibliothekare und Bibliotheken haben übrigens bis heute mit diesem verstaubten, knochigen, unzugänglichen Image zu kämpfen, das die Bibliotheken lange Zeit befördert haben und das sich im Kopf der Leute festgesetzt hat.
Und nachdem du das alles brav gelesen hast, schau mal, was google noch hergibt: http://deutsch.pi-noe.ac.at/inetsem/biblio_g.htm
Und nur zur Ergänzung, was mit der darin erwähnten Anna-Amalia-Bibliothek geschehen ist
http://www.mfpa.de/workshop_20052001/bilder.html
Hier das 7., 8., und 9. Bild.
Herzliche Grüße und viel Erfolg beim Referat
Katrin
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