Das Problem ist, ich weiß eben noch nicht genau, was für einen
Geschmack hinsichtlich solcher Sachen die Mutti hat… sie ist
jedenfalls eine von der Art „Kind stillen (Kind trinkt GAR
NICHT aus der Flasche!), Kind keine Minute aus den Augen
lassen, Kind überall hin mitnehmen, Holzspielzeug“ etc.
Ich will eben jetzt am Anfang noch nicht spezielle Figuren wie
die Maus, Benjamin Blümchen o. ä. malen.
Was sind übrigens „Wimmelbilder“? (ich schau da mal im
Internet nach) ach, ich glaube ich kann mir schon vorstellen,
was das ist: wo meistens Landschaften mit Bäumen, ganz vielen
Tieren, Häusern, Menschen und Blumen drauf sind? Diese
großformatigen Bilder, die oft in Arztpraxen hängen?
An so etwas hatte ich eher nicht gedacht - besser, irgendwas
mit klaren Strukturen und Farben.
Gruß,
Nina
Liebe Nina,
ich kann dich nur ermutigen, nichts „Übliches“ - also die bekannten, mehr oder weniger kommerziellen Bilder von Bemjamin Blümchen etc zu malen.
Es kommt darauf an, wann das Kind Freude an dem Bild haben soll. Wenn es im ersten „Anguckalter“ das Bild besonders schön finden soll (Problem: dann muss die Mutter es davor halten, und das ist ganz schön unbequem), male ein Gesicht mit zwei dunklen, ausdrucksvollen Augen.
Im zweiten Anguckalter (ab ca. 7 Monate) mögen Kinder sehr gern ihre eigenen Lieblingssachen aus dem Nahbereich ansehen: ein Schnuller, ein Trinkfläschchen, ihr lieber Schlafanzug, das Kuscheltier, der schöne Löffel etc.
Im dritten Anguckalter ( ab ca. 12 Monate) lieben Kinder vertraute, aber interessante Sachen (das sind vor allem Sachen, die sich im „richtigen Leben“ bewegen): Nachbars Wauwau oder Mieze, Esssachen, Seifenblasen und Luftballons, Kinder mit Spielzeug oder Anziehsachen, Autos, Einkaufswagen etc.
Erst im vierten Anguckalter (ab ca. 18 Monate) werden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Gegenständen interessant:
Autos fahren auf einer Straße, Eier werden zu Teig verrührt, Rotkäppchen geht mit einem Korb zur Großmutter. (Meine Tochter hat die Geschichte in ihrem zweiten Lebensjahr ungeheuer geliebt. Sie drückt stark das „Laufenlernen“ aus.) Immer noch sollten die Bilder relativ einfach aufgebaut sein. Wimmelbilder sind toll, wenn sie gemütlich im Sitzen angeguckt und besprochen werden, als Wandbild sind sie aber meiner Meinung nach ungeeignet.
Erst viel, viel später verstehen Kinder bildliche Witze, z. B. kartenspielende Tauben. Kleinkinder, selbst wenn sie Kartenspiele kennen, wissen noch nicht, dass Tauben das nicht tun. Sie wundern sich nicht, sondern nehmen es ernst. Wenn schon Phantasie, sollte sie poetisch sein, d. h. sie sollte nicht einfach einen Elefanten in Menschenklamotten stecken, sondern ein für Kinder aktuelles Grundthema symbolisieren. (Klingt jetzt apodiktisch. Doch, mein Kind schaut auch Benjamin Blümchen an. ABer wenn mir jemand anböte, ein Bild extra für mein Kind zu malen, ich würde mir etwas anderes wünschen.)
Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind sehr lange Zeit folgendes Bild liebte: Aus dem Bilderbuch „Oberpotz und Hoppelhans“; ein (sehr großer) Riese sprach mit einem kleinen, aber äußerst selbstbewußt aufgerichtetem Hasen. Die Farben leuchteten auf einem tiefblauem Hintergrund und ich liebte das Bild auch, weil es sich wohltuend von der platten Farbgebung und auch Albernheit der Comics abhob. Der Riese und der Hase waren so eindrücklich - da brauchte es nicht mehr viel „Drumherum“. Jetzt weiss ich, dass mich natürlich auch das Thema gross - klein interessierte und dass ich mich mit dem Häschen identifizierte.
War schön, von einem Kinderbild zu träumen,
viele Grüße,
Juliane