Hallo alle miteinander,
in letzter Zeit hört man ja öfter etwas über Abmahnungen, weil irgendwer ein hübsches Bild auf seiner Webseite eingebaut hat.
Jetzt hab ich mir einen konkreteren Fall dazu ausgedacht.
Ein Grafik-Student A bekommt von einer Agentur B einen Kunden C, Firmensitz in England, vermittelt. Die Agentur B hat sich auf die Erstellung von Layouts und Programmierung von Webseiten spezialisiert. Für den Kunden C hat die Agentur B ein Webseitenlayout erstellt, aber nicht alle Subseiten vollendet.
Die Vollendung und programmiertechnische Umsetzung übersteigt aber das Budget des Projektes. Die Agentur empfielt dem Kunden C den Studenten A, weil dieser schon oft für Agentur B gearbeitet hat und unschlagbar günstig ist.
Anstelle aber das Budget aufzustocken und es selber zu machen, und den Studenten als Mitarbeiter mit ins Boot zu holen, sagt die Agentur B dem Studenten, er solle den Kunden selber belasten. Student A wundert sich darüber, stimmt aber zu.
Man einigt sich, Student A ist glücklich, dass Projekt beenden zu können, Kunde C ist happy, weil er eine Webseite bekommt, und Agentur B freut sich, weil sie sich nicht mehr mit dem Kunde rumschlagen muss. Student A und Kunde C vereinbaren die Summe. Die Arbeit wird zur Zufriedenheit aufgeführt, Student A erhält seinen Lohn.
Drei Jahre später ruft der Kunde die Agentur B an, eine namenhafte, internationale Bilddatenbank (mit Geschäftsstelle in Deutschland), hätte ihnen eine Abmahnung von 10.000 Pfund geschickt, da auf ihrer Webseite Bilder aus dem Bestand der Datenbank zu sehen seien, ohne das diese Bilder gekauft wurden. Man wirft dem Kunden vor, er hätte das Wasserzeichen von den Vorschaubildern entfernt. Agentur B leitet den Kunden an Student A weiter, da dieser die Webseite fertiggestellt und umgesetzt hat. Der fällt aus allen Wolken.
Student A kann sich nicht daran erinnern, Bilder gestohlen zu haben, geht aber davon aus, dass er es nicht gemacht hat, weil er in seinem Studium gelernt hat, dass man das nicht macht. Er ist skeptisch, denn der Chef der Agentur hat im Web schon einen Spitznamen bekommen, weil er es mit dem Copyright nicht so genau nimmt.
Student A weiß nur noch, dass er Daten von der Agentur B bekommen hat, aber nicht mehr, welchen Umfang diese hatten. Gespeichert ist von dem Projekt auch nichts mehr, da Student A einmal einen Plattencrash erleben musste. Student A verweist darauf, dass er sich nicht erinnern kann, und weißt die Anschuldigungen von sich.
Die Sache ist auch so lange her, dass Student A nicht einmal mehr weiß, ob er mit dem Kunden einen Vertrag abgeschlossen hat. Es gehört nicht zu seinen Gewohnheiten, da er Papierkram haßt. Er kann sich aber dunkel an einen förmlichen Schriftwechsel erinnern. Ob dieser per E-Mail oder per Post stattfand, kann er aber nicht sagen.
Der Student ist geknickt, da er zwei Tage vor Abgabe seiner Diplomarbeit steht, seine Konzentration dahin ist, und fürchtet, mit einer Copyright-Klage ins Berufsleben einzusteige.
Was glaubt ihr blüht dem Studenten? Blüht ihm überhaupt etwas?
Wird die Bilddatenbank an dem Kunden bleiben, oder sich an die Agentur bzw. an den Studenten wenden?
Vielen Dank für Eure Meinungen.
Kai