Bildungsreform

Man arbeitet 4 Stunden und 4
Stunden unterrichtet man (bzw. lernt andere an - ganz
betriebsbezogen) und man läßt sich unterrichten oder
anlernen.

bitte nimm es mir nicht uebel, aber alice im wunderland ist nichts dagegen.
oben schreibst du, die chefs sind zu bloed und jetzt so ein satz.
ich kann nur noch mit dem kopf schuetteln, wenn du denkst, dass 4 stunden arbeit ein unternehmen auch nur 1 monat ueber wasser halten koennen.
allein, dass du auf 8 h fixiert bist, zeigt, dass du wenig von der praxis weisst.
ich bin taeglich >10h im labor - mein lehrer pendelt zwischen 2 schulen hin und her und ist von frueh bis abend eingespannt…in der mittagspause holt er seinen sohn vom kindergarten.
und das alles ohne verantwortung fuer ein unternehmen.
4 stunden arbeit…*kopfschuettel*

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Hallo.

Neben allem möglichen anderen nur noch ein Zitat von J. B.
Shaw, dass aufzeigt warum m. E. die Idee, dass ein
Bildungsinstitun marode Firmen saniert und dabei auch noch
hervorragende individuell zugeschinittene Bildung vermittelt
zum Scheitern verurteilt ist:

Who can - does
Who can not - teaches
Who can not teach - teaches how to teach

Sehr viele Konzerne mussten sich auf ihre Kernkompetenzen
reduzieren um erfolgreich zu bleiben, und da erwartest du,
dass Leute deren Begabung eigentlich das Lehren sein sollte,
gewissermaßen nebenbei auf zig verschiedenen Feldern im harten
globalisierten Wettbewerb bestehen?
Oder vielleicht noch absurder: dass Leute, die das brutale
Geschäft der Gwinnmaximierung beherrschen, gleichzeitig die
Begabungen und Defizite Lernender erkennen und individuell
fördern bzw. ausgleichen und dabei selbst den schwachen ein
Einkommen oberhalb des sozialen Minimums gewährleisten.
Nichts für ungut, aber angesichts der faktischen
Unzulänglichkeiten des Menschen, glaube ich diese Diskussion
gehört ins Religionsbrett.

Entschuldige, Werner, wenn ich sakastisch antworte: Du meinst, all die vielen tausend oder millionen Kleinunternehmer, die z.B. Autos reparieren und mir damit helfen und dabei auch noch Lehrlinge ausbilden, tun dies als Nächstenliebe, als religiöses Bedürfnis und gehören zum Bereich der theologischen Hochschule?
Ich weiß nicht, in welcher Welt Du lebst. In einem Kloster vielleicht, wo Bier gebraut und Gemüse angebaut wird, um den Armen zu speisen und zu tränken. Gibt es ja auch.

ganz herzlich
Friedhelm

Was Du da erlebst und beschreibst schreit doch regelrecht nach Reformbedürftikeit. Ist schlechte Organisation, - was man auch Blödheit nennen kann.
Halbtagsarbeit gibt es ja längst, - auch wenn Du noch nichts davon gehört hast. Innerbetriebliche Ausbildung, die Ausbildung von Lehrlingen, all das gehört für Dich ins Reich der Märchen?
Lies doch mal die Zeitung, geh mal ins Arbeitsamt.

ganz herzlich lachend
Friedhelm

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Was Du da erlebst und beschreibst schreit
doch regelrecht nach
Reformbedürftikeit.

richtig und deshalb sind unternehmen ununterbrochen damit beschaeftigt, neue moeglichkeiten zu entdecken.aber das kostet zeit, geld und rueckschlaege.
du verlangst die aufloesung[damit meine ich eine absolute umstrukturierung von allem] des unternehmens und das ohne erfahrung, um ein neues unternehmen zu gruenden.
soweit ich weiss, ist die titanik nicht wieder nach oben gekommen.
…wie ein arzt, der seinen patienten toetet, um den krebs zu besiegen.
gewissenhafte veraenderung kostet yeit und baut auf erfahrungen auf. die erfahrung bis jetzt lautet: ich geh pleite, wenn ich mich nicht ranhalte.

Halbtagsarbeit gibt es ja längst, - auch wenn Du
noch nichts
davon gehört hast.

voellig richtig - in maßen - aber nur in maßen, denn
davon kann kein unternehmen leben. versuch mal nen halbtagsjob als ingenieur zu finden. da wirst du ausgelacht.
ein ingenieur z.b. arbeitet 50-70h pro woche - es sei denn, er hat glueck und kriegt einen lenz-job. der tag hat leider nur 24 h, auch wenn ich mir persoenlich oft wuensche, er habe 48.

Innerbetriebliche Ausbildung, die
Ausbildung von Lehrlingen, all das gehört für Dich
ins Reich
der Märchen?

nein, aber entweder ich lehre oder ich arbeite. es geht hier nicht um:„schau lehrling, so macht man das“, sondern um:„wer kann es schneller als der andere“ oder um:„wer kann es ueberhaupt?“

Schuster bleib bei deinem Leisten
Nichts gegen Handwerksmeister, aber wenn ich dich richtig verstanden habe, dann lag dir doch etwas anderes als eine Lehre als duale Ausbildung im Sinn?!
Dort befindest du dich mehrheitlich im Bereich kleiner Betriebe und die Qualität der Ausbilder ist … sagen wir mal etwas zufällig.
Und vor allem wird ein großer Teil des Unterrichts kostenfrei von staatlichen Schulen geliefert. Wenn die Betriebe den auch noch bezahlen müssten, wäre die duale Ausbildung ruck zuck tot.

Vielleicht findest du ja auch noch einige Hochschulgänge, wo sich etwas vergleichbares etablieren ließe (allerdings solltest du dich dann auch mal mit der Vergütung und dem Umfang der Theorie bei vielen dualen Ausbildungen auseinandersetzen). Nebenbei gibt es ja schon Werksstudenten und Berufskollegs - allerdings in der Regel mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass man hinterher für Jahre an den Betrieb gebunden ist.
Für viele Studiengänge sehe ich da aber einfach tief schwarz (nur mal als Beispiel Kunstgeschichte oder Literaturwissenschaften).

Wo du aber m. E. völlig ins leere läufst ist die Vorstellung ein Bildungsinstitut wäre geeignet marode Firmen aufzukaufen und dann in einer gigantischen Holding-Konzern-Oderwasauchimmer-Struktur die Gelder für die Ausbildung und die Auszubildenden zu erwirtschaften.
Die Gründe siehe oben.

Was du natürlich erreichen kannst ist so etwas wie man es in Ländern ohne formale Berufsqualifikation findet. Jeder betreib bildet seine Leute für die eigenen Bedrüfnisse aus, womit sie dann auf dem „freien Arbeitsmarkt“ wenig kompatibel sind und niedriger Qualifzierte überall wieder bei null anfangen dürfen. Aber das wolltest du sicher nicht.

Gruß
Werner

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Wo du aber m. E. völlig ins leere läufst ist die Vorstellung
ein Bildungsinstitut wäre geeignet marode Firmen aufzukaufen
und dann in einer gigantischen
Holding-Konzern-Oderwasauchimmer-Struktur die Gelder für die
Ausbildung und die Auszubildenden zu erwirtschaften.
Die Gründe siehe oben.

Was du natürlich erreichen kannst ist so etwas wie man es in
Ländern ohne formale Berufsqualifikation findet. Jeder betreib
bildet seine Leute für die eigenen Bedrüfnisse aus, womit sie
dann auf dem „freien Arbeitsmarkt“ wenig kompatibel sind und
niedriger Qualifzierte überall wieder bei null anfangen
dürfen. Aber das wolltest du sicher nicht.

Gruß
Werner

Hallo Werner,
Deine Einwände sind einleuchtend. Mein Gedanke ist auch eher ganz grundsätzlicher Art: Wie kann man Bildung attraktiver anbieten?

Dem größten und alamierend ärgsten Mangel in der Welt, der Ursache für Hunger, Unmenschlichkeit, Krieg und Elend, nämlich der allgemeinen Bildung, steht zwar ein ebenso großes Angebot gegenüber, aber in einer derart unattraktiven und offenbar dumm-abstoßenden und unverdaulichen Art und Weise, so als würde man einem Verdurstenden faules Meerwasser anbieten, so dass trotz Mangel für dieses Angebot keine entsprechende Nachfrage besteht.

Die Ursache für diese Absurdität stellte ich am Beispiel meines Neujahrbriefes an ein kommerzielles Bildungsinstitut zur Diskussion, in dem ich als Lösung vorschlug, dass Bildung nicht mehr nur indirekt zum Bestreiten des besseren Lebensunterhaltes führt, sondern direkt, dass sich also unmittelbar die Qualifizierung der Bildung durch Qualität der Produkte oder Leistungen finanziert, was organisatorisch kein grundsätzliches Problem darstellt.
Es ist sicher leichter, als ein Auto herzustellen um damit Geld zu verdienen.
Es gibt weltweit bekannte Beispiele im Kleinen wie weltweit Bekannte, wie Silicon Valley, das indische „Infosys Technologies“,
http://www.infosys.com/gdm/infrastructure.asp
http://www.infosys.com/gdm/infrastructure.asp
http://de.wikipedia.org/wiki/Infosys_Technologies_Ltd
oder das Projekt „KREDITE FÜR DIE ARMEN“ von Muhammad Yunus, zu dem auch gegenseitige fachliche Anleitung gehört.

Learning by watching, hearing, repeating;
Learning by teaching,
Learning by doing,
Dazu gibt es viele Millionen Webseiten, meist in Englisch oder Spanisch freilich.
Kombiniert ermöglicht es, jedem “Studierenden” und zugleich „Lehrenden“ und Praktizierenden d.h. „Arbeiter“ ein angemessenes Gehalt und Auskommen zu zahlen.
Das alles als Werbung für ein lukratives Privatunternehmen.

Der positiven Perspektive, daß sich Theorie immer zugleich in der Praxis bewähren muß, steht natürlich die berechtigte Skepsis gegenüber, daß dort, wo Tapeten, Autos, Zeitungen, Medizin, Kühlschränke usw. hergestellt werden, die Geisteswissenschaften zu kurz kommen. Aber, eine solche Firma zahlt Steuern, - wie jede andere auch, und ihre Existenz bedeutet ja nicht, daß die lahmarschigen, staatlichen Bildungsdinosaurier dicht machen müssen. Die freuen sich über jeden Studenten, der wegbleibt.

Natürlich wäre ich als Idealist total ungeeignet, derartiges zu realisieren, (wie jede herkömmliche Universität nicht anders) - sowenig ich ein Auto bauen könnte, um damit Geld zu verdienen. Dies benötigt knallharte Organisation.

Aber das wäre ein anderes Thema.

Ganz herzlich
Friedhelm