Bildungsangebote in Kita's [lang]

die Kita meiner Tochter hat seit einigen Monaten eine neue Leitung, die sehr motiviert das Bildungsprogramm des Landes Sachen-Anhalt versucht umzusetzen.
Allerdings führt dies immer wieder zu Missverständnissen zwischen Eltern und Kita-Leitung - bis hin zu heftigen kontroversen Diskussionen.
Ich möchte im Folgenden stichpunktartig die Situation schildern und im Anschluss meine Fragen dazu stellen.

  1. Die Umsetzung des Bildungsprogramms in besagter Kita erfolgte ohne vorherige Information der Eltern. Lediglich das Kuratorium der Einrichtung war (evtl. sogar von Anfang an) eingeweiht. Begründet wurde dies mit der Aussage, dass die Eltern zwar ihre Meinung zu der Form der Umsetzung des Bildungsprogramms kundtun können, diese aber nicht keinen Einfluss auf das Vorgehen innerhalb der Einrichtung haben.

  2. Eine der ersten Maßnahmen die umgesetzt wurden waren, dass der Mittagsschlaf für die großen Gruppen ersatzlos abgeschafft wurde und diese Kinder nur noch auf freiwilliger Basis und auf Eigeninitiative schlafen gehen. Erst eine Aussprache mit dem Leiter der Kita wurde eingeräumt, dass die Kinder, deren Eltern es ausdrücklich wünschen, in anderen Gruppen (!!) am Mittagsschlaf teilnehmen.

  3. In der Einrichtung gab es vor dem Beginn der Umsetzung des Bildungsprogramms Zusatzangebote für die Kinder, die durch die Eltern zusätzlich bezahlt wurden (Englisch, Sport, Musik). Diese Angebote wurden durch die Leitung auf den Nachmittag verlegt. Begründet wurde dies, dass das Beschäftigungsprogramm am Vormittag sonst durch diese Zusatzangebote gestört werden würde. Außerdem sollte die Teilnahme der Kinder an diesen Zusatzprogrammen auf freiwilliger Basis erfolgen. Im Klartext die Eltern bezahlen für eine Leistung die durch die Kita und den Träger geduldet wird und wissen nicht, ob die Kinder daran teilnehmen. Hinzu kommt dass die Aufnahmefähigkeit der Kinder am Nachmittag (erst recht bei fehlendem Mittagsschlaf) derart eingeschränkt ist, dass eine erfolgreiche Teilnahme eher fragwürdig ist.

  4. Auf Anfrage der Eltern zu Punkt 3. gab es die Antwort der Kita, dass man diese Angebote (am Beispiel Englisch) durch englisch muttersprachliche Erzieher ersetzen möchte. Man hat aber abgeschafft ehe man Ersatz anbieten konnte.

  5. In der Babygruppe wurde die Betten abgeschafft. Die Kinder schlafen jetzt auf Matratzen auf der Erde. Schlafsachen gibt es kaum noch. Begründung des Leiters: wenn ich mich Mittags hinlege ziehe ich mich ja auch nicht erst um.

  6. Auf die Fragen der Eltern, welches Erziehungskonzept den Plänen der Einrichtung zugrunde liegt gibt es bis heute (über 6 Wochen später) keine Antwort. Offensichtlich wird das Bildungsprogramm völlig konzeptionslos „umgesetzt“.

  7. Durch die Leitung der Kita wurde eine Pinwand eingerichtet, an der man Fragen anbringen konnte. Leider wurde meine FRagen mit der Begründung abgenommen, sie wären nicht mit der Leitung abgestimmt gewesen - Zensur(?).

Wenn ich das Bildungsprogramm lese ergibt sich für mich folgende Zielrichtung. Die Kinder sollen zu selbstständig denkenden und handelnden Persönlichkeiten herangezogen werden. Soweit kann ich dem Programm nur zustimmen. Aber …
Bedarf es nicht eines Konzeptes, wie man dieses Ziel erreichen will? Kann man wirklich erwarten, dass Kinder im Alter von 3 - 6 Jahren selbstständig entscheiden können, was für sie gut ist und was nicht? Bedarf es nicht einer klaren Zieldefinition und auch etwas Druckes, dass ein Kind auch unliebsame Dinge tut, die aber für die Entwicklung unabdingbar sind?
Wie will man ein Kind auf die Schule vorbereiten, wenn die Beschäftigung ausschließlich durch das das Kind bestimmt wird? Wir wird die Vorschulausbildung sichergestellt? Ist es wirklich gewollt, dass ein Leiter einer Kita tun und lassen kann was er will, wenn er die paar Mitglieder des Kuratoriums erst einmal überzeugt hat? Wobei auch deren Votum keine Änderungen im Verhalten der Leitung bewirken würde - Aussage Leitung der Kita).

Meine Schlüsselfragen sind:

  1. Haben Eltern tatsächlich kein Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Kita-Leitung?
  2. Muss ich hinnehmen, dass durch fehlende Zwänge (bspw. organisierte Gruppenarbeit) keine zielgerichtete Vorschularbeit stattfindet?
  3. Kann ich von der Leitung der Kita die Vorlage eines Konzeptes verlangen, in dem dargestellt ist, in welchen Schritten das Bildungsprogramm umgesetzt werden soll?
  4. Ist es gewollt, dass die Kinder einem derartigen Konflikt ausgesetzt werden, der zwischen der Freiwilligkeit des Tuns in der Kita und dem Zwang durch Stundenplan und Leistungsdruck in der Schule (außer Montessori) entsteht?

Gruß D.

Hallo!

Ich gebe mal meine persönliche Laienmeinung und meine bisherigen Erfahrungen wieder:

Ich bin der Meinung, dass man Kinder nicht schon im Kindergartenaltern auf die Schule „vorbereiten“ muß, indem sie irgendwelche Zwänge bekommen, die vielleicht gar nicht unbedingt notwendig sind, nur damit sie es lernen. Ich denke, dass Kinder in dem Alter von 3-6 das Recht haben sollten, sich mit dem zu beschäftigen, was sie gerne möchten, denn die Schule beginnt noch früh genug. Sie werden doch schon darauf vorbereitet, indem sie sich mit anderen Kindern auseinandersetzen müssen und es z.B. zu bestimmten Zeiten Mittagessen gibt usw usf. Ich bin der Meinung, dass Kinder viel zu früh „vorbereitet“ werden, obwohl ich bisher die Erfahrung gemacht habe (und ich kenne sehr viele Kinder), dass die Kinder, die in einer KiTa waren, die total frei war, sich überhaupt nicht schlechter einfügen konnten später. Eher im Gegenteil. Ich hatte den Eindruck, dass es für sie in den ersten Jahren einfach wahnsinnig wichtig war, sich richtig auszutoben und komplett und vollständig Kind zu sein. Ich denke, das geht nicht, wenn man so früh schon unterrichtet wird. Kinder entwickeln sich von selbst und können sich dann auch automatisch in späteren Jahren besser mit bestimmten Regeln abfinden. Ehrlich gesagt graut mir sogar ein bißchen vor der Früherziehung und dem ständigen „Ausschöpfen der Kinder“. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung.
Ich persönlich finde auch Matratzen zum Mittagsschlaf nicht schlimm. Dass die Kinder selbst entscheiden sollen, ob sie müde sind, ist doch super! Ich denke, das können sie in dem Alter schon ganz gut, solange sie auch früher schon gelassen wurden.
Alles in allem finde ich das jetzt nicht soooo schlimm, aber das ist natürlich Ansichtssache. Und ich denke, wenn einem irgendwas Bildungsmäßiges fehlt in der Kita - dann kann man doch selbst auch „unterrichten“ zu Hause und damit ausgleichen. Denn dass immer alle Eltern was Anderes wollen und unterschiedlicher Meinung sind, ist ja klar…
Und „erfolgreiche“ Teilnahme der Zusatzprogramme. Geht es da denn wirklich um Erfolg? Die Kinder sind so um die drei! Sorry, aber das finde ich auch ein wenig befremdlich. Aber auch das kann natürlich jeder anders sehen…
Ich denke, das Wichtigste in der Kita ist, dass Dein Kind sich dort wohlfühlt, die Erzieher mag und happy ist und nichts Anderes. Ob es dann danach Englisch kann, Mittagsschlaf macht oder das Ganze Konzept x, y oder z war, ist doch dann eher zweitrangig.

Lieben Gruß,

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Meine Schlüsselfragen sind:

  1. Haben Eltern tatsächlich kein Mitspracherecht bei den
    Entscheidungen der Kita-Leitung?

Hi,

da fährst du aber Geschütze auf die nahezu alles in Frage stellen. Ich denke mal, dass es von Region zu Region große Unterschiede gibt (bei uns im Norden sieht man es z.B. wenn man Hamburg und Schleswig Holstein miteinander vergleicht).

Bei uns (SH) gibt es für jede Gruppe im Kindergarten einen Elternrat bzw. Elternvertreter (ist gesetzlich vorgeschrieben) deren Rechte und Pflichten auch in den Statuten der Kita verankert sind. Diese haben neben dem normalen Draht zum Kindergarten den alle Eltern haben sollten weitergehende Rechte. Genau diesen, sofern er bei euch vorhanden ist, solltest du einschalten um zu vermitteln. Du könntest dich natürlich auch auf der nächsten Wahl selbst zur Wahl stellen.

Darüber hinaus hat man in unserer Kita die Möglichkeit sich an den Träger (bei uns ein e.V.) oder an die Gemeinde zu wenden.

Was mich ein bisschen stutzig macht, ist das sich deine Zeilen so lesen, als wäre schon Hopfen und Malz verloren und da frage ich mich wie es soweit kommen konnte bzw. ob alle Eltern so empfinden wie du. In unserem Kindergarten wird auf einen regen Informationsaustausch mit den Eltern großen Wert gelegt, da gibt es Elternabende für den gesamten Kindergarten, Gruppen – Elternabende, Einzelgespräche, die Möglichkeit für individuelle Termine, Schwarzes Brett sowie die Bereitschaft aller Erzieher sich jederzeit auch während der Betreuung an die Erzieherin zu wenden.

Um jetzt deine Frage zu beantworten, bei uns haben die Eltern ein Mitspracherecht wobei der Kindergarten auch gesetzliche Vorgaben hat, an die er sich zu halten hat.

Viele Grüße
Me

Hallo Me,

Was mich ein bisschen stutzig macht, ist das sich deine Zeilen
so lesen, als wäre schon Hopfen und Malz verloren und da frage
ich mich wie es soweit kommen konnte bzw. ob alle Eltern so
empfinden wie du. In unserem Kindergarten wird auf einen regen
Informationsaustausch mit den Eltern großen Wert gelegt, da
gibt es Elternabende für den gesamten Kindergarten, Gruppen –
Elternabende, Einzelgespräche, die Möglichkeit für
individuelle Termine, Schwarzes Brett sowie die Bereitschaft
aller Erzieher sich jederzeit auch während der Betreuung an
die Erzieherin zu wenden.

Ja es ging alles sehr schnell. Die neue Leitung hat die Arbeit im April/Mai aufgenommen und Ende August gab es den ersten Elterabend, an dem man als Berufstätiger teilnehmen konnte (20:00). Die anderen waren meist 15:00 Uhr.
Und dort wurde dann alles als realisiert vorgestellt. Vorher, bei dem anderen Eltern"abend" Ende Juni wurde lediglich über den Wegfall des Mittagsschlafes und die Verlegung der externen Angebote auf Nachmittag informiert.
Bei beiden Gelegenheiten gab es heftigste Diskussionen, die aber die Leitung unbeeindruckt gelassen haben - bis heute.
Mir ergibt sich der Eindruck, dass die neue Leitung (rel. jung) sich maßgeblich profilieren möchte. Vielleicht gibt es Ambitionen in Richtung Bildungssenat oder -ministerium. Die könnte man mit einer kompromislos durchgezogenen Neuorganisation in kürzester Zeit sicherlich schwer beeindrucken.
Ich denke inzwischen wie viele andere Eltern der gleichen Gruppe auch - es sind ja nur noch einige wenige Wochen, dann kommt mein Kind in die Schule.
Aber grundsätzlich habe ich trotzdem arge Bedenken, ob diese Art der Selbstbestimmung der Kinder - was in meinen Augen eine Form der antiautoritären Erziehung darstellt - nicht langfristig doch arg in die Hose geht. Wenn Kinder nicht in diesen jungen Jahren beigebracht bekommen, dass es Regeln gibt an die man sich halten muss, wann sollen sie es dann beigebracht bekommen?

Gruß D.

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Hallo Dobbs,

auch hier im sonnigen Süden kam es fast zu einer mittelschweren Elternrevolte, als die fast schon uralte Kindergartenleitung durch ein junges, dynamisches Team ersetzt wurde, welches die überkommene Ordnung gründlich umkrempelte und zum offenen Konzept (d.h. keine festen Gruppen, sondern Räume mit thematischen Schwerpunkten; die Kinder können sich selbsttätig entscheiden, womit sie sich beschäftigen) wechselte. Aber trotz wildester Diskussionen hat man dem Team erst einmal eine Chance gegeben, und siehe da - schon wenige Jahre später sind alle hellauf begeistert.

Ja es ging alles sehr schnell. Die neue Leitung hat die Arbeit
im April/Mai aufgenommen und Ende August gab es den ersten
Elterabend, an dem man als Berufstätiger teilnehmen konnte
(20:00). Die anderen waren meist 15:00 Uhr.

Es ist natürlich ungut, wenn man sich überrumpelt fühlt. Ich vermute aber, dass sich die neue Leitung doch zum Beginn ihrer Tätigkeit vorgestellt hat - und ich frage mich, warum Du, wenn es Dir denn wichtig ist, nicht schon bei einem der anderen Termine am Nachmittag frei genommen hast (auch Berufstätigen ist so etwas ja grundsätzlich möglich)

Mir ergibt sich der Eindruck, dass die neue Leitung (rel.
jung) sich maßgeblich profilieren möchte. Vielleicht gibt es
Ambitionen in Richtung Bildungssenat oder -ministerium. Die
könnte man mit einer kompromislos durchgezogenen
Neuorganisation in kürzester Zeit sicherlich schwer
beeindrucken.

Das halte ich für eher unwahrscheinlich. Vielmehr gilt es zu bedenken, dass sich gerade im Bereich der Kindergartenpädagogik in den letzten Jahren sehr viel getan hat; eine junge Leiterin verfügt - und mag es noch so viele Wochenendfortbildungsseminare geben - über einen ganz anderen Wissensstand und vor allen Dingen eine andere pädagogische Ausrichtung als eine Erzieherin, die ihre Ausbildung vielleicht vor dreißig Jahren gemacht hat. Vor allem die Sichtweise auf Kinder und ihre Entwicklung sowie die Art des kindlichen Wissenserwerbes haben sich massiv geändert. Und wenn solch eine junge Leiterin dann an einen Ort mit ‚vorsintflutlichen‘ Zuständen kommt, mag man ihr vielleicht nachsehen, wenn sie die Erneuerung etwas zu forsch vorantreibt.

Ich denke inzwischen wie viele andere Eltern der gleichen
Gruppe auch - es sind ja nur noch einige wenige Wochen, dann
kommt mein Kind in die Schule.

Das verwundert mich doch etwas - wird bei Euch nicht nach den Sommerferien eingeschult? Es sind wohl doch noch ein paar Monate - vielleicht kannst Du, da die Würfel doch sowieso gefallen zu sein scheinen, kurzzeitig Deine Empörung in den Hintergrund drängen und versuchen, Dich über das neue Konzept an Eurer Kita zu informieren. Wenn man den pädagogischen Hintergrund kennt, mutet eventuell manche Entscheidung gar nicht mehr so bizarr an.

Aber grundsätzlich habe ich trotzdem arge Bedenken, ob diese
Art der Selbstbestimmung der Kinder - was in meinen Augen eine
Form der antiautoritären Erziehung darstellt - nicht
langfristig doch arg in die Hose geht. Wenn Kinder nicht in
diesen jungen Jahren beigebracht bekommen, dass es Regeln gibt
an die man sich halten muss, wann sollen sie es dann
beigebracht bekommen?

Nun, wenn man Kindern von Anfang an keinerlei selbsttätige Entscheidung zutraut und alles und jedes vorgibt - wie sollen sie dann jemals selbstständig werden?

Ich kenne beide Kindergartenformen: meine jetzt 12jährige Tochter war in einem klassischen Kindergarten mit festen Gruppen (allerdings ohne zwangsmäßigen Mittagsschlaf - das finde ich bei über 3jährigen wirklich arg übertrieben), mein Sohnemann ist derzeit in dem oben genannten, der jetzt nach dem offenen Konzept arbeitet. Und ich kann nur sagen, ich wünschte, meine Tochter hätte schon diese Möglichkeit gehabt. Sie ist zwar grundsätzlich gerne in den Kindergarten gegangen, aber hat sich dort oft sehr in sich zurückgezogen; in den Gruppenräumen war es durch die verschiedenen Puppen-, Mal- und was-nicht-alles-Ecken immer sehr unruhig, getobt werden durfte nur zu bestimmten Zeiten, und speziell die ‚Zwangsbebastelung‘ hat sie nachgerade gehasst (dabei ist sie von Haus aus sehr kreativ).
In dem Kindergarten meines Sohnes gibt es, wie gesagt, keine festen Gruppen (allerdings hat jedes Kind eine ‚Bezugserzieherin‘), und die Räume sind klar verschiedenen Themenbereichen wie z.B. Malen oder Musik zugeordnet; jeden Morgen werden mögliche Projekte vorgestellt, und die Kinder - auch die Kleinen - können sich selbst entscheiden, was sie an dem Tag tun möchten (daneben gibt es noch sehr viel freie Spielzeit). Das funktioniert wirklich erstaunlich gut - ich erlebe die Kinder als deutlich ausgeglichener, da sie sich mit Dingen beschäftigen können, die sie in dem Moment auch interessieren, und da auch nicht in einem Raum alles stattfinden muss, ist auch der Lärmpegel deutlich niedriger.
Es gibt eine feste Tagesstruktur, und Regeln gibt es natürlich auch dort; sie werden aber nicht willkürlich von oben herab erlassen, sondern mit den Kindern selbst erarbeitet. Und wenn Kinder Regeln verstehen und nachvollziehen können, halten sie sich nicht nur daran, sondern setzen sie auch anderen gegenüber durch. Darüber hinaus lernen die Kinder auch schon frühzeitig Verantwortung für sich selbst und ihr eigenes Verhalten zu übernehmen - im Wechsel verrichtet jedes Kind ‚Dienste‘ für die Allgemeinheit wie die Tische zu decken, und wenn man sich für ein Projekt entschieden hat und dann nicht richtig mitmacht, lässt man eben im Zweifelsfalle den besten Freund hängen, und das ist etwas ganz anderes, als wenn nur eine Erzieherin mit einem schimpft.

Ich denke, in unseren Kindern steckt viel mehr, als man gemeinhin annimmt; selbst die Kleinen haben schon so viele Fähigkeiten - man muss es ihnen nur zutrauen. Und man ist nicht zwingendermaßen antiautoritär, nur weil man ihnen nicht jede Entscheidung abnimmt; Kindern Entscheidungsmöglichkeiten zu geben heißt ja nicht sämtliche Regeln außer Kraft zu setzen. Tatsächlich habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die schon früh in Alltagsentscheidungen und auch Haushaltstätigkeiten (zwei Beispiele von meinem 3jährigen Sohnemann: er darf z.B. selbst entscheiden, ob er das rote oder das blaue T-Shirt anzieht; er ist dafür zuständig, die von mir gefüllten Katzennäpfe an den jeweiligen Platz zu stellen)einbezogen werden, mittelfristig deutlich stabilere und selbstbewusstere Persönlichkeiten haben als solche, denen von Anfang an quasi das Denken abgenommen wurde. Und dem Alltag nimmt die Möglichkeit der eigenen Entscheidung auch sehr viel Trotzpotential… :wink:

Beste Grüße

Katze

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Hallo Dobbs,

Aber grundsätzlich habe ich trotzdem arge Bedenken, ob diese
Art der Selbstbestimmung der Kinder - was in meinen Augen eine
Form der antiautoritären Erziehung darstellt - nicht
langfristig doch arg in die Hose geht. Wenn Kinder nicht in
diesen jungen Jahren beigebracht bekommen, dass es Regeln gibt
an die man sich halten muss, wann sollen sie es dann
beigebracht bekommen?

Die Regeln der KiTa oder später in der Schule, mögen sie auch in den Bundesländern unterschiedlich sein, halten die meisten Kinder ein, egal ob sie aus Sicht der Eltern richtig oder weniger richtig sind.
Die anderen Regeln und Weisheiten des Lebens habe ich versucht meinen Kids selbst beizubringen. Erziehung der Kids ist meine Angelegenheit, nicht die der KiTa oder der Schule. Nach 20 Jahren Erfahrung mit Kindererziehung bin ich mir sicher: Äußerlichkeiten in der KiTa oder Schule haben nicht mal 1% der Entwicklung meiner Kids beeinflusst. Es waren die persönlichen und menschlichen Erfahrungen mit uns Eltern, Spielkameraden, Freunden, Erziehern, Lehrer, Vereine und und und.
Halte dich nicht mit Belanglosigkeiten wie Bett oder Matratze auf (sofern nicht Verwahrlosung angezeigt ist). Da stehen andere Zwänge dahinter, die von Eltern nicht sonderlich beeinflußbar sind. Und vor allem nicht entscheidend.
Grüße
BW

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Nachtrag: Innerdeutscher Kita-Graben
Hallo noch einmal,

ich habe gerade Deinem ‚Steckbrief‘ entnommen, dass Du aus der schönen Stadt am Saale-Strand stammst… :smile:

Ich habe mir schon bei der Lektüre Deines Postings gedacht, dass das, was Du über die Kita unter der alten Leitung schreibst, irgendwie nach dem klingt, was mir die Oma meines Sohnes immer von früher erzählt (die kommt auch aus Halle).

Es hat wohl ein paar grundsätzliche Unterschiede zwischen den Kindergärten in Ost und West gegeben, angefangen mit den genialen Öffnungszeiten im Osten, von denen ich hier noch nicht einmal zu träumen wage. Das beschränkte sich aber natürlich nicht auf derlei ‚Äußerlichkeiten‘, sondern fand sich auch im pädagogischen Konzept wieder. So wie ich meines Sohnes Omi verstanden habe, wurde zumindest zu der Kinderzeit ihres Nachwuchses (in den 80ern), noch sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Kinder quasi im Gruppengleichklang und gut funktionierten - man mag es auch Drill nennen. Und was ich von der Kita in ihrer Nachbarschaft gesehen habe, legt den Schluss nahe, dass sich daran dort auch noch nicht viel geändert hat.

Hier im Westen ist dagegen eine pädagogische Welle nach der anderen übers Land gerollt… :wink:

Kann es sein, dass es einfach eine Art Missverständis gegeben hat - dass die neue Kita-Leitung davon ausgegangen ist, dass das von ihr gewählte Konzept ohnehin jeder kennt? Nur dass das eben nicht der Fall war?

Wie dem auch sei - lies Dich am besten ein wenig in die Thematik ein; Du wirst sehen, es ist alles gar nicht so schrecklich… :smile:

Schnurrige Grüße

Katze

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Hallo!

Wenn Kinder nicht in
diesen jungen Jahren beigebracht bekommen, dass es Regeln gibt
an die man sich halten muss, wann sollen sie es dann
beigebracht bekommen?

Auch das kann man wieder unterschiedlich sehen. Ich bin zum Beispiel der Ansicht, dass man Kindern sowas nicht beibringen muß, sondern dass sie das ganz von selbst im Umgang lernen. Im Umgang mit den Eltern, anderen Erwachsenen, anderen Kindern. Warum sollte man ihnen das beibringen müssen? Was würde denn passieren, wenn man ihnen das nicht „beibringen“ würde, sondern sie es auf ganz natürliche Art erfahren würden?
Viele denken ja, dass sich Kinder ohne eine starke Hand wie die Wilden benehmen würden und klauen und prügeln würden, nichts lernen würden etc. Ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn Kindern nicht ständig gesagt wird, wie sie was zu tun haben, finden sie verblüffend schnell Mittel und Regeln, dass möglichst alle auf ihre Kosten kommen. Ich denke, das ist eine Form der Selbständigkeit. Wenn man ihnen verwehrt, auf diese Art und Weise selbständig zu werden, kann es meiner Meinung nach passieren, dass die Kinder keine eigene soziale Kompetenz entwickeln, sondern nur „hören“. Es soll ja auch Einsicht geben - diese kann ja nicht erfolgen, wenn sie gar nicht erst in bestimmte Situationen geraten - eben wegen der Regeln.

So, sorry, mußte nochmal meinen Senf ablassen…

Gruß,

N.

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Hi dobbs,

Zu der Mitsprache von Eltern in der Kita kann ich nur zitieren:
„Grau mein Freund ist alle Theorie“…will sagen - wenn die KiTa Leitung und Erzieher etwas durchziehen wollen dann machen sie das auch.
Änderungen rückgängig zu machen ist eine großer Kampf und geht meiner Erfahrung nach nur über die vorgesetzten Stellen.

Eine Planungsvorlage kann man aber schon verlangen.
Die Kindergartenleitung sollte im Rahmen eines Elternabends das Konzept vorstellen und sich den Fragen der Eltern stellen. Insbesonders die organisatorische Planung des offenen Konzepts (wer geht wann in welche Räume, wie wird sichergestellt, dass ein Kind nicht das ganze Jahr in der Legokiste sitzt usw…) muss vor der Umsetzung klar geregelt sein.
Wenn deine schriftlichen Fragen von der Pinnwand abgehängt werden ist das eine Frechheit und ich würde sie einfach immer wieder hinhängen.

Wenn du keine für dich befriedigende Antwort bekommst was den Fortschritt deines Kindes angeht kannst du dir auch die Beobachtungsbögen zeigen lassen.
Ich habe keine Vorschulkinder mehr meine aber zu wissen, dass die Vorschularbeit - insbesonders die Sprachförderung - inzwischen in allen Kindergärten bindend ist. Frag doch mal nach wie die Kita sicher stellt dass die Vorschulkinder auch wirklich Schulreife haben??

viele Grüße
Susanne

Meine Schlüsselfragen sind:

  1. Haben Eltern tatsächlich kein Mitspracherecht bei den
    Entscheidungen der Kita-Leitung?
  2. Muss ich hinnehmen, dass durch fehlende Zwänge (bspw.
    organisierte Gruppenarbeit) keine zielgerichtete
    Vorschularbeit stattfindet?
  3. Kann ich von der Leitung der Kita die Vorlage eines
    Konzeptes verlangen, in dem dargestellt ist, in welchen
    Schritten das Bildungsprogramm umgesetzt werden soll?
  4. Ist es gewollt, dass die Kinder einem derartigen Konflikt
    ausgesetzt werden, der zwischen der Freiwilligkeit des Tuns in
    der Kita und dem Zwang durch Stundenplan und Leistungsdruck in
    der Schule (außer Montessori) entsteht?

Hallo Sue,

Eine Planungsvorlage kann man aber schon verlangen.
Die Kindergartenleitung sollte im Rahmen eines Elternabends
das Konzept vorstellen und sich den Fragen der Eltern stellen.
Insbesonders die organisatorische Planung des offenen Konzepts
(wer geht wann in welche Räume, wie wird sichergestellt, dass
ein Kind nicht das ganze Jahr in der Legokiste sitzt usw…)
muss vor der Umsetzung klar geregelt sein.

Genau dieses Konzept fordere ich seit Wochen erfolglos.

Wenn deine schriftlichen Fragen von der Pinnwand abgehängt
werden ist das eine Frechheit und ich würde sie einfach immer
wieder hinhängen.

Habe ich gemacht, nach ce. einer Woche kam dann ein Schreiben von der Leitung, ich möchte meine Beiträge doch vorher mit ihr abstimmen.

Wenn du keine für dich befriedigende Antwort bekommst was den
Fortschritt deines Kindes angeht kannst du dir auch die
Beobachtungsbögen zeigen lassen.

Da ich darauf bestehe, dass mein Kind Mittagsschlaf macht (sie muss Früh gegen 6:30 aufstehen) und die Beobachtungsbögen in der Mittagsschlafzeit geschrieben werden / bzw. Beobachtungen dort durchgeführt werden steht da nicht viel drin.
Auch halt eich eine dreistufige Klassifizierung der Beobachtungen für zu grobgliederig. Ja - nein - vielleicht ist mir zu ungenau.

Ich habe keine Vorschulkinder mehr meine aber zu wissen, dass
die Vorschularbeit - insbesonders die Sprachförderung -
inzwischen in allen Kindergärten bindend ist. Frag doch mal
nach wie die Kita sicher stellt dass die Vorschulkinder auch
wirklich Schulreife haben??

Diese Frage wurde bisher auch nicht beantwortet.

Gruß D.

Hallo Dobbs,

nichts für ungut, aber ich wundere mich gerade sehr.

Da ich darauf bestehe, dass mein Kind Mittagsschlaf macht (sie
muss Früh gegen 6:30 aufstehen)

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ist Deine Tochter doch im Vorschulalter, sprich 5 oder 6 Jahre alt. Meinst Du nicht, dass ein Kind in diesem Alter schon selbst entscheiden kann, ob es des Mittags schlafen möchte oder nicht? Selbst mein 3jähriger würde mich wahrscheinlich angucken wie ein Auto, wenn ich von ihm verlangte, dass er sich nach dem Essen hinlegt (von Ausnahmen vie Krankheit oder anstrengende Reisen einmal abgesehen) - schlafen würde er auf jeden Fall nicht!

Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Tochter in dieser Zeit viel lieber mit ihren Freundinnen spielen würde - dabei gäbe es dann auch mehr zu beobachten… :wink: Wenn der Tag dann doch einmal anstrengend sein sollte, spricht doch nichts dagegen, dass sie des Abends dafür etwas eher zu Bett geht. Ganz abgesehen davon, dass es Dir doch wichtig ist, dass sie nächstes Jahr die Schule gut bewältigt. Nun, wenn sie in die Schule geht, wird sie mit Sicherheit auch zeitig aufstehen müssen - und bestimmt keinen Mittagsschlaf mehr machen wollen!

Außerdem meine ich aus Deinen Postings herauszuhören, dass der Umgangston zwischen Dir und der Kita-Leitung inzwischen ziemlich rauh ist. In solch einer verfahrenen Situation kannst Du natürlich weiterhin mit all Deiner Wut gegen die Mauern anrennen und versuchen, Deine Wünsche und Ansichten auf brachiale Weise durchzusetzen.

Du könntest aber auch versuchen, einmal - vielleicht übers Wochenende? - gaaaanz tief durchzuatmen und Deine Empörung zur Seite zu drängen, um dann am Montag Morgen mit einem netten Lächeln und eventuell einer kleinen Gabe als Geste de guten Willens (Hallorenkugeln? *mampf*)bei der Erzieherin auf der Matte zu stehen und freundlich um ein Gespräch zu bitten; frei nach dem Motto: ‚Ich weiß, wir hatten einen schlechten Start - können wir das vergessen und noch einmal von vorne beginnen?‘

Wer weiß - vielleicht wirkt das ja?

Schnurrige Grüße

Katze

Vorgaben, Umsetzung, Kinderwünsche, etc.
Hi!

  1. Die Umsetzung des Bildungsprogramms in besagter Kita
    erfolgte ohne vorherige Information der Eltern.

Ist es denkbar , dass Einrichtungen wie Kindergärten, -tagesstätten, Schulen, etc. ganz einfach Vorgaben bekommen, die sie umsetzen müssen?
Ich kenne die Verhältnisse in Sachsen-Anhalt nicht, aber hier in NRW passiert es schon mal, dass Erzeiherinnen und/oder Lehrerinnen völlig komplexe Dinge mit einer Vorlauffrist von max. 3 Monaten umzusetzen haben. Da bleibt keine Zeit für ausführliche Elterninformationen.

Begründet wurde dies mit der Aussage, dass die
Eltern zwar ihre Meinung zu der Form der Umsetzung des
Bildungsprogramms kundtun können, diese aber nicht keinen
Einfluss auf das Vorgehen innerhalb der Einrichtung haben.

Wie gesagt: Über Vorgaben zu streiten ist an dieser Stelle meistens sinnlos. Da wäre das zuständige Ministerium die bessere Adresse…

  1. Eine der ersten Maßnahmen die umgesetzt wurden waren, dass
    der Mittagsschlaf für die großen Gruppen ersatzlos abgeschafft
    wurde und diese Kinder nur noch auf freiwilliger Basis und auf
    Eigeninitiative schlafen gehen.

Ich halte es für ein Relikt aus grauer Vorzeit, dass Kinder ab drei Jahren einen Mittagsschlaf halten müssen. Wenn Kinder müde sind, ziehen sie sich zurück - wenn sie nicht müde sind, brauchen sie auch keinen Mittagsschlaf.

  1. In der Einrichtung gab es vor dem Beginn der Umsetzung des
    Bildungsprogramms Zusatzangebote für die Kinder, die durch die
    Eltern zusätzlich bezahlt wurden (Englisch, Sport, Musik).

Was die Kinder nicht wahrnehmen (können), kann auch nicht zusätzlich kostenpflichtig sein.
Tipp: Dort abmelden und anderswo diese Zusatzangebote buchen.

Hinzu kommt dass die Aufnahmefähigkeit der Kinder
am Nachmittag (erst recht bei fehlendem Mittagsschlaf) derart
eingeschränkt ist,

Das halte ich für ein Gerücht!

  1. Auf Anfrage der Eltern zu Punkt 3. gab es die Antwort der
    Kita, dass man diese Angebote (am Beispiel Englisch) durch
    englisch muttersprachliche Erzieher ersetzen möchte. Man hat
    aber abgeschafft ehe man Ersatz anbieten konnte.

Und Du glaubst, dass die Leitung des Kindergartens da irgendeinen Einfluss drauf hatte?!

  1. In der Babygruppe wurde die Betten abgeschafft. Die Kinder
    schlafen jetzt auf Matratzen auf der Erde. Schlafsachen gibt
    es kaum noch. Begründung des Leiters: wenn ich mich Mittags
    hinlege ziehe ich mich ja auch nicht erst um.

Sinnvoll!
Ich kenne Kindergärten mit Betten überhaupt nicht mehr, seit meine Frau in ihrem Job (Erzieherin) ist - das sind schon fast 20 Jahre…

  1. Auf die Fragen der Eltern, welches Erziehungskonzept den
    Plänen der Einrichtung zugrunde liegt gibt es bis heute (über
    6 Wochen später) keine Antwort. Offensichtlich wird das
    Bildungsprogramm völlig konzeptionslos „umgesetzt“.

Wendet Euch doch mal an den Träger des Kindergartens - notfalls an das passende Ministerium!

  1. Durch die Leitung der Kita wurde eine Pinwand eingerichtet,
    an der man Fragen anbringen konnte. Leider wurde meine FRagen
    mit der Begründung abgenommen, sie wären nicht mit der Leitung
    abgestimmt gewesen - Zensur(?).

Zensur ist etwas völlig anderes, aber das finde ich etwas arg!

Kann man wirklich erwarten, dass Kinder im Alter von 3 -
6 Jahren selbstständig entscheiden können, was für sie gut ist
und was nicht?

In verdammt vielen Bereichen kann ich da nur mit einem eindeutigen JA antworten.

Bedarf es nicht einer klaren Zieldefinition

Klar!
Aber warum soll ein Kind den Weg dahin nicht selbst finden?
So etwas gehört zur Selbständigkeit dazu.

und
auch etwas Druckes, dass ein Kind auch unliebsame Dinge tut,
die aber für die Entwicklung unabdingbar sind?

Wenn das Kind einen liebsamen Weg ohne Druck findet, mit dem es das Ziel erreicht: Was ist dann das Argument für die unliebsamen Dinge mit Druck?

Wie will man ein Kind auf die Schule vorbereiten,

Die Schule beginnt dann, wenn die Schule beginnt.
Man sollte das Kind vorher im Kindergarten ein Vorschul kind sein lassen. Traust Du den Erzieherinnen so wenig zu, ein Kind auf die Schule vorzubereiten? Wenn ja: Was qualifiziert Dich?

wenn die
Beschäftigung ausschließlich durch das das Kind bestimmt wird?

Ich glaube nicht, dass das ausschließlich der Fall ist!

Ist es
wirklich gewollt, dass ein Leiter einer Kita tun und lassen
kann was er will

Ich behaupte mal, dass eine Leitung einen verdammt eingeschränkten Spielraum hat, der aber umgesetzt werden muss.
Nur verstehen das viele Eltern nicht.

  1. Haben Eltern tatsächlich kein Mitspracherecht bei den
    Entscheidungen der Kita-Leitung?

Hier gibt es gewählte Elternvertretungen, die in Entscheidungen mit einbezogen werden. Wie das bei Euch ist, weiß ich nicht, das kannst Du aber auf der Homepage Eures Landes herausfinden.
Nur: Es gibt Entscheidungen, die weder die Eltern noch die Kindergärten oder gar die Träger beeinflussen können.

  1. Muss ich hinnehmen, dass durch fehlende Zwänge (bspw.
    organisierte Gruppenarbeit) keine zielgerichtete
    Vorschularbeit stattfindet?

Was qualifiziert Dich zu der Aussage, dass keine zielgerichtete Vorschularbeit stattfindet? Warum bist Du der Meinung, das beurteilen zu können?

  1. Kann ich von der Leitung der Kita die Vorlage eines
    Konzeptes verlangen, in dem dargestellt ist, in welchen
    Schritten das Bildungsprogramm umgesetzt werden soll?

In der Regel: Nein.

  1. Ist es gewollt, dass die Kinder einem derartigen Konflikt
    ausgesetzt werden, der zwischen der Freiwilligkeit des Tuns in
    der Kita und dem Zwang durch Stundenplan und Leistungsdruck in
    der Schule (außer Montessori) entsteht?

Ich kenne Eure Schulen nicht, aber in den ersten zwei Jahren ist der Übergang hier ziemlich sanft.

LG
Guido

… Wenn der Tag dann doch
einmal anstrengend sein sollte, spricht doch nichts dagegen,
dass sie des Abends dafür etwas eher zu Bett geht.

Ja diese Meinung höre ich oft - insbesondere von jungen Eltern in der Einrichtung.
„…sei doch Froh, steck sie doch nach dem Abendbrot gleich ins Bett … so hast Du wenigstens noch was vom Abend …“
Ich weiß nicht wozu manche sich Kinder anschaffen, aber ich genieße die Zeit mit meinem Kind, und wenn ich nach einen 13 Stundentag nach Hause komme wäre es für mich nicht so angenehm wie für die Befürworter, wenn mein Kind schon tief und fest schläft, zumal es Frü noch schläft, wenn ich los muss.
Hinzu kommt, dass sie ohne mIttagsschlaf bereits am späten Nachmittag beim Spielen einschläft.
Gut den Eltern in den „gebrauchten“ Bundesländern kann ich die Mittagsschlafpraxis nicht übel nehmen - liebe Eltern bei uns machen Kitas nicht erst 8:00 Uhr auf und haben auch unter Mittag geöffnet. Bei uns gehen Kinder (wenn es aus beruflichen Gründen notwendig ist) von Früh bis in den späten NAchmittag in die Kita. Und wenn ich das bei meiner Tochter sehe, die Früh meist eine der ersten ist und Nachmittags gegen 16:00 Uhr erst abgeholt werden kann, halte ich Mittagsschlaf für notwenig.
Und was das Alter und das Thema Schule anbelangt, bis vor wenigen Jahren war es in der nahe gelegenen Grundschule noch üblich, dass im Hort geschlafen wurde. Wie es heute aussieht mus ich mich mal erkundigen.
Aber ausreichend Schlaf ist für die Entwicklung von Kindern nun mal sehr wichtig.

Gruß D.

Hi!

  1. Die Umsetzung des Bildungsprogramms in besagter Kita
    erfolgte ohne vorherige Information der Eltern.

Ist es denkbar , dass Einrichtungen wie Kindergärten,
-tagesstätten, Schulen, etc. ganz einfach Vorgaben
bekommen, die sie umsetzen müssen?

Das Bildungsprogramm ist ein Rahmenprogramm. Die zeitliche und inhaltliche Umsetzung obliegt der Einrichtung

  1. Eine der ersten Maßnahmen die umgesetzt wurden waren, dass
    der Mittagsschlaf für die großen Gruppen ersatzlos abgeschafft
    wurde und diese Kinder nur noch auf freiwilliger Basis und auf
    Eigeninitiative schlafen gehen.

Ich halte es für ein Relikt aus grauer Vorzeit, dass Kinder ab
drei Jahren einen Mittagsschlaf halten müssen. Wenn
Kinder müde sind, ziehen sie sich zurück - wenn sie nicht müde
sind, brauchen sie auch keinen Mittagsschlaf.

Mag sein, wenn das Kind morgens ausschlafen kann. Sihe andere Antworten von mir, da gehe ich auf diese Frage näher ein.

  1. In der Einrichtung gab es vor dem Beginn der Umsetzung des
    Bildungsprogramms Zusatzangebote für die Kinder, die durch die
    Eltern zusätzlich bezahlt wurden (Englisch, Sport, Musik).

Was die Kinder nicht wahrnehmen (können), kann auch nicht
zusätzlich kostenpflichtig sein.
Tipp: Dort abmelden und anderswo diese Zusatzangebote buchen.

Genau das ist aber das Problem. Die Angebote waren gut und - aus meiner Sicht - sinnvoll. Wann soll ich mein Kind zu einer Alternative schicken? Abends wenn ich zu hause ankomme? Das ist im günstigsten Fall 2 Stunden bevor mein Kind ins Bett geht (wenn es Mittagsschlaf gemacht hat). Es gibt auch Tage, wo sie bereits schläft, wenn ich komme.

Hinzu kommt dass die Aufnahmefähigkeit der Kinder
am Nachmittag (erst recht bei fehlendem Mittagsschlaf) derart
eingeschränkt ist,

Das halte ich für ein Gerücht!

Mit welche Begründung?

  1. Auf Anfrage der Eltern zu Punkt 3. gab es die Antwort der
    Kita, dass man diese Angebote (am Beispiel Englisch) durch
    englisch muttersprachliche Erzieher ersetzen möchte. Man hat
    aber abgeschafft ehe man Ersatz anbieten konnte.

Und Du glaubst, dass die Leitung des Kindergartens da
irgendeinen Einfluss drauf hatte?!

Es war die Aussage der Leitung, Ersatzangebote bieten zu wollen.

Wie will man ein Kind auf die Schule vorbereiten,

Die Schule beginnt dann, wenn die Schule beginnt.
Man sollte das Kind vorher im Kindergarten ein
Vorschul kind sein lassen. Traust Du den Erzieherinnen
so wenig zu, ein Kind auf die Schule vorzubereiten? Wenn ja:
Was qualifiziert Dich?

Eine pädagogische Ausbildung?!
Im Übrigen traue ich den Erziehern mehr zu als der Leitung (pädagogisch gesehen). Das was die Leitung tut hat aus meiner Sicht mehr mit experimenteller Pädagogik zu tun als mit Kindererziehung.

Was qualifiziert Dich zu der Aussage, dass keine
zielgerichtete Vorschularbeit stattfindet? Warum bist Du der
Meinung, das beurteilen zu können?

siehe oben

  1. Kann ich von der Leitung der Kita die Vorlage eines
    Konzeptes verlangen, in dem dargestellt ist, in welchen
    Schritten das Bildungsprogramm umgesetzt werden soll?

In der Regel: Nein.

und warum nicht - darf die Leitung konzeptionslos drauflosexperimentieren?

  1. Ist es gewollt, dass die Kinder einem derartigen Konflikt
    ausgesetzt werden, der zwischen der Freiwilligkeit des Tuns in
    der Kita und dem Zwang durch Stundenplan und Leistungsdruck in
    der Schule (außer Montessori) entsteht?

Ich kenne Eure Schulen nicht, aber in den ersten zwei Jahren
ist der Übergang hier ziemlich sanft.

ich habe nicht vor mein Kind auf eine Montessori-Schule zu schicken. Dort ist der Einstieg so sanft, dass die Kinder nach der Grundschule dem Leistungsdruck erst ausgesetzt werden und erst dann mit Zensuren in Kontakt kommen.

Gruß D.

Hi!

Ich halte es für ein Relikt aus grauer Vorzeit, dass Kinder ab
drei Jahren einen Mittagsschlaf halten müssen. Wenn
Kinder müde sind, ziehen sie sich zurück - wenn sie nicht müde
sind, brauchen sie auch keinen Mittagsschlaf.

Mag sein, wenn das Kind morgens ausschlafen kann. Sihe andere
Antworten von mir, da gehe ich auf diese Frage näher ein.

Nö - bleibt dabei: Wenn das Kind nicht müde ist, wäre es eine Qual, den Mittagsschlaf zwingend zu verabreichen!

Genau das ist aber das Problem. Die Angebote waren gut und -
aus meiner Sicht - sinnvoll. Wann soll ich mein Kind zu einer
Alternative schicken? Abends wenn ich zu hause ankomme? Das
ist im günstigsten Fall 2 Stunden bevor mein Kind ins Bett
geht (wenn es Mittagsschlaf gemacht hat). Es gibt auch Tage,
wo sie bereits schläft, wenn ich komme.

OK - verstehe ich!
Gibt es keine Möglichkeit, sich mit befreundeten Eltern zu arrangieren?

Mit welche Begründung?

Bringe mir einen Beleg!
Menschen (auch Kinder) haben völlig individuelle Leistunghöhen und -tiefen. Die beschränken sich aber nicht nur auf den Morgen.
Abgesehen davon gibt es Kinder, die nach einem (Mittags)Schlaf eine ganze Zeit völlig aufnahmeunfähig sind.

Und Du glaubst, dass die Leitung des Kindergartens da
irgendeinen Einfluss drauf hatte?!

Es war die Aussage der Leitung, Ersatzangebote bieten zu
wollen.

Das sagt aber doch gar nichts über die Entscheidungsbefugnis aus.

Was qualifiziert Dich?

Eine pädagogische Ausbildung?!

Und Du bist jeden Tag in der Woche nonstop anwesend?
Abgesehen davon (ohne Dir etwas zu wollen): Wie lange ist Deine Ausbildung her?

Gerade in der Pädagogik rennt die Entwicklung doch.

Im Übrigen traue ich den Erziehern mehr zu als der Leitung
(pädagogisch gesehen). Das was die Leitung tut hat aus meiner
Sicht mehr mit experimenteller Pädagogik zu tun als mit
Kindererziehung.

Aus ihrer Sicht vermutlich nicht :wink:

und warum nicht

Du fragtest nach dem „OB“, nicht nach dem „WARUM“.

Ich kenne Eure Schulen nicht, aber in den ersten zwei Jahren
ist der Übergang hier ziemlich sanft.

ich habe nicht vor mein Kind auf eine Montessori-Schule zu
schicken. Dort ist der Einstieg so sanft, dass die Kinder nach
der Grundschule dem Leistungsdruck erst ausgesetzt werden und
erst dann mit Zensuren in Kontakt kommen.

Von Montessori hast nur DU geredet - ich halte von diesen einseitigen Erziehungsmethoden nichts!

Selbst die anspruchvollste Grundschule hier in der Gegend (stellt bei 4 Grundschulen 40 % der örtlichen Neugymnasiasten) hat einen sanften Übergang

Gruß
Guido

Hallo,

… Wenn der Tag dann doch
einmal anstrengend sein sollte, spricht doch nichts dagegen,
dass sie des Abends dafür etwas eher zu Bett geht.

Ja diese Meinung höre ich oft - insbesondere von jungen Eltern
in der Einrichtung.
„…sei doch Froh, steck sie doch nach dem Abendbrot gleich
ins Bett … so hast Du wenigstens noch was vom Abend …“
Ich weiß nicht wozu manche sich Kinder anschaffen, aber ich
genieße die Zeit mit meinem Kind, und wenn ich nach einen 13
Stundentag nach Hause komme wäre es für mich nicht so angenehm
wie für die Befürworter, wenn mein Kind schon tief und fest
schläft, zumal es Frü noch schläft, wenn ich los muss.
Hinzu kommt, dass sie ohne mIttagsschlaf bereits am späten
Nachmittag beim Spielen einschläft.

Aber hast du dir Guidos Einwand mal angesehen? Oder weißt aus eigener Erfahrung, wie „matschig“ man ist, wenn man Mittags mal tief geschlafen hat (ich rede nicht vom Nickerchen unter 20 Minuten). Genauso ist es mit Kindern. Es mag für dich schön sein, dass du deine Tochter dann noch wach erlebst, aber ist es wirklich das beste für dein Kind.

Gut den Eltern in den „gebrauchten“ Bundesländern kann ich die
Mittagsschlafpraxis nicht übel nehmen - liebe Eltern bei uns
machen Kitas nicht erst 8:00 Uhr auf und haben auch unter
Mittag geöffnet. Bei uns gehen Kinder (wenn es aus beruflichen
Gründen notwendig ist) von Früh bis in den späten NAchmittag
in die Kita. Und wenn ich das bei meiner Tochter sehe, die
Früh meist eine der ersten ist und Nachmittags gegen 16:00 Uhr
erst abgeholt werden kann, halte ich Mittagsschlaf für
notwenig.

Ich arbeite an einer Grundschule, die von 7:30 bis 17:30 (Betreuungsangebot) geöffnet ist. Der Kindergarten nebenan hat die gleichen Öffnungszeiten. Trotz gebrauchtem Bundesland gleiche Vorgaben. Sicher gibt es immer mal wieder Kinder, die mal Mittags eine Ruhezeit (nicht unbedingt schlafen) brauchen, weil sie krank waren oder am Abend davor spät zum Einschlafen kamen. Für die gibt es eine Rückzugsmöglichkeit, aber kein festes Schlafangebot. Nach meinem Eindruck bewährt sich das.

Und was das Alter und das Thema Schule anbelangt, bis vor
wenigen Jahren war es in der nahe gelegenen Grundschule noch
üblich, dass im Hort geschlafen wurde. Wie es heute aussieht
mus ich mich mal erkundigen.
Aber ausreichend Schlaf ist für die Entwicklung von Kindern
nun mal sehr wichtig.

Aber was ist ausreichend Schlaf? Mag sein, dass deine Tochter ein höheres Schlafbedürfnis als andere hat - dann gibt es für sie doch die Möglichkeit sich selbstbestimmt zurückzuziehen. Erzwungener Schlaf ist eine Qual.

Gruß
Elke

Hallo,

Ich kenne Eure Schulen nicht, aber in den ersten zwei Jahren
ist der Übergang hier ziemlich sanft.

ich habe nicht vor mein Kind auf eine Montessori-Schule zu
schicken. Dort ist der Einstieg so sanft, dass die Kinder nach
der Grundschule dem Leistungsdruck erst ausgesetzt werden und
erst dann mit Zensuren in Kontakt kommen.

Nur als zusätzliche Information (Guidos Beitrag trifft ziemlich das, was mir dazu einfällt):
auch in Hessen werden erst in der dritten Klasse Noten verteilt (im Zeugnis).
Auch hier ist der Übergang von Kindergarten/Vorschule zu Grundschule recht sanft.

Außerdem gibt es die Theorie (und die spiegelt sich in meinen Erfahrungen mit eigenen Kindern und den Kindern der Grundschule, an der ich arbeite wider), dass Kinder, die früher gewisse Dinge „gelehrt“ bekommen nicht damit besser umgehen können als Kinder, die erst dann mit diesen Dingen konfrontiert werden, wenn sie von ihrer Entwicklung her aufnahmebereit sind.
Ein Beispiel: Kinder sind erst um die drei Jahre herum wirklich in der Lage die Tretbewegungen an einem Dreirad zu vollführen. Man kann nun ein zweijähriges Kind auf ein Dreirad setzen und mit ihm üben und üben. Es wird kaum früher anfangen radzufahren, als das Kind, das erst mit Drei auf das Gefährt gesetzt wurde und nahezu sofort kapiert, was es mit den Füßen zu machen hat.

Gerade im sozialen Bereich (und das ist der, der im ersten Schuljahr besonders wichtig ist) trifft dies besonders zu.

Gruß
Elke

Entschuldige
Hi!

Ich weiß nicht wozu manche sich Kinder anschaffen, aber ich
genieße die Zeit mit meinem Kind, und wenn ich nach einen 13
Stundentag nach Hause komme wäre es für mich nicht so angenehm
wie für die Befürworter, wenn mein Kind schon tief und fest
schläft, zumal es Frü noch schläft, wenn ich los muss.

Entschuldige, aber dieser Teil liest sich ziemlich paradox!

Ganz böse argumentiert: Die Mutter will sich selbst verwirklichen und geht 13 Std. am Tag arbeiten - aber das Kind muss gefälligst abends wach sein, damit die Mutter noch etwas vom Kind hat!

Das heißt jetzt nicht, dass es bei Dir so ist, aber so kommt es halt rüber.

Hinzu kommt, dass sie ohne mIttagsschlaf bereits am späten
Nachmittag beim Spielen einschläft.

Dann soll sie dann halt schlafen - wo ist das Problem?

Aber ausreichend Schlaf ist für die Entwicklung von Kindern
nun mal sehr wichtig.

Und erzwungener Schlaf ohne Müdigkeit ist es halt nicht!
http://www.focus.de/gesundheit/baby/news/biorhythmus…

LG
Guido

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Hallo,

Ich kenne Eure Schulen nicht, aber in den ersten zwei Jahren
ist der Übergang hier ziemlich sanft.

ich habe nicht vor mein Kind auf eine Montessori-Schule zu
schicken. Dort ist der Einstieg so sanft, dass die Kinder nach
der Grundschule dem Leistungsdruck erst ausgesetzt werden und
erst dann mit Zensuren in Kontakt kommen.

Ich möchte mich meinen Vorpostern von Herzen anschließen.

Auch hier in Ba-Wü ist der Einstieg in die Grundschule inzwischen derart sanft (das Erlernen von Lesen und Schreiben ist auf zwei Jahre angelegt, Noten gibt es erst ab der 3. Klasse und dann auch nur im Jahresendzeugnis, davor und daneben gibt es ausführliche mündliche Beurteilungen), dass ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass viele Kinder nachgerade unterfordert sind.

Außerdem scheinst Du Montessori-Schulen mit Waldorf-Schulen zu verwechseln (mach Dir nichts draus - das passiert öfter… :wink: ); Elemente aus der Montessori-Pädagogik finden sich inzwischen in sehr vielen ‚normalen‘ Kindergärten und Schulen - sie förden besonders die Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung bei Kindern. Vielleicht solltest Du Dich wirklich erst einmal in Ruhe und eingehend informieren. Schau für den Anfang doch einmal hier nach:
http://www.kindergartenpaedagogik.de/

Beste Grüße

Katze

Hallo Dobbs,

sorry, ich muss noch etwas loswerden.

aber ich
genieße die Zeit mit meinem Kind, und wenn ich nach einen 13
Stundentag nach Hause komme wäre es für mich nicht so angenehm
wie für die Befürworter, wenn mein Kind schon tief und fest
schläft, zumal es Frü noch schläft, wenn ich los muss.

Deinen Postings entnehme ich, dass es noch eine weitere Bezugsperson in dem Leben Deiner Tochter geben muss, die sich tagsüber um sie kümmert - schließlich wird sie wohl kaum ganz alleine aufstehen und in den Kindergarten tappen.

Dann müsste es doch grundsätzlich möglich sein, den Tagesablauf Deiner Tochter so zu gestalten, dass er dem Kind gerecht wird - es geht doch schließlich im Wesentlichen darum, dass es dem Kind gut geht und nicht darum, dass sie Dir am Abend noch ‚zur Verfügung‘ steht. Spätestens, wenn sie in die Schule geht, muss sie doch zu einer akzeptablen Uhrzeit im Bett sein - wie Du selbst sagst, ist ausreichend Schlaf wichtig, und ohne ausreichenden Schlaf wird es nichts werden mit der Schule!

Entschuldige meine harten Worte, aber auch wenn es gewisse ökonomische Notwendigkeiten geben mag, so wählt sich frau doch ihren Lebensweg selbst - und egal, wie Du Dein Leben gestaltest, es wird immer Bereiche geben, in denen Du Abstriche machen musst. In Deinem Fall mag das eben bedeuten, dass Du Deine Tochter nicht wirklich zu sehen bekommst.

Das muss im Übrigen für das Kind nicht schlecht sein, solange es eine oder mehrere feste Bezugspersonen hat, bei denen es sich gut aufgehoben fühlt. Ich selbst war so ein Kind - bis ich 10 war, war meine Mutter alleinerziehend und ganztags berufstätig; gesehen habe ich sie eigentlich immer nur eine Stunde, bevor ich zu Bett gegangen bin. Das war aber völlig unproblematisch, da wir in häuslicher Gemeinschaft mit meiner Großmutter gelebt haben - die eben dann meine Hauptbezugsperson war.

Es mag Dir als Mutter schwerfallen, aber meiner persönlichen Ansicht nach solltest Du akzeptieren, dass Du, solange Dein Berufsleben so ist, wie es ist, nur einen Nebenrolle im Leben Deiner Tochter spielen kannst - und nicht versuchen, ihr aus egoistischen Motiven einen eher weniger positiven Tagesrhythmus aufzuzwingen.

Nichts für ungut -

mit trotzdem schnurrigen Grüßen

Katze

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