Bildungsreform

ich habe gerade einen Neujahrsbrief an das größte deutsche Bildungsinstitut geschickt „ils GmbH“ und würde gerne die Kommentare eines Expertenteams dazu hören:
betr.: Lernsysteme

Verehrter Herr Karsten,

Vorweg meine besten Wünsche fürs Neue Jahr 2007!

ich bekomme nun seit Jahren freundlicher Weise Ihre Lehr- bzw. Lernangebote und schreibe Ihnen diesen Brief als Dankeschön.
Fast mit Neid sehe ich das große Fachwissen Ihres Institutes, geordnet in fast tausend Lehrgänge und sorgfältig unterteilt noch in das Vielfache klar durchdachter und umrissener Prüfsegmente.

An Ihrem Gesamtauftritt möchte ich dennoch zwei Kritikpunkte äußern, deren Topik durchaus veränderbar sind.

  1. Trotz Ihres Angebots, den Studenten pädagogisch zu beraten und zu betreuen, ist die Didaktik selbst kaum ein Thema. Wie lerne ich das Lernen? Lernen durch Lehren. Infos über Wikipedia.
  2. Statt in erster Linie Geld zu fordern, sollten Sie das Studium als Arbeitsplatz anbieten und jedem Studenten ein Gehalt zahlen, von dem er leben kann. Angesichts der europäischen Schultradition mag Ihnen dies verrückt oder utopisch vorkommen, - ist jedoch nur eine Frage der Logistik und Organisation. Angesichts des weltweiten Bildungsmangels – z.B. 15 Millionen Straßenkinder ohne Schulbildung allein in Brasilien! kann man von einer weltweiten Nachfrage sprechen ohne ein entsprechendes Angebot.
    Ihr Institut würde in kurzer Zeit das weltweit größte Unternehmen überhaupt.

Haben Sie keine Angst vor neuen Ideen!

ganz herzlich
Friedhelm Schulz

hallo friedhelm,

die idee ist sicher schoen und ich melde mich freiwillig zum empfaenger, aber wenn du mir einen kritikpunkt erlaubst…

wieso soll der empfaenger der leistung, also der student, bezahlt werden?
ein student darf kostenlos buecher benutzen. er darf in vielen staedten kostenlos bis guenstiger eintritte und fahrkarten nutzen. und das wohl markanteste…
weisst du, was eine professorstunde in zukunft kostet, wenn man den studenten bezahlt?
im hoersaal bekommt der student kostenlos bildung angeboten. selbst 500euro im semestern sind bei 20sws und 20 wochen pro semester rund 1.25 euro stundenlohn, welchen der student an den prof zahlt. ich habe das ganze noch kostenlos bekommen.
wenn wir den kindern in brasilien helfen wollen, sollten wir uns hilfsorganisationen anschliessen, die regierungen attackieren, die das land in den schmutz ziehen[bisher tun das nur terroristen aus uns voellig unbekannten gruenden] und aufhoeren, fuer geld zu toeten.
mfg:smile:
rene

Hallo.
Zumindest der Teil über die Bezahlung der Studenten kann ich eigentlich nur als Scherz auffassen.
Diese GmbH ist ein wohl ein privates Wirtschaftsunternehmen. D.h. es muss durch Verkauf von irgend etwas Geld einnehmen, um seine Kosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften.

Im Moment werden Kosten verursacht, z. B. durch die Löhne und Sozialabgaben der pädagogischen Mitarbeiter, der Verwaltungsangestellten, für Räume und Material (+ Gewinn).

Einnahmen werden erzielt durch die Gebühren den Studenten (gibt es noch staatliche Fördermittel?)

Wenn die Studenten jetzt noch Geld bekommen sollen, hat das Unternehmen nur noch Kosten und keine Einnahmen mehr.

Ich denke du bemerkst das Problem.

Gruß
Werner

Hallo.
Zumindest der Teil über die Bezahlung der Studenten kann ich
eigentlich nur als Scherz auffassen.
Ich denke du bemerkst das Problem.

Gruß
Werner

War mir klar, lieber Werner, ich komme nicht aus einer anderen Welt. :wink:
Die Frage „Wer soll das bezahlen?“ . - nun ja, es muß halt so organisiert werden, daß es sich selbst durch Anwendung bezahlt macht. Und das ist weniger kompliziert als ein Auto.
Z.B. kleinere Prüfungssegmente oder Lerneinheiten können wie ein Puzzle briefmarkenartig z.B. wie sechs- oder achteckige Dominosteine einerseits in verschiedene Richtungen weiterführen und zum Weiterstudium berechtigen, andererseits aber dazu qualifizieren, teils andere Studenten zu unterrichten bzw. bereits in praktischer Arbeit anzuwenden, z.B. in Firmen, die man landesweit gründet oder aufkauft, saniert und wieder verkauft, - je nach Bedarf. Zuschüsse vom Staat brauchen deswegen nicht ausgeschlossen zu sein.
Das Sozialgefüge wäre natürlich ein grundlegend anderes als das der gegenwärtigen Bildungsaristokratie, wo das ungebildete Volk, der Pöbel die Qualifizierung der späteren „Elite“ bezahlt. Stattdessen: Jeder arbeitet, unterrichtet und studiert praktisch gleichzeitig - und zwar lebenslang.

ganz herzlich
Friedhelm

hallo friedhelm,

die idee ist sicher schoen und ich melde mich freiwillig zum
empfaenger, aber wenn du mir einen kritikpunkt erlaubst…

wieso soll der empfaenger der leistung, also der student,
bezahlt werden?

damit jeder studieren kann.

im hoersaal bekommt der student kostenlos bildung angeboten.

umsonst ist nichts. Die Frage ist, wer bezahlt das?
Das Sozialgefüge wäre natürlich ein grundlegend anderes als das der gegenwärtigen Bildungsaristokratie, wo das ungebildete Volk, der Pöbel die Qualifizierung der späteren „Elite“ bezahlt.

Die Frage „Wer soll das bezahlen?“ . - nun ja, es muß halt so organisiert werden, daß es sich selbst durch Anwendung bezahlt macht. Und das ist weniger kompliziert als ein Auto.
Z.B. kleinere Prüfungssegmente oder Lerneinheiten können wie ein Puzzle briefmarkenartig z.B. wie sechs- oder achteckige Dominosteine einerseits in verschiedene Richtungen weiterführen und zum Weiterstudium berechtigen, andererseits aber dazu qualifizieren, teils andere Studenten zu unterrichten bzw. bereits in praktischer Arbeit anzuwenden, z.B. in Firmen, die man landesweit gründet oder aufkauft, saniert und wieder verkauft, - je nach Bedarf. Zuschüsse vom Staat brauchen deswegen nicht ausgeschlossen zu sein.
Stattdessen ganz grundsätzlich: Jeder arbeitet, unterrichtet und studiert praktisch gleichzeitig - und zwar lebenslang.

ganz herzlich
Friedhelm

hallo,

wieso soll der empfaenger der leistung,

also der student,

bezahlt werden?

damit jeder studieren kann.

auch wenn die frage vielleicht in deinen ohren merkwuerdig klingen mag, aber wieso sollte denn jeder studieren???
wer verpackt denn dann die pralinen, die ich zu weihnachten kaufe?
wer schliesst dann meinen eherd an?
wer baut mir mein haus?

im hoersaal bekommt der student kostenlos

bildung angeboten.

umsonst ist nichts. Die Frage ist, wer bezahlt das?
Das Sozialgefüge wäre natürlich ein
grundlegend anderes als
das der gegenwärtigen Bildungsaristokratie,
wo das ungebildete
Volk, der Pöbel die Qualifizierung der späteren „Elite“
bezahlt.

nein, der poepel zahlt im moment die rentner. und das zahlt nicht nur der poepel, sondern auch der studierte. nur verdient der poepel schon mindestens 4 jahre laenger geld - bei 2000 euro/monat rund 100.000.

Die Frage „Wer soll das bezahlen?“ . - nun ja,
es muß halt so
organisiert werden, daß es sich selbst
durch Anwendung bezahlt
macht. Und das ist weniger kompliziert als ein Auto.

zumindest es aufzuschreiben…

Z.B. kleinere Prüfungssegmente oder
Lerneinheiten können wie
ein Puzzle briefmarkenartig z.B. wie sechs-
oder achteckige
Dominosteine einerseits in verschiedene Richtungen
weiterführen und zum Weiterstudium
berechtigen, andererseits
aber dazu qualifizieren, teils andere Studenten zu
unterrichten bzw. bereits in praktischer
Arbeit anzuwenden,

zum einen - das passiert schon sehr haeufig.
zum anderen - andere studenten zu unterrichten ist nicht jedermanns sache. das macht 1 von 20. und wo landen wir dann??? ein prof. ist kein prof., weil er mal nen schein irgendwo gemacht hat. das sind jahre der erfahrung, die er weitertraegt.und die muessen sitzen.

z.B. in Firmen, die man landesweit
gründet oder aufkauft,
saniert und wieder verkauft, -
je nach Bedarf.

??? ist das deine vorstellung der zukunft? da kann ich dich beruhigen…das gibt’s schon.
und besonders extrem gab’s das nach der wende im osten. nur hat der studierte dem staat einen strich durch die rechnung gemacht. er hat die firmen nur aufgekauft und aschliessend geschlossen. billige konkurrenz muss vernichtet werden.

Zuschüsse vom
Staat brauchen deswegen nicht ausgeschlossen zu sein.

nicht ausgeschlossen???woher soll denn das geld kommen -fuer die studenten? aus der rentenkasse? dem roten kreuz? oder vom vw-vorstand?

Stattdessen ganz grundsätzlich: Jeder
arbeitet, unterrichtet
und studiert praktisch gleichzeitig -
und zwar lebenslang.

lebenslang? du meinst, solange man will…ich will nicht mein leben lang studieren. das wollen nur philosophen und die sind nicht produktiv.

etwas grundsaetzliches, was du verlangst, ist ungefaehr mit dem verlangen nach kommunismus gleichzusetzen.
der mensch will nicht immer 1000 euro verdienen. und nicht jedes gramm wissen, berechtigt ihn nun, seinen lohn um 1cent zu erhoehen, was aber die folge deines systems waere.
wenn ich 10 jahre studiert habe und mir mit lehren, arbeiten und studieren gleichzeitig dem buckel krumm mache, wieso kann ich nicht 4 jahre nur studieren und dann arbeiten und 3 mal mehr verdienen.

oder denkst du, ich kann die gleiche menge stoff studieren, wenn ich lehre, arbeite und studiere - im gegensatz dazu, wenn ich nur studiere???

mfg:smile:
rene

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Hallo Friedhelm!

Statt in erster Linie Geld zu fordern, sollten Sie das Studium als Arbeitsplatz anbieten und jedem Studenten ein :Gehalt zahlen, von dem er leben kann. Angesichts der europäischen Schultradition mag Ihnen dies verrückt oder :utopisch vorkommen, - ist jedoch nur eine Frage der Logistik und Organisation.

Auf den ersten Blick erscheint Dein Vorschlag irreal, schließlich arbeiten private Bildungsangebote mit Gewinnerzielungsabsicht. Umgekehrt aufgezäumt entpuppt sich der Vorschlag aber als funktionierender und alter Hut: Finanzierung von Ausbildung aus gewinnorientierter Tätigkeit. Genau so wird bei der gewerblichen Ausbildung verfahren. Ähnlich funktionieren betriebsinterne Schulen und Netzwerke von Unternehmen, die gemeinsam als Träger und Finanziers von Bildungseinrichtungen bis hin zu privaten Hochschulen fungieren. Die Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München(?) gehören hinsichtlich Bezahlung der Studierenden ebenfalls in diese Kategorie. In allen genannten Varianten erhalten die Menschen während ihrer Ausbildung Geldleistungen bis hin zu einem Monatseinkommen, aus dem sich der komplette Lebensunterhalt bestreiten läßt.

Gruß
Wolfgang

hallo,

wieso soll der empfaenger der leistung,

also der student,

bezahlt werden?

Nun, studieren, lernen ist harte Arbeit. Warum sollte dies nicht bezahlt werden?

damit jeder studieren kann.

auch wenn die frage vielleicht in deinen ohren merkwuerdig
klingen mag, aber wieso sollte denn jeder studieren???
wer verpackt denn dann die pralinen, die ich zu weihnachten
kaufe?

Das machen ja längst die Maschinen!

wer schliesst dann meinen eherd an?
wer baut mir mein haus?

im hoersaal bekommt der student kostenlos

bildung angeboten.

umsonst ist nichts. Die Frage ist, wer bezahlt das?
Das Sozialgefüge wäre natürlich ein
grundlegend anderes als
das der gegenwärtigen Bildungsaristokratie,
wo das ungebildete
Volk, der Pöbel die Qualifizierung der späteren „Elite“
bezahlt.

nein, der poepel zahlt im moment die rentner. und das zahlt
nicht nur der poepel, sondern auch der studierte. nur verdient
der poepel schon mindestens 4 jahre laenger geld - bei 2000
euro/monat rund 100.000.

Nun, ich hatte mich bewußt etwas polemisch ausgedrückt, wenn ich vom ungebildeten „Pöbel“ sprach, und zwar als Kritik gegen die überkommene bildungsaristokratische Realität „Oben und Unten“ des gegenwärtigen Systems. Als Bildungsmisere ist dies noch ein Thema für sich. Ich bin aber kein Utopist und denke überhaupt nicht daran, dies Modell zu ändern.

Die Frage „Wer soll das bezahlen?“ . - nun ja,
es muß halt so
organisiert werden, daß es sich selbst
durch Anwendung bezahlt
macht. Und das ist weniger kompliziert als ein Auto.

zumindest es aufzuschreiben…

Z.B. kleinere Prüfungssegmente oder
Lerneinheiten können wie
ein Puzzle briefmarkenartig z.B. wie sechs-
oder achteckige
Dominosteine einerseits in verschiedene Richtungen
weiterführen und zum Weiterstudium
berechtigen, andererseits
aber dazu qualifizieren, teils andere Studenten zu
unterrichten bzw. bereits in praktischer
Arbeit anzuwenden,

zum einen - das passiert schon sehr haeufig.
zum anderen - andere studenten zu unterrichten ist nicht
jedermanns sache. das macht 1 von 20. und wo landen wir
dann??? ein prof. ist kein prof., weil er mal nen schein
irgendwo gemacht hat. das sind jahre der erfahrung, die er
weitertraegt.und die muessen sitzen.

dazu weiter unten.

??? ist das deine vorstellung der zukunft? da kann ich dich
beruhigen…das gibt’s schon.
und besonders extrem gab’s das nach der wende im osten. nur
hat der studierte dem staat einen strich durch die rechnung
gemacht. er hat die firmen nur aufgekauft und aschliessend
geschlossen. billige konkurrenz muss vernichtet werden.

Zuschüsse vom
Staat brauchen deswegen nicht ausgeschlossen zu sein.

nicht ausgeschlossen???woher soll denn das geld kommen -fuer
die studenten? aus der rentenkasse? dem roten kreuz? oder vom
vw-vorstand?

Deine Beispiele sind ganz richtig. Im Ansatz gibt es das alles bereits an allen Ecken, sei es unserer zweigliedriges Bildungssystem, wo der Meister den Gesellen, und der Geselle den Lehrling anlernt, sei es die innerbetriebliche, gutbezahlte Weiterbildung der Großunternehmer. (- - was allerdings in letzter Zeit nachgelassen hat, seit man ausländische Fachkräfte billiger bekommt.)

Stattdessen ganz grundsätzlich: Jeder
arbeitet, unterrichtet
und studiert praktisch gleichzeitig -
und zwar lebenslang.

lebenslang? du meinst, solange man will…ich will nicht mein
leben lang studieren. das wollen nur philosophen und die sind
nicht produktiv.

Dein Einwand ist verständlich und realistisch. Ausgerechnet der Mensch, der nicht einmal die Hauptschule geschafft hat, oder gerade so aus Gnade und Barmherzigkeit, der hat seine schlimmsten Lebenserfahrungen und die nachhaltigsten Beleidigungen als Versager in der Schule erlebt. Lernen ist für ihn ein Horror, eine Schreckensvorstellung. Eine folgenschwere Fehlleistung der Schule, - von übler Folge bis auf die Kinder in weiteren Generationen!!
Ich meine jetzt nicht Dich!!

etwas grundsaetzliches, was du verlangst, ist ungefaehr mit
dem verlangen nach kommunismus gleichzusetzen.

Ach ja! Ich denke überhaupt nicht an den Staat, sondern an ein weltweites Privatunternehmen, ähnlich so wie der Provider im Internet, der durch ein kluges Managment damit mehr Geld verdient, als jede Autofabrik, - weil die Nachfrage schier unendlich! - was zum Staat hin bestenfalls als Alternative Besserungen anregt.

der mensch will nicht immer 1000 euro verdienen. und nicht
jedes gramm wissen, berechtigt ihn nun, seinen lohn um 1cent
zu erhoehen, was aber die folge deines systems waere.
wenn ich 10 jahre studiert habe und mir mit lehren, arbeiten
und studieren gleichzeitig dem buckel krumm mache, wieso kann
ich nicht 4 jahre nur studieren und dann arbeiten und 3 mal
mehr verdienen.

oder denkst du, ich kann die gleiche menge stoff studieren,
wenn ich lehre, arbeite und studiere - im gegensatz dazu, wenn
ich nur studiere???

ja, denke ich tatsächlich. Heute lerne und studiere ich, und wenn ich meinen Schein habe und mich aufs hohe Roß setze, ist mein Wissen längst schon von Gestern, falls ich es nicht schon vergessen habe; mit meinem Titel verteidige und rechtfertige ich meine Blödheit; mit zunehmendem Alter verliere ich an Kompetenz, Aufnahmebereitschaft und Würde bzw. Gültigkeit, statt weise und geachtet zu werden. Ich verhindere Reformen, Innovationen und Entwicklung wo immer ich noch Macht habe, nur als Selbsterhaltungstrieb, - bis man mich (zurecht) feuert.

Friedhelm schulz

Hallo Friedhelm!

Statt in erster Linie Geld zu fordern, sollten Sie das Studium als Arbeitsplatz anbieten und jedem Studenten ein :Gehalt zahlen, von dem er leben kann. Angesichts der europäischen Schultradition mag Ihnen dies verrückt oder :utopisch vorkommen, - ist jedoch nur eine Frage der Logistik und Organisation.

Auf den ersten Blick erscheint Dein Vorschlag irreal,
schließlich arbeiten private Bildungsangebote mit
Gewinnerzielungsabsicht. Umgekehrt aufgezäumt entpuppt sich
der Vorschlag aber als funktionierender und alter Hut:
Finanzierung von Ausbildung aus gewinnorientierter Tätigkeit.
Genau so wird bei der gewerblichen Ausbildung verfahren.
Ähnlich funktionieren betriebsinterne Schulen und Netzwerke
von Unternehmen, die gemeinsam als Träger und Finanziers von
Bildungseinrichtungen bis hin zu privaten Hochschulen
fungieren.

Deine Beispiele sind ganz richtig. Im Ansatz gibt es das alles bereits an allen Ecken, sei es unserer zweigliedriges Bildungssystem, wo der Meister den Gesellen, und der Geselle den Lehrling anlernt, sei es die innerbetriebliche, gutbezahlte Weiterbildung der Großunternehmer. (- - was allerdings in letzter Zeit nachgelassen hat, seit man ausländische Fachkräfte billiger bekommt.) Siehe weitere Argumente unten an rene!

Die Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und
München(?) gehören hinsichtlich Bezahlung der Studierenden
ebenfalls in diese Kategorie. In allen genannten Varianten
erhalten die Menschen während ihrer Ausbildung Geldleistungen
bis hin zu einem Monatseinkommen, aus dem sich der komplette
Lebensunterhalt bestreiten läßt.

Gruß
Wolfgang

In seiner weitgehend unbeachteten Antrittsrede hatte der damalige Verteidigungsminister, Rudolf Scharping, angekündigt, aus dem größten Bildungsinstitut Deutschlands, der Bundeswehr, eine sich weitgehend selbstfinanzierende Musterbildungsanstalt zu machen. Ich weiß nicht, später hörte man nichts mehr davon.
Wahrscheinlich sind grundsätzliche Neuerungen nur von Privatfirmen her zu erreichen.

Gruß

Hallo.

Ich kann aber immer noch nicht erkennen, wo das Geld für die Bezahlung der Studenten herkommt. Irgendwer muss dieser GmbH dann ja die sagen wir mal 1000 € pro Student und Monat bereitstellen, damit dieser studieren kann. Der Staat wir für sowas kaum ausreichend Mittel zur Verfügung stellen(siehe BaföG).

Wenn die Studenten nebenher arbeiten sollen, um sich dieses Geld praktisch selbst zu verdienen, dann ist das für mich kein „Stipenium“, sondern das was jetzt für die Mehrzahl der Studenten Alltag ist - nebenher jobben. Nur vielleicht etwas besser organisiert und berufsbezogen.

Das Bildungsinstitut soll ja auch wohl keine Firmen betreiben, in denen dann die Studenten arbeiten, um mit den Gewinnen ihre eigenen Stipendien zu erwirtschaften.

Bleibt das große ?

Gruß
Werner

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hallo,

Nun, studieren, lernen ist harte Arbeit.
Warum sollte dies
nicht bezahlt werden?

weil sie geld kostet.

wer verpackt denn dann die pralinen,

die ich zu weihnachten

kaufe?

Das machen ja längst die Maschinen!

ich denke,du bist nicht ganz im bild.

Deine Beispiele sind ganz richtig. Im Ansatz
gibt es das alles
bereits an allen Ecken, sei es unserer zweigliedriges
Bildungssystem, wo der Meister den Gesellen,
und der Geselle
den Lehrling anlernt,

der meister, den es nur in deutschland gibt und der am aussterben ist, lernt den gesellen nicht an. der geselle muss es koennen.
der lehrling ist produktiv - deshalb wird er bezahlt.

sei es die innerbetriebliche,
gutbezahlte Weiterbildung der Großunternehmer.

eine weiterbildung kostet 1000ende von euro fuer wenige wochen. das zahlt der ag, weil der an es nicht kann. anschliessend hat der ag aber ein weiteres argument, sich zu verkaufen - naemlich ein bestimmtes zertifikat.

(- - was
allerdings in letzter Zeit nachgelassen hat, seit man
ausländische Fachkräfte billiger bekommt.)

wovon redest du?

Dein Einwand ist verständlich und
realistisch. Ausgerechnet
der Mensch, der nicht einmal die Hauptschule
geschafft hat,
oder gerade so aus Gnade und Barmherzigkeit,
der hat seine
schlimmsten Lebenserfahrungen und die nachhaltigsten
Beleidigungen als Versager in der Schule
erlebt. Lernen ist
für ihn ein Horror, eine Schreckensvorstellung. Eine
folgenschwere Fehlleistung der Schule, - von übler
Folge bis
auf die Kinder in weiteren Generationen!!

Ich meine jetzt nicht Dich!!

danke.

mit meinem Titel verteidige und rechtfertige
ich meine Blödheit; mit zunehmendem Alter verliere
ich an
Kompetenz, Aufnahmebereitschaft und Würde bzw.
Gültigkeit,
statt weise und geachtet zu werden.

da stossen wir auf ein problem. wer will einen deppen schon als weise betrachten.
ich gebe dir in einen recht. der respekt vorm alter waechst nicht gerade im garten des deutschen - das ist aber ein deutsches und amerikanischen problem.

Ich verhindere Reformen,
Innovationen und Entwicklung wo immer ich noch Macht
habe.

und du denkst, wenn du bist 60 um dein ueberleben kaempfst - mit 2000 euro - lehrst, studierst und arbeitest, ist die welt voller reformen???wer macht die denn dann, wenn alle lehren, studieren und arbeiten?

wenn du denkst, du kannst arbeiten, studieren und lehren und in 4 oder 5 jahren das gleiche wissen haben, wie als wenn du nur studierst, dann hast du eine merkwuerdige vorstellung eines studiums.

mfg:smile:
rene

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Hallo rene,
laß mich ein wenig sarkastisch antworten:

Vor nicht so langer Zeit - als es noch keine Automobile gab - unterhielt ich mich mit einem Dorfschmied. Ich zeigte auf einen vorbeifahrenden Leiterwagen: „Siehst Du, Michel, die Räder von diesem Karren werden von der Erde, von der Straße gedreht. In Zukunft wird es einmal umgekehrt sein, da werden die Räder vom Karren aus gedreht, und dann wird die Erde unter dem Karren weiterbewegt, - vom Karren aus gesehen.“
Michel schaute mich besorgt an, ob es mir auch gut gehe. Dann schüttelte er väterlich seinen Kopf, klopfte mir auf die Schulter:
„Mein lieber Friedhelm, die Erde steht fest, und du wirst sie nicht drehen und kein Karren der Welt. Du kannst die Welt nicht auf den Kopf stellen. Niemand kann das.“
Und damit endete unser Gespräch, und ich war dort in der Schmiede der Clown für viele, viele Jahre.
Umdenken ist halt schwer manchmal.
ganz herzlich
Friedhelm

Hallo Friedhelm,

Nun, studieren, lernen ist harte Arbeit. Warum sollte dies
nicht bezahlt werden?

wie René schon geschrieben hat: Weil der Student nicht produktiv ist und sein Studium sowieso schon subventioniert werden muss.

Ausgerechnet
der Mensch, der nicht einmal die Hauptschule geschafft hat,
oder gerade so aus Gnade und Barmherzigkeit, der hat seine
schlimmsten Lebenserfahrungen und die nachhaltigsten
Beleidigungen als Versager in der Schule erlebt. Lernen ist
für ihn ein Horror, eine Schreckensvorstellung.

Deine Darstellung ist viel zu einseitig. Ich kenne ein Exemplar, das die Hauptschule geschmissen hat, dann eine vom Vater für ihn hart erkämpfte Ausbildung in dem von ihm gewünschten Bereich ebenfalls, Hartz IV einkassiert und sich ein schönes Leben im Ausland mit seiner Freundin macht. Setz doch bitte deine rosarote Brille ab.
Es gibt außerdem genügend Menschen, die nun mal Tischler oder Kfz-Mechaniker werden und nicht erst ein langes, theoretisch geprägtes Studium dafür absolvieren wollen.

Nicht jeder, der nicht über ein Abitur studiert, ist mit seiner Situation unzufrieden und ein „Opfer“ dieser Gesellschaft.

ja, denke ich tatsächlich. Heute lerne und studiere ich, und
wenn ich meinen Schein habe und mich aufs hohe Roß setze, ist
mein Wissen längst schon von Gestern, falls ich es nicht schon
vergessen habe;

Wenn du arbeitest, bist du auf deinem Arbeitsgebiet ganz sicher mehr up-to-date, als wenn du es nur studierst. Deswegen wäre ich z.B. dafür, dass die Profs keine lebenslange Einstellung an den Unis haben, sondern dass mehr Leute aus der Industrie an den Unis unterrichten, die tatsächliche Praxiserfahrung mitbringen.

Gruß,
Anja

hallo,

„Mein lieber Friedhelm, die Erde steht fest,
und du wirst sie
nicht drehen und kein Karren der Welt.
Du kannst die Welt
nicht auf den Kopf stellen. Niemand kann das.“
Und damit endete unser Gespräch, und ich war
dort in der
Schmiede der Clown für viele, viele Jahre.
Umdenken ist halt schwer manchmal.

es geht nicht ums umdenken, lieber friedhelm. dazu sind wir alle in der lage.
und dies aufzuschreiben, ist leicht. es geht um die durchfuehrung. du beschreibst die situation, als waere sie quasi schon fertig und wir muessten nur wollen.

eines tages wird es vielleicht so sein, aber wie der schmied deiner geschichte schlitzohrig erkannte:
du wirst daran nichts aendern…und wenn ich sarkastisch hinzufuegen darf:…wenn du vor dem pc sitzt und dich mit aunglaeubigen, egoistischen, kurzsichtigen chattern unterhaeltst.

mache etwas dagegen, handele - du - und lehre die, die es wollen, nicht die, die es nicht wollen[ein problem, was du gerade spuerst, aber trotzdem nicht sehen willst…denn der mensch ist wie ein stern - von weiten sehen sie alle gleich aus, aber das sind sie nicht].

mfg:smile:
rene

Hallo Friedhelm,

Nun, studieren, lernen ist harte Arbeit. Warum sollte dies
nicht bezahlt werden?

wie René schon geschrieben hat: Weil der Student nicht
produktiv ist und sein Studium sowieso schon subventioniert
werden muss.

Ausgerechnet
der Mensch, der nicht einmal die Hauptschule geschafft hat,
oder gerade so aus Gnade und Barmherzigkeit, der hat seine
schlimmsten Lebenserfahrungen und die nachhaltigsten
Beleidigungen als Versager in der Schule erlebt. Lernen ist
für ihn ein Horror, eine Schreckensvorstellung.

Deine Darstellung ist viel zu einseitig.

recht hast Du. Das haben allgemeine Aussagen leider oft so an sich, ohne deswegen schon falsch zu sein.

Ich kenne ein
Exemplar, das die Hauptschule geschmissen hat, dann eine vom
Vater für ihn hart erkämpfte Ausbildung in dem von ihm
gewünschten Bereich ebenfalls, Hartz IV einkassiert und sich
ein schönes Leben im Ausland mit seiner Freundin macht. Setz
doch bitte deine rosarote Brille ab.
Es gibt außerdem genügend Menschen, die nun mal Tischler oder
Kfz-Mechaniker werden und nicht erst ein langes, theoretisch
geprägtes Studium dafür absolvieren wollen.

was heißt rosarote Brille? Ich spreche von einem privaten Bildungsunternehmen, das jedem, der will, eine Chance gibt. aber doch niemanden zwingt!

Nicht jeder, der nicht über ein Abitur studiert, ist mit
seiner Situation unzufrieden und ein „Opfer“ dieser
Gesellschaft.

auch da hast Du recht. Jeder ist frei und kann selbst bestimmen. Und mit seinem „Verstand“ ist so mancher zufrieden

ja, denke ich tatsächlich. Heute lerne und studiere ich, und
wenn ich meinen Schein habe und mich aufs hohe Roß setze, ist
mein Wissen längst schon von Gestern, falls ich es nicht schon
vergessen habe;

Wenn du arbeitest, bist du auf deinem Arbeitsgebiet ganz
sicher mehr up-to-date, als wenn du es nur studierst. Deswegen
wäre ich z.B. dafür, dass die Profs keine lebenslange
Einstellung an den Unis haben, sondern dass mehr Leute aus der
Industrie an den Unis unterrichten, die tatsächliche
Praxiserfahrung mitbringen.

Genau meine Rede, Natürlich gibt es unterschiedliche Wege und Möglichkeiten der Realisation und Finanzierung von so einem privaten Polytechnikum, denen die Verbindung von Lehre, Lernen und Anwendung gemeinsam sein dürfte, was übrigens im Ansatz bereits an vielen Stellen unserer Volkswirtschaft seit langem Realität ist, wie in unserem zweigliedrigen Bildungssystem der Meister oder Professor den Gesellen oder Meisterschüler, und der Geselle den Lehrling unterrichtet, oder sei es die innerbetriebliche Forschung oder Weiterbildung, was sich durch die höhere Qualität der Produkte und durch neue Ideen und Innovationen bezahlt macht.

Ein solches Bildungsinstitut muß Firmen gründen oder aufkaufen, sanieren und entsprechend profitabel betreiben und je nach Bedarf auch verkaufen. Der Studierende ist also auch Arbeitnehmer.
Dies schließt staatliche Zuschüsse ja nicht aus.
Obwohl einst Bahn und Post die Musterbetriebe in der Hand des Staates waren, glaube ich nicht, dass heute so ein schwerfälliges Monstrum wie ein Ministerium derartiges realisieren und effektiv betreiben könnte. Aber der Staat könnte es fördern.

Gruß
Friedhelm

hallo,

"Mein lieber Friedhelm,

du wirst daran nichts aendern…und wenn ich sarkastisch
hinzufuegen darf:…wenn du vor dem pc sitzt und dich mit
aunglaeubigen, egoistischen, kurzsichtigen chattern
unterhaeltst.

mache etwas dagegen, handele - du - und lehre die, die es
wollen, nicht die, die es nicht wollen[ein problem, was du
gerade spuerst, aber trotzdem nicht sehen willst…denn der
mensch ist wie ein stern - von weiten sehen sie alle gleich
aus, aber das sind sie nicht].

mfg:smile:
rene

Hallo rene,
Mein Beispiel vom guten Schmied Michel zeigt eigentlich doch, daß ich überhaupt keine Illusionen habe. Es ist vielleicht sogar gut, daß dieser Thread der Experten nicht auch schon ein Bildungsministerium ist!:wink:
Ob die „ils-GmbH“ mir anders antwortet, als mit dem Papierkorb, - ich werde sehen.

ganz herzlich
Friedhelm

Hallo.

Ich kann aber immer noch nicht erkennen, wo das Geld für die
Bezahlung der Studenten herkommt. Irgendwer muss dieser GmbH
dann ja die sagen wir mal 1000 € pro Student und Monat
bereitstellen, damit dieser studieren kann. Der Staat wir für
sowas kaum ausreichend Mittel zur Verfügung stellen(siehe
BaföG).

Wenn die Studenten nebenher arbeiten sollen, um sich dieses
Geld praktisch selbst zu verdienen, dann ist das für mich kein
„Stipenium“, sondern das was jetzt für die Mehrzahl der
Studenten Alltag ist - nebenher jobben. Nur vielleicht etwas
besser organisiert und berufsbezogen.

Letzteres ist ja mein Vorschlag!

Das Bildungsinstitut soll ja auch wohl keine Firmen betreiben,
in denen dann die Studenten arbeiten, um mit den Gewinnen ihre
eigenen Stipendien zu erwirtschaften.

Bleibt das große ?

Gruß
Werner

Danke für die konkrete Frage!

Natürlich gibt es unterschiedliche Wege und Möglichkeiten der Realisation und Finanzierung, denen die Verbindung von Lehre, Lernen und Anwendung gemeinsam sein dürfte, was übrigens - wie schon gesagt - im Ansatz bereits an vielen Stellen unserer Volkswirtschaft seit langem Realität ist, wie in unserem zweigliedrigen Bildungssystem der Meister oder Professor den Gesellen oder Meisterschüler, und der Geselle den Lehrling unterrichtet, oder sei es die innerbetriebliche Forschung oder Weiterbildung, was sich durch die höhere Qualität der Produkte und durch neue Ideen und Innovationen bezahlt macht.
Natürlich würde sich die Sozial- und Qualifizierungsstruktur eines solchen Polytechnikums ziemlich von der Struktur staatlicher Universitäten unterscheiden. Qualifikationsstufen lägen näher beisammen, wären leichter kompatibel. Man kann jederzeit ein- oder austreten, ohne damit einen Makel im Lebenslauf zu verursachen.
Ein solches Bildungsinstitut muß Firmen gründen oder aufkaufen und entsprechend profitabel betreiben und je nach Bedarf auch verkaufen. Der Studierende ist also auch Arbeitnehmer.
Dies schließt staatliche Zuschüsse ja nicht aus.
Obwohl einst Bahn und Post die Musterbetriebe in der Hand des Staates waren, glaube ich nicht, dass heute so ein schwerfälliges Monstrum wie ein Ministerium derartiges realisieren und effektiv betreiben könnte. Aber der Staat könnte es fördern, da ja die eigentliche Zielgruppe das weltweit am stärksten wachsende sog. Prekariat ist.

Ausgelassen habe ich bei dieser Skizze die anderen Aspekte wie Pädagogik, Didaktik, Werbung, Führungsstruktur, Medien, Sozialstruktur, Prüfungs- und Testmethoden, Lehrmaterial, Lehrorganisation und die Kompatibilität zu bestehenden reinen Bildungseinrichtungen usw. usw.

So ganz einfach ist es sicher nicht, damit Geld zu verdienen und dabei auch noch Aktionäre zu ernähren. Aber doch einfacher, als ein Auto zu bauen, - denke ich!

ganz herzlich
Friedhelm

hallo lieber guter friedhelm,

Ein solches Bildungsinstitut muß Firmen gründen oder
aufkaufen, sanieren und entsprechend
profitabel betreiben und
je nach Bedarf auch verkaufen.

hervorragende idee. hat noch nie jemand versucht. voellig neu, dieser vorschlag…:wink: hast du eine ahnung, wieviele BILLIONEN dareinfliessen wuerden? wieviele 100000e unternehmen du damit in die pleite treiben wuerdest?
welche marktmacht so ein unternehmen haette?

du vergisst immer wieder den faktor mensch, den du hier nur in form des lernwilligen studenten histellst.

mfg:smile:
rene

hallo lieber guter friedhelm,

Ein solches Bildungsinstitut muß Firmen gründen oder
aufkaufen, sanieren und entsprechend
profitabel betreiben und
je nach Bedarf auch verkaufen.

hervorragende idee. hat noch nie jemand versucht. voellig neu,
dieser vorschlag…:wink: :rene

Da gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten und Wege, und es ist zu hoffen, daß es irgendwann auch entsprechend unterschiedliche Konzepte und Angebote geben wird, unter denen man nach Gustus wählen kann.
Gehen wir als ein Beispiel von Deutschland aus, - obwohl derartig Neues wohl eher in den USA oder Indien denkbar ist.
Hier in Deutschland machen jährlich etwa 30 000 Firmen Pleite, weil ihre Chefs zu blöd sind, sich rechtzeitig auf neue Verhältnisse einzustellen oder nicht wirtschaften können. Für wenige Euros kauft ILS z.B. eine solche Firma auf, - die z.B. Tapeten herstellt. Jetzt besitzt ILS das Knowhow (hoffe ich wenigstens :smile:), eine solche Firma wieder flott zu machen. Die alte oder eine neue Belegschaft, Techniker, Graphiker, Chemiker, Buchhalter, Hilfsarbeiter usw., die einen Vertrag mit ILS eingehen will, wird getestet auf Fähigkeiten, Begabung und Bildungsstand. Man arbeitet 4 Stunden und 4 Stunden unterrichtet man (bzw. lernt andere an - ganz betriebsbezogen) und man läßt sich unterrichten oder anlernen. Wer nicht Lesen, Schreiben und Rechnen kann (z.B. als Ausländer) aber handwerklich schon eingearbeiten und entsprechend handwerklich begabt bzw anstellig und erfahren ist, fängt mit seinem theoretischen Unterricht ganz Unten an, im Praktischen kann er auf einer ihm entsprechenden Ebene arbeiten und andere anlernen.
Ob sich Theorie und Praxis nun täglich oder wöchentlich oder monatlich auf je 50% teilt, liegt womöglich am jeweiligen Arbeitsplatz. Wer wen wo und wann unterrichtet, bzw. beim Lernen begleitet, anleitet und am Ende einer Lerneinheit prüft , bzw entsprechend angeleitet und geprüft wird, muß und kann natürlich klar geregelt sein. Mit der kontinuierlich wachsenden Qualifikation der ganzen Belegschaft steigt entsprechend auch die Möglichkeit neue Produkte herzustellen.
Ohne Komputer wäre dies natürlich kaum realisierbar.
Aber nochmal ganz grundsätzlich:
Wieso ist es nicht das sog. Prekariat, das in den Armenvierteln der Städte lebt, wo die Eltern Zeit hätten zu lesen, sich weiterzubilden, ihre Kinder ordentlich zu fördern, so daß dort die zukünftige Elite der Menschheit heranwächst? - Ich meine, wenn die Not die Strebsamkeit des Menschen fördern würde?
Wie schon gesagt, werden 2007 erstmals 50% der Menschheit in Städten leben (Rifkin), davon 30% in Armut!
Die Auswirkung von Armut und Untätigkeit bewirkt leider das Gegenteil, - bei Ausländern nicht anders als bei Deutschen.
Deswegen würde ich nicht als Druckmittel den Sozialsatz noch weiter kürzen, - solange er noch irgendwie bezahlbar ist.
Ich habe mir die Liste der fast tausend Kursangebote bei der Firma „Ils G.m.b.H.“ angesehen. Für einen Arbeitslosen natürlich unbezahlbar und didaktisch vorsintflutlig, d.h. ungenießbar.
Aber als Job bei „Ils“, wie ich es als Neujahrsgruß dorthin vorschlug, mit einem Einkommen, das wesentlich höher liegt, als der Mindestsozialsatz, würde ja zugleich dem Teilnehmer ein gesellschaftlicher Status sowohl als „Student“ wie auch als „Lehrer“, „Tutor“ - mit Aufstiegsmöglichkeiten bis zum Professor angeboten. Und zwar zugänglich ohne Hürde selbst für einen Analphabeten.
Das könnte ein Motivationsfaktor sein.
Bei solchen Gedanken standen mir natürlich die Absurditäten des bestehenden staatlichen Bildungssystems vor Augen, die von staatswegen auch nicht abgebaut werden können, weil die Zuständigen jeweils Produkte dieses absurden Bildungssystems und auch nur deshalb zuständig sind, - die sich eben nicht selbst infrage stellen, d.h. als inkompetent hinstellen können.
Aber das wäre wieder ein anderes Thema.

In Afrika und auch in Indien gibt es derartige Modelle übrigens schon seit einiger Zeit, wo jeder jeden anleitet, und wo man die erzeugten Waren auch gemeinsam vermarktet.

Eine andere Idee von oui,
mit geringem Kostenaufwand zu unterrichten, wäre die praktizierte Idee mit den Gutscheinen (gibt es z.B. in USA u. Argentinien): Du bietest die Tätigkeit an, die Du gelernt hast und erhältst im Gegenzug die gleiche Anzahl an Stunden einer anderen Leistung. D.h. Du gibst 10 h Unterricht in der Woche und erhältst dafür 10 h Renovierungsarbeiten, da Du gerade Deine Wohnung streichen/tapezieren möchtest. Oder sparst Dir Deine Stunden auf, um Gutstunden im Alter zu haben, d.h. Dich jemand pflegen könnte oder für Dich einkaufen würde.
Natürlich könnte auch jemand, der z.B. pensioniert ist, ehrenamtlich unterrichten. 1 Fach 5 h die Woche. Wenn sich da einige zusammentun würden, käme eine komplette Unterrichtswoche für 1 Klasse zusammen.

So fürchterlich weltfremd sind derart besorgte Gedanken und Versuche wohl kaum.

ganz herzlich
Friedhelm

Hallo.

Neben allem möglichen anderen nur noch ein Zitat von J. B. Shaw, dass aufzeigt warum m. E. die Idee, dass ein Bildungsinstitun marode Firmen saniert und dabei auch noch hervorragende individuell zugeschinittene Bildung vermittelt zum Scheitern verurteilt ist:

Who can - does
Who can not - teaches
Who can not teach - teaches how to teach

Sehr viele Konzerne mussten sich auf ihre Kernkompetenzen reduzieren um erfolgreich zu bleiben, und da erwartest du, dass Leute deren Begabung eigentlich das Lehren sein sollte, gewissermaßen nebenbei auf zig verschiedenen Feldern im harten globalisierten Wettbewerb bestehen?
Oder vielleicht noch absurder: dass Leute, die das brutale Geschäft der Gwinnmaximierung beherrschen, gleichzeitig die Begabungen und Defizite Lernender erkennen und individuell fördern bzw. ausgleichen und dabei selbst den schwachen ein Einkommen oberhalb des sozialen Minimums gewährleisten.
Nichts für ungut, aber angesichts der faktischen Unzulänglichkeiten des Menschen, glaube ich diese Diskussion gehört ins Religionsbrett.

Gruß
Werner