Bildungswesen DDR u.Finnland; DDR u.Jurastudium

Hallo, Experten und Eingeweihte -
1.kürzlich wurde in diesem Brett (i.Zus. mit PISA-Studie) das Bildungswesen Finnlands als in vielem von der DDR inspiriert dargestellt. Es wurden Details angegeben - läßt sich das nachlesen? Evtl. noch genauer?
2. Ich erfuhr von einer Juristin, die noch zu DDR-Zeiten studiert hat,
man habe in der DDR sehr viel mehr lernen müssen ( als angehender Jurist) als im Jurastudium der BRD vorgesehen sei. Stimmt das?

Mich interessiert (zusammenfassend) daran die Frage, ob es nicht etwas voreilig war, die DDR einfach einzugemeinden, ohne das, was man „drüben“ hatte, einer genaueren vergleichenden Prüfung zu unterziehen. S. auch Stellung der Frau, Versorgung der kleinen Kinder usw… Was ideologisch durchtränkt war, mußte ja nicht genauso übernommen werden - aber was sich bewährt hatte??? Danke, I.R.

Auch wenn’s vielleicht nicht ganz deiner Fragestellung entspricht…ich habe hier noch ein Protokoll von einem Vortrag der finnischen Botschaft über das finnische Bildungssystem.
Ist etwas unstrukturiert, aber ich musste das Zeug so abtippen, wie die Folien kamen und gesprochen wurde.

Organisation: Zentralamt für Unterrichtswesen, Kommunen , Schulen
Inhaltlich werden nur die Ziele vorgegeben
Einheitlicher Lehrplan
Lehrplan in den Schulen gleich
Zu jedem Fach erhalten Kinder ein Lehrbuch
Schulen haben Spielraum innerhalb der Bedingungen, können eigene Schwerpunkte setzen und Ideen verwirklichen
Gemeinsame Schule bis zur 9. Klasse
Schuljahr dauert 190 Tage
Mindeststundenzahl pro Woche variiert zwischen 19 und 30, je nach Klassenstufe und Anzahl der persönlichen Wahlfächer
Stunden fallen nicht aus, da Ersatzlehrer (Studenten) vorhanden
Klassenstärke: 22-28, auch 30 bis 40 Schüler
Sitzenbleiber werden frühzeitig gefördert und unterstützt

Ziele:
Erziehung zu Menschlichkeit und Verantwortlichkeit für die Gesellschaft
Förderung des Selbstbewusstseins
Entwicklung der Urteilsfähigkeit
Kulturelle Identität und Internationalität

Fächer:
Muttersprache/Literatur, zweite Landesprache, drei weitere Fremdsprachen (eine Pflicht [mindestens zwei Fremdsprachen]), Umweltlehre, Gesundheitslehre, Religion oder Ethik, Geschichte, Gesellschaftskunde, Physik, Chemie, Mathematik, Biologie, Geographie, Sport, Musik, Kunsterziehung, Handarbeit und Hauswirtschaften
Fremdsprachen: Englisch und meist schwedisch oder finnisch
Erste Fremdsprache ab 3. Klasse

Notensystem:
Von Klasse eins bis vier dürfen ach dem Schulgesetzt keine Noten in Ziffernform vergeben werden
In den Klassen fünf bis sechs können die Schulen selbst entscheiden, ob sie Ziffernnoten geben sollen
Erst ab Klasse sieben müssen Ziffernnoten gegeben werden
Notenskala: 4 bis 10
Note 8: „gut“, leicht zu schaffen, Durchschnitt

Gesamtschule = Ganztagsschule
Ab 19 Stunden pro Woche

Vor- und Nachmittagsbetreung für 7-8jährige Vorgeschrieben
AGs am Nachmittag
Fächerübergreifender Unterricht vorgeschrieben
Abendschule bis 20 Uhr mit Betreuung

Stellung der Lehrer:
Lehrer ist nicht Hauptdarsteller, sondern begleitender Berater
Die Lehrerausbildung findet in Finnland an Unis statt
Der Beruf des Lehrers genießt in Finnland hohes Ansehen
Als Schülerfürsorge sind neben den Eltern folgende Personen an jeder Schule tätig:
Schulleiter, Klassenlehrer, Fachlehrer, Sonderpädagoge, Schulkurator, spezielle Lehrer für Legastheniker, Schulassistenten, Gesundheitsfürsorger, Schulpsychologen, Schullaufbahnberater

Die Lernumgebung im Bereich Lehrer-Schüler-Verhältnis:
Der Lehrer zeigt Interesse für jeden einzelnen Schüler
Der Lehrer gibt den Schülern die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern
Der Lehrer unterrichtet so lange, bis Schüler den Stoff verstehen
Lehrer häufig mit Vornamen angesprochen, jedoch kein Autoritätsverlust

Ein günstiges Lernklima:
Kostenloser Förderunterricht, die Förderung schwächerer und ausländischer Schüler
Unterricht, Lehrbücher, Lernmaterial, Schulmahlzeiten, Schultransport und zahnärztliche Versorgung sind kostenlos
Ein gutes Angebot an Bibliotheken (mit Internetzugang in den Bibl.)
Förderunterricht nicht peinlich für die Schüler
Förderunterricht für Schwache, Kranke, emotional gestörte
Migrantenkinder erhalten 20 Stunden finnisch pro Woche in der Vorschule

Keine Aggressionen an den Schulen durch Sonderunterricht (z.B. für Aggressive)

60% der Gesamtschulabsolventen gehen ans Gymnasium
Abitur: Klassenloses Kurssystem
60% aller Schüler bestehen Abitur
58% aller Abiturienten beginnen Hochschulstudium

Schulische Einrichtungen genießen das Vertrauen der Bevölkerung

Keine Graffiti oder Zerstörungen an den Schulen

Schulbus holt jeden Schüler ab
In ganz ausgedünnten Regionen: Unterricht per Video, Internet


Dazu noch eine Anekdote: Anscheinend kennt man in Finnland das Wort Schulschwänzer nicht, bzw. auch keine Umschreibung dafür. Als beschrieben wurde, dass hier Schüler teilweise von der Polizei zur Schule gebracht werden müssen, ernteten wir nur große Augen bei den Botschaftsmitarbeiterinnen.

Liebe Irmtraut,

mit Sicherheit war sehr viel sehr vorschnell, was die gesamte Wendezeit anbelangt. In so kurzer Zeit und mit so weniger „offenem Gehör“ KANN es einfach nicht ernsthaft angegangen worden sein. Heute nun, wo der gemeine Ossie wieder bereit ist, seine eigenen Produkte zu kaufen und sie nicht zu verschmähen (manche erheben sie ja inzwischen sogar in den Kultstatus) und wo der gemeine Wessie kaum weiß, dass es jenseits von Hessen auch noch schönes Land mit Menschen gibt, die nicht nur von einer Arbeit als Kloputzer oder Straßenkehrer träumen - heute kommen wir alle so langsam aber sicher wieder auf dem Boden der Realitäten an und können uns prima und vernünftig darüber unterhalten, was WIRKLICH schlecht, was WIRKLICH gut war. Das finde ich (gebürtige Ost-Berlinerin) richtig gut, übrigens!

1.kürzlich wurde in diesem Brett (i.Zus. mit PISA-Studie) das
Bildungswesen Finnlands als in vielem von der DDR inspiriert
dargestellt. Es wurden Details angegeben - läßt sich das
nachlesen? Evtl. noch genauer?

Keine Ahnung. Das eine Posting hier aber war sehr anschaulich. Ich habe es mir von vorne bis hinten durchgelesen und muss Dir sagen: viel Gemeinsamkeiten gibt es wohl doch nicht, außer vielleicht, dass Rahmenbedingungen ähnlich strukturiert gesetzt worden sind. Aber der Inhalt der Schulbildung sollte und ist das Maßgebliche. Wir hatten hier schon einmal eine Diskussion über Sinn und Unsinn ideologischer „Bildung“ schon im Kleinstkindalter, die „Forumung des sozialistischen Menschen“ und ähnliche DDR-typischen Sachen. PISA gab es ja damals noch nicht. Aber von Olympiaden war beinahe in allen Fächern die Rede: Sport-Olympiade, Mathematik-Olympiade, Physik-Olympidade etc. pp. Die Besten wurden überall gewissenhaft gesucht und gefördert. Leistung zählte etwas. Aber leider nicht nur. Die Kehrseite war Druck von außen bis ins kleinste Familienleben hinein: Sippenhaft in Reinstform!

  1. Ich erfuhr von einer Juristin, die noch zu DDR-Zeiten
    studiert hat,
    man habe in der DDR sehr viel mehr lernen müssen ( als
    angehender Jurist) als im Jurastudium der BRD vorgesehen sei.
    Stimmt das?

Tja, meine Mutter war Staatsanwältin in der DDR. Sie hat insgesamt vier Jahre lang studiert. Das Grundstudium zusammen mit Journalisten (ist heute wohl auch noch so). Ihre Vorbildung war 8 Jahre Volksschule, dann zwei Jahre Arbeiter-und-Bauern-Fakultät, dann Studium. Das BGB wurde auch in der DDR noch bis in die Siebziger Jahre angewandt, sodass es also auch zum Lehrstoff gehörte. ABER: Nach der Wende kam heraus, dass das Gelernte eines DDR-Volljuristen dem Wissensstand eines 1. Staatsexamens entspricht.

Ich weiß nicht, was Dir diese Frau erzählt hat, aber es entspricht wohl eher einem Wunschdenken. Was nicht heißt, dass das Wissen der DDR-Juristen nicht ausgereicht hätte für das gängige West-Niveau (wenn ich das jetzt mal so lax ausdrücken darf).

Stellung der Frau,

Najaaaaaa, Vollarbeit UND Familie ist nicht wirklich traumhaft, oder???

Versorgung
der kleinen Kinder usw…

Eine Mutter bekam ein Jahr lang volles Gehalt weiter, dann MUSSTE sie wieder arbeiten und die Kinder MUSSTEN in eine Tageseinrichtung. Kinder von Studentinnen MUSSTEN in Wochenkrippen… Soviel auferlegter Zwang war da mit im Spiel…

Was ideologisch durchtränkt war,
mußte ja nicht genauso übernommen werden - aber was sich
bewährt hatte???

Wie gesagt: der Rahmen war oft in Ordnung. Aber zu welchem Zweck wurden diese Rahmen geschaffen und zu welchem gesamtgesellschaftlichen Preis? Die DDR war nicht zuletzt deshalb restlos pleite, weil sie hochsubventioniert war.

Liebe Grüße
Jana *nachdenklich*

Liebe Irmtraut,

mit Sicherheit war sehr viel sehr vorschnell, was die gesamte
Wendezeit anbelangt. In so kurzer Zeit und mit so weniger
„offenem Gehör“ KANN es einfach nicht ernsthaft angegangen
worden sein. Heute nun, wo der gemeine Ossie wieder bereit
ist, seine eigenen Produkte zu kaufen und sie nicht zu
verschmähen (manche erheben sie ja inzwischen sogar in den
Kultstatus) und wo der gemeine Wessie kaum weiß, dass es
jenseits von Hessen auch noch schönes Land mit Menschen gibt,
die nicht nur von einer Arbeit als Kloputzer oder
Straßenkehrer träumen - heute kommen wir alle so langsam aber
sicher wieder auf dem Boden der Realitäten an und können uns
prima und vernünftig darüber unterhalten, was WIRKLICH
schlecht, was WIRKLICH gut war. Das finde ich (gebürtige
Ost-Berlinerin) richtig gut, übrigens!

Das kann man jetzt aber kritiklos und angesichts heutiger Entwicklungen nicht so stehen lassen, denn ich habe das in den letzten Zügen noch mitbekommen und meine Mutter ist ein sehr sachlicher Zeitzeuge (weil absolut nicht linientreu gewesen) und daher habe ich sehr gute Infos über die Schule früher. Meine Brüder kann ich auch fragen (Mitdreißiger).

Keine Ahnung. Das eine Posting hier aber war sehr anschaulich.
Ich habe es mir von vorne bis hinten durchgelesen und muss Dir
sagen: viel Gemeinsamkeiten gibt es wohl doch nicht, außer
vielleicht, dass Rahmenbedingungen ähnlich strukturiert
gesetzt worden sind. Aber der Inhalt der Schulbildung sollte
und ist das Maßgebliche.

Auf diese effizienten Strukuren muß man aber erst einmal kommen und diese dann auch konsequent umsetzen.

Wir hatten hier schon einmal eine
Diskussion über Sinn und Unsinn ideologischer „Bildung“ schon
im Kleinstkindalter, die „Forumung des sozialistischen
Menschen“ und ähnliche DDR-typischen Sachen.

Und genau hier wird - rein logisch - immer der wichtigere Teil abgebrochen. So sehr ich auch am Realsozialismus zweifle, er folgte aber auch Goethes Geist der stets verneint und doch dabei Gutes schafft: Der sozialistische Bürger ist laut Ideal

* hochgradig allgemeingebildet
* technologisch-naturwissenschaftlich interessiert
(weil im Kommunismus: Abschaffung der menschlichen Arbeit durch Höchstautomatisierung, Marx empfand Arbeit als Last für gesellschaftliche Systeme)
* tatkräftig, engagiert und kulturell interessiert.

So, wenn man das liest, fragt man sich sofort, warum *solche* Menschen denn bitte freiwillig einen soweit von der Idealvorstellung abweichenden (eben REALsozialistischen) Staat stützen sollen.

Hier liegt der Hund begraben, man focierte ein Bildungssystem, was die eigene „proletarische Diktatur“ gefährdete (vom Grundanspruch!).

Mit massiver ideologischer Bildung hat das wenig zu tun. Sicher, es gab FDJ, Pioniernachmittage und was weiß ich - ich kenne keinen einzigen normalgebildeten DDR-Bürger, der deshalb dem System näher gebracht werden konnte - SOLANGE die Eltern nicht auch zuhause indoktrinierten (was natürlich vorkam, aber bezogen auf die breite Masse nicht die Regel war).

Das Ironische: Stoibers Bierzeltrede schuf plötzlich eine Art Solidarisierungswelle mit dem ehemaligen DDR-System („der Osten“), den die SED mit Kußhand genommen hätte, weil man sowas selbst nie fertigbrachte.

Aber von Olympiaden war beinahe in allen
Fächern die Rede: Sport-Olympiade, Mathematik-Olympiade,
Physik-Olympidade etc. pp. Die Besten wurden überall
gewissenhaft gesucht und gefördert. Leistung zählte etwas.

Sogar sehr viel. Das geht heute selbst an höheren Schulen total ab.

Aber leider nicht nur. Die Kehrseite war Druck von außen bis
ins kleinste Familienleben hinein: Sippenhaft in Reinstform!

Das stimmt so formuliert nicht.
Es mag hier und da bei manchen Druck gegeben haben. Die Kinder haben davon aber nie etwas gespürt, weil es im Grunde auch latent durchgezogen wurde.

Ein Beispiel. Ich bekam in der 5. Klasse 1993/94 das erste Mal die Zensur ‚6‘ zu Gesicht. Die sorgte in wenigen Wochen dafür, daß das Notensystem inflationierte.

Bei uns hieß es immer mit freundlichen und den Ehrgeiz weckenden Worten „Eine ‚3‘ ist ganz passabel, aber das nächste Mal, liebe Anja, wollen wir doch eine echte gute Zensur haben, als mindestens eine ‚2‘.“

Nichts mir exorbitantem Druck - das war latentes Anstacheln von Leistungsreserven. Mit der ‚6‘ kann man das ja nicht mehr tun, denn durch die ‚6‘ ist die ‚4‘ zu einer vertretbaren Note für viele geworden.
Das erlebe ich tagtäglich in der Nachhilfe, kann da also auf ziemlich realitätsnahe Infos aus dem Hut zaubern.

Der Druck wurde ebenfalls nicht in die Familie gegeben - dafür gab es regelmäßig Klassenlehrerbesuche, wo individuell mit den Eltern die Zensuren, das Verhalten usw. in intimer Runde besprochen wurde.

Das nennt man heute aufgebläht „Transparenz“ - die ja dringend im aktuellen System fehlt.

Ich kann, wie gesagt, nur von den mir zugänglichen, recht vielseitigen, Quellen und aus eigener Erfahrung in Klasse 1 und 2 (im Nachhall Klasse 3 und 4) sprechen.

  1. Ich erfuhr von einer Juristin, die noch zu DDR-Zeiten
    studiert hat,
    man habe in der DDR sehr viel mehr lernen müssen ( als
    angehender Jurist) als im Jurastudium der BRD vorgesehen sei.
    Stimmt das?

Bei Jura weiß ich es nicht - aber die andere Hochschulbildung war gemessen an den Mißständen, die ich so tagtäglich beim Studieren mitbekomme, eindeutig besser.

Das rührte von der guten Vorbildung her: zehnklassige allgemeinbildende Schule, zwei Jahre Abitur mit klassischem Abitur , d.h. Prüfung in jedem Fach, kein Kurssystem wie heute - also keine entstehenden Lücken durch Abwahl von Fächern.
Gerade letzteres sorgt beim Studium immer wieder für Verdruß bei vielen mit denen ich studiere - das falsche abgewählt (mir ist das auch passiert), oder aus Zwang wegen gewisser Kombinationen etwas abwählen müssen und dann im Grundstudium zusätzlich zum harten Niveau noch Lücken in den Grundlagen.

Darüber hinaus gab es Abitur mit begleitender Berufsausbildung.
Aus meiner Zunft kann ich da sagen, daß alle DDR-Ingenieure bei uns an der Uni auch praktisch sehr gut sind (Basteln, handwerkliche Fähigkeiten), weil die beim Abitur meist den Elektroinstallateur mitabsolviert haben.
Gerade wenn ich mir mein Studium angucke, kann man da die systemimmanenten Lücken in der Ausbildung nicht übersehen.

Tja, meine Mutter war Staatsanwältin in der DDR. Sie hat
insgesamt vier Jahre lang studiert. Das Grundstudium zusammen
mit Journalisten (ist heute wohl auch noch so). Ihre
Vorbildung war 8 Jahre Volksschule, dann zwei Jahre
Arbeiter-und-Bauern-Fakultät, dann Studium. Das BGB wurde auch
in der DDR noch bis in die Siebziger Jahre angewandt, sodass
es also auch zum Lehrstoff gehörte. ABER: Nach der Wende kam
heraus, dass das Gelernte eines DDR-Volljuristen dem
Wissensstand eines 1. Staatsexamens entspricht.

Ich weiß nicht, was Dir diese Frau erzählt hat, aber es
entspricht wohl eher einem Wunschdenken. Was nicht heißt, dass
das Wissen der DDR-Juristen nicht ausgereicht hätte für das
gängige West-Niveau (wenn ich das jetzt mal so lax ausdrücken
darf).

Ich würde das mit Vorsicht genießen: DDR-Juristen wurden prinzipiell für das DDR-System ausgebildet. Man muß das also eher logisch von dem Standpunkt aus sehen, daß daher auch die Ausbildung dementsprechend gewesen ist.

Wenn der Westen das anders gehandhabt hat, dann ist das erstmal nichts anderes als eine Feststellung.

Stellung der Frau,

Najaaaaaa, Vollarbeit UND Familie ist nicht wirklich
traumhaft, oder???

Hier muß ich auch den logischen Bezugsrahmen etwas zurechtrücken.

Vollarbeit und Familie GING - ohne Probleme.

Meine Mutter MUSSTE nach 6 Wochen Schwangerschaftspause (nach dem 1. Kind) einfach wieder arbeiten, weil es kein Geld mehr gab.
Sie sagt heute noch „Das hat nicht geschadet.“ - hat es auch nicht.

Dagegen kenne ich eine wachsende Zahl von Beispielen, die mehr und mehr Kinder bekommen und dadurch Jahre, teilweise über ein Jahrzehnt, schon zuhause sind.

Man sollte sich also lieber fragen, nicht einfach einmal der umgekippte 68er-Mentalität und dem „Weichwerden“ der Gesellschaft entgegenzuwirken, als unnötig ein Jahr oder länger Schwangerschaftsurlaub, Geld dafür, und und und zu gewähren.
Sofern ein Ausgleich an Betreuung vorhanden ist (der in Deutschland NICHT vorhanden ist), wäre dies bedenkenlos möglich.

Versorgung
der kleinen Kinder usw…

Eine Mutter bekam ein Jahr lang volles Gehalt weiter, dann
MUSSTE sie wieder arbeiten und die Kinder MUSSTEN in eine
Tageseinrichtung. Kinder von Studentinnen MUSSTEN in
Wochenkrippen… Soviel auferlegter Zwang war da mit im
Spiel…

Das ist prinzipiell falsch. Es war bei den Betreuungseinrichtungen kein Muß - aber es verlieb als einzige Möglichkeit, wenn man wieder arbeiten mußte. Andererseits - wer sagt denn, daß das automatisch Zwang ist. Kommentar Mutter „Uns hat keiner gefragt, aber herumsitzen wollten die wenigsten.“.

hier greift leider die typische Sichtweise der Geschichtsschreibung: Man legt heutige gesellschaftliche Vorstellungen an vergangenen System an - das alte Problem „Ihr habt doch damals alle Hitler gewählt!“ oder „Ihr seid 1914 wie die Kaputten lachend in den Krieg gerannt.“ – erfahrungsgemäß wären genau die, die sowas am lautesten heute sagen als erste mit von der Partie gewesen. Wer sich mit Geschichte und dem Sozialen intensiv befaßt, wird mehr als einmal im Leben an die Stelle kommen, wo man sich sagt „Wie hätte ich gehandelt? Hätte ich nicht auch (blind) mitgezogen?“.

Also Vorsicht mit der Verleihung solcher Prädikate „Zwang“. Die Menschen waren ganz anderes gewöhnt, hatten eine ganz andere Mentalität. Zwang ist nur Zwang, wenn er als solcher empfungen wird - doch wäre eine modellhaft konstruierte Hochleistungsgesellschaft eine Zwangsgesellschaft, wenn es die Leute denn so wollen und nicht anders kennengelernt haben bzw. logisches Verständnis dafür haben (und nicht direkten Restriktionen ausgesetzt sind)?

Eine sehr tiefgründige Frage, die zum Nachdenken anregen sollte.

Was ideologisch durchtränkt war,
mußte ja nicht genauso übernommen werden - aber was sich
bewährt hatte???

Wie gesagt: der Rahmen war oft in Ordnung. Aber zu welchem
Zweck wurden diese Rahmen geschaffen und zu welchem
gesamtgesellschaftlichen Preis? Die DDR war nicht zuletzt
deshalb restlos pleite, weil sie hochsubventioniert war.

Jein. Wenn Du vom Wohnungsbauprogramm und den Mieten sprichst, dann ja. Wenn es um Geld für Gesundheit und Bildung geht, stimmt das nicht.

Historisch ist es erwiesen, daß Honecker Anfang der 80er erst das Ende der DDR mit einem überhitzten Konjunkturprogramm „beschlossen“ hat. Entgegen dem allgemeinen wirtschaftlichen Rat kurbelte er einen 5-Jahres-Plan an, welcher dann erst für die entscheidende Verschuldung und Verzerrung der Wirtschaft gesorgt hat.

Ohne diese schicksalshafte Fügung würden wir vermutlich heute nicht hier sitzen und die blühenden Landschaften kritisieren :smile:

Das darf man bitte nie vergessen.

Dennoch stimmt es im Ansatz schon: Sämtliche strukturellen Errungenschaften wurden gedankenlos weggewischt - und leider geht es in einem modernen Staat immer nur um Strukturen.

Man sieht doch heute sehr gut, was eine obsolete Struktur (Grundgesetz) bewirkt - und das im Zeitalter neuer Demokratiemodelle.
Man sieht, was Föderalismus heißt. Man sieht, wie „Gesundheitssystem“ in „Krankheitssystem“ und bald in „notgedrungenes Übel“ umgebaut wird.

Als Kind bin ich in die Polyklinik gegangen. Da gab es viele, viele verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander. Man kann sich das wie ein großes organisiertes Ärztehaus vorstellen - heute wird jede ärztliche Organisation in dieser effizienten Form erst einmal zerklagt (jüngst erst wieder vorgekommen).

Man muß sich also fragen, inwieweit man nicht durch Nachdenken der ehemaligen beiden deutschen Staaten den jetzigen deutlich hinterfragt.

Freiheit, Grundrechte, Rechtsstaat, Semidemokratie - das nützt alles nur, wenn auch eine Lebensgrundlage besteht.
Verfällt diese, verfallen auch die freiheitlichsten Strukturen, insbesondere demokratische Systeme (wie die Geschichte gezeigt hat).

Man vergißt in seiner Arroganz oft die am realen Leben orientierte menschliche Eigenschaft, soziale Absicherung und Stabilität gegen konstruierte Gebilde (Freiheit, uneingeschränkte Entfaltung, …) einzutauschen.

Deutschland sollte also lieber noch einmal aus der Geschichte lernen - bleibt es so, wie es momentan abläuft, werde ich in meinem Alter auf jeden Fall noch das Ende dieses Deutschlands erleben müssen.
Darauf hab ich, ehrlich gesagt, keine Lust; höchstens, wenn sich wirklich nichts ändert.

MfG
Der Robbad

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hi,

ich schreibe nur zum jurastudium. mein vater hat 1969-1972 in leipzig jura studiert, ich studiere nun jura seit fast 3 jahren in berlin.

jura (rechtswissenschaften) war z.Zt. der DDR als diplomstudiengang ausgerichtet und organisiert wie die meisten diplom studiengänge heutzutage. man hat eine menge gelernt und alles was in den letzten 2 semestern geprüft wurde + diplomarbeit ging wohl in die note rein. danach war man diplomjurist und konnte arbeiten. mein vater war jurist in einer der vielen konsumgenossenschaften, also kann ich nix dazu sagen, wie man mit dem dipl. zum richter, staatsanwalt wurde.

unterschied heute: staatsprüfung. der staat will keine juristen in öffentlichen ämtern, die ihren richter, staatsanwalt oder rechtsanwalt „learning by doing“ erlernen. er setzt der universitären ausbildung einen vorbereitungsdienst hintenan (referendariat nebst 2. staatsprüfung).

aus dem grund, müssen alle juristen heutzutage erstmal viel mehr lernen, als sie eigentlich individuell nach dem 2. Ex benötigen.

die idee: früher wurde mehr gelernt, beruht m.E. auch auf den systemen. das studium meines vaters war sehr verschult. sie waren in einer „seminargruppe“ ab ziehmlich anfang an. jeder machte seine vorlesungen laut plan und bis zum ende waren alle mit dabei. lernen nach plan, prüfungen nach plan. heute hat man das, wenn überhaupt noch an fachhochschulen (die bilden aber keine echten juristen aus). mein heutiges studium ist spätestens ab dem 4. semester viel individueller. man braucht je nach uni mehr organisationstalent für sein studium, muss einen plan koordinieren. grösster unterschied: die studenten unterliegen keinen präsenzpflichten in den vorlesungen. man kann lernen wie man will, ob vorlesung, skript, lehrbuch, mit fällen oder gar nicht. ziel der 8 semester ist das 1. staatsexamen, die paar klausuren zwischendurch zeigen einem eher, wo man steht.

insoweit gibt es heute studenten, die mehr lernen, manche lernen weniger. manche studieren unentwegt, gehen in die vorlesungen und sitzen den rest der zeit in der bibliothek und arbeiten nach. nach 6 semestern gehts ins repititorium und nach dem 8. semester mustergültig ins staatsexamen. manche besuchen die unibib nur für eine hausarbeit, gehen in keine vorlesung, lernen zu hause mit einem buch und machen das examen (wenn überhaupt) nach 12-14 semestern…

insoweit muss man abwägen, erst die systeme vergleichen um nicht äpfel mit birnen zu vergleichen und dann kommt man zum ergebnis, früher wie heute gibt es fleissige und faule studenten, und tendenziell entscheidet er der individuelle fleiss, ob man viel oder wenig lernt.

gruss vom

showbee

Hallo,

prinzipiell rennst Du bei mir offene Türen ein. Das hast Du wahrscheinlich nicht gemerkt. Es ist auch schwer, wenn man sich mit vorgefertigter Meinung, einer Menge Wut im Bauch (worauf eigentlich?) nur den Anfang eines Absatzes von mir durchgelesen hat. Probiere es doch einfach mal einem hohen Maß an Unvoreingenommenheit.

Das Leben an und für sich ist IMMER individuell. Wie soll jemand also eine allgemeingültige Systembeschreibung abgeben, ohne dass er Ausnahmen zulassen kann? Das geht doch gar nicht! TROTZDEM: ein roter Faden findet sich eigentlich immer. Und um den geht es hier ja wohl.

Du warst 1993/94 in der 5. Klasse. Sorry, ich weiß, das ist oft nervig: Aber Du hast doch von der Zeit in der DDR am eigenen Leib gar nichts mitbekommen, kannst nur Eindrücke aus der Konserve (hier von Deiner Mutter und Geschwistern) widergeben. Das ist nicht immer das Gleiche; einmal ganz davon abgesehen, dass euer familiärer Background dabei auch sehr wichtig ist.

Ich selber bin Baujahr 1968. Mein Bruder 1964. Unsere Eltern waren beide linientreu, ohne jetzt fanatische Züge gehabt zu haben. Westfernsehen durften wir als Kinder trotzdem nicht gucken. Unsere Eltern waren auch beide der Intelligenz-Schicht zugehörig und im Staatsdienst tätig; meine Mutter Staatsanwältin (wie Du ja inzwischen weißt), mein Vater Hauptmann der Kriminalpolizei.

Ich wollte Dir das vorher hier noch einmal so deutlich schreiben, bevor ich ins Detail Deiner Ausführungen gehen. Behalte es im Hinterkopf, damit Du begreifst, was so perfide an diesem System war, das viel Gutes bot (vordergründig), aber unbarmherzig mit denen umging, die es nicht ausbeuten durfte/konnte. Ein System, das nach Doktrin existierte, die sich selbst „ins Bein bissen“. Ein System, das an seinem Niedergang selbst zum allergrößten Teil schuld war, weil es in die Hand wieder und wieder biss, aus der es gefüttert wurde.

Das kann man jetzt aber kritiklos und angesichts heutiger
Entwicklungen nicht so stehen lassen, (…)

Was genau meinst Du denn??? Der Absatz, unter den Du das geschrieben hast, stellt sich gegen gar keine Aussage. Ich verstehe es wirklich nicht…

Keine Ahnung. Das eine Posting hier aber war sehr anschaulich.
Ich habe es mir von vorne bis hinten durchgelesen und muss Dir
sagen: viel Gemeinsamkeiten gibt es wohl doch nicht, außer
vielleicht, dass Rahmenbedingungen ähnlich strukturiert
gesetzt worden sind. Aber der Inhalt der Schulbildung sollte
und ist das Maßgebliche.

Auf diese effizienten Strukuren muß man aber erst einmal
kommen und diese dann auch konsequent umsetzen.

Daran muss nichts Gutes oder Bewunderungwürdiges sein.

Wir hatten hier schon einmal eine
Diskussion über Sinn und Unsinn ideologischer „Bildung“ schon
im Kleinstkindalter, die „Forumung des sozialistischen
Menschen“ und ähnliche DDR-typischen Sachen.

Und genau hier wird - rein logisch - immer der wichtigere Teil
abgebrochen.

Naja, es ging irgendwie um PISA und so, wenn Du schon von Logik sprichst. Und auf Marx gehe ich jetzt mal nicht weiter ein, okay? Das würde wirklich etwas zu weit führen (für dieses Brett hier).

Hier liegt der Hund begraben, man focierte ein Bildungssystem,
was die eigene „proletarische Diktatur“ gefährdete (vom
Grundanspruch!)

Nö, denn die hochgradige Bildung war in erheblichen Strecken hausgemacht. Ich kann das ganz gut beurteilen, denn ich mache seit mehr als einem Jahr mein Abitur im Fernstudium nach. Und ich kann Dir sagen: Geschichte darf ich praktisch komplett erlernen, weil mir mal ganz nebenbei Jahrhunderte der Weltgeschichte, die ich für unabdingbares Allgemeinwissen halte, fehlt. Parteitage der KPdSU waren dem DDR-System eben wichtiger als die Französische Revolution.

Mit massiver ideologischer Bildung hat das wenig zu tun.

JEDES Unterrichtsfach (schau mal in alte Schulbücher Deiner Mutter und/oder Geschwister) hatte Ideologie drin. Lies gezielt nach. Zum Beispiel tolle Textaufgaben in Mathematik, die von der Kartoffelernte berichteten, die durch zwangsverpflichtete Studenten überhaupt nur möglich war und all so Beispiele. Die Crux liegt nicht im Vordergründigen, sondern im Versteckten. Soooo doof waren „die da oben“ nämlich auch nicht.

Sicher, es gab FDJ, Pioniernachmittage und was weiß ich - ich
kenne keinen einzigen normalgebildeten DDR-Bürger, der deshalb
dem System näher gebracht werden konnte -

…aber wehe dem, der nicht hin wollte…

SOLANGE die Eltern
nicht auch zuhause indoktrinierten (was natürlich vorkam, aber
bezogen auf die breite Masse nicht die Regel war).

…und ja für Dich auch gar keine Rolle spielt, nicht wahr? Was zählt schon so eine einzelne Familie gegen die große breite Masse? - Ich sehe, Du hast die alten Parolen schon/noch prima drauf. Traurig, traurig!

Aber von Olympiaden war beinahe in allen
Fächern die Rede: Sport-Olympiade, Mathematik-Olympiade,
Physik-Olympidade etc. pp. Die Besten wurden überall
gewissenhaft gesucht und gefördert. Leistung zählte etwas.

Sogar sehr viel. Das geht heute selbst an höheren Schulen
total ab.

Weil niemand mehr gezwungen wird. Zu begeistern ist sehr viel schwerer!

Aber leider nicht nur. Die Kehrseite war Druck von außen bis
ins kleinste Familienleben hinein: Sippenhaft in Reinstform!

Das stimmt so formuliert nicht.

Das stimmt absolut!

Es mag hier und da bei manchen Druck gegeben haben.

Siehe oben! EINE zerstörte Existenz ist EINE ZUVIEL!

Die Kinder
haben davon aber nie etwas gespürt, weil es im Grunde auch
latent durchgezogen wurde.

Wie bitte? ICH durfte kein Abitur machen! MEIN BRUDER durfte kein Abitur machen. ICH musste mir Tiraden anhören, weil ich es gewagt hatte, KEINE EINS zu schreiben, als sie wichtig war… Ich habe unzählige Beispiele in petto, wo gerade auf die Kinder der Druck enorm ausgeübt worden ist, denn das war das einfachste und wirksamste Mittel.

Ein Beispiel. Ich bekam in der 5. Klasse 1993/94 das erste Mal
die Zensur ‚6‘ zu Gesicht. Die sorgte in wenigen Wochen dafür,
daß das Notensystem inflationierte.

Ich weiß nicht, was Du mit Inflationieren in diesem Zusammenhang meinst.

Bei uns hieß es immer mit freundlichen und den Ehrgeiz
weckenden Worten „Eine ‚3‘ ist ganz passabel, aber das nächste
Mal, liebe Anja, wollen wir doch eine echte gute Zensur haben,
als mindestens eine ‚2‘.“

Was hätte Deiner Meinung nach denn passieren sollen? Wärst Du denn gerne anders gemaßregelt worden? Ist es nicht korrekt, dass es DEIN Leben ist, auf das sich das auswirkt und Du nun einmal nur für DICH lernst? Ich verstehe nicht, worauf Du hinauswillst?!

Der Druck wurde ebenfalls nicht in die Familie gegeben - dafür
gab es regelmäßig Klassenlehrerbesuche, wo individuell mit den
Eltern die Zensuren, das Verhalten usw. in intimer Runde
besprochen wurde.

Aha, und das ist kein Druck?

Das nennt man heute aufgebläht „Transparenz“ - die ja dringend
im aktuellen System fehlt.

??? Du wirst immer kryptischer!

Darüber hinaus gab es Abitur mit begleitender
Berufsausbildung.

-) Jawoll, wenn man einen Einser-Durchschnitt UND Beziehungen hatte, gab es auch (leider-leider nur extrem selten) diese Möglichkeit *kopfschüttel*

Meine Liebe, ich habe im Übrigen NICHTS gegen die Bildungslevel eines ehemaligen DDR-Bürgers einzuwenden gehabt. Von echten Chancen, die es gar nicht gab, fange ich jetzt auch nicht an.

Das Bildungsniveau war sicher hoch, aber es kann nur sehr schlecht mit den heutigen Verhältnissen verglichen werden, denn es war in sehr vielen Theman vollkommen anders gewichtet. Auch in der Berufsausbildung übrigens. Es wäre deshalb müßig, hier jetzt eine Schlammschlacht en detail aufzuführen. Der direkte Vergleich ist unmöglich.

Aus meiner Zunft kann ich da sagen, daß alle DDR-Ingenieure
bei uns an der Uni auch praktisch sehr gut sind (Basteln,
handwerkliche Fähigkeiten), weil die beim Abitur meist den
Elektroinstallateur mitabsolviert haben.
Gerade wenn ich mir mein Studium angucke, kann man da die
systemimmanenten Lücken in der Ausbildung nicht übersehen.

Tja, meine Mutter war Staatsanwältin in der DDR. Sie hat
insgesamt vier Jahre lang studiert. Das Grundstudium zusammen
mit Journalisten (ist heute wohl auch noch so). Ihre
Vorbildung war 8 Jahre Volksschule, dann zwei Jahre
Arbeiter-und-Bauern-Fakultät, dann Studium. Das BGB wurde auch
in der DDR noch bis in die Siebziger Jahre angewandt, sodass
es also auch zum Lehrstoff gehörte. ABER: Nach der Wende kam
heraus, dass das Gelernte eines DDR-Volljuristen dem
Wissensstand eines 1. Staatsexamens entspricht.

Ich weiß nicht, was Dir diese Frau erzählt hat, aber es
entspricht wohl eher einem Wunschdenken. Was nicht heißt, dass
das Wissen der DDR-Juristen nicht ausgereicht hätte für das
gängige West-Niveau (wenn ich das jetzt mal so lax ausdrücken
darf).

Ich würde das mit Vorsicht genießen: DDR-Juristen wurden
prinzipiell für das DDR-System ausgebildet. Man muß das also
eher logisch von dem Standpunkt aus sehen, daß daher auch die
Ausbildung dementsprechend gewesen ist.

Wenn Du von Jura keine Ahnung hast, dann höre auch auf, solche Meinungen auszubreiten!!!

Stellung der Frau,

Najaaaaaa, Vollarbeit UND Familie ist nicht wirklich
traumhaft, oder???

Hier muß ich auch den logischen Bezugsrahmen etwas
zurechtrücken.

*augen-roll-modus-on* Du immer mit Deiner Logik, ist das Dein Lieblingswort? Es ist nämlich so fehl am Platze *augen-roll-modus-off*

Vollarbeit und Familie GING - ohne Probleme.
Meine Mutter MUSSTE nach 6 Wochen Schwangerschaftspause (nach
dem 1. Kind) einfach wieder arbeiten, weil es kein Geld mehr
gab.

In der DDR???

Sie sagt heute noch „Das hat nicht geschadet.“ - hat es auch
nicht.

Sagte mein Staatsbürgerkundelehrer auch immer, wenn wieder einmal einer von uns Schülern sein Schlüsselbund an den Kopf geworfen bekam.

Dagegen kenne ich eine wachsende Zahl von Beispielen, die mehr
und mehr Kinder bekommen und dadurch Jahre, teilweise über ein
Jahrzehnt, schon zuhause sind.

Ja, finde ich auch nicht gut. Aber das ist jedem seine eigene Sache. Privat.

Man sollte sich also lieber fragen, nicht einfach einmal der
umgekippte 68er-Mentalität und dem „Weichwerden“ der
Gesellschaft entgegenzuwirken, als unnötig ein Jahr oder
länger Schwangerschaftsurlaub, Geld dafür, und und und zu
gewähren.

Warum überlasst Du das nicht den Frauen selber, ob sie sich solche Fragen stellen wollen? Es ist ja leider nicht überall möglich, sein Kind auch adäquat unterzubringen, wenn man schnell wieder arbeiten möchte.

Sofern ein Ausgleich an Betreuung vorhanden ist (der in
Deutschland NICHT vorhanden ist), wäre dies bedenkenlos
möglich.

Wenn man es will. Aber es wurde in der DDR GEZWUNGEN, warum blendest Du das immer aus? Da gab es nicht einfach die tolle Möglichkeit, da stand ein ganzer Staat dahinter! Schon mal etwas vom Straftatbestand der Asozialität gehört? Wahrscheinlich nicht. Gab es aber in der DDR.

Versorgung
der kleinen Kinder usw…

Eine Mutter bekam ein Jahr lang volles Gehalt weiter, dann
MUSSTE sie wieder arbeiten und die Kinder MUSSTEN in eine
Tageseinrichtung. Kinder von Studentinnen MUSSTEN in
Wochenkrippen… Soviel auferlegter Zwang war da mit im
Spiel…

Das ist prinzipiell falsch.

Das ist prinzipiell RICHTIG!

Es war bei den
Betreuungseinrichtungen kein Muß - aber es verlieb als einzige
Möglichkeit, wenn man wieder arbeiten mußte.

Und da jede Mutter wieder arbeiten MUSSTE, ist es ja wohl ein Zwang. Was schreibst Du da eigentlich daher? Sagst Du immer aus Prinzip das Gegenteil?

Andererseits -
wer sagt denn, daß das automatisch Zwang ist.

Ich und die Realität in der DDR.

Kommentar Mutter
„Uns hat keiner gefragt, aber herumsitzen wollten die
wenigsten.“.

Nette Formulierung. Und das von einer Mutter. Ich habe gerade wieder einen Säugling, und herumsitzen tue ich eigentlich die wenigste Zeit des Tages :smile: Ich freue mich zwar trotzdem, bald wieder arbeiten gehen zu können, aber ich geringschätze das Leben einer Hausfrau und Mutter deswegen noch lange nicht!

Deine Absatz über den Umgang mit der Geschichte nehme ich nicht persönlich, sonst wäre ich ganz schön sauer!

Also Vorsicht mit der Verleihung solcher Prädikate „Zwang“.

Das bin ich, aber die Dinge müssen auch benannt werden dürfen, wenn sie so lagen. Das gestehe bitte bei all Deiner Schulmeisterhaftigkeit bitteschön zu.

Die Menschen waren ganz anderes gewöhnt, hatten eine ganz
andere Mentalität.

Wem sagst Du das…

Zwang ist nur Zwang, wenn er als solcher
empfungen wird - doch wäre eine modellhaft konstruierte
Hochleistungsgesellschaft eine Zwangsgesellschaft, wenn es die
Leute denn so wollen und nicht anders kennengelernt haben bzw.
logisches Verständnis dafür haben (und nicht direkten
Restriktionen ausgesetzt sind)?

Entschuldige bitte: An Zwang lässt sich doch nichts umdeuteln. Staatlich ausgeübter Zwang hat doch nichts mit eingefahrenen Gewohnheitsmustern zu tun! Selbstverständlich reden wir hier von direkten Restriktionen. Also ICH zumindest. Und die sind unzweifelhaft belegbar. Auch heute noch.

Was ideologisch durchtränkt war,
mußte ja nicht genauso übernommen werden - aber was sich
bewährt hatte???

Wie gesagt: der Rahmen war oft in Ordnung. Aber zu welchem
Zweck wurden diese Rahmen geschaffen und zu welchem
gesamtgesellschaftlichen Preis? Die DDR war nicht zuletzt
deshalb restlos pleite, weil sie hochsubventioniert war.

Jein. Wenn Du vom Wohnungsbauprogramm und den Mieten sprichst,
dann ja. Wenn es um Geld für Gesundheit und Bildung geht,
stimmt das nicht.

Was daran stimmt nicht? Die wurden doch genauso subventioniert!!!

Das darf man bitte nie vergessen.

Glaube mir: NICHTS habe ich aus meiner „guten alten Zeit“ vergessen. Nur deshalb weiß ich heute, mit fast 40 Jahren, um was ich betrogen worden bin TROTZ Hochbegabung, TROTZ 1,0-Zeugnis, TROTZ „richtiger“ Herkunft, TROTZ unauffälliger Vita. Und ich weiß auch deshalb, wohin ich noch im Leben will.

Dennoch stimmt es im Ansatz schon: Sämtliche strukturellen
Errungenschaften wurden gedankenlos weggewischt - und leider
geht es in einem modernen Staat immer nur um Strukturen.

Man sieht doch heute sehr gut, was eine obsolete Struktur
(Grundgesetz) bewirkt - und das im Zeitalter neuer
Demokratiemodelle.

Uiiiiiii, das Grundgesetz als „obsolete Struktur“ zu bezeichnen, ist allerdings ein interessanter Diskussionsansatz. Verirr Dich doch mal ins Politik-Brett und eröffne einen entsprechenden Thread.

Als Kind bin ich in die Polyklinik gegangen. Da gab es viele,
viele verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander.

Hm, ich gehe heute in ein Ärztehaus. Da gibt es viele, viele verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander…

Man muß sich also fragen, inwieweit man nicht durch Nachdenken
der ehemaligen beiden deutschen Staaten den jetzigen deutlich
hinterfragt.

Ich habe nichts gegen Hinterfragungen.

Freiheit, Grundrechte, Rechtsstaat, Semidemokratie - das nützt
alles nur, wenn auch eine Lebensgrundlage besteht.

In der DDR gab es nicht einmal diese Punkte…

Jana

2 „Gefällt mir“

Hallo.

Hallo,

prinzipiell rennst Du bei mir offene Türen ein. Das hast Du
wahrscheinlich nicht gemerkt. Es ist auch schwer, wenn man
sich mit vorgefertigter Meinung, einer Menge Wut im Bauch
(worauf eigentlich?) nur den Anfang eines Absatzes von mir
durchgelesen hat. Probiere es doch einfach mal einem hohen Maß
an Unvoreingenommenheit.

Moment, gepatzt. Der ganze Text war unter dem Hinblick einer subjektiven Jugend und unter dem Problem „Gegenbeispiele“ gestickt, und sehr unvoreingenommen geschrieben (vom Einbringen der subjektiven Kindheitserinnerungen abgesehen).

Unterlege meine Worte auch nicht mit einer emotion - das war absolut emotionslos geschrieben (was man mir durchaus desöfteren auch vorwerfen kann, da es maschinell wirkt bisweilen).

Das Leben an und für sich ist IMMER individuell. Wie soll
jemand also eine allgemeingültige Systembeschreibung abgeben,
ohne dass er Ausnahmen zulassen kann? Das geht doch gar nicht!
TROTZDEM: ein roter Faden findet sich eigentlich immer. Und um
den geht es hier ja wohl.

Ja, und ich habe genügend Gegendarstellungen bei der Hand zu Deiner.
Also mußt Du Dich genau dem angesprochenen Prinzip unterwerfen, also hier nicht zu schreiben „Es gab Druck“, sondern „Bei mir hat es Druck gegeben.“. Dann sage ich „Bei uns überhaupt nicht.“ - damit hat zur gleichen Sache unterschiedliche Darstellungen, die beide richtig sind und auch beide in einen objektiven Gedankengang einfließen müssen.

Das macht ja genau die Behandlung totalitärer Systeme so schwierig - es ist eine Wanderung am Abgrund. Daher sowas immer als Erörterung, keine Wertungen (zumindest nicht bis zum Schluß).

Du warst 1993/94 in der 5. Klasse. Sorry, ich weiß, das ist
oft nervig: Aber Du hast doch von der Zeit in der DDR am
eigenen Leib gar nichts mitbekommen,

Das möchte ich dringend verneinen.

Ich habe den entscheidenden Teil, um den es hier noch mitbekommen: Kinderbetreuung, Einschulung, erste Schulzeit, Wende.
Und ich kann mich noch relativ gut an viele Einzelheiten erinnern.

kannst nur Eindrücke aus
der Konserve (hier von Deiner Mutter und Geschwistern)
widergeben. Das ist nicht immer das Gleiche; einmal ganz davon
abgesehen, dass euer familiärer Background dabei auch sehr
wichtig ist.

Ja, ein ziemlich komplizierter ==> Hintergrund (sagt man auf Deutsch),
der eigentlich komplett auf meine Mutter zurückgeht (wie gesagt, gar nicht linientreu; ich hätte schätzungsweise nie studieren dürfen).

Ich selber bin Baujahr 1968. Mein Bruder 1964. Unsere Eltern
waren beide linientreu, ohne jetzt fanatische Züge gehabt zu
haben.

Das ist schon der erste extrem markante Unterschied.
Da ist es doch klar, wenn an Dich ganz andere Maßstäbe eingewirkt haben. Ich meine *Staatsanwältin* und *Hauptmann*. Da ist die Sache klar, warum mit Dir etwas anders umgesprungen wurde.

Westfernsehen durften wir als Kinder trotzdem nicht
gucken. Unsere Eltern waren auch beide der Intelligenz-Schicht
zugehörig und im Staatsdienst tätig;

Bei mir galt Tal der Ahnungslosen. Nix Westfernsehen. :smile:

Ich wollte Dir das vorher hier noch einmal so deutlich
schreiben, bevor ich ins Detail Deiner Ausführungen gehen.
Behalte es im Hinterkopf, damit Du begreifst, was so perfide
an diesem System war, das viel Gutes bot (vordergründig), aber
unbarmherzig mit denen umging, die es nicht ausbeuten
durfte/konnte.

Die Meinung vertrete ich auch - nur kann man eben dieses perfide nicht auf alle Leute ausdehnen. Das zeigen auch diverse Fakten, die immer 'mal wieder aufgefunden werden.

Ein System, das nach Doktrin existierte, die
sich selbst „ins Bein bissen“. Ein System, das an seinem
Niedergang selbst zum allergrößten Teil schuld war, weil es in
die Hand wieder und wieder biss, aus der es gefüttert wurde.

Der poetische Moment sei Dir vergönnt. :smile:

Was genau meinst Du denn??? Der Absatz, unter den Du das
geschrieben hast, stellt sich gegen gar keine Aussage. Ich
verstehe es wirklich nicht…

Entschuldigung, ich nahm an, daß Du etwas auf dem Gebiet bewandert bist. Also historische Aufarbeitung, nüchterne Auseinandersetzung mit der Systemstruktur, Geschichtsforschung.
Es war auch etwas allgemeiner formuliert im Hinblick auf die PISA-Studie und unser BildungsSYSTEM.

Ich persönlich halte ja „Bildungssystem“ für blanke Ironie. Bei uns müßte es Bildungschaos heißen.

Auf diese effizienten Strukuren muß man aber erst einmal
kommen und diese dann auch konsequent umsetzen.

Daran muss nichts Gutes oder Bewunderungwürdiges sein.

Doch, wieso nicht? Es ist genauso eine Leistung, wie etwas Technisches zu erfinden.

Es ist das altbekannte Problem: Man kann bewundern, was jemand ist, nicht unbedingt, was jemand tut.

Hier liegt der Hund begraben, man focierte ein Bildungssystem,
was die eigene „proletarische Diktatur“ gefährdete (vom
Grundanspruch!)

Nö, denn die hochgradige Bildung war in erheblichen Strecken
hausgemacht. Ich kann das ganz gut beurteilen, denn ich mache
seit mehr als einem Jahr mein Abitur im Fernstudium nach. Und
ich kann Dir sagen: Geschichte darf ich praktisch komplett
erlernen, weil mir mal ganz nebenbei Jahrhunderte der
Weltgeschichte, die ich für unabdingbares Allgemeinwissen
halte, fehlt. Parteitage der KPdSU waren dem DDR-System eben
wichtiger als die Französische Revolution.

Es geht um das *System* - Du wirfst hier zuviel durcheinander.

Und bitte: In Rußland und in den USA gibt es heute noch verfälschte Geschichtsschreibung. In Rußland haben alles die Russen erfunden, und in den USA die Amerikaner (bspw. Rechenmaschinen, elektronische Rechner, Mathematik, Naturwissenschaften).

Ich sprach nicht davon, daß es keine Ideologisierung gegeben hat - doch die gibt es heutzutage genauso. Das ist kein Argument, sondenr höchstens anmerkungswürdig.

Mit massiver ideologischer Bildung hat das wenig zu tun.

JEDES Unterrichtsfach (schau mal in alte Schulbücher Deiner
Mutter und/oder Geschwister) hatte Ideologie drin. Lies
gezielt nach. Zum Beispiel tolle Textaufgaben in Mathematik,
die von der Kartoffelernte berichteten, die durch
zwangsverpflichtete Studenten überhaupt nur möglich war und
all so Beispiele. Die Crux liegt nicht im Vordergründigen,
sondern im Versteckten. Soooo doof waren „die da oben“ nämlich
auch nicht.

Ja, aber was ich sagte: Das ist latent und vor allem, das gibt es heute auch. Heute nimmt man eben im Unterricht Beispiele aus dem Kapitalismus. Ist das besser - nur weil jemand sagt, der Kapitalismus *sei* besser? Sind sozialistische Beispiele besser - nur weil jemand sagte, der Sozialismus *sei* besser?

Ich bitte Dich, das ist eine ganz *normale* Projektion des Alltags in die Schule.
Wie gesagt, genau das gleiche wird heute genauso getan - nur eben unter einer anderen Ordnung.

Wenn Du da einen prinzipiellen Unterschied ziehen möchtest, brichst Du auf dem Eis ein, denn das hat mit Logik und Sachlichkeit nichts mehr zu tun.

Betreibe hier keine übertriebene Wertung in eine Richtung - daher sagte ich ja auch, halte Dich eher neutral.

Sicher, es gab FDJ, Pioniernachmittage und was weiß ich - ich
kenne keinen einzigen normalgebildeten DDR-Bürger, der deshalb
dem System näher gebracht werden konnte -

…aber wehe dem, der nicht hin wollte…

Tja, hier gilt dasselbe Schema wie oben: Das „Wehe dem“ kannst Du nicht auf alle übertragen. Meine Mutter bspw. hat mich vehement von sämtlichen Strukturen dieses Systems ferngehalten. Als ich als einziger kein Pionier geworden bin nach dem Schuleintritt, hat die Erde gebebt. Das war meiner Mutter sowas von egal. Ich wurde es nicht und Punkt. Da konnten sich die Genossen auf den Kopf stellen.

…und ja für Dich auch gar keine Rolle spielt, nicht wahr?
Was zählt schon so eine einzelne Familie gegen die große
breite Masse? - Ich sehe, Du hast die alten Parolen schon/noch
prima drauf. Traurig, traurig!

Keine Parolen. Aber nur vehementes Bekämpfen von Pauschalisierungen.

Sei froh, daß ich kein Mathematiker bin. Dann hättest Du einen schweren Stand, denn „ein Gegenbeispiel reicht“, wie es so schön heißt :wink:

Ich haue hier keine Parolen, sondern habe mich mit dem Thema beschäftigt und immer wieder Gespräche gesucht mit „Zeitzeugen“.

Es hält sich mit diesem Druck und dem Drill in etwa die Waage.
Somit kannst Du Dich nicht einfach hinstellen und pauschalisieren.
Ich habe nichts übrig vor eine derart nicht abwägende Auseinandersetzung. Natürlich muß man mehr schreiben, wenn man jedesmal ausdrücken muß, daß es durchwachsen gewesen ist - das gehört aber daszu wie das Amen in der Kirche, wenn man sich nicht selbst in eine Ecke verfrachten will. Und das tust Du. Nur weil es Dir bspw. nicht so ergangen ist, wie meinen Brüdern und mir, kannst Du nicht einfach auf das gesamte System extrapolieren.

Ich tue das auch nur bei Dingen, die man entsprechend abkoppeln kann. Ansonsten sollte man sowas tunlichst lassen.

Weil niemand mehr gezwungen wird. Zu begeistern ist sehr viel
schwerer!

Siehe oben. Du siehst nur *Deinen* erlebten Zwang. Akzeptiere doch einfach, daß dies nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

Und nicht vergessen: Heute verhalten sich so *manche* Lehrer auch wie die Tiere und nutzen alle Möglichkeiten zur Restriktion.

Die Wahrheit liegt sichtbar irgendwo auf der Mitte. Ein bißchen gutgemeinter Zwang einerseits und Begeisterung andererseits. Aber reine Begeisterung sieht man am jetzigen System. Es paßt nicht, schon gar nicht, wenn die Mentalität (wie hier für Finnland aufgeführt worden ist @Leistungs- und Schulgesellschaft) nicht stimmt.

Das stimmt so formuliert nicht.

Das stimmt absolut!

Oh, „absolut“ ist ein mächtiges Wort - absolut rechthaben zu wollen ist noch größer. Ich glaube, Gott ist jetzt böse :smile:.

Ich denke, an diesem Satz wird Dein Grundfehler in der Auseinandersetzung sehr deutlich. Ich hätte es nicht besser auf den Punkt bringen können (verzeih die Ironie). :smile:

Es mag hier und da bei manchen Druck gegeben haben.

Siehe oben! EINE zerstörte Existenz ist EINE ZUVIEL!

Zerstörte Existenzen gibt es heute genauso, die genauso von gewissen Umständen und Einwirkungen verursacht sind.

Auch hier begehst Du den Fehler seit dem Einleitungskommentar von Dir.

Die Kinder
haben davon aber nie etwas gespürt, weil es im Grunde auch
latent durchgezogen wurde.

Wie bitte? ICH durfte kein Abitur machen! MEIN BRUDER durfte
kein Abitur machen. ICH musste mir Tiraden anhören, weil ich
es gewagt hatte, KEINE EINS zu schreiben, als sie wichtig
war… Ich habe unzählige Beispiele in petto, wo gerade auf
die Kinder der Druck enorm ausgeübt worden ist, denn das war
das einfachste und wirksamste Mittel.

Siehst Du. Das tut mir leid für Dich - ich hätte nicht studieren dürfen. — Das hindert mich aber nicht daran, die Emotionen runterzuschrauben.

Deinen unzähligenn Beispielen kann ich eine gleichmächtige Gegendarstellung mit unzähligen Beispielen entgegnen.

Ich weiß nicht, was Du mit Inflationieren in diesem
Zusammenhang meinst.

Das stand direkt dahinter. :smile:
Stell Dich nicht dümmer, als Du bist.

Bei uns hieß es immer mit freundlichen und den Ehrgeiz
weckenden Worten „Eine ‚3‘ ist ganz passabel, aber das nächste
Mal, liebe Anja, wollen wir doch eine echte gute Zensur haben,
als mindestens eine ‚2‘.“

Was hätte Deiner Meinung nach denn passieren sollen? Wärst Du
denn gerne anders gemaßregelt worden? Ist es nicht korrekt,
dass es DEIN Leben ist, auf das sich das auswirkt und Du nun
einmal nur für DICH lernst? Ich verstehe nicht, worauf Du
hinauswillst?!

Genau das ist das Problem. Du bist 1. zu emotional dran, 2. stellst Deinen mehr als subjektiven Erfahrungshorizont als absolute Wahrheit hin und 3. ist mir schon lange klar, daß Du nicht weißt, worum es geht.

Die große Überschrift ist Bildungssystem. Die Anekdote eben beschreibt (so wie es formuliert ist) ein probates Mittel, Ehrgeiz zu wecken, besser zu werden (wenn natürlich ein generelles Leistungsklima vorhanden ist).

Und Entschuldigung, bei allem Respekt: Ein über den Daumen gepeilt 10jähriger LERNT NICHT FÜR SEIN EIGENES LEBEN. Das tun im günstigsten Falle erst die Abiturienten. Das hängt mit dem Alter und der Erfahrung zusammen; ein 10jähriger ist gar nicht fähig, sein Wissen zu überblicken, noch den tatsächlich tiefen Sinn für später zu erkennen. In dem Alter ist man auf Grund einer Schulfplicht in der Schule.

Ich will Dir hier jetzt kein Weltbild einreißen, aber ein Kind ist kein für sich selbst bestimmtes Individuum. In keinem denkbaren System.

Wenn Du hier eine 68er-Bildungsdoktrin vom „kleinen unabhängigen Staatsbürger“ etablieren oder anführen möchtest, brich bitte jede weitere Diskussion über das Thema hier ab - weil das eine destruktive Anschauung ist. Das kann man jeden Tag erleben.

Der Druck wurde ebenfalls nicht in die Familie gegeben - dafür
gab es regelmäßig Klassenlehrerbesuche, wo individuell mit den
Eltern die Zensuren, das Verhalten usw. in intimer Runde
besprochen wurde.

Aha, und das ist kein Druck?

*Natürlich nicht* - wo soll das Druck sein, wenn die Eltern ausführlich im persönlichen Gespräch INFORMIERT werden.

Du bist hier an einem Punkt Deiner Darstellung angelangt, die groteske Ausmaße an Befangenheit, Einseitigkeit und Verdrehung der Tatsachen durch Betroffenheit annimmt.

In diesen Gesprächen unter Abwesenheit der Kinder wurde nie etwas anderes besprochen, als der Leistungsstand, der Wissensstand, das Benehmen, … - also all das, was nur verknappt in die Beurteilung des Zeugnisses paßte. Es war ein „privater Elternabend bei den Eltern zuhause“.

Das nennt man heute aufgebläht „Transparenz“ - die ja dringend
im aktuellen System fehlt.

??? Du wirst immer kryptischer!

Wie gesagt, Du hast auch die Überschrift aus den Augen verloren.

Information der Eltern wird heute aufgebläht „Transparenz“ genannt - Durchsichtigkeit.

Ein Einheitsbildungssystem ist in dem Sinne auch ein Instrument der „Transparenz“, denn es werden sehr durchschaubare und einfache Verhältnisse geschaffen.

Darüber hinaus gab es Abitur mit begleitender
Berufsausbildung.

-) Jawoll, wenn man einen Einser-Durchschnitt UND Beziehungen

hatte, gab es auch (leider-leider nur extrem selten) diese
Möglichkeit *kopfschüttel*

Das ist ebenfalls wieder einseitig und unwahr, weil ich nicht an vier Händen die Anzahl *ganz normaler* Leute abzählen könnte, die das so absolviert haben.

Das Bildungsniveau war sicher hoch, aber es kann nur sehr
schlecht mit den heutigen Verhältnissen verglichen werden,
denn es war in sehr vielen Theman vollkommen anders gewichtet.
Auch in der Berufsausbildung übrigens. Es wäre deshalb müßig,
hier jetzt eine Schlammschlacht en detail aufzuführen. Der
direkte Vergleich ist unmöglich.

Das unterschreibe ich - aber man kann aus gewissen Gewichtungen Konsequenzen ableiten, gegen den Zustand heute stellen und schauen, was anders ist, was günstiger ist, was weniger günstiger ist.

Ein indirekter Vergleich, der nicht total querbeet pauschalisiert, ist hier also drin.

Aus meiner Zunft kann ich da sagen, daß alle DDR-Ingenieure
bei uns an der Uni auch praktisch sehr gut sind (Basteln,
handwerkliche Fähigkeiten), weil die beim Abitur meist den
Elektroinstallateur mitabsolviert haben.
Gerade wenn ich mir mein Studium angucke, kann man da die
systemimmanenten Lücken in der Ausbildung nicht übersehen.

Ich würde das mit Vorsicht genießen: DDR-Juristen wurden
prinzipiell für das DDR-System ausgebildet. Man muß das also
eher logisch von dem Standpunkt aus sehen, daß daher auch die
Ausbildung dementsprechend gewesen ist.

Wenn Du von Jura keine Ahnung hast, dann höre auch auf, solche
Meinungen auszubreiten!!!

Ich steigere das obige „groteske Ausmaße“ in „unannehmbare Auswüchse“.

Ich *muß* gar keine Ahnung von Jura haben. Es ist eine Alltagsbeobachtung und logischer Menschenverstand - ein anderes Rechtssystem bildet seine Rechtsgelehrten anders aus.

Ein anderes Wirtschaftssystem bildet seine Wirtschaftsgelehrten anders aus.

Und alles immer an die *Bedürfnisse des Systems* angepaßt.

Wie bist Du denn drauf, daß Du Dir hier *erdreistest* so eine Spruch abzuliefern, von wegen keine Ahnung und Klappe halten?!

Wenn Du Dich weiter so wie ein Kind aufführst hier, holst Du den Hardliner in mir hervor und dann brauchst Du nicht mehr erwarten, daß ich hier in jedem Kommentar noch für Dich mitarbeite und Dich nicht komplett als verblendet hinstelle. Das hätte ich berechtigterweise schon nach den ersten Absätzen tun können, so bin ich aber nicht und daher geb ich Dir für jeden Gedanken eine unvoreingenommen Chance.
Dieses Türchen schließt sich bei solchen Kommentaren dann ziemlich rasch.

Stellung der Frau,

Najaaaaaa, Vollarbeit UND Familie ist nicht wirklich
traumhaft, oder???

Hier muß ich auch den logischen Bezugsrahmen etwas
zurechtrücken.

*augen-roll-modus-on* Du immer mit Deiner Logik, ist das Dein
Lieblingswort? Es ist nämlich so fehl am Platze
*augen-roll-modus-off*

Nein, es ist genau richtig - denn wie man sieht, ist eine Auseinandersetzung auf Deiner Ebene weder möglich noch sinnvoll. Das hast Du mehrfach bewiesen hier.

Vollarbeit und Familie GING - ohne Probleme.
Meine Mutter MUSSTE nach 6 Wochen Schwangerschaftspause (nach
dem 1. Kind) einfach wieder arbeiten, weil es kein Geld mehr
gab.

In der DDR???

Entschuldigung :smile:, unglücklich formuliert. Ich meinte es in dem Sinne, daß das „Erziehungsgeld“ nur sehr kurz gezahlt wurde. So kenn ich es von einer Reihe von Leuten.

Sie sagt heute noch „Das hat nicht geschadet.“ - hat es auch
nicht.

Sagte mein Staatsbürgerkundelehrer auch immer, wenn wieder
einmal einer von uns Schülern sein Schlüsselbund an den Kopf
geworfen bekam.

Prima, jetzt wird es nach den ganzen Absätzen da oben auch noch niveaulos. So eine Unterstellung gegenüber meiner Mutter verbitte ich mir. Deinen persönlichen Frust lasse an dem Stabilehrer aus, aber nicht an völlig anders gemeinten Aussprüchen meiner Familienangehörigen.

Du bist auf dem besten Wege, Dir den Diskussionsbonus zu verscherzen.

Dagegen kenne ich eine wachsende Zahl von Beispielen, die mehr
und mehr Kinder bekommen und dadurch Jahre, teilweise über ein
Jahrzehnt, schon zuhause sind.

Ja, finde ich auch nicht gut. Aber das ist jedem seine eigene
Sache. Privat.

Nein, ist es eben nicht. Auch heute leben wir in einer Gesellschaft.
Anders gesagt, die einzelnen Mitglieder stehen in Rechenschaft zu dieser Gesellschaft. Und wenn das individuelle Verhalten Züge annimmt, die für die Gesellschaft nicht mehr tragbar sind, dann können/sollen/sollten/werden/dürfen die betroffenen Mitglieder auch zur Rechenschaft herangezogen werden.

Das nennt man *Gesellschaftsvertrag*, und der ist etwas älter als Deine 68er-„Ich-tue-was-ich-will-und-was-mir-so-paßt“-Einstellung.

Man sollte sich also lieber fragen, nicht einfach einmal der
umgekippte 68er-Mentalität und dem „Weichwerden“ der
Gesellschaft entgegenzuwirken, als unnötig ein Jahr oder
länger Schwangerschaftsurlaub, Geld dafür, und und und zu
gewähren.

Warum überlasst Du das nicht den Frauen selber, ob sie sich
solche Fragen stellen wollen? Es ist ja leider nicht überall
möglich, sein Kind auch adäquat unterzubringen, wenn man
schnell wieder arbeiten möchte.

Lies genauer - das habe ich geschrieben. Eine radikale Verkürzung der Elternzeit kann nur stattfinden, wenn ein ordentliches Betreuungssystem dagegengehalten wird.

Sofern ein Ausgleich an Betreuung vorhanden ist (der in
Deutschland NICHT vorhanden ist), wäre dies bedenkenlos
möglich.

Wenn man es will. Aber es wurde in der DDR GEZWUNGEN, warum
blendest Du das immer aus? Da gab es nicht einfach die tolle
Möglichkeit, da stand ein ganzer Staat dahinter! Schon mal
etwas vom Straftatbestand der Asozialität gehört?
Wahrscheinlich nicht. Gab es aber in der DDR.

Irrelevant, es war kein *Zwang* per Dekret. Die gesellschaftlichen Zustände (Angewiesenheit auf Arbeit) legten aber eine Betreuung durch Institutionen nahe.

Ich hatte selbst zwei spätere Mitschüler, die kaum bis nicht im Kindergarten waren. Als hör endlich auf, von Deiner Situation auf alle zu extrapolieren.

Daß im Falle über besagten Straftatbestand gegen Leute vorgegangen werden konnte, steht auf einem anderen Blatt und hat mit meiner Feststellung erst einmal nichts zu tun.

Versorgung
der kleinen Kinder usw…

Eine Mutter bekam ein Jahr lang volles Gehalt weiter, dann
MUSSTE sie wieder arbeiten und die Kinder MUSSTEN in eine
Tageseinrichtung. Kinder von Studentinnen MUSSTEN in
Wochenkrippen… Soviel auferlegter Zwang war da mit im
Spiel…

Das ist prinzipiell falsch.

Das ist prinzipiell RICHTIG!

Falsch.

Ich habe extra noch einmal meine Mutter deswegen gerade angerufen und auch meine Tante (Kinderkrippenbetreuerin).

Also. Erziehungszeit und Erziehungsgeld gab es *gar nicht*.

Pauschal gab es einmalig einen Betrag für das 1. Kind und für das zweite (und weitere) etwas mehr. Meine Mutter ist sich nicht mehr ganz sicher, aber sie sagte ca. 500 Mark fürs erste, 600 Mark fürs zweite.

Dieses Geld gab es auch nicht auf einmal, sondern in verschiedenen Abschnitten.

Es bestand absolut keine Pflicht für Kindergarten und Kinderkrippe. Im Gegenteil: Ein Kinderkrippenplatz war nicht einmal selbstverständlich, weil es oft viel weniger Plätze als Kinder gab. Dadurch wurden die Plätze dann auch zugewiesen, und das war nicht immer günstig von Lage/Wegstrecke her.

Ein MUSS gab es aber nicht. Wer bspw. einen entsprechend verdienenden Mann hatte, konnte zuhause bleiben und auch das Kind zuhause lassen.

Wochenkrippen gabs dann auch noch (Betreuung über die ganze Woche hinweg).

Da aber die breite Masse nicht sehr üppig verdient hat, war man als Frau angewiesen darauf, fast sofort wieder arbeiten zu gehen, weil man von NIRGENDWO *irgendetwas* bekommen hat.

Meine Mutter bekam nur 20 Mark Kindergeld.

Daher mußte sie auch direkt nach allen 3 Geburten wenigstens „Teilzeit“ arbeiten und/oder Heimarbeit (Arbeit zuhause, nicht in einem Heim!) absolvieren, damit wenigstens Geld herzukam.

Auf der anderen Seite waren die Frauen dieser Zeit auch gut ausgebildet mit Schulabschluß oder Abitur und dann Berufsausbildung/Studium. Die Frauen waren zu dieser Zeit eine Arbeitsklientel - die „Hausfrau“ wie in der damaligen BRD etabliert gab es in dem Sinne nicht (also mit zuhause bleiben und und und).

Der Zwang bestand also nur darin, daß man den Hintern hochbekommen mußte, um Geld zu verdienen.

Deine Einwand mit diesem Gesetz ist doch etwas anderes. Mit Sicherheit wurde das vollstreckt, wenn jetzt eine Frau gesagt hätte „Ich möchte aber kein Geld verdienen.“ (und damit im wahrsten Sinne auf dem Trockenen sitzen und asozial machen).

Damit wurde jedoch nicht Zwang zur Betreuung ausgeübt, sondern Zwang zum Lebensunterhalt. Rein wirtschaftliche Gründe also.

Ein späterer Mitschüler wurde zum Beispiel immer zur Oma und zum Opa gebracht, als seine Mama *freiwillig* wieder als technische Zeichnerin arbeiten ging (nicht lange nach der Geburt).

Ich weiß nicht wo Du Deine Informationen hernimmst. Bist Du so verbittert, daß Du alles von den Fakten her verdrehst oder falsch interpretierst???

Ist Dir schon einmal in den Sinn gekommen, daß ihr auf Grund eures Status eine Sonderbehandlung erhalten habt (siehe Staatsanwältin/Hauptmann; Staatsdiener)??

Es war bei den
Betreuungseinrichtungen kein Muß - aber es verlieb als einzige
Möglichkeit, wenn man wieder arbeiten mußte.

Und da jede Mutter wieder arbeiten MUSSTE, ist es ja wohl ein
Zwang. Was schreibst Du da eigentlich daher? Sagst Du immer
aus Prinzip das Gegenteil?

Es ist ein Zwang ganz anderer Natur. Diesen Zwang gibt es - in Abstrichen - auch heute noch.

Wer nämlich durch das Gitter von HARTZ IV fällt, muß genau wie damals den Hintern hochbekommen und zwangsläufig arbeiten gehen, um über die Runden zu kommen.

Das war jetzt von Dir also nicht nur ein klassisches Eigentor, sondern wieder das Vermengen von unterschiedlichen Dingen.

Andererseits -
wer sagt denn, daß das automatisch Zwang ist.

Ich und die Realität in der DDR.

Das mußt Du so formulieren: Du und DEIN *verzerrtes* Bild von der DDR.

Kommentar Mutter
„Uns hat keiner gefragt, aber herumsitzen wollten die
wenigsten.“.

Nette Formulierung. Und das von einer Mutter. Ich habe gerade
wieder einen Säugling, und herumsitzen tue ich eigentlich die
wenigste Zeit des Tages :smile: Ich freue mich zwar trotzdem, bald
wieder arbeiten gehen zu können, aber ich geringschätze das
Leben einer Hausfrau und Mutter deswegen noch lange nicht!

Meine Mutter auch nicht, im Gegenteil, sie war immer alleinerziehend, hat den Haushalt gemacht und hatte teilweise zwei bis drei Arbeitsstellen gleichzeitig.

Verwechsle den Kommentar bitte nicht mit Deiner übersensiblen Vorstellung von Erziehung, Betreuung und Pädagogik.

Ich traue mir sogar folgenden tollkühnen Satz: Sie war und ist eine bessere Mutter als Du es mit Deinen rechthaberischen Ansichten je sein wirst.

Ja, es mag traurig sein, daß Du nunmal solche und solche Erfahrungen gesammelt hast - das berechtigt Dich aber noch lange nicht, Deine Großhirnrinde abzuschalten.

Deine Absatz über den Umgang mit der Geschichte nehme ich
nicht persönlich, sonst wäre ich ganz schön sauer!

Also Vorsicht mit der Verleihung solcher Prädikate „Zwang“.

Das bin ich, aber die Dinge müssen auch benannt werden dürfen,
wenn sie so lagen. Das gestehe bitte bei all Deiner
Schulmeisterhaftigkeit bitteschön zu.

Bei all meiner Schulmeisterhaftigkeit sage ich Dir: Du bennst die Dinge nicht, Du verteufelst sie erstens, verdrehst sie zweitens und setzt Dich drittens nicht mit der notwendigen Distanz damit auseinander. Da erfodert die Schulmeisterhaftigkeit eine Richtigstellung, daß das nämlich keine „Benennung der Dinge“ ist.

Die Menschen waren ganz anderes gewöhnt, hatten eine ganz
andere Mentalität.

Wem sagst Du das…

Zwang ist nur Zwang, wenn er als solcher
empfungen wird - doch wäre eine modellhaft konstruierte
Hochleistungsgesellschaft eine Zwangsgesellschaft, wenn es die
Leute denn so wollen und nicht anders kennengelernt haben bzw.
logisches Verständnis dafür haben (und nicht direkten
Restriktionen ausgesetzt sind)?

Entschuldige bitte: An Zwang lässt sich doch nichts umdeuteln.
Staatlich ausgeübter Zwang hat doch nichts mit eingefahrenen
Gewohnheitsmustern zu tun! Selbstverständlich reden wir hier
von direkten Restriktionen. Also ICH zumindest. Und die sind
unzweifelhaft belegbar. Auch heute noch.

Aber sie sind nicht pauschalisierbar. Und je mehr Du hier von Deinen Kenntnissen und Erlebnissen berichtet hast, umso weniger darf man diese Aussagen ernstnehmen. Du sprichst hier nachweislich nicht für alle - das soll keine Verharmlosung oder Verklärung darstellen, sondern einfach ein gewisses Maß wahren.

Wenn das hier jemand liest, der nicht in der DDR groß geworden ist, bekommt er von Deinen durchwachsenen Kommentaren ein VÖLLIG falsches Bild.

Jeder weiß doch, daß es ein totalitäres System war, und auch solche Auswüchse angenommen hat - dennoch gab es einen funktionierenden eingeschwungenen Alltag. Die Restriktionen, die Du beschreibst und erlebt hast, fanden waren aber nicht allgegenwärtig. Das ist eben Dein Grundfehler. Es gab auch „Normalität“.

Jein. Wenn Du vom Wohnungsbauprogramm und den Mieten sprichst,
dann ja. Wenn es um Geld für Gesundheit und Bildung geht,
stimmt das nicht.

Was daran stimmt nicht? Die wurden doch genauso
subventioniert!!!

Du - es macht langsam keinen Spaß mehr, wenn Du partout Deinen Kopf gar nicht benutzen willst.

Die Subventionen für Bildung und Gesundheit - die es natürlich heute ebenfalls gibt, wenn auch nicht so üppig (wobei ja die BRD überhaupt kein Paradebeispiel abgibt) - waren nicht *die* subventionen, die den Niedergang des Systems verursacht haben.

Diese Art von Subventionen heißen nämlich auch Investitionen. Geld in bildung und Gesundheit zu stecken ist *Investition* - und bekanntlich müßte das hier in Deutschland noch viel, viel mehr sein, als es ist.

Trotzdem schön, daß Du zum hundertsten Male alles blind über einen Kamm scherst.

Glaube mir: NICHTS habe ich aus meiner „guten alten Zeit“
vergessen. Nur deshalb weiß ich heute, mit fast 40 Jahren, um
was ich betrogen worden bin TROTZ Hochbegabung, TROTZ
1,0-Zeugnis, TROTZ „richtiger“ Herkunft, TROTZ unauffälliger
Vita. Und ich weiß auch deshalb, wohin ich noch im Leben will.

Verzeih, wenn Du hochbegabt bist, dann künstlerich-musisch, denn ein analytisch-logisch Hochbegabter würde nie so ein Gemenge abliefern, wie Du es mit hier kritisierten Kommentar getan hast - oder, Du bist wirklich emotional so in eine Sackgasse geraten, daß das Auswirkungen auf den Intellekt hatte.
Das ist jetzt auch *nicht* persönlich gemeint oder soll herabsetzend sein - so stellt es sich als Beobachtung dar (aus dem WAS Du WIE schilderst).

Uiiiiiii, das Grundgesetz als „obsolete Struktur“ zu
bezeichnen, ist allerdings ein interessanter
Diskussionsansatz. Verirr Dich doch mal ins Politik-Brett und
eröffne einen entsprechenden Thread.

Ich bin glühender Demokrat und beschäftige mich eingehend seit Jahren mit den Theorien moderner Staatsstrukturen.

Du brauchst Dich nur einmal fragen, warum das Ding GRUNDGESETZ heißt, wie es konzipiert wurde und von wem; welchem Zweck es eigentlich diente.

Das Grundgesetz *ist* veraltet. Zumal man sogar formal sagen muß, daß mein Deutschland nicht einmal eine richtige Verfassung hat - denn genaugenommen ist das GG keine Verfassung. Es wurde nur über die Jahre in diese Rolle geprügelt und der Begriff „Verfassung“ hat sich falsch eingebürgert in diesem Zusammenhang.

Das lernen übrigens schon die Gymnasiasten in einem entsprechend kritischen und unabhängigen Geschichtsunterricht (muß noch nichtmal Leistungskurs sein).

Als Kind bin ich in die Polyklinik gegangen. Da gab es viele,
viele verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander.

Hm, ich gehe heute in ein Ärztehaus. Da gibt es viele, viele
verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander…

Kommentiere doch bitte am Ende einer Ausführung. Das ist mir jetzt schon mehrere Male aufgefallen, daß Du voreilig dazwischen gehst.

Der Anstand gebietet es meines Wissens nach eigentlich, daß man jemanden „ausreden“ läßt.

Aber schön, daß Du den Teil mit dem Verklagen solcher Ärztezusammenrottungen weggeschnitten hast.

Ein Ärztehaus ist nämlich nicht so einfach möglich, wie man sich das denkt. Du hast unverschämtes Glück eins in der Nähe zu haben. Gratulation.

Man muß sich also fragen, inwieweit man nicht durch Nachdenken
der ehemaligen beiden deutschen Staaten den jetzigen deutlich
hinterfragt.

Ich habe nichts gegen Hinterfragungen.

Das mußt Du nach dem Kommentar erst neuerlich unter Beweis stellen.

Freiheit, Grundrechte, Rechtsstaat, Semidemokratie - das nützt
alles nur, wenn auch eine Lebensgrundlage besteht.

In der DDR gab es nicht einmal diese Punkte…

Jana

Bitte nocheinmal lesen - es ging um das Spannungsverhältnis eines (mehr oder weniger) „freiheitlichen“ Staates gegenüber dem Streben der Menschen, sozial abgesichert zu sein und stabile Verhältnisse zu haben.

Übrigens gab es zumindest soetwas wie Bürgerrechte und andere Freiheiten, auf dem Papier. Papier ist geduldig - entscheidend ist *nicht* das Vorhandensein von den genannten Sachen, sondern das die Dinge *vorstaatlich* sind, d.h. daß sie außerhalb oder von mir aus auch über dem Staatsapparat stehen. Sie sollten einklagbar sein (Verfassungsgericht) usw. usw. …

Wenn die Grundrechte genauso wie in der DDR eingebaut wären, hätten wir hier heute ähnliche Verhältnisse.

Ich hoffe, ich konnte auch hier Dein Mißverständnis zumindest in Ansätzen aufklären.

MfG Robert

Hallo Olaf,
Deine Antwort hat zwar tatsächlich nicht ganz meiner Frage entsprochen, aber genau diese Themen haben mich interessiert; auch wenn kein Vergleich mit dem mir ebenso unbekannten Schulsystem der DDR inbegriffen war, haben mich die von Dir aufgeführten Details doch in eine gewünschte Richtung weitergebracht. Hinter meiner Frage stand nämlich (auch), warum die schulische Sozialisation der finnischen Kinder anscheinend problemloser verläuft als die der deutschen. Anscheinend gibt es dort z.B. nicht das Gewaltproblem an den Schulen - ? -.Danke für Deine detaillierte Antwort! I.

Wobei natürlich niemand weiß, wie schöngefarbt die Sache dargestellt wurde.
Aber gelogen ist das was da vorgetragen wurde sicher nicht.
In Australien gibt’s laut Information eine Bekannten auch Psychologen an den Schulen, während man bei uns sich nichtmal Sozialarbeiter leisten kann.

Hallo,

ich breche diese Diskussion mal an dieser Stelle ab. Das wird mir aus mehreren Gründen etwas zu seltsam. Und wir kommen auch so langsam vom eigentlichen Thema ab. Vor allem aber will und werde ich mich nicht von Dir hier maßregeln lassen!

Noch einmal meine Bitte an Dich: Wenn Dich das Thema wirklich so interessiert, dann setze Dich damit auch kritisch auseinander und fege nicht alles vom Tisch. Denn Du gibst doch vor, Dich zu informieren und auch mit „Zeitzeugen“ ausgetauscht zu haben. Bei all Deinem Übereifer hast Du übersehen, dass ich einer bin. Doch das nur nebenbei. Ich bin der Meinung, Dir fehlt noch etwas die nötige Reife und Empathiefähigkeit, um da bestimmte Schlüsse zu ziehen. Sicher: Persönliche Erfahrung ist nicht alles im Leben, aber das Leben ist mit Theorie auch anders herum nur schlecht zu erklären.

Ich wünsche Dir für die Zukunft weniger Tunnelblick.

Jana

1 „Gefällt mir“

Du warst 1993/94 in der 5. Klasse. Sorry, ich weiß, das ist
oft nervig: Aber Du hast doch von der Zeit in der DDR am
eigenen Leib gar nichts mitbekommen,

Das möchte ich dringend verneinen.

Ich habe den entscheidenden Teil, um den es hier noch
mitbekommen: Kinderbetreuung, Einschulung, erste Schulzeit,
Wende.
Und ich kann mich noch relativ gut an viele Einzelheiten
erinnern.

hi,

*LOL* habe den thread mitverfolgt! du bist wirklich der meinung, geboren 1984 (1983?) hast du genügend erkenntnisse über die DDR und das bildungssystem sammeln können? moooment, ich bin baujahr 1979, 1989 im herbst der wende kam ich gerade in die 5. klasse. aber ich muss zugeben, vom „system“ habe ich nicht viel mitbekommen. erst im nachhinein habe ich unmengen NVA in der Fibel entdeckt, Lenin im Deutschbuch und die Sowjets im Russischbuch.

Mal ehrlich, geh mal in dich, als 5-6 jähriger willst du etwas vom system verstanden haben? gutgut, vielleicht bist du hochbegabt, aber ich fühle mich nicht gerade dumm, aber dennoch kann ich mich nur nur bruchstückhaft an die jahre 1979 bis 1989 erinnern, wobei die meisten erinnerungen aus den letzten jahren sind.

ich möchte meinen, das ich aus den jahren meines 0. bis 5. lebensjahres nichts mehr weiss, außer wo mein kindergarten war, wen ich da kannte und was wir ab und an machten. aber tiefe einblicke habe ich da nicht erhalten. und von der einschulung? da habe ich noch erinnerungen an die schultüte, ans erste hausaufgabenheft und die schlimmen probleme gerade zu schreiben und bei eins minus zwei nicht minus eins zu sagen (hatte schreibprobleme, konnte aber schnell rechnen und lesen). von den klassen 1 bis 4 erinnere ich mich an etwas aus der schule, an komische dinge wie den jungpionier, unsere patenbrigade, das scheiss altstoffsammeln, schwimmunterricht und bodenturnen. aber an das system?

nein, das system habe ich erst retrospektiv entdeckt und so ist es auch zu 100% bei dir und da du wohl erst 5 warst ordentlich gemischt mit erzaehlungen vom hörensagen.

testspiel: frage mal einen erstklässler, wie er das schulsystem findet, ob ihm der kindergarten was gebracht hat oder ob es schlimm war nicht im kindergarten gewesen zu sein. ich erwarte keine sinnschweren ausführungen zum schul- und bildungssystem. du?

gruss vom

showbee

p.s. ich empfehle zur lektüre:
http://www.bpb.de/publikationen/08306124572487435215…

2 „Gefällt mir“

Hallo :smile:

hast du genügend erkenntnisse
über die DDR und das Bildungssystem sammeln können?

Ich sprach nicht von DDR allgemein sondern von Bildungssystem, wie richtig nach dem „und“ bei Dir folgte. :smile:

Nein, Du verstehst das falsch - ich habe das in der entscheidenden Phase noch mitbekommen, um es mit*erlebt* zu haben.

Daher sagte ich ja, es sei keine rein objektive Darstellung gewesen, sondern an gewissen Stellen stehen die Kindheitserfahrungen.

Mal ehrlich, geh mal in dich, als 5-6 jähriger willst du etwas
vom system verstanden haben?

Das habe ich nicht behauptet. Nichts hineinbringen, was nicht gesagt wurde.

vielleicht bist du hochbegabt,

Das lasse ich unkommentiert stehen (obwohl der Satz ja eigentlich auch ein Kommentar ist *gg*), weil das nicht relevant ist hier.

aber ich fühle mich nicht gerade dumm, aber
dennoch kann ich mich nur nur bruchstückhaft an die jahre 1979
bis 1989 erinnern, wobei die meisten erinnerungen aus den
letzten jahren sind.

Ich kann mich auch nur bruchstückhaft an 1979 erinnern :wink: - Spaß beiseite.

Ich weiß noch recht viel. Natürlich kein lückeloser, detailreicher Film vor dem Kopf. Hmm, über den Daumen fallen mir aber ca. 15 bis 20 Dinge (sehr einprägsame Ereignisse) aus dem 3. oder 4. bis 8. Lebensjahr ein (die auch nachweislich stimmen).

ich möchte meinen, das ich aus den jahren meines 0. bis 5.
lebensjahres nichts mehr weiss, außer wo mein kindergarten
war, wen ich da kannte und was wir ab und an machten. aber
tiefe einblicke habe ich da nicht erhalten. und von der
einschulung? da habe ich noch erinnerungen an die schultüte,
ans erste hausaufgabenheft und die schlimmen probleme gerade
zu schreiben und bei eins minus zwei nicht minus eins zu sagen
(hatte schreibprobleme, konnte aber schnell rechnen und
lesen).

Das stimmt ja auch so: Bis zur Einführung für den Grundschüler ist die Subtraktion nicht uneingeschränkt ausführbar. :smile:

von den klassen 1 bis 4 erinnere ich mich an etwas aus
der schule, an komische dinge wie den jungpionier, unsere
patenbrigade, das scheiss altstoffsammeln, schwimmunterricht
und bodenturnen. aber an das system?

Schwimmunterricht *hehe* ja, ich auch, an Bodenturnen auch, und an streng choreographierte Gymnastik — an den roten Kram dagegen logischerweise nicht, weil ich ja davon ferngehalten wurde und nicht „Mitglied im Club“ war :wink: :wink:

nein, das system habe ich erst retrospektiv entdeckt und so
ist es auch zu 100% bei dir und da du wohl erst 5 warst
ordentlich gemischt mit erzaehlungen vom hörensagen.

Sicher, etwas anderes habe ich auch nie behauptet.
„Hörensagen“ dagegen stimmt nicht - denn „Hörensagen“ ist etwas anderes.

testspiel: frage mal einen erstklässler, wie er das
schulsystem findet, ob ihm der kindergarten was gebracht hat
oder ob es schlimm war nicht im kindergarten gewesen zu sein.
ich erwarte keine sinnschweren ausführungen zum schul- und
bildungssystem. du?

Natürlich nicht - doch worauf willst Du hinaus. Daß Du etwas falsch verstanden hast an meinen Beiträgen, hab ich ja gerade schonmal geschrieben.

Ich habe nur thematisiert, wie absolut befangen, einseitig und einfach exorbitant übersteigert die Jana (?!) hier bei der Sache gewesen ist - von emotional verzerrten Sprüchen ganz zu schweigen.

MfG

Hallo.

Hallo,

ich breche diese Diskussion mal an dieser Stelle ab. Das wird
mir aus mehreren Gründen etwas zu seltsam.

Keine weise Entscheidung - denn Du hättest die Chance gehabt, hier zu lernen, Dich nüchtern mit Dingen zu befassen und von Deiner Verblendung loszukommen, Du hättest unfehlbar recht.

Vor allem aber will und
werde ich mich nicht von Dir hier maßregeln lassen!

Ich maßregele Dich nicht - Du reagierst schon wieder absolut übersensibel, und auch noch an der falschen Stelle.

Ich habe Dich nur massiv in Deine Schranken weisen müssen, weil Deine Darstellung einfach nicht mehr akzeptabel gewesen ist, gemessen an der nachprüfbaren Realität und gemessen an dem von Dir eingesetzten rhetorischen Stil.

Noch einmal meine Bitte an Dich: Wenn Dich das Thema wirklich
so interessiert, dann setze Dich damit auch kritisch
auseinander und fege nicht alles vom Tisch.

Soll ich jetzt laut lachen, oder was?

Wer hat denn hier nachweislich jeden Anflug von angesprochener

  • Objektivität
  • nüchternen, emotionslosen Auseinandersetzung

nachhaltig vermieden?

Ich habe Dir nachprüfbare Fakten an die Hand gegeben gehabt,
@Erziehungszeit, @Erziehungsgeld, @Zwang -

wenn Du keine logischen Darstellungen akzeptieren kannst, schreib bitte in einem Forum mit dem Namen „Vom Schicksal gebeutelt - hier heule ich mich auf Kosten der historischen Wahrheit aus“.

Ich habe keine Verklärung oder Beschönigung vorgenommen, sondern nur gezeigt, daß es eine VIELZAHL ganz anderer Erfahrungsberichte als Deinen gibt.

Hier in Deutschland gibt es eine Tugend, die heißt Toleranz - wenn Du dazu nicht fähig bist, solltest Du in eine Diktatur auswandern. Ein paar gibt es ja noch auf der Welt.

Hättest Du das alles als eindeutig subjektiv geschrieben, und die Möglichkeit offen gelassen, daß es mögliche andere Erfahrungen gibt, hätte hier nieman etwas gesagt. Du hast das Gegenteil getan, und dann mußt Du auch damit leben, daß man gegen Dich entsprechend vorgeht mit scharfen Waffen.

Bei all Deinem Übereifer hast Du
übersehen, dass ich einer bin. Doch das nur nebenbei.

Nachlesbar nicht.

Ich bin der Meinung, Dir fehlt noch etwas die nötige Reife und
Empathiefähigkeit, um da bestimmte Schlüsse zu ziehen.

Man braucht bei dem gezeigten Sachverhalt keine Empathie, um Schlüsse zu ziehen. Ich wollte Dich nicht demontieren, wie gesagt, hättest Du Deinen Text ohne den Anspruch formuliert, Deine absolut subjektive und stark emotionslastige Sichtweise sei der Weisheit letzter Schluß, wärest Du um diese Diskussion rumgekommen.

Und erstens lasse ich mir ganz bestimmt nicht von einem etwa Mitdreißigerin in Sachen Reife belehren, der so eine sichtbar mangelhafte Schilderung wie Du abgegeben hat, zweitens belächle ich das gönnerhaft - aus Erfahrung - und aus der Erfahrung, in *den* Situationen dann auch rechtzuhaben. :smile:

Sicher:
Persönliche Erfahrung ist nicht alles im Leben, aber das Leben
ist mit Theorie auch anders herum nur schlecht zu erklären.

Ich wünsche Dir für die Zukunft weniger Tunnelblick.

Jana

Den Tunnelblick, eigentlich ja die Ohnmächtigkeit nach dem Tunnelblick, hast Du gezeigt, nicht ich.

Ich habe nur recht konsequent die Sache mit etwas rhetorischer Gewalt zumindest in den richtigen Maßstab gelenkt.

Viel Glück für Deine Zukunft, und erzähl nicht soviele emotionale Geschichten.

MfG Robert

Hallo!

du schreibst ich hätte etwas falsch verstanden…

Ich sprach nicht von DDR allgemein sondern von Bildungssystem.

du schreibst:

ich habe das in der entscheidenden Phase noch
mitbekommen, um es mit*erlebt* zu haben.

hmmm.

wenn du nicht von der DDR geschrieben hast, warum vergleichst du
dann „obsolete Strukturen“ (was unser Grundgesetz sein soll) mit
neuen Demokratiemodellen. Hat das was mit Bildungssystemen direkt
zu tun? nein, es war hier eine diskussion über das „system“!

naja und wenn etwas „obsolet“ ist (deiner meinung nach), dann ist
dieses statement keine Parole?

Ich haue hier keine Parolen, sondern habe mich mit dem Thema
beschäftigt und immer wieder Gespräche gesucht mit „Zeitzeugen“.

dem scheint nicht so. was ist für dich ein demokratiemodell? was
ist am grundgesetz obsolet? das wahlsystem? die „schreckliche“
kanzlerschaft? der selbstbedienungsladen? alles das was man täglich
in der BILD liest?! oder ist obsolet der grundrechtekatalog, das
sozialstaats- und rechtsstaatsprinzip, die gewaltenteilung und die
gewährleistung effektiven rechtsschutzes?

ich sage: PAROLE! du hast dich scheinbar noch nicht eingehend mit
dem grundgesetz (deiner verfassung seit dem 03.10.1990) befasst.
solltest du. dann würdest du erkennen, das nicht alles gold ist,
was aus der ferne glänzt. ich möchte jedenfalls kein präsidialsystem
wie es in den USA läuft oder ansatzweise in frankreich. ich will auch
kein effektives 2-parteiensystem mit unter/oberhaus wie in UK oder
ständiges verfassungsbrechende gesetze wie in italien. oder willst
du gerade sagen, in südamerika, afrika oder asien gibt es effektive
und gute demokratien deren verfassungen man für deutschland über-
nehmen könnte???

aber zurück zur bildung, über die hast du ja eigentlich geschrieben!

Der ganze Text war unter dem Hinblick einer subjektiven
Jugend und unter dem Problem „Gegenbeispiele“ gestickt

aber die andere Hochschulbildung war gemessen an den Mißständen,
die ich so tagtäglich beim Studieren mitbekomme, eindeutig besser.

Das rührte von der guten Vorbildung her: zehnklassige
allgemeinbildende Schule, zwei Jahre Abitur mit klassischem Abitur,
d.h. Prüfung in jedem Fach, kein Kurssystem wie heute - also keine
entstehenden Lücken durch Abwahl von Fächern.
Gerade letzteres sorgt beim Studium immer wieder für Verdruß bei
vielen mit denen ich studiere - das falsche abgewählt (mir ist das
auch passiert), oder aus Zwang wegen gewisser Kombinationen etwas
abwählen müssen und dann im Grundstudium zusätzlich zum harten
Niveau noch Lücken in den Grundlagen.

du wirfst hier mit einer menge mutmaßungen um dich, richtig? naja,
das kann man alles „unter Hinblick einer subjektiven Jugend“ subsumieren, man könnte auch sagen: „Parole“!

du meinst wirklich, das hochschulsystem war damals besser? vielleicht
vergleichst du äpfel mit birnen? die meisten diplome in der DDR wurden
an fachhochschulen oder fachschulen vergeben. richtige universitäten
waren nicht die massenbildungseinrichtungen. du solltest also eine
fachhochschule der DDR bitte mit einer solchen der BRD vergleichen.
gemeinsamkeiten: sehr verschultes system, klassenverband, durchorganisiert!

universität ist eben nicht schule, da gehört ein bischen mehr dazu als
ein block, ein stift und der studentenausweis. ich sehe gerade an meiner fakultät immer wieder menschen, die nicht zurecht kommen. die wissen nach 3-4 semestern noch nicht was in den prüfungsordnungen steht, welche fächer wann angeboten werden etc. das hat nichts mit bildungssystem zu tun, sondern mit trägheit und faulheit. manche sind nicht dafür geeignet, sich selber zu organisieren. schau mal, wieviele von einer uni zu einer fh wechseln. umgekehrt deutlich weniger!

es liegt nicht am abitur. oder willst du mir verklickern, dass ein
student nichts nachlernen kann? wenn ich als 18-20jähriger mich bspw.
für slawistik entscheide und vorher nur englisch und französisch in der
schule hatte, weine ich dann, weil ich nicht russisch in der 5. klasse
gewählt habe? oder wenn ich chemie studieren will, weine ich dann, wenn
ich nur den grundkurs statt des leistungskurses hatte? nein, dann setzt
man sich hin und lernt das nach. das was man im abitur in einem schuljahr lernt, kann man als gewissenhafter student innerhalb 4 wochen nacharbeiten und dennoch nebenbei studieren.

schlechtes abitur ist nicht die ursache für schlechte studenten schlechthin. es ist ein anteil.

das heutige bildungssystem macht viel mehr den hauptschülern zu schaffen, da hier keine förderung stattfindet. und wo hier „leistung noch was zählt“ frage ich mich täglich, wenn ich an der hiesigen hauptschule vorbeigehe. wer lernt ist streber, wer nicht raucht ist uncool … das hat zum einen was mit dem system zu tun (lehrer sind desinteressiert), aber vorrangig mit den familien. viele hauptschüler haben offensichtlich mehr taschengeld als ich vorher hatte. wenn ich zigaretten, nike boots, karlkani jeans und jacken und mp3player etc. zusammenrechne, da kommt mir oft der gedanke, das viele eltern heute ihren kindern lieber mal 100 Euro extra geben, statt zu fragen ob sie ihre hausaufgaben gemacht haben.

aber diese eltern waren bestimmt auch nicht auf einer DDR fachschule.

insofern, solltest du nicht versuchen höchstgradig unterschiedliche
systeme einfach zu vergleichen. gerade schulsysteme waren sehr
verschieden. damals gab es ein längeres zusammen bis zum abitur. „dummies“ wurden nicht schon zur 5./7. klasse in die hauptschule ausgesondert, aber man muss auch beachten, dass viele „schlaue“ nicht zum abitur durften, da sie nicht in den katalog passten. oft waren es die kinder von pfarrern, anders-parteimitgliedern etc. oft waren es auch die kinder von system-treuen,
wenn die kinder nicht ganz so „linientreu“ waren. bei meinem bruder in der klasse gab es z.B. das problem in umgekehrter weise. es waren in seiner klasse fast nur kinder von bildungsbürgern. da muss noch einer aus einer echten arbeiter-bauern-familie mit zur EOS. also schwuppdiewupp hatte die eine (strohdoof) haufen 1er im zeugnis und „musste“ zur EOS die quote halten.

also, viel erfolg bei mehrung der eigenen erkenntnisse. auch wenn sie
darin bestehen, dass fremde meinungen übernommen werden und eigene
erinnerungen wohl doch eher im bodenturnen liegen, denn im system.
denn deswegen hatte ich eigentlich geschrieben…

gruss dennoch

vom showbee

Hallo,

Du hast es nicht anders gewollt, aber jetzt demontiere ich Dich.

du schreibst:

ich habe das in der entscheidenden Phase noch
mitbekommen, um es mit*erlebt* zu haben.

hmmm.

wenn du nicht von der DDR geschrieben hast,

Ich meinte *miterlebt* im Sinne, das Bildungssystem selbst noch kennengelernt.

warum vergleichst du
dann „obsolete Strukturen“ (was unser Grundgesetz sein soll)
mit neuen Demokratiemodellen. Hat das was mit Bildungssystemen
direkt zu tun?

Du schießt quer und reißt Dinge aus dem Zusammenhang. Du mußt schon in dem Zitat hinzufügen, aus welchem Kontext das kam.

Wenn ich sowas schreibe, hat das grundsätzlich Hand und Fuß, ist also entweder ein direkter Vergleich oder einer im übertragenen Sinne.

naja und wenn etwas „obsolet“ ist (deiner meinung nach), dann
ist dieses statement keine Parole?

Nicht meiner Meinung nach, gemessen an einer objektiven Analyse.

was ist für dich ein demokratiemodell?

Okay, das wird jetzt etwas lang - aber wenn Du sonst nicht begreifst.
Doch ich hoffe, du wirst begreifen.

„Demokratie“ heißt erstmal nichts weiter als Volksherrschaft.
Der Begriff erfuhr im Laufe der Zeit jedoch einige Umwertungen. So kritisiert Aristoteles „Demokratie“ noch als Abschaumsherrschaft (auf Grund der Struktur der griechischen Demokratie), während es heute als Nonplusultra gilt.

Problem dabei ist nur: Demokratie funktioniert ohne Menschenrechte, ohne Verfassung, selbst ohne echte Gewaltenteilung.

Demokratie ist ein unglaublich schwammiger Begriff, hat aber einen unübertroffenen Vorteil: Je nach Weltanschauung kann man eine Vielzahl an „Parametern“ hinzufügen. Demokratie ist wie ein Baukastensystem.
Das Grundelement ist lediglich die Prämisse „Volksherrschaft“, alles anderer drumherum ist modular.

Es stehen sich aber zwei entgegengesetzte Auffassungen von Demokratie gegenüber. Plebiszitäre und repräsentative.

Bisher meinte man immer, repräsentative Demokratie sei besser - das war per Definition so. Einige Sozialisten wollten dann irgendwann meinen, plebiszitäre DEmokratie sei günstiger und erschufen für einen solchen Apparat auch entsprechende Instrumente.

Die Geschichte hat gezeigt, alle irrten. Der beste Weg ist wie fast immer eine gute Mischung aus beidem.

Die Theorie klassifiziert bspw. System wie die USA und die BRD als „klassisch-konservativ“, weil das Grundgerüst sehr alt ist und entsprechende Entwicklungen (Bevölkerungzahl, Bildung, Wirtschaft, Technisierung) nicht berücksichtigt.

was ist am grundgesetz obsolet?

Vieles. Siehe nachfolgend.

das wahlsystem?

Zum Beispiel. Nicht nur, daß es recht kompliziert ist, es berücksichtigt auch keinerlei plebiszitäre Elemente.

die „schreckliche“ kanzlerschaft?

Wovon sprichst Du bitte?

der selbstbedienungsladen?

Es wird immer unschlüssiger, worauf Du hinauswillst. Kippt jetzt alles in Emotion ab?

alles das was man täglich in der BILD liest?!

„Sag mir, was soll es bedeuten…“
zitiere ich da.

oder ist obsolet der grundrechtekatalog

Endlich wird es wieder konstruktiv.

Ja, und nein.

Natürlich muß ein Grundrechtekatalaog vorhanden sein. Er muß auch vorstaatlich ausgeführt sein (also jenseits des Staatsapparates stehen) und der Bürger muß ihn einklagen können.

Problem: Die Grundrechte des GG stammen aus einer problematischen Zeit, besser gesagt, die Formulierungen stammen aus einer problematischen Zeit.

Einerseits war das Grundgesetz in Produkt alliierten Willens - daher auch die vielen Blockaden innerhalb des Systems. Die wurden von den Siegermächten eingebaut (aus offenkundigne Gründen).

Darüber hinaus war aber der ganze Entwurf des GG ein *reines Provisiorium* - daher auch GRUNDGESETZ und nicht „Verfassung“.

Das GG sollte später durch eine richtige Verfassung ersetzt werden und gleichzeitig nicht in die sowjetische Besatzungszone signalisieren, daß man im westlichen Teil die Trennung quasi zementierte (das vollbrachte erst Adenauer).

Man ist aber inzwischen an die Grundrechtsfrage anders herangegangen - logisch geprägt. Man hat sich Gedanken gemacht, was denn passiert, wenn sich innerstaatlich gewisse Prinzipien widersprechen.

Das ist im GG gar nicht berücksichtigt. Beispiel: Kopftuchstreit.

Religionsfreiheit ist eine Sache. Keine schlechte, richtig. Dennoch muß ein Staat auch funktionieren, und jeder moderne Staat muß ein Prinzipienstaat sein (das konnte auch logisch gezeigt werden, aber sollte jedem offensichtlich sein, wenn er sich die Geschichte der letzen 1000 Jahre anschaut).

Bei diesem Kopftuchstreit trafen zwei entscheidende Prinzipien aufeinander „Religionsfreiheit“ und „Neutralität der Bildung“.

Hier streiten sich jetzt noch heute die eingefleischten Experten, wie man „relative Menschenrechte“ so umsetzen kann, daß es keine staatliche Willkür gibt und dennoch auch solche innerstaatlichen Prinzipien wie Neutralität der Bildung umgesetzt werden können.

Gerade die Neutralität der Bildung ist etwas Entscheidendes. Sie zeigt die Trennung von Kirche und Staat einerseits, und folgt den philosophischen Erkenntnissen der letzten 3000 Jahre.
Dieser Streit hätte in einem durchdachten System gar nicht auftreten dürfen, weil es hätte heißen müssen „Kopftuch und jegliche andere religiöse Symbolik gibt es nicht in Schulen.“.

Hieran sieht man schon, daß bspw. Bayern lange Zeit ganz schöne Quertreiberei zelebriert hat (siehe Kruzifixurteil).

Natürlich kann man weitere empirische Fakten aufzählen, was religiöse Symbolik angeht (siehe Türkei, dort sind Kopftücher bspw. strikt verboten in Schulen und öffentlichen Einrichtungen). Doch sowas ist nur Beiwerk. Der Gedankengang von der Staatstheorie her ist wichtig.

das sozialstaats- und rechtsstaatsprinzip

Ja - in der aktuellen Form wohlbemerkt.

Das gegenwärtige Sozialstaatsprinzip sagt bspw. bei den Steuern, daß ein progressiver Steuersatz nötig ist.

Im Sinne von Transparenz, Einfachheit und Enheitlichkeit ist das schonmal grundsätzlich falsch. Dazu kommt noch, daß alle Staaten, die erfolgreich reformiert haben, sehr einfache oder eben Einheitssteuersystem haben.

Es wäre also richtig, zu sagen, nur eine Steuer - sowohl aus ökonomischer Sicht, aber auch weil das Gleichheitsrecht hineinspielt.

Schon die Prozentrechnung lehrt uns ja, was eigentlich mit dem Prozentwert W passiert, wenn der Prozentsatz p fest ist und der Grundwert G variiert. Man prüfe es selbst nach und erkenne, daß trotzdem „Reiche“ mehr zahlen als „Arme“.

Die Leute mit weniger Einkommen kann man problemlos bspw. über den Weg des Professors aus Heidelberg entschädigen (hohe Freibeträge), aber es gibt auch andere Methoden, bspw. über Sozialleistungen den Ausgleich zu schaffen (Wohngeld, Kindergeld et cetera gestaffelt nach Einkommen, wird ein gewisses hohes Einkommen überschritten, fallen diese Zuschüsse weg).

Darüber hinaus ist natürlich das Sozialstaatsprinzip an sich nicht obsolet. Es muß jedoch neuorientiert werden. Traditionelle Werte wie Solidarität und Altervorsorge müssen erhalten bleiben, auch wenn die privaten Anteile steigen.
Das kritisiert auch keiner. Dennoch müssen an einigen Ecken die grundlegenden Orientierungen überdacht werden.

Ähnliches beim Rechtsstaatsprinzip. Ich will hier nur kurz Stichworte geben: Opferschutz vor Täterschutz, Abschaffung oder zumindest starke Einschränkung der „Unzurechnungsfähigkeit“ (Alkohohl, Drogen, geistige Probleme), stärkeres allgemeines Strafmaß für Straftaten, komplette Neuformulierung des gesamten Gesetzesbestandes Deutschlands in ein einfacheres Deutsch, Abschaffung der Beamtenrhetorik, Einführung von Schnellgerichten, um die „Prozeßmentalität“ der Deutschen abzufangen et cetera et cetera.

Soll nur einen kleinen Einblick in das breite Spektrum geben, womit sich viele Ecken der Staatstheorie so momentan beschäftigen.

die gewaltenteilung

Leider muß ich Dir sagen - reingefallen. Deutschland hat KEINE Gewaltenteilung.

Man spricht dagegen von entweder „Gewaltenverschmelzung“ - was ich jedoch persönlich nicht gut finde, weil man das mit „Gewalteneinheit“ verwechseln kann - oder man sagt „Gewaltenverschränkung“.

Ich wiederhole, es gibt keine Gewaltenteilung, denn wenn Du Dich einmal richtig mit dem System beschäftigst, siehst Du, daß Judikative, Exekutive und Legislative nicht scharf voneinander getrennt sind und teilweise sogar unter dem aktiven Einfluß des anderen stehen.

Es gibt ein schönes Zitat „Berlusconi wünscht sich deutsche Verhältnisse“ - und zwar bei der Judikative.

Die ist in Deutschland nämlich nicht wirklich unabhänig. Der ironische Spruch geht auf die Poliitk Berlusconis zurück, der starke Schwierigkeiten hat, seine quasi Alleinherrschaft weiter auszubauen, weil die Judikative (die in Italien sehr stark und unabhängig ist) ihm ständig dazwischenfunkt.

Es gab im Fernsehen vor Monaten ein kleines Gedankenspiel, bei dem statt der italienischen die deutsche Judikative zugrundegelegt wurde.
Entsetzlich, was der neue „Duce“ hier hätte alles verbiegen können, was in Italien nicht so einfach geht.

Darüber hinaus ist auch die klassische Dreifachgewaltenteilung nach Montesquieu am Ende. Man hat inzwischen ein Modell einer Vierfachgewaltenteilung, bei dem eine finanzielle Instanz („Bundesrechnungshof“) die Hauptgeldströme und andere Angelegenheiten überwacht, mit politischer Macht ausgestattet ist und so ein Veto durchdrücken zu können, wann immer es notwendig ist.

Mit einer solchen Instanz ließen sich effizient Korruption und Verschwendung bekämpfen. Ich weise nur auf das „Dusselige Dutzend“ hin, also die 12 unnötigsten und gleichzeitig verschwenderischsten Projekte des Verkehrsministeriums. Oder ich weise auch auf das Durchleuchten der Finanzen des Bundestages hin.
Jedwede steuerliche Ausgabe könnte durch schnell arbeitende Gremien überprüft und entweder gestoppt oder genehmigt werden können.

die gewährleistung effektiven rechtsschutzes?

Was meinst Du genau damit? Einklagbare Rechte, einklagbare Pflichten?

Alles bereits benannt von mir.

Vieles aber hast Du gar nicht angesprochen.

Beispielsweise die Entflechtung von Wirtschaft von Politik soweit es möglich ist, die Verpflichtung des Abgeordneten auf die Verfassung (und nicht auf sein Gewissen!) und den Volkswillen, das Berufspolitikertum, in der Informationsgesellschaft mühelos und gefahrlos durchführbare Volksentscheide und Volksbegehren auf Bundesebene, die deutliche Reduzierung des Föderalismus auf ein Minimum, und und und und und.

ich sage: PAROLE!

Tja, ironisch oder? Deutlich widerlegt.

du hast dich scheinbar noch nicht eingehend
mit dem grundgesetz (deiner verfassung seit dem 03.10.1990) befasst.

Hier hat Dich Deine Wortwahl im Stich gelassen.

„Scheinbar“ impliziert einen Sachverhalt, dem doch nicht so ist, „anscheinend“ räumt aber die Möglichkeit ein.

Danke, daß Du verkappt erkannt hast, daß ich mich schon um Welten mehr damit befaßt habe, als Du das offenkundig getan hast.

solltest du. dann würdest du erkennen, das nicht alles gold
ist, was aus der ferne glänzt. ich möchte jedenfalls kein
präsidialsystem wie es in den USA läuft oder ansatzweise in
frankreich.

Du implizierst, Du deutest Sachen hinein, die nicht wahr sind. Ich habe zu keiner Zeit gesagt, ich unterstütze das US-System - sagt aber schonmal viel aus, was Du erstens NICHT über die USA weißt und zweitens, was Du Leuten einfach so unterstellst.

Darüber hinaus habe ich auch nicht einmal das konkrete „Präsidialsystem“ erwähnt.

ich will auch kein effektives 2-parteiensystem mit unter/oberhaus
wie in UK oder ständiges verfassungsbrechende gesetze wie in
italien. oder willst du gerade sagen, in südamerika, afrika oder
asien gibt es effektive und gute demokratien deren verfassungen man
für deutschland übernehmen könnte???

Hier zeigt sich dann, daß Du auf dem Gebiet überhaupt nicht fit bist.

Die Antwort lautet, es gibt nirgends auf der Welt moderne Demokratien. Die USA ist keine, wir sind keine.

Nichts da mit „übernehmen“ oder sonst was.

Dein Fokus ist viel zu pessimistisch auf gegenwärtige Problem von heutigen Demokratien gerichtet.

Alle heutigen Demokratien sind in etwa (grob) 100, 150 bis 200 Jahre alt. Auch das GG stammt bspw. von der Paulskirchenverfassung ab.

du wirfst hier mit einer menge mutmaßungen um dich, richtig?

Falsch. Wie aber schon gezeigt.

das kann man alles „unter Hinblick einer subjektiven Jugend“
subsumieren, man könnte auch sagen: „Parole“!

Du solltst im Wörterbuch nachschlagen, was eine Parole ist und was der Unterschied zu einer tiefgründigen logischen Auseinandersetzung ist (die man natürlich nicht jedes Mal dahinterschreibt, sondern in Stichworten zusammenfaßt).

du meinst wirklich, das hochschulsystem war damals besser?
vielleicht vergleichst du äpfel mit birnen? die meisten diplome in
der DDR wurden an fachhochschulen oder fachschulen vergeben.
richtige universitäten waren nicht die massenbildungseinrichtungen.
du solltest also eine fachhochschule der DDR bitte mit einer solchen
der BRD vergleichen.
gemeinsamkeiten: sehr verschultes system, klassenverband,
durchorganisiert!

Es war auf Grund des vorgelagerten Systems leistungsfähiger.
Und ich sprach von „Hochschulsystem“, das umfaßt alles.

Entscheidend ist immer noch, was hinten herauskommt. Und wenn ich mein jetziges Diplom (Uni) - oder besser - selbst wenn ich ein jetziges Diplom (FH) mit den Ingenieuren bei uns an der Uni vergleiche, weist unsere Ausbildung deutliche Lücken auf in einigen Bereichen. Und zwar gerade bei solchen Dingen, die sich nicht eigenverantwortlich nachsteuern lassen.

universität ist eben nicht schule, da gehört ein bischen mehr
dazu als ein block, ein stift und der studentenausweis. ich sehe
gerade an meiner fakultät immer wieder menschen, die nicht zurecht
kommen. die wissen nach 3-4 semestern noch nicht was in den
prüfungsordnungen steht, welche fächer wann angeboten werden
etc. das hat nichts mit bildungssystem zu tun, sondern mit
trägheit und faulheit. manche sind nicht dafür geeignet, sich
selber zu organisieren. schau mal, wieviele von einer uni zu
einer fh wechseln. umgekehrt deutlich weniger!

Das zeigt nichts anderes, als daß ich recht habe.

es liegt nicht am abitur. oder willst du mir verklickern, dass
ein student nichts nachlernen kann? wenn ich als 18-20jähriger
mich bspw. für slawistik entscheide und vorher nur englisch und
französisch in der schule hatte, weine ich dann, weil ich nicht
russisch in der 5. klasse gewählt habe? oder wenn ich chemie
studieren will, weine ich dann, wenn ich nur den grundkurs statt des
leistungskurses hatte? nein, dann setzt man sich hin und lernt das
nach. das was man im abitur in einem schuljahr lernt, kann man als
gewissenhafter student innerhalb 4 wochen nacharbeiten und dennoch
nebenbei studieren.

Ein kluger Schachzug - seit wann bist Du Hardliner? Urplötzlich kommt hier die Peitsche - und - Du kennst die Mehrzahl der Studenten nicht.

Die Lernen eben nichts nach. Und so jammern auch die Eltern vorher schon rum. Deine Bemerkung mag partiell also richtig sein, bricht aber völlig mit dem ganzen Geschreibsel von Dir zuvor und mogelt sich geschickt daran vorbei, daß man auch ein freies System anders gestalten könnte, um bei solchen Nachlernprozessen Hilfe gewähren zu können.

Übrigens halte ich das mit den vier Wochen sehr gewagt. Wenn ich meinen Stundenplan und meinen Arbeitsaufwand begutachte, könnte ich nie die Zeit aufbringen (ohne mich restlos totzuarbeiten), um anständig den Stoff eines ganzen Jahres zu wiederholen. Zumal man dafür eine spezielle Kategorie Bücher braucht, die es nur wenig gibt: Bücher die wirklich für das reine Selbststudium geeignet sind, denn immerhin fehlt einem die vortragende Person, die Entwicklung gewisser Sachen, das „live event“ :wink:.

So etwas ist erfahrungsgemäß (und wir sprechen hier immer über die Mehrzahl der Studenten, nicht über Begabte oder Workaholics) nicht völlig zu kompensieren, und schon gar nicht in vier Wochen.

Hier gehst Du zuweit abseits von den Leuten. Das ist ja nicht schlimm: Ich stehe mit gewissen Ansichten auch diametral zur verwissenschaftlichen Kuschelpädagogik. Aber ich übertrage es wenigstens nicht auf Strukturen - darum ging es aber. Es ging um Mechanismen, die so etwas kompensieren oder besser von vorneherein vermeiden können.

Also sollte man doch lieber ein Schulsystem in der Breitenbildung etablieren, was einheitlich und das breite Sprektrum Geisteswissenschaft - Sprachen - Technikwissenschaften lückenlos abdeckt, um gemeinsame Ausgangspunkte zu haben.

Dann spare ich mir sogar Mechanismen der leichten Verschulung an Universitäten. Prävention nennt man sowas. :smile:

schlechtes abitur ist nicht die ursache für schlechte
studenten schlechthin. es ist ein anteil.

Diesen Anteil gilt es aber weitestgehendst auszuschalten.

das heutige bildungssystem macht viel mehr den hauptschülern
zu schaffen, da hier keine förderung stattfindet. und wo hier
„leistung noch was zählt“ frage ich mich täglich, wenn ich an
der hiesigen hauptschule vorbeigehe.

Da stimme ich zu. Das reißt aber inwzischen an Realschulen genauso ein.

wer lernt ist streber,
wer nicht raucht ist uncool … das hat zum einen was mit dem
system zu tun (lehrer sind desinteressiert), aber vorrangig
mit den familien. viele hauptschüler haben offensichtlich mehr
taschengeld als ich vorher hatte. wenn ich zigaretten, nike
boots, karlkani jeans und jacken und mp3player etc.
zusammenrechne, da kommt mir oft der gedanke, das viele eltern
heute ihren kindern lieber mal 100 Euro extra geben, statt zu
fragen ob sie ihre hausaufgaben gemacht haben.

Völlig richtig. Und was sollte ein System tun, wenn die Gesellschaft nicht mitzieht? Wenigstens kompensieren (Kinderbetreuung, Wertevermittlung, Erziehung, Förderung, Erwartungen fordern,…).

insofern, solltest du nicht versuchen höchstgradig
unterschiedliche systeme einfach zu vergleichen.

Doch, gerade. Weil man an der gesellschaftlichen Entwicklung ablesen kann, was bspw. Strukturen der DDR-Bildung hier erwirken könnten.

gerade schulsysteme waren sehr verschieden.

Wem sagst Du das?

aber man muss auch beachten, dass
viele „schlaue“ nicht zum abitur durften, da sie nicht in den
katalog passten. oft waren es die kinder von pfarrern,
anders-parteimitgliedern etc. oft waren es auch die kinder von
system-treuen,wenn die kinder nicht ganz so „linientreu“ waren.

Das beschönige ich ja auch nicht.

Aber der Mechanismus ist prinzipiell richtig. Es kann nunmal nicht jeder aufs Gymnasium. Punkt.

Daß man das natürlich nicht ideologisieren darf, ist vom heutigen Standpunkt auch klar.

Ich kenne es doch von mir: Meine Mutter war so aufrührerisch, daß ich mit Sicherheit nicht studieren durfte.

Mein Bruder sollte Marxismus-Leninismus (*lol*) studieren und hat den Leuten einen Vogel gezeigt.

also, viel erfolg bei mehrung der eigenen erkenntnisse. auch
wenn sie darin bestehen, dass fremde meinungen übernommen werden und
eigene erinnerungen wohl doch eher im bodenturnen liegen, denn im
system.

Und wieder das Mißverständnis nicht ausgeräumt. Nochmal für Dich: Ich benutzte System abkürzend für Bildungssystem (wo ich kühn die Kinderbetreuung mithineinrechnete).

gruss dennoch

vom showbee

MfG Robert

Hallo,

Du hast es nicht anders gewollt, aber jetzt demontiere ich
Dich.

Du bist lächerlich Stud. Ing., denn du weisst nicht wo deine Grenzen liegen und lässt dir das auch nicht von kompetenteren sagen. In zehn, zwanzig Jahren wirst du es hoffentlich einsehen.

Grüsse von Dipl.-Ing. Thufir, DDR-Jahrgang 1974

Du hast es nicht anders gewollt, aber jetzt demontiere ich
Dich.

Mahlzeit,

bin ich einmal weg vom rechner über das wochenende, schon werde ich demontiert. habe ich glatt verpasst. schade, schade… naja, lass dir gesagt sein: im w-w-w diskutiere ich, manchmal auch mit scharfen argumenten, aber immer friedlich. aber affig komme ich den anderen nicht, beleidigungen konnte ich mir auch bisher sparen. naja, ich werde dies auch beibehalten, auch in deinem erbärmlichen fall!

Ich meinte *miterlebt* im Sinne, das Bildungssystem selbst
noch kennengelernt.

Wenn ich sowas schreibe, hat das grundsätzlich Hand und Fuß,
ist also entweder ein direkter Vergleich oder einer im
übertragenen Sinne.

klaro. „bildungssystem“ bedeutet für mich die ganzheitliche betrachtung von kindergarten bis studium nebst berufsausbildung, weiterbildungsmöglichkeiten und pädagogischen maßnahmen. wenn man bedenkt, dass du also vom DDR bildungssystem 2-3 jährchen bemerkt hast (nicht kennengelernt), schreibst du großen tobak. selbst ich, der 1989 im september 1989 in die 5. klasse kam, traue mir keine umfangreiche meinung zu. aber nur zu …

was ist für dich ein demokratiemodell?

Okay, das wird jetzt etwas lang - aber wenn Du sonst nicht
begreifst.
Doch ich hoffe, du wirst begreifen.

oh, wow, mir will jemand etwas über demokratie beibringen. da bin ich aber gespannt…

„Demokratie“ heißt erstmal nichts weiter als Volksherrschaft.
Der Begriff erfuhr im Laufe der Zeit jedoch einige
Umwertungen. So kritisiert Aristoteles „Demokratie“ noch als
Abschaumsherrschaft (auf Grund der Struktur der griechischen
Demokratie), während es heute als Nonplusultra gilt.

Problem dabei ist nur: Demokratie funktioniert ohne
Menschenrechte, ohne Verfassung, selbst ohne echte
Gewaltenteilung.

mensch, junge hast du schon mal was von der ausgleichenden und austeilenden gerechtigkeit bei aristoteles gehört. selbst die hatte ihren platz in seinen überlegungen. selbst der olle A. hatte nicht nur eine eindimensionale meinung. insoweit war auch A. bewusst, dass demokratie eben nicht nur entscheiden ist.

Bisher meinte man immer, repräsentative Demokratie sei besser

  • das war per Definition so. Einige Sozialisten wollten dann
    irgendwann meinen, plebiszitäre DEmokratie sei günstiger und
    erschufen für einen solchen Apparat auch entsprechende
    Instrumente.

ich wusste es schon immer: die sozis waren’s! mensch, dass ist ja mal neu für mich. die sozis müssen auch für alles herhalten. aber vielleicht reicht ja deine bildung so weit, die idee gabs schon bei 7 5 3 xxx springt aus dem ei. gab es da nicht auch plebeszite? nein, habe mich bestimmt falsch erinnert. die sozis waren’s!

Die Geschichte hat gezeigt, alle irrten. Der beste Weg ist wie
fast immer eine gute Mischung aus beidem.

das wahlsystem?

Zum Beispiel. Nicht nur, daß es recht kompliziert ist, es
berücksichtigt auch keinerlei plebiszitäre Elemente.

jo. und deswegen haben wir auch eine mischung in deutschland. wir haben ja nicht nur eine bundesebene. oder willst du auf bundesebene plebiszite? so ein unsinn. auf kommunalebene gibts die schon, du solltest dich mal umgehend mit den landesverfassungen und den kommunalen hauptsatzungen befassen.

Die Theorie klassifiziert bspw. System wie die USA und die BRD
als „klassisch-konservativ“, weil das Grundgerüst sehr alt ist
und entsprechende Entwicklungen (Bevölkerungzahl, Bildung,
Wirtschaft, Technisierung) nicht berücksichtigt.

na, was schätzt du, wie oft unser grundgesetz seit mai 1949 verändert wurde? arg konservativ unser grundgesetz. man sollte nicht äpfel mit birnen vergleichen. der Bill der USA ist seit 200 jahren nahezu unverändert im wortlaut, weil die cases eine viel höhere bindungswirkung haben als bei uns urteile vom BVerfG oder gar EuGH oder EGMR. insoweit wird bei uns öfter nachgebessert und angepasst.

Natürlich muß ein Grundrechtekatalaog vorhanden sein. Er muß
auch vorstaatlich ausgeführt sein (also jenseits des
Staatsapparates stehen) und der Bürger muß ihn einklagen
können.

Problem: Die Grundrechte des GG stammen aus einer
problematischen Zeit, besser gesagt, die Formulierungen
stammen aus einer problematischen Zeit.

Einerseits war das Grundgesetz in Produkt alliierten Willens -
daher auch die vielen Blockaden innerhalb des Systems. Die
wurden von den Siegermächten eingebaut (aus offenkundigne
Gründen).

die bösen amis haben uns also die gegenläufigen grundrechte gegeben. da haben sie uns eine konkordanz gegeben, dass sich unsere richter in karlsruhe den kopf zerbrechen müssen. die bösen amis… und das ist auch alles so offenkundig… böse böse böse!

nebenbei, auch die grundrechte wurden schon oft verändert seit 1949. glaubst du nicht, schau mal rein. im übrigen sind die grundrechte natürlich (als subjektiven abwehrrechte des bürgers/menschen gegen den staat) einklagbar. schau mal Art. 93 GG, vielleicht wirst du es finden.

im weiteren solltest du bedenken, dass auch die grundrechte nicht mehr der maßstab schlechthin sind. solltest du die entscheidungen des BVerfG (Solange I, II, Maastricht und Bananen) gelesen haben, wüsstest du, dass der prüfungsmaßstab deutscher gerichte schon eingeschränkt ist, soweit es um europarecht geht und der EuGH einen grundrechtsschutz vergleichbar dem deutschen gewährleistet. da gibt es im aktuellen EGV und EUV zwar keine grundrechte, aber der EuGH beachtet dennoch den europäischen mindeststandart wie er in den EG 25 und der EMRK praktiziert wird.

prost mahlzeit.

Darüber hinaus war aber der ganze Entwurf des GG ein *reines
Provisiorium* - daher auch GRUNDGESETZ und nicht „Verfassung“.

wow. wieder mal wissen. bin erschüttert. hab ich ganz vergessen, dass ich das im 1. semester in der 1. stunde staatsrecht gehört habe…

Das GG sollte später durch eine richtige Verfassung ersetzt
werden und gleichzeitig nicht in die sowjetische
Besatzungszone signalisieren, daß man im westlichen Teil die
Trennung quasi zementierte (das vollbrachte erst Adenauer).

nun ja. und im einigungsvertrag von 1990 hat man sich entschieden das GG als verfassung zu übernehmen. insoweit ist es unsere richtige verfassung, ihr fehlt ja nur der name…

die kommentierung zu kopftuch und kruzifik spare ich mir. stell dir vor, als jurastudent beschäftigen mich die grundrechte mehr als nur ein semester… insoweit sei dir gesagt, ich habe alle urteile gelesen und verstanden. von demontage fehlt hier jeglicher ansatz. ich denke du hast die urteile bisher nichtmal im volltext gelesen, allerhöchstens die leitsätze.

Das gegenwärtige Sozialstaatsprinzip sagt bspw. bei den
Steuern, daß ein progressiver Steuersatz nötig ist.

Im Sinne von Transparenz, Einfachheit und Enheitlichkeit ist
das schonmal grundsätzlich falsch. Dazu kommt noch, daß alle
Staaten, die erfolgreich reformiert haben, sehr einfache oder
eben Einheitssteuersystem haben.

och nööö… noch einer, der sich im wege der kirchhof’schen steuerideen im spiegel übers steuersystem informiert hat und mir was dazu erzaehlen will. ich will nicht mit hoher nase daherkommen. aber stell dir mal vor, ich habe eine berufsausbildung zum steuerfachangestellten gemacht. ich habe soviel steuerrecht (auch jetzt in der uni) gehabt, soviel stunden hast du in deinem leben noch nicht mal nur tageszeitung gelesen…

Das kritisiert auch keiner. Dennoch müssen an einigen Ecken
die grundlegenden Orientierungen überdacht werden.

ich habe immer mehr das gefühl, dass du nur das parteiprogramm der jungen union oder der jungen liberalen auswendig gelernt hast, als etwas verstanden zu haben. sei mir nicht böse, aber die sätze kommen mir bekannt vor…

Ähnliches beim Rechtsstaatsprinzip. Ich will hier nur kurz
Stichworte geben: Opferschutz vor Täterschutz, Abschaffung
oder zumindest starke Einschränkung der
„Unzurechnungsfähigkeit“ (Alkohohl, Drogen, geistige
Probleme), stärkeres allgemeines Strafmaß für Straftaten,

und dabei hast du dich noch nicht mal mit den gängigen straftheorien beschäftigt, oder? ich sage nur vergeltung, sühne, positive und negative generalprävention, positive und negative spezialprävention und natürlich vereinigungstheorien. mit BILDzeitungswissen ist natuerlich nur lebenslänglich, pimmel ab oder giftspritze ne richtige strafe. gute nacht abendland!

Einführung von Schnellgerichten, um die
„Prozeßmentalität“ der Deutschen abzufangen et cetera et
cetera.

das hatten wir schon und die nazizeit hat uns gelehrt, dass man damit nicht besonders gut fährt. solltest mal in Art. 19 IV GG und 102ff. lesen. das nennt sich gewährleistung effektiven rechtsschutzes und ist gut so. aber das wirst du auch irgendwann verstehen, spätestens dann, wenn du mal ein gericht benötigst und dich freust, wenn du gehört wirst und nicht nach akte entschieden wird.

Leider muß ich Dir sagen - reingefallen. Deutschland hat KEINE
Gewaltenteilung.

wow. wusste ich auch nicht, das registergerichte verwaltungsmaßnahmen machen etc. aber es geht ums große ganze, der der das gesetz macht, legt es nicht aus und entscheidet nicht darüber. das ist auch gut so und das haben wir.

Tja, ironisch oder? Deutlich widerlegt.

… ich fühle mich demontiert. tatsächlich :confused:

gut, habe nun keine lust mehr soviel müll zu lesen. tut mir leid, ich geh nun lieber ins bett.

gruss dennoch vom

showbee

ich werde dies auch
beibehalten, auch in deinem erbärmlichen fall!

*gähn* :smile:

klaro. „bildungssystem“ bedeutet für mich die ganzheitliche
betrachtung von kindergarten bis studium nebst
berufsausbildung, weiterbildungsmöglichkeiten und
pädagogischen maßnahmen. wenn man bedenkt, dass du also vom
DDR bildungssystem 2-3 jährchen bemerkt hast (nicht
kennengelernt), schreibst du großen tobak. selbst ich, der
1989 im september 1989 in die 5. klasse kam, traue mir keine
umfangreiche meinung zu. aber nur zu …

Wie gesagt, gründliche Beschäftigung.
Schön, wie Du immer wieder schon Klargestelltes auseinanderreißt.

oh, wow, mir will jemand etwas über demokratie beibringen. da
bin ich aber gespannt…

Anscheinend hast Du da trotz des Jurastudiums wenig Ahnung, denn Du bist sichtbar in Deiner Juristerei gefangen.

Staatstheorie ist vor allem Staatsphilosphie und nicht Gesetzestexte.

mensch, junge hast du schon mal was von der ausgleichenden und
austeilenden gerechtigkeit bei aristoteles gehört. selbst die
hatte ihren platz in seinen überlegungen. selbst der olle A.
hatte nicht nur eine eindimensionale meinung. insoweit war
auch A. bewusst, dass demokratie eben nicht nur entscheiden
ist.

Was natürlich nichts mit dem bezogenen Textstück von mir zu tun hat, denn es ging erst einmal um die grundlegende Begriffsumwertung.

Bisher meinte man immer, repräsentative Demokratie sei besser

  • das war per Definition so. Einige Sozialisten wollten dann
    irgendwann meinen, plebiszitäre DEmokratie sei günstiger und
    erschufen für einen solchen Apparat auch entsprechende
    Instrumente.

ich wusste es schon immer: die sozis waren’s! mensch, dass ist
ja mal neu für mich. die sozis müssen auch für alles
herhalten. aber vielleicht reicht ja deine bildung so weit,
die idee gabs schon bei 7 5 3 xxx springt aus dem ei. gab es
da nicht auch plebeszite? nein, habe mich bestimmt falsch
erinnert. die sozis waren’s!

Tja, solche Aussetzer passieren eben einem Jurastudenten, wenn er nicht zuende liest.

Wunderbares Beispiel im Stile „Emser Depesche“. Die Worte verdrehen kannst Du ja schon richtig gut.

Fehlen nur noch die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, und natürlich der Idealismus und das Talent zur Erörterung.

Braucht man ja aber als Anwalt nicht. :smile:
Daher kein Vorwurf an Dich.

jo. und deswegen haben wir auch eine mischung in deutschland.

Aber keine moderne und auch keine tragfähige Mischung.
Soviel zu Deiner Kenntnis moderner Systeme.

wir haben ja nicht nur eine bundesebene.

Auf die kommt es aber mehrheitlich an.

oder willst du auf bundesebene plebiszite? so ein unsinn.

Wunderbar - die perfekte Selbstdemonatage.

Hier hast Du Deinen eigenen Totpunkt und Deine eigenen Grenzen schon erreicht, indem Du eines der schärfsten Schwerter der modernen Demokratie in Deinem klassisch-konservativ geschulten Verständnis zum Unsinn stempelst.

Wsa für eine logische und differenzierte Auseinandersetzung mit einem derart vielschichtigen Punkt, insebesondere im Informationszeitalter.

Da erkennt man die Kompetenz. *SCNR*

auf kommunalebene gibts die schon, du solltest dich mal umgehend mit
den landesverfassungen und den kommunalen hauptsatzungen befassen.

Du denkst wohl auch, mit dieser laschen Bemerkung erzählst Du mir etwas Neues.

Es ist ja gerade das Problem, daß es zwar kommunal und landesmäßig zaghafte plebiszitäre Elemente gibt, doch nicht dort, wo es drauf ankommt.

Übrigens gab es bei Landesplebisziten auch einige Skandale, was das Übergehen des Volkswillens angeht. Aber das muß ich Dir ja als „unvoreingenommenen“ und als „nicht“ auf Deinen juristischen Tellerrand beschränkten Jurastudenten nicht erzählen.

die bösen amis haben uns also die gegenläufigen grundrechte
gegeben. da haben sie uns eine konkordanz gegeben, dass sich
unsere richter in karlsruhe den kopf zerbrechen müssen. die
bösen amis… und das ist auch alles so offenkundig… böse
böse böse!

Naja, hat sich ja schon weiter oben angedeutet, daß Dir jedwede logische Erörterung fremd ist.

Es ist ein historischer Fakt, daß dieses System in seinen Blockaden den Herren am Chiemsee in die Hand gelegt wurde.

Das hat überhaupt nichts mir „bösem Ami“ zu tun. Abslut lächerlich Dein Kommentar. Und sowas darf Anwalt werden? Aber wahrscheinlich muß man gerade derart veranlagt sein, um Anwalt sein zu können.

Vor allem hast Du auch kein Talent zum Implizieren.

Ironisch dabei: Ich bin in die USA eingewandert und wohne da (wenn ich nicht wegen des Studiums in Deutschland sein muß). Was für ein Eigentor!

nebenbei, auch die grundrechte wurden schon oft verändert seit
1949. glaubst du nicht, schau mal rein. im übrigen sind die
grundrechte natürlich (als subjektiven abwehrrechte des
bürgers/menschen gegen den staat) einklagbar. schau mal Art.
93 GG, vielleicht wirst du es finden.

Ich habe nichts anderes behauptet. Wieder ein Kommentar an den Baum.

wow. wieder mal wissen.

Was Du offenkundig überhaupt nicht in größere Zusammenhänge einzuordnen vermagst.

bin erschüttert. hab ich ganz vergessen, dass ich das im 1. semester
in der 1. stunde staatsrecht gehört habe…

Lol, super. Im Jurastudium, in einer vorgeformten Lehrveranstaltung im Rahmen einer Standardausbildung, die es nicht zum Ziel hat, einen breiten und tiefen Einblick in heutige Demokratievorstellungen zu geben.

Sehr fundiert! Wirklich. Sicher magst Du da tolle Sachen gehört haben, aber es geht wieder am Kern vorbei.

Warum ich mir überhaupt die Mühe gemacht habe, Dich im letzten Kommentar so scheibchenweise heimzuschicken, wenn Du Dich doch hier wie am Stammtisch selbst demontierst. Hach, manchmal sollte ich mehr Geduld mit Leuten Deiner Gattung haben.

Lies erstmal Faust und lerne, verstehe, begreife die entscheidende Philosophie dahinter. Dann darfst Du auf abfällig gegenüber idealistischen Denmokratiemodellen werden.

Dein realpolitisches, äußerst dem deutschen Gesetzeszwang unterliegendes Jurastudium leistet bei den Sachverhalten gar nichts.
Wie man sieht.

nun ja. und im einigungsvertrag von 1990 hat man sich
entschieden das GG als verfassung zu übernehmen. insoweit ist
es unsere richtige verfassung, ihr fehlt ja nur der name…

Ja, und Helmut Kohl ist auch dafür berühmt geworden, daß Außer-Kraft-setzen des Grundgesetzes eben verhindert zu haben und es, wie von Dir beschrieben, herüberzuretten.

Im Kern ist es dennoch immer noch nüchtern gesehen das Provisiorium von 1948/49. Es ist nur hier und da etwas hinzugekommen.
Die Natur des GG ist nicht geändert worden.

die kommentierung zu kopftuch und kruzifik spare ich mir.
stell dir vor, als jurastudent beschäftigen mich die
grundrechte mehr als nur ein semester… insoweit sei dir
gesagt, ich habe alle urteile gelesen und verstanden.

Und was möchtest Du mir mit dieser Selbstverständlichkeit sagen? Letzenendes bist Du dann doch wieder im innerdeutschen Rahmen gefangen, und mußt die kritische idealistische Diskussion auf staatsphilosophischer Ebene abbrechen.

ich denke du hast die
urteile bisher nichtmal im volltext gelesen, allerhöchstens
die leitsätze.

Brauche ich gar nicht, es geht um das Prinzip des Sachverhaltes und die Rückwirkung auf das grundlegende Staatsverständnis bzw. dessen Fundament.
Das ist völlig losgelöst von seitenlangen Ergüssen des BVG.

och nööö… noch einer, der sich im wege der kirchhof’schen
steuerideen im spiegel übers steuersystem informiert hat

Wohl kaum. Aber schön, wie Du wieder unglaublich logisch, differenziert und nüchtern die Dinge angehst.

ich will nicht mit hoher nase
daherkommen. aber stell dir mal vor, ich habe eine
berufsausbildung zum steuerfachangestellten gemacht. ich habe
soviel steuerrecht (auch jetzt in der uni) gehabt, soviel
stunden hast du in deinem leben noch nicht mal nur
tageszeitung gelesen…

Und wieder erkennst Du Deine Limitierung nicht. Abgesehen davon, daß Du gerade nicht lesen konntest. Ich schrieb sinngemäß, daß Kirchhoff ein sehr guter Anfang gewesen wäre, es aber auch ganz andere Kompensationsmodelle des Einheitssteuersatzes gibt.

Die Betrachtung solcher Umstrukturierungen haben rein gar nichts mit Deinem Steuerrecht zu tun - im Gegenteil. Deinen Steuerfachangestellten könntest Du wegschmeißen, wenn es ein solch transparentes System gäbe.
Wiederholge Grundlagen der Prozentrechnung, die elemtare Formel zwischen G, W und p reicht, um das mächtige Prinzip dahinter zu verstehen. Auch Du schaffst das.

ich habe immer mehr das gefühl, dass du nur das parteiprogramm
der jungen union oder der jungen liberalen auswendig gelernt
hast, als etwas verstanden zu haben. sei mir nicht böse, aber
die sätze kommen mir bekannt vor…

Eigentlich distanziere ich mich deutlich von beiden.
Nur verwechselst Du gerade Dein Milieu von sich windenden allgemeinen Sätzen und einer unter liberalen Gesichstpunkten hergeleiteten logischen Meinung.

Es ist nunmal klar ersichtlich, daß das gegenwärtige Steuersystem zu Deutsch Müll ist. Der wirtschaftliche Liberalismus kam aber einst nach dem geistigen Liberalismus, und Adam Smith hat seinem Laissez fair in den ersten Entwürfen noch jede Menge Philosophie eingeimpft, die dann aber schnell verloren ging.

Es geht nicht um den Tatbestand, daß das gerade ein Berührpunkt zu den Liberalen (FDP von mir aus) ist, sondern daß die genannte Überlegung vom geistigen Liberalismus inspiriert wurde und sich bei genauerer Betrachtung als modern erweist.

Der Einheitssteuersatz würde nirgends an der Solidarität des Sozialstaatsprinzips rütteln, sie würde nur an Begriffen wie Gleichheit, Chancengleichheit drehen und für bessere Balance sorgen.

Um das zu erkennen, muß man aber kein Liberaler sein, sondern Logiker und zumindest Idealist.

Übrigens auch deshalb kein guter Kommentar, weil natürlich jede Weltanschauung gewisse sinnvolle Aspekte besitzt. Du tust ja gerade so, als ob per Dekret CDU/CSU und FDP die schlimmsten Menschen sind.
Ich bin nun nicht gerade Freund von denen, aber das ist kein Grund sie abfällig oder unsachlich zu betrachten.
Wieder keine gute Haltungsnote für einen angehenden Anwalt. Naja.

und dabei hast du dich noch nicht mal mit den gängigen
straftheorien beschäftigt, oder? ich sage nur vergeltung,
sühne, positive und negative generalprävention, positive und
negative spezialprävention und natürlich vereinigungstheorien.

Japp, und es ist wie bei Erziehung - von einem umgekippten 68er-Weltbild kann keine Gerechtigkeit abgeleitet werden.
Vorallem kommt man aber auch gut, wenn man sich von den von Dir genannten Schubladen der Straftheorien löst. Ich kann es absolut verstehen und nachvollziehen, daß Du Dein universitäres Wissen so schön kanalisieren möchtest, aber zieht man empirische Sachverhalte hinzu, paßt es schon nicht mehr.

mit BILDzeitungswissen ist natuerlich nur lebenslänglich,
pimmel ab oder giftspritze ne richtige strafe. gute nacht
abendland!

Ja, dann nimm es Dir doch endlich zu Herzen.

Anmerkung: Wunderbar, wie auch gleich wieder mit der Todesstrafe argumentiert wird, die gar nicht zur Debatte stand. Das zeigt eigentlich ausreichend den Schnellschußcharakter des Gedankens, und natürlich die unangebrachte emotionale Komponente.

Einführung von Schnellgerichten, um die
„Prozeßmentalität“ der Deutschen abzufangen et cetera et
cetera.

das hatten wir schon und die nazizeit hat uns gelehrt, dass
man damit nicht besonders gut fährt.

Auch hier läßt Dich Dein Geschichtswissen im Stich.
Schau Dir die Weimarer Republik an.
Und erneut: Nicht sofort implizieren, daß man „Schnellgericht“ im Weimarer oder nationalsozialistischen Sinne interpretiert.

Du stellst Dir hier echt alles andere als ein gutes Zeugnis aus, weil Du sofort oberflächliche Assoziationen einwirfst, anstatt der Gegenseite logischerweise Durchdachtheit und gewählte Worte zu unterstellen.
Du bemühst Dich nicht im geringsten um das Verstehen und Begreifen des Wesentlichen, sondern setzt Deine juristische Weltsicht dagegen.

das nennt sich gewährleistung
effektiven rechtsschutzes und ist gut so. aber das wirst du
auch irgendwann verstehen, spätestens dann, wenn du mal ein
gericht benötigst und dich freust, wenn du gehört wirst und
nicht nach akte entschieden wird.

Siehe gerade eben. Kommentar für die Katz. Du palaverst nur als zwanghafter angehender Jurist, anstatt nachzudenken.

aber es geht ums große ganze,
der der das gesetz macht, legt es nicht aus und entscheidet
nicht darüber. das ist auch gut so und das haben wir.

Das ist aber keine Gewaltenteilung. Umsonst gibt es die begriffliche Unterscheidung nicht.

Vorallem sehr schön die entscheidenden politischen und theoretischen Ausführungen meinerseits weggeschnibbelt, die vermutlich über Deinen Juraexamenshorizont reichen.

… ich fühle mich demontiert. tatsächlich :confused:

Naja. An der inneren Einstellung müssen wir noch arbeiten, daß Du auch meinst, was Du sagst.

gut, habe nun keine lust mehr soviel müll zu lesen.

Ich doch auch nicht und trotzdem beschäftige ich mich mit Deinen Ausführungen. Das ist doch zumindes nett, oder? Ich finde das wirklich sehr nett Deinem Geschreibsel gegenüber.
Ich will ja auch, daß Du etwas lernst und nicht nur den neurotischen Juratyp abgibst. :wink:

MfG

Du bist lächerlich Stud. Ing., denn du weisst nicht wo deine
Grenzen liegen und lässt dir das auch nicht von kompetenteren
sagen.

Ist nicht mehr als eine sehr subjektive und sichtbar nicht ganz haltbare Meinung.

Danke trotzdem für den Versuch einer Rückkopplung. MfG

Anscheinend hast Du da trotz des Jurastudiums wenig Ahnung,
denn Du bist sichtbar in Deiner Juristerei gefangen.

Tja, solche Aussetzer passieren eben einem Jurastudenten, wenn
er nicht zuende liest.

Fehlen nur noch die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten,
und natürlich der Idealismus und das Talent zur Erörterung.

Braucht man ja aber als Anwalt nicht. :smile:
Daher kein Vorwurf an Dich.

Wunderbar - die perfekte Selbstdemonatage.

Hier hast Du Deinen eigenen Totpunkt und Deine eigenen Grenzen
schon erreicht, indem Du eines der schärfsten Schwerter der
modernen Demokratie in Deinem klassisch-konservativ geschulten
Verständnis zum Unsinn stempelst.

Da erkennt man die Kompetenz. *SCNR*

Naja, hat sich ja schon weiter oben angedeutet, daß Dir
jedwede logische Erörterung fremd ist.

Vor allem hast Du auch kein Talent zum Implizieren.

Was Du offenkundig überhaupt nicht in größere Zusammenhänge
einzuordnen vermagst.

Und wieder erkennst Du Deine Limitierung nicht. Abgesehen
davon, daß Du gerade nicht lesen konntest. Ich schrieb

Du stellst Dir hier echt alles andere als ein gutes Zeugnis
aus, weil Du sofort oberflächliche Assoziationen einwirfst,

Siehe gerade eben. Kommentar für die Katz. Du palaverst nur
als zwanghafter angehender Jurist, anstatt nachzudenken.

Mahlzeit!

naja, so richtig erfreut war ich über deine antwort nicht. konnte ich ehrlich gesagt auch nichts anderes erwarten. lies mal oben die ausschnitte nur deines letzten postings. ich kenne keinen user im wer-weiss-was, der mehr beleidigungen in ein posting bringen konnte als du. ich bin seit über 5 jahren hier im w-w-w, du seit ein paar wochen. ich hoffe du lernst noch etwas hinzu und ich hoffe insgeheim dir nicht mehr über den weg zu laufen (hier im forum).

eine diskussion ist in meinen augen nur dann eine gute, wenn sie fachlich kompetent geführt wird (da hatten wir ja ansätze hier) aber dazu mit niveau (das fehlt dir komplett). insoweit gehe ich auch gar nicht mehr auf dein geschreibe ein, es ist mir einfach zuviel arbeit die sinnvollen phrasen aus den ganzen beleidigungen auszulösen. ich weiss nicht, in welchen foren du dich sonst rumtreibst, vielleicht mehr unter-niveau-foren, aber hier im w-w-w kommst du so nicht weiter. immerhin sollte dieses forum ein forum auf gegenseitigkeit sein. wenn du nur streiten und ärgern willst, bist du hier falsch.

denk mal darüber nach. vielleicht kannst du als junger mensch hier noch etwas kompetenzen sammeln.

der showbee