Hallo Petra,
ich weiß nicht ob du mein vorheriges Posting nicht richtig gelesen hast oder ob ich mich nicht richtig ausgedrückt hatte.
Es geht hier nicht drum, dass ich mir überlege, wie ich das machen könnte, die Diplomarbeit ist schon fertig. Es ist keine Science Fiction sondern es funktioniert. Ich habe es gemacht und diverse andere Forschungsgruppen auch. Was ich hier wollte war lediglich ein paar griffige Informationen zum Thema Entzündungserkrankungen und ob es sich dabei um Erkrankungen handelt, die oftmals schwer oder gar nicht erkannt werden. Wenn ja warum das so ist (Symptome zu diffus, usw.)
Deine Informationen zum MRT sind sicher gut gemeint gewesen, aber absolut unnötig, da ich seit ca. 1 Jahr an 3 Verschiedenen MRT-Scannern messe und auch schon selbst mehrfach an Untersuchungen teilgenommen habe (die dann auch teilweise über 2h lang gingen, also weiß ich durchaus, wie das mit dem still liegen ist). Ich weiß wie diese Technik funktioniert, was ein Gerät kostet, wie lange eine Routineuntersuchung dauert und was sie beinhaltet.
Aus deiner Vika kann ich leider nix über deinen Beruf oder deine Beziehung zu MRT erkennen. Ich rede hier auch nicht von nem „wir schauen mal was er so haben könnte Ganzkörper-MRT“. Ich rede hier von Forschung, die evtl. in 10 Jahren mal zu einer klinischen Anwendung wird. Die Argumente die du zu langem Liegen, Platzangst usw. mit sicherheit auch schon zu Beginn der MRT-Technik gebracht worden als EINE Untersuchung wirklich noch 3h gedauert hat. Wenn man auf das Geschrei gehört hätte würden heute keine MRT-Untersuchungen gemacht werden. Das was du jetzt bekommst, sind ungefähr ein Dutzend Messungen von denen jede für sich maximal 10-15min dauert.
Es war bestimmt nicht deine Absicht, aber diese Hammerschlag Argumente nerven mich ehrlich gesagt schon länger. Dass dir die Patienten abhauen, gut das kann passieren. Aber das ist irgenwo auch deren Problem. Wenn sie krank sind und wollen, dass es ihnen besser geht, dass sie ordentlich untersucht werden und auf Grund dieser Untersuchung besser und schonender behandelt werden könnten, dann können sie auch mal eine einstündige Messung über sich ergehen lassen. Ist ja nicht so, dass sie da groß was machen müssten. Frag mal jemanden direkt, was ihm lieber ist: Eine Stunde ruhig liegen und dann wissen was man hat und wie es behandelt wird bzw. wissen, dass man nix hat oder etwas bestimmtes nicht hat. Oder lieber die kostbare Stunde gespart und vielleicht 3 Monate später tot? Zur Entwicklung neuer Untersuchungen gehört auch immer, es so zu gestalten, dass es für den Patienten ein Höchstmaß an Schonung beinhaltet.
Das mit den Notfällen ist auch kein Argument. Das kann jederzeit passieren, dass jemand mit Verdacht auf Schlaganfall kommt und eingetaktet werden muss. Das passiert heute schon und ist kein Problem, das jetzt speziell durch diese Art der Untersuchung erst hervorgerufen würde. Außerdem werden Unfallopfer wohl kaum ins langsame MRT sondern doch wohl eher ins CT gelegt. Der Schlaganfall ist da die große Ausnahme, als eine Erkrankung die am MRT wirklich zeitnah gemessen werden muss, wo es wirklich um Minuten geht. Und ich betone noch einmal: ich rede hier in keiner Silbe davon, dass ein willkürlicher Ganzkörper-Scan gemacht wird, bloss weil jemand zu faul ist ne ordentliche Untersuchung vorher zu machen. Ich weiß nicht, wo du das in meinem Posting gelesen haben willst, vielleicht hab ich es zu sehr verallgemeinert.
Zu deinem letzten Argument, das auch immer kommt, wenn neue Diagnose-Entwicklungen anstehen. Dass damit ja nur die Denkarbeit des Arztes abgenommen werden soll. Nein soll sie nicht, es ist ein HILFSMITTEL für den Arzt, wenn bisherige Untersuchungsmethoden versagen. Vielleicht ist es manchen Leuten lieber, wenn sie mit Verdacht auf eine Schleimbeutelentzündung dann erstmal ein Endoskop ins Knie gebohrt bekommen, aber manche sensitive Gemüter legen sich dann wohl doch lieber unter ein Bildgebungsgerät um das abzuklären.
Nochmal, deine Antwort war sicher gut gemeint und trifft bei mir evtl. einen Nerv, weil ich schon zu weit in dem Thema drinstecke. Aber ich baue mir hier nicht irgendwelche Luftschlösser. Das Prinzip funktioniert und ist schon von vielfältigen Forschungsgruppen für sehr viele verschiedene Entzündungserkrankungen im Tierversuch angewendet worden. Meine Frage ist, wo kann das ganze klinisch relevant angewendet werden. Wo ist es schwierig oder sehr aufwändig den Verdacht auf eine Entzündung zu erhärten? Wo drückt einen auch die Zeit? Werden viele Erkrankungen mal einfach mit Breitband-Antibiotika-Gabe nach Holzhammer-Methode behandelt, nur weil man eine Inflammation nicht sicher ausschließen kann? Und wenn es geht auch einen Beleg wo man das nachlesen könnte.
Gruß, Seraphim