ich stelle mir gerade vor , wie eine Bilanz in der tiefen
Inflationszeit 1921 - 1923 in Deutschland ausgesehen haben
mag.
Heute kostet ein Warenposten 1000 Reichsmarkt und 4 Wochen
später 1.000.000 Reichsmark…
Das muss ja theoretisch im Chaos enden…
Hallo,
sehen wir uns das doch mal in der Bilanz an. Als Unternehmer nimmst Du 1922 einen Kredit über 1.000 PM (Papiermark, denn die Reichsmark kam erst mit der Währungsreform 1924) auf und kaufst dafür Waren.
BILANZ 31.12.1922
Aktiva: /// Passiva:
Waren 1.000 PM /// Verbindlichkeiten 1.000 PM
Als Unternehmer hast Du in dieser Situation einen wahnsinnigen Gewinn eingefahren. Schade nur für Deine Gläubiger. Wenn Du den Kredit Ende Januar 1923 tilgst können die sich dafür nur noch ein 1/1000 von dem kaufen was sie Ende 1922 bekommen hätten. Wer will da noch sparen?
das Grundproblem ist das der Wertansatz in der Bilanz wie wir ihn als normal erachten (AHK), eben davon ausgeht, dass die Preise von vor X-Wochen mit heute zu vergleichen sind. Sonst macht es natürlich keinen Sinn und man müsste zu einer Marktwertbetrachtung für alle Aktivposten übergehen (also auch die Langfristigen Vermögegensgegenstände der BGA). Natürlich müsste man dann täglich Bilanzieren um den Veränderungen Rechnung zu tragen - was natürlich nicht mehr zu schaffen ist. Daraus folgt dann das man die Bilanzen von Unternehem in der Inflation auch vergessen kann.
Daher: ein Inflation zerstört eben sehr vieles, nicht nur den Wert des Geldes…