Vollkommen offtopic!!!
Mir ist klar, dass diese Beiträge nichts mit Reisen an sich zu tun haben. Da die Diskussion aber hier begonnen wurde, beende ich sie für meinen Teil auch hier mit diesem Posting.
Hallo Joe,
auch bei mir kann jeder wissen, wo ich wann bin (März Oesterreich, Juli Kirgisistan oder Moskau, September Apulien) und was ich esse und trinke.
Was mir nicht gefällt ist, dass Informationen über mich kursieren (und ganz ehrlich: ich habe kein grosses Vertrauen in den US-Datenschutz; unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung lässt sich vieles machen), ohne dass ich es weiss.
Wenn ich nach Syrien, Libyen etc. einreisen will, weiss ich, dass ich keinen israelischen Einreisestempel in meinen Pass haben darf. Ob mir das passt oder nicht kann ich dann selbst entscheiden. Im umgekehrten Falle ist die Definition etwas schwammiger (jedenfalls auf der Homepage des deutschen AA), trotdem wüsste ich, woran ich bin. Im Falle der USA weiss ich nicht, inwieweit ein irakischer (iranischer, libyscher…)Einreisestempel die Einreise in die USA erschwert.
All das lässt sich - um Problemen auszuweichen - einfach umgehen: neuer Reisepass. Wenn ich also ein kirgisches Visa in meinen Pass gestempelt habe und befürchte, dass die US-Einwanderungsbeamten (für die das Lesen kyrillischer Schriftzeichen eine teilweise unüberwindbare Hürde darstellen kann), beantrage ich einen neuen (ohne Stempel und Visa) und nehme den mit.
Das alles geht jetzt sehr gut. Wenn die Behörden aber meine Kreditkarte checken können, dann erfahren sich auch, dass ich mit Turkish Airlines (!) nach Bishkek geflogen bin. Der Flug ist ja über meine Kreditkarte und email-Adresse gebucht. Schon könnten (!) die Probleme beginnen… Dazusagen ist, dass ich kein Moslem bin, nicht vorhabe, GWB zu ermorden oder das Empire State Building zu sprengen. Ich habe lediglich eine kirgisische Freundin. Das meine ich mit subjektiver Unfreiheit!
Und: Ich wehre mich dagegen, als suspekt angesehen zu werden, bloss weil ich Fragen, die ich nicht beantworten muss, auch nicht beantworte. Zum Beispiel geht meine politische Ideologie - solange sie nicht österreichisches Recht verletzt - niemanden etwas an.
Ich saß im November 2001 bei Mc D. im JFK, NY. Am Nachbartisch
saß ein arabisch aussehender Mann. Plötzlich breitet er seine
Zeitung vor sich aus und macht seine Gebete mitten im
Restaurant.
Als wir dann in den Flieger gestiegen sind, habe ich ganz
genau geguckt, ob er auch drin ist. Dank sei Gott, nein. Nicht
weil ich etwas gegen Moslems habe, sondern wegen meinem
subjektiven Sicherheitsgefühl. Vor dem 11.09. hätte ich
vielleicht seinen Mut zum öffentlichen Bekenntnis bewundert,
im Nov.2001 machte mir diese Situation Angst.
Ich kann das durchaus verstehen. Ich war zum Glück nicht in einer solchen Situation, aber ein gewisses unangenehmes Gefühl hätte ich vielleicht auch gehabt. Allerdings hatte ich schon (weitaus weniger gefährlich, aber wesentlich konkreter) Aerger mit volltrunkenen Passagieren. Ich wäre daher dafür, die Ausgabe von Wein als kostenfreies Getränk auf zwei Fläschchen pro Passagier zu limitieren.
Damit ich auch etwas zum Thema „Reise“ schreibe!
Gruss,
Bernd