Hallo.
Hallo,
prinzipiell rennst Du bei mir offene Türen ein. Das hast Du
wahrscheinlich nicht gemerkt. Es ist auch schwer, wenn man
sich mit vorgefertigter Meinung, einer Menge Wut im Bauch
(worauf eigentlich?) nur den Anfang eines Absatzes von mir
durchgelesen hat. Probiere es doch einfach mal einem hohen Maß
an Unvoreingenommenheit.
Moment, gepatzt. Der ganze Text war unter dem Hinblick einer subjektiven Jugend und unter dem Problem „Gegenbeispiele“ gestickt, und sehr unvoreingenommen geschrieben (vom Einbringen der subjektiven Kindheitserinnerungen abgesehen).
Unterlege meine Worte auch nicht mit einer emotion - das war absolut emotionslos geschrieben (was man mir durchaus desöfteren auch vorwerfen kann, da es maschinell wirkt bisweilen).
Das Leben an und für sich ist IMMER individuell. Wie soll
jemand also eine allgemeingültige Systembeschreibung abgeben,
ohne dass er Ausnahmen zulassen kann? Das geht doch gar nicht!
TROTZDEM: ein roter Faden findet sich eigentlich immer. Und um
den geht es hier ja wohl.
Ja, und ich habe genügend Gegendarstellungen bei der Hand zu Deiner.
Also mußt Du Dich genau dem angesprochenen Prinzip unterwerfen, also hier nicht zu schreiben „Es gab Druck“, sondern „Bei mir hat es Druck gegeben.“. Dann sage ich „Bei uns überhaupt nicht.“ - damit hat zur gleichen Sache unterschiedliche Darstellungen, die beide richtig sind und auch beide in einen objektiven Gedankengang einfließen müssen.
Das macht ja genau die Behandlung totalitärer Systeme so schwierig - es ist eine Wanderung am Abgrund. Daher sowas immer als Erörterung, keine Wertungen (zumindest nicht bis zum Schluß).
Du warst 1993/94 in der 5. Klasse. Sorry, ich weiß, das ist
oft nervig: Aber Du hast doch von der Zeit in der DDR am
eigenen Leib gar nichts mitbekommen,
Das möchte ich dringend verneinen.
Ich habe den entscheidenden Teil, um den es hier noch mitbekommen: Kinderbetreuung, Einschulung, erste Schulzeit, Wende.
Und ich kann mich noch relativ gut an viele Einzelheiten erinnern.
kannst nur Eindrücke aus
der Konserve (hier von Deiner Mutter und Geschwistern)
widergeben. Das ist nicht immer das Gleiche; einmal ganz davon
abgesehen, dass euer familiärer Background dabei auch sehr
wichtig ist.
Ja, ein ziemlich komplizierter ==> Hintergrund (sagt man auf Deutsch),
der eigentlich komplett auf meine Mutter zurückgeht (wie gesagt, gar nicht linientreu; ich hätte schätzungsweise nie studieren dürfen).
Ich selber bin Baujahr 1968. Mein Bruder 1964. Unsere Eltern
waren beide linientreu, ohne jetzt fanatische Züge gehabt zu
haben.
Das ist schon der erste extrem markante Unterschied.
Da ist es doch klar, wenn an Dich ganz andere Maßstäbe eingewirkt haben. Ich meine *Staatsanwältin* und *Hauptmann*. Da ist die Sache klar, warum mit Dir etwas anders umgesprungen wurde.
Westfernsehen durften wir als Kinder trotzdem nicht
gucken. Unsere Eltern waren auch beide der Intelligenz-Schicht
zugehörig und im Staatsdienst tätig;
Bei mir galt Tal der Ahnungslosen. Nix Westfernsehen. 
Ich wollte Dir das vorher hier noch einmal so deutlich
schreiben, bevor ich ins Detail Deiner Ausführungen gehen.
Behalte es im Hinterkopf, damit Du begreifst, was so perfide
an diesem System war, das viel Gutes bot (vordergründig), aber
unbarmherzig mit denen umging, die es nicht ausbeuten
durfte/konnte.
Die Meinung vertrete ich auch - nur kann man eben dieses perfide nicht auf alle Leute ausdehnen. Das zeigen auch diverse Fakten, die immer 'mal wieder aufgefunden werden.
Ein System, das nach Doktrin existierte, die
sich selbst „ins Bein bissen“. Ein System, das an seinem
Niedergang selbst zum allergrößten Teil schuld war, weil es in
die Hand wieder und wieder biss, aus der es gefüttert wurde.
Der poetische Moment sei Dir vergönnt. 
Was genau meinst Du denn??? Der Absatz, unter den Du das
geschrieben hast, stellt sich gegen gar keine Aussage. Ich
verstehe es wirklich nicht…
Entschuldigung, ich nahm an, daß Du etwas auf dem Gebiet bewandert bist. Also historische Aufarbeitung, nüchterne Auseinandersetzung mit der Systemstruktur, Geschichtsforschung.
Es war auch etwas allgemeiner formuliert im Hinblick auf die PISA-Studie und unser BildungsSYSTEM.
Ich persönlich halte ja „Bildungssystem“ für blanke Ironie. Bei uns müßte es Bildungschaos heißen.
Auf diese effizienten Strukuren muß man aber erst einmal
kommen und diese dann auch konsequent umsetzen.
Daran muss nichts Gutes oder Bewunderungwürdiges sein.
Doch, wieso nicht? Es ist genauso eine Leistung, wie etwas Technisches zu erfinden.
Es ist das altbekannte Problem: Man kann bewundern, was jemand ist, nicht unbedingt, was jemand tut.
Hier liegt der Hund begraben, man focierte ein Bildungssystem,
was die eigene „proletarische Diktatur“ gefährdete (vom
Grundanspruch!)
Nö, denn die hochgradige Bildung war in erheblichen Strecken
hausgemacht. Ich kann das ganz gut beurteilen, denn ich mache
seit mehr als einem Jahr mein Abitur im Fernstudium nach. Und
ich kann Dir sagen: Geschichte darf ich praktisch komplett
erlernen, weil mir mal ganz nebenbei Jahrhunderte der
Weltgeschichte, die ich für unabdingbares Allgemeinwissen
halte, fehlt. Parteitage der KPdSU waren dem DDR-System eben
wichtiger als die Französische Revolution.
Es geht um das *System* - Du wirfst hier zuviel durcheinander.
Und bitte: In Rußland und in den USA gibt es heute noch verfälschte Geschichtsschreibung. In Rußland haben alles die Russen erfunden, und in den USA die Amerikaner (bspw. Rechenmaschinen, elektronische Rechner, Mathematik, Naturwissenschaften).
Ich sprach nicht davon, daß es keine Ideologisierung gegeben hat - doch die gibt es heutzutage genauso. Das ist kein Argument, sondenr höchstens anmerkungswürdig.
Mit massiver ideologischer Bildung hat das wenig zu tun.
JEDES Unterrichtsfach (schau mal in alte Schulbücher Deiner
Mutter und/oder Geschwister) hatte Ideologie drin. Lies
gezielt nach. Zum Beispiel tolle Textaufgaben in Mathematik,
die von der Kartoffelernte berichteten, die durch
zwangsverpflichtete Studenten überhaupt nur möglich war und
all so Beispiele. Die Crux liegt nicht im Vordergründigen,
sondern im Versteckten. Soooo doof waren „die da oben“ nämlich
auch nicht.
Ja, aber was ich sagte: Das ist latent und vor allem, das gibt es heute auch. Heute nimmt man eben im Unterricht Beispiele aus dem Kapitalismus. Ist das besser - nur weil jemand sagt, der Kapitalismus *sei* besser? Sind sozialistische Beispiele besser - nur weil jemand sagte, der Sozialismus *sei* besser?
Ich bitte Dich, das ist eine ganz *normale* Projektion des Alltags in die Schule.
Wie gesagt, genau das gleiche wird heute genauso getan - nur eben unter einer anderen Ordnung.
Wenn Du da einen prinzipiellen Unterschied ziehen möchtest, brichst Du auf dem Eis ein, denn das hat mit Logik und Sachlichkeit nichts mehr zu tun.
Betreibe hier keine übertriebene Wertung in eine Richtung - daher sagte ich ja auch, halte Dich eher neutral.
Sicher, es gab FDJ, Pioniernachmittage und was weiß ich - ich
kenne keinen einzigen normalgebildeten DDR-Bürger, der deshalb
dem System näher gebracht werden konnte -
…aber wehe dem, der nicht hin wollte…
Tja, hier gilt dasselbe Schema wie oben: Das „Wehe dem“ kannst Du nicht auf alle übertragen. Meine Mutter bspw. hat mich vehement von sämtlichen Strukturen dieses Systems ferngehalten. Als ich als einziger kein Pionier geworden bin nach dem Schuleintritt, hat die Erde gebebt. Das war meiner Mutter sowas von egal. Ich wurde es nicht und Punkt. Da konnten sich die Genossen auf den Kopf stellen.
…und ja für Dich auch gar keine Rolle spielt, nicht wahr?
Was zählt schon so eine einzelne Familie gegen die große
breite Masse? - Ich sehe, Du hast die alten Parolen schon/noch
prima drauf. Traurig, traurig!
Keine Parolen. Aber nur vehementes Bekämpfen von Pauschalisierungen.
Sei froh, daß ich kein Mathematiker bin. Dann hättest Du einen schweren Stand, denn „ein Gegenbeispiel reicht“, wie es so schön heißt
…
Ich haue hier keine Parolen, sondern habe mich mit dem Thema beschäftigt und immer wieder Gespräche gesucht mit „Zeitzeugen“.
Es hält sich mit diesem Druck und dem Drill in etwa die Waage.
Somit kannst Du Dich nicht einfach hinstellen und pauschalisieren.
Ich habe nichts übrig vor eine derart nicht abwägende Auseinandersetzung. Natürlich muß man mehr schreiben, wenn man jedesmal ausdrücken muß, daß es durchwachsen gewesen ist - das gehört aber daszu wie das Amen in der Kirche, wenn man sich nicht selbst in eine Ecke verfrachten will. Und das tust Du. Nur weil es Dir bspw. nicht so ergangen ist, wie meinen Brüdern und mir, kannst Du nicht einfach auf das gesamte System extrapolieren.
Ich tue das auch nur bei Dingen, die man entsprechend abkoppeln kann. Ansonsten sollte man sowas tunlichst lassen.
Weil niemand mehr gezwungen wird. Zu begeistern ist sehr viel
schwerer!
Siehe oben. Du siehst nur *Deinen* erlebten Zwang. Akzeptiere doch einfach, daß dies nicht der Weisheit letzter Schluß ist.
Und nicht vergessen: Heute verhalten sich so *manche* Lehrer auch wie die Tiere und nutzen alle Möglichkeiten zur Restriktion.
Die Wahrheit liegt sichtbar irgendwo auf der Mitte. Ein bißchen gutgemeinter Zwang einerseits und Begeisterung andererseits. Aber reine Begeisterung sieht man am jetzigen System. Es paßt nicht, schon gar nicht, wenn die Mentalität (wie hier für Finnland aufgeführt worden ist @Leistungs- und Schulgesellschaft) nicht stimmt.
Das stimmt so formuliert nicht.
Das stimmt absolut!
Oh, „absolut“ ist ein mächtiges Wort - absolut rechthaben zu wollen ist noch größer. Ich glaube, Gott ist jetzt böse
.
Ich denke, an diesem Satz wird Dein Grundfehler in der Auseinandersetzung sehr deutlich. Ich hätte es nicht besser auf den Punkt bringen können (verzeih die Ironie). 
Es mag hier und da bei manchen Druck gegeben haben.
Siehe oben! EINE zerstörte Existenz ist EINE ZUVIEL!
Zerstörte Existenzen gibt es heute genauso, die genauso von gewissen Umständen und Einwirkungen verursacht sind.
Auch hier begehst Du den Fehler seit dem Einleitungskommentar von Dir.
Die Kinder
haben davon aber nie etwas gespürt, weil es im Grunde auch
latent durchgezogen wurde.
Wie bitte? ICH durfte kein Abitur machen! MEIN BRUDER durfte
kein Abitur machen. ICH musste mir Tiraden anhören, weil ich
es gewagt hatte, KEINE EINS zu schreiben, als sie wichtig
war… Ich habe unzählige Beispiele in petto, wo gerade auf
die Kinder der Druck enorm ausgeübt worden ist, denn das war
das einfachste und wirksamste Mittel.
Siehst Du. Das tut mir leid für Dich - ich hätte nicht studieren dürfen. — Das hindert mich aber nicht daran, die Emotionen runterzuschrauben.
Deinen unzähligenn Beispielen kann ich eine gleichmächtige Gegendarstellung mit unzähligen Beispielen entgegnen.
Ich weiß nicht, was Du mit Inflationieren in diesem
Zusammenhang meinst.
Das stand direkt dahinter. 
Stell Dich nicht dümmer, als Du bist.
Bei uns hieß es immer mit freundlichen und den Ehrgeiz
weckenden Worten „Eine ‚3‘ ist ganz passabel, aber das nächste
Mal, liebe Anja, wollen wir doch eine echte gute Zensur haben,
als mindestens eine ‚2‘.“
Was hätte Deiner Meinung nach denn passieren sollen? Wärst Du
denn gerne anders gemaßregelt worden? Ist es nicht korrekt,
dass es DEIN Leben ist, auf das sich das auswirkt und Du nun
einmal nur für DICH lernst? Ich verstehe nicht, worauf Du
hinauswillst?!
Genau das ist das Problem. Du bist 1. zu emotional dran, 2. stellst Deinen mehr als subjektiven Erfahrungshorizont als absolute Wahrheit hin und 3. ist mir schon lange klar, daß Du nicht weißt, worum es geht.
Die große Überschrift ist Bildungssystem. Die Anekdote eben beschreibt (so wie es formuliert ist) ein probates Mittel, Ehrgeiz zu wecken, besser zu werden (wenn natürlich ein generelles Leistungsklima vorhanden ist).
Und Entschuldigung, bei allem Respekt: Ein über den Daumen gepeilt 10jähriger LERNT NICHT FÜR SEIN EIGENES LEBEN. Das tun im günstigsten Falle erst die Abiturienten. Das hängt mit dem Alter und der Erfahrung zusammen; ein 10jähriger ist gar nicht fähig, sein Wissen zu überblicken, noch den tatsächlich tiefen Sinn für später zu erkennen. In dem Alter ist man auf Grund einer Schulfplicht in der Schule.
Ich will Dir hier jetzt kein Weltbild einreißen, aber ein Kind ist kein für sich selbst bestimmtes Individuum. In keinem denkbaren System.
Wenn Du hier eine 68er-Bildungsdoktrin vom „kleinen unabhängigen Staatsbürger“ etablieren oder anführen möchtest, brich bitte jede weitere Diskussion über das Thema hier ab - weil das eine destruktive Anschauung ist. Das kann man jeden Tag erleben.
Der Druck wurde ebenfalls nicht in die Familie gegeben - dafür
gab es regelmäßig Klassenlehrerbesuche, wo individuell mit den
Eltern die Zensuren, das Verhalten usw. in intimer Runde
besprochen wurde.
Aha, und das ist kein Druck?
*Natürlich nicht* - wo soll das Druck sein, wenn die Eltern ausführlich im persönlichen Gespräch INFORMIERT werden.
Du bist hier an einem Punkt Deiner Darstellung angelangt, die groteske Ausmaße an Befangenheit, Einseitigkeit und Verdrehung der Tatsachen durch Betroffenheit annimmt.
In diesen Gesprächen unter Abwesenheit der Kinder wurde nie etwas anderes besprochen, als der Leistungsstand, der Wissensstand, das Benehmen, … - also all das, was nur verknappt in die Beurteilung des Zeugnisses paßte. Es war ein „privater Elternabend bei den Eltern zuhause“.
Das nennt man heute aufgebläht „Transparenz“ - die ja dringend
im aktuellen System fehlt.
??? Du wirst immer kryptischer!
Wie gesagt, Du hast auch die Überschrift aus den Augen verloren.
Information der Eltern wird heute aufgebläht „Transparenz“ genannt - Durchsichtigkeit.
Ein Einheitsbildungssystem ist in dem Sinne auch ein Instrument der „Transparenz“, denn es werden sehr durchschaubare und einfache Verhältnisse geschaffen.
Darüber hinaus gab es Abitur mit begleitender
Berufsausbildung.
-) Jawoll, wenn man einen Einser-Durchschnitt UND Beziehungen
hatte, gab es auch (leider-leider nur extrem selten) diese
Möglichkeit *kopfschüttel*
Das ist ebenfalls wieder einseitig und unwahr, weil ich nicht an vier Händen die Anzahl *ganz normaler* Leute abzählen könnte, die das so absolviert haben.
Das Bildungsniveau war sicher hoch, aber es kann nur sehr
schlecht mit den heutigen Verhältnissen verglichen werden,
denn es war in sehr vielen Theman vollkommen anders gewichtet.
Auch in der Berufsausbildung übrigens. Es wäre deshalb müßig,
hier jetzt eine Schlammschlacht en detail aufzuführen. Der
direkte Vergleich ist unmöglich.
Das unterschreibe ich - aber man kann aus gewissen Gewichtungen Konsequenzen ableiten, gegen den Zustand heute stellen und schauen, was anders ist, was günstiger ist, was weniger günstiger ist.
Ein indirekter Vergleich, der nicht total querbeet pauschalisiert, ist hier also drin.
Aus meiner Zunft kann ich da sagen, daß alle DDR-Ingenieure
bei uns an der Uni auch praktisch sehr gut sind (Basteln,
handwerkliche Fähigkeiten), weil die beim Abitur meist den
Elektroinstallateur mitabsolviert haben.
Gerade wenn ich mir mein Studium angucke, kann man da die
systemimmanenten Lücken in der Ausbildung nicht übersehen.
Ich würde das mit Vorsicht genießen: DDR-Juristen wurden
prinzipiell für das DDR-System ausgebildet. Man muß das also
eher logisch von dem Standpunkt aus sehen, daß daher auch die
Ausbildung dementsprechend gewesen ist.
Wenn Du von Jura keine Ahnung hast, dann höre auch auf, solche
Meinungen auszubreiten!!!
Ich steigere das obige „groteske Ausmaße“ in „unannehmbare Auswüchse“.
Ich *muß* gar keine Ahnung von Jura haben. Es ist eine Alltagsbeobachtung und logischer Menschenverstand - ein anderes Rechtssystem bildet seine Rechtsgelehrten anders aus.
Ein anderes Wirtschaftssystem bildet seine Wirtschaftsgelehrten anders aus.
Und alles immer an die *Bedürfnisse des Systems* angepaßt.
Wie bist Du denn drauf, daß Du Dir hier *erdreistest* so eine Spruch abzuliefern, von wegen keine Ahnung und Klappe halten?!
Wenn Du Dich weiter so wie ein Kind aufführst hier, holst Du den Hardliner in mir hervor und dann brauchst Du nicht mehr erwarten, daß ich hier in jedem Kommentar noch für Dich mitarbeite und Dich nicht komplett als verblendet hinstelle. Das hätte ich berechtigterweise schon nach den ersten Absätzen tun können, so bin ich aber nicht und daher geb ich Dir für jeden Gedanken eine unvoreingenommen Chance.
Dieses Türchen schließt sich bei solchen Kommentaren dann ziemlich rasch.
Stellung der Frau,
Najaaaaaa, Vollarbeit UND Familie ist nicht wirklich
traumhaft, oder???
Hier muß ich auch den logischen Bezugsrahmen etwas
zurechtrücken.
*augen-roll-modus-on* Du immer mit Deiner Logik, ist das Dein
Lieblingswort? Es ist nämlich so fehl am Platze
*augen-roll-modus-off*
Nein, es ist genau richtig - denn wie man sieht, ist eine Auseinandersetzung auf Deiner Ebene weder möglich noch sinnvoll. Das hast Du mehrfach bewiesen hier.
Vollarbeit und Familie GING - ohne Probleme.
Meine Mutter MUSSTE nach 6 Wochen Schwangerschaftspause (nach
dem 1. Kind) einfach wieder arbeiten, weil es kein Geld mehr
gab.
In der DDR???
Entschuldigung
, unglücklich formuliert. Ich meinte es in dem Sinne, daß das „Erziehungsgeld“ nur sehr kurz gezahlt wurde. So kenn ich es von einer Reihe von Leuten.
Sie sagt heute noch „Das hat nicht geschadet.“ - hat es auch
nicht.
Sagte mein Staatsbürgerkundelehrer auch immer, wenn wieder
einmal einer von uns Schülern sein Schlüsselbund an den Kopf
geworfen bekam.
Prima, jetzt wird es nach den ganzen Absätzen da oben auch noch niveaulos. So eine Unterstellung gegenüber meiner Mutter verbitte ich mir. Deinen persönlichen Frust lasse an dem Stabilehrer aus, aber nicht an völlig anders gemeinten Aussprüchen meiner Familienangehörigen.
Du bist auf dem besten Wege, Dir den Diskussionsbonus zu verscherzen.
Dagegen kenne ich eine wachsende Zahl von Beispielen, die mehr
und mehr Kinder bekommen und dadurch Jahre, teilweise über ein
Jahrzehnt, schon zuhause sind.
Ja, finde ich auch nicht gut. Aber das ist jedem seine eigene
Sache. Privat.
Nein, ist es eben nicht. Auch heute leben wir in einer Gesellschaft.
Anders gesagt, die einzelnen Mitglieder stehen in Rechenschaft zu dieser Gesellschaft. Und wenn das individuelle Verhalten Züge annimmt, die für die Gesellschaft nicht mehr tragbar sind, dann können/sollen/sollten/werden/dürfen die betroffenen Mitglieder auch zur Rechenschaft herangezogen werden.
Das nennt man *Gesellschaftsvertrag*, und der ist etwas älter als Deine 68er-„Ich-tue-was-ich-will-und-was-mir-so-paßt“-Einstellung.
Man sollte sich also lieber fragen, nicht einfach einmal der
umgekippte 68er-Mentalität und dem „Weichwerden“ der
Gesellschaft entgegenzuwirken, als unnötig ein Jahr oder
länger Schwangerschaftsurlaub, Geld dafür, und und und zu
gewähren.
Warum überlasst Du das nicht den Frauen selber, ob sie sich
solche Fragen stellen wollen? Es ist ja leider nicht überall
möglich, sein Kind auch adäquat unterzubringen, wenn man
schnell wieder arbeiten möchte.
Lies genauer - das habe ich geschrieben. Eine radikale Verkürzung der Elternzeit kann nur stattfinden, wenn ein ordentliches Betreuungssystem dagegengehalten wird.
Sofern ein Ausgleich an Betreuung vorhanden ist (der in
Deutschland NICHT vorhanden ist), wäre dies bedenkenlos
möglich.
Wenn man es will. Aber es wurde in der DDR GEZWUNGEN, warum
blendest Du das immer aus? Da gab es nicht einfach die tolle
Möglichkeit, da stand ein ganzer Staat dahinter! Schon mal
etwas vom Straftatbestand der Asozialität gehört?
Wahrscheinlich nicht. Gab es aber in der DDR.
Irrelevant, es war kein *Zwang* per Dekret. Die gesellschaftlichen Zustände (Angewiesenheit auf Arbeit) legten aber eine Betreuung durch Institutionen nahe.
Ich hatte selbst zwei spätere Mitschüler, die kaum bis nicht im Kindergarten waren. Als hör endlich auf, von Deiner Situation auf alle zu extrapolieren.
Daß im Falle über besagten Straftatbestand gegen Leute vorgegangen werden konnte, steht auf einem anderen Blatt und hat mit meiner Feststellung erst einmal nichts zu tun.
Versorgung
der kleinen Kinder usw…
Eine Mutter bekam ein Jahr lang volles Gehalt weiter, dann
MUSSTE sie wieder arbeiten und die Kinder MUSSTEN in eine
Tageseinrichtung. Kinder von Studentinnen MUSSTEN in
Wochenkrippen… Soviel auferlegter Zwang war da mit im
Spiel…
Das ist prinzipiell falsch.
Das ist prinzipiell RICHTIG!
Falsch.
Ich habe extra noch einmal meine Mutter deswegen gerade angerufen und auch meine Tante (Kinderkrippenbetreuerin).
Also. Erziehungszeit und Erziehungsgeld gab es *gar nicht*.
Pauschal gab es einmalig einen Betrag für das 1. Kind und für das zweite (und weitere) etwas mehr. Meine Mutter ist sich nicht mehr ganz sicher, aber sie sagte ca. 500 Mark fürs erste, 600 Mark fürs zweite.
Dieses Geld gab es auch nicht auf einmal, sondern in verschiedenen Abschnitten.
Es bestand absolut keine Pflicht für Kindergarten und Kinderkrippe. Im Gegenteil: Ein Kinderkrippenplatz war nicht einmal selbstverständlich, weil es oft viel weniger Plätze als Kinder gab. Dadurch wurden die Plätze dann auch zugewiesen, und das war nicht immer günstig von Lage/Wegstrecke her.
Ein MUSS gab es aber nicht. Wer bspw. einen entsprechend verdienenden Mann hatte, konnte zuhause bleiben und auch das Kind zuhause lassen.
Wochenkrippen gabs dann auch noch (Betreuung über die ganze Woche hinweg).
Da aber die breite Masse nicht sehr üppig verdient hat, war man als Frau angewiesen darauf, fast sofort wieder arbeiten zu gehen, weil man von NIRGENDWO *irgendetwas* bekommen hat.
Meine Mutter bekam nur 20 Mark Kindergeld.
Daher mußte sie auch direkt nach allen 3 Geburten wenigstens „Teilzeit“ arbeiten und/oder Heimarbeit (Arbeit zuhause, nicht in einem Heim!) absolvieren, damit wenigstens Geld herzukam.
Auf der anderen Seite waren die Frauen dieser Zeit auch gut ausgebildet mit Schulabschluß oder Abitur und dann Berufsausbildung/Studium. Die Frauen waren zu dieser Zeit eine Arbeitsklientel - die „Hausfrau“ wie in der damaligen BRD etabliert gab es in dem Sinne nicht (also mit zuhause bleiben und und und).
Der Zwang bestand also nur darin, daß man den Hintern hochbekommen mußte, um Geld zu verdienen.
Deine Einwand mit diesem Gesetz ist doch etwas anderes. Mit Sicherheit wurde das vollstreckt, wenn jetzt eine Frau gesagt hätte „Ich möchte aber kein Geld verdienen.“ (und damit im wahrsten Sinne auf dem Trockenen sitzen und asozial machen).
Damit wurde jedoch nicht Zwang zur Betreuung ausgeübt, sondern Zwang zum Lebensunterhalt. Rein wirtschaftliche Gründe also.
Ein späterer Mitschüler wurde zum Beispiel immer zur Oma und zum Opa gebracht, als seine Mama *freiwillig* wieder als technische Zeichnerin arbeiten ging (nicht lange nach der Geburt).
Ich weiß nicht wo Du Deine Informationen hernimmst. Bist Du so verbittert, daß Du alles von den Fakten her verdrehst oder falsch interpretierst???
Ist Dir schon einmal in den Sinn gekommen, daß ihr auf Grund eures Status eine Sonderbehandlung erhalten habt (siehe Staatsanwältin/Hauptmann; Staatsdiener)??
Es war bei den
Betreuungseinrichtungen kein Muß - aber es verlieb als einzige
Möglichkeit, wenn man wieder arbeiten mußte.
Und da jede Mutter wieder arbeiten MUSSTE, ist es ja wohl ein
Zwang. Was schreibst Du da eigentlich daher? Sagst Du immer
aus Prinzip das Gegenteil?
Es ist ein Zwang ganz anderer Natur. Diesen Zwang gibt es - in Abstrichen - auch heute noch.
Wer nämlich durch das Gitter von HARTZ IV fällt, muß genau wie damals den Hintern hochbekommen und zwangsläufig arbeiten gehen, um über die Runden zu kommen.
Das war jetzt von Dir also nicht nur ein klassisches Eigentor, sondern wieder das Vermengen von unterschiedlichen Dingen.
Andererseits -
wer sagt denn, daß das automatisch Zwang ist.
Ich und die Realität in der DDR.
Das mußt Du so formulieren: Du und DEIN *verzerrtes* Bild von der DDR.
Kommentar Mutter
„Uns hat keiner gefragt, aber herumsitzen wollten die
wenigsten.“.
Nette Formulierung. Und das von einer Mutter. Ich habe gerade
wieder einen Säugling, und herumsitzen tue ich eigentlich die
wenigste Zeit des Tages
Ich freue mich zwar trotzdem, bald
wieder arbeiten gehen zu können, aber ich geringschätze das
Leben einer Hausfrau und Mutter deswegen noch lange nicht!
Meine Mutter auch nicht, im Gegenteil, sie war immer alleinerziehend, hat den Haushalt gemacht und hatte teilweise zwei bis drei Arbeitsstellen gleichzeitig.
Verwechsle den Kommentar bitte nicht mit Deiner übersensiblen Vorstellung von Erziehung, Betreuung und Pädagogik.
Ich traue mir sogar folgenden tollkühnen Satz: Sie war und ist eine bessere Mutter als Du es mit Deinen rechthaberischen Ansichten je sein wirst.
Ja, es mag traurig sein, daß Du nunmal solche und solche Erfahrungen gesammelt hast - das berechtigt Dich aber noch lange nicht, Deine Großhirnrinde abzuschalten.
Deine Absatz über den Umgang mit der Geschichte nehme ich
nicht persönlich, sonst wäre ich ganz schön sauer!
Also Vorsicht mit der Verleihung solcher Prädikate „Zwang“.
Das bin ich, aber die Dinge müssen auch benannt werden dürfen,
wenn sie so lagen. Das gestehe bitte bei all Deiner
Schulmeisterhaftigkeit bitteschön zu.
Bei all meiner Schulmeisterhaftigkeit sage ich Dir: Du bennst die Dinge nicht, Du verteufelst sie erstens, verdrehst sie zweitens und setzt Dich drittens nicht mit der notwendigen Distanz damit auseinander. Da erfodert die Schulmeisterhaftigkeit eine Richtigstellung, daß das nämlich keine „Benennung der Dinge“ ist.
Die Menschen waren ganz anderes gewöhnt, hatten eine ganz
andere Mentalität.
Wem sagst Du das…
Zwang ist nur Zwang, wenn er als solcher
empfungen wird - doch wäre eine modellhaft konstruierte
Hochleistungsgesellschaft eine Zwangsgesellschaft, wenn es die
Leute denn so wollen und nicht anders kennengelernt haben bzw.
logisches Verständnis dafür haben (und nicht direkten
Restriktionen ausgesetzt sind)?
Entschuldige bitte: An Zwang lässt sich doch nichts umdeuteln.
Staatlich ausgeübter Zwang hat doch nichts mit eingefahrenen
Gewohnheitsmustern zu tun! Selbstverständlich reden wir hier
von direkten Restriktionen. Also ICH zumindest. Und die sind
unzweifelhaft belegbar. Auch heute noch.
Aber sie sind nicht pauschalisierbar. Und je mehr Du hier von Deinen Kenntnissen und Erlebnissen berichtet hast, umso weniger darf man diese Aussagen ernstnehmen. Du sprichst hier nachweislich nicht für alle - das soll keine Verharmlosung oder Verklärung darstellen, sondern einfach ein gewisses Maß wahren.
Wenn das hier jemand liest, der nicht in der DDR groß geworden ist, bekommt er von Deinen durchwachsenen Kommentaren ein VÖLLIG falsches Bild.
Jeder weiß doch, daß es ein totalitäres System war, und auch solche Auswüchse angenommen hat - dennoch gab es einen funktionierenden eingeschwungenen Alltag. Die Restriktionen, die Du beschreibst und erlebt hast, fanden waren aber nicht allgegenwärtig. Das ist eben Dein Grundfehler. Es gab auch „Normalität“.
Jein. Wenn Du vom Wohnungsbauprogramm und den Mieten sprichst,
dann ja. Wenn es um Geld für Gesundheit und Bildung geht,
stimmt das nicht.
Was daran stimmt nicht? Die wurden doch genauso
subventioniert!!!
Du - es macht langsam keinen Spaß mehr, wenn Du partout Deinen Kopf gar nicht benutzen willst.
Die Subventionen für Bildung und Gesundheit - die es natürlich heute ebenfalls gibt, wenn auch nicht so üppig (wobei ja die BRD überhaupt kein Paradebeispiel abgibt) - waren nicht *die* subventionen, die den Niedergang des Systems verursacht haben.
Diese Art von Subventionen heißen nämlich auch Investitionen. Geld in bildung und Gesundheit zu stecken ist *Investition* - und bekanntlich müßte das hier in Deutschland noch viel, viel mehr sein, als es ist.
Trotzdem schön, daß Du zum hundertsten Male alles blind über einen Kamm scherst.
Glaube mir: NICHTS habe ich aus meiner „guten alten Zeit“
vergessen. Nur deshalb weiß ich heute, mit fast 40 Jahren, um
was ich betrogen worden bin TROTZ Hochbegabung, TROTZ
1,0-Zeugnis, TROTZ „richtiger“ Herkunft, TROTZ unauffälliger
Vita. Und ich weiß auch deshalb, wohin ich noch im Leben will.
Verzeih, wenn Du hochbegabt bist, dann künstlerich-musisch, denn ein analytisch-logisch Hochbegabter würde nie so ein Gemenge abliefern, wie Du es mit hier kritisierten Kommentar getan hast - oder, Du bist wirklich emotional so in eine Sackgasse geraten, daß das Auswirkungen auf den Intellekt hatte.
Das ist jetzt auch *nicht* persönlich gemeint oder soll herabsetzend sein - so stellt es sich als Beobachtung dar (aus dem WAS Du WIE schilderst).
Uiiiiiii, das Grundgesetz als „obsolete Struktur“ zu
bezeichnen, ist allerdings ein interessanter
Diskussionsansatz. Verirr Dich doch mal ins Politik-Brett und
eröffne einen entsprechenden Thread.
Ich bin glühender Demokrat und beschäftige mich eingehend seit Jahren mit den Theorien moderner Staatsstrukturen.
Du brauchst Dich nur einmal fragen, warum das Ding GRUNDGESETZ heißt, wie es konzipiert wurde und von wem; welchem Zweck es eigentlich diente.
Das Grundgesetz *ist* veraltet. Zumal man sogar formal sagen muß, daß mein Deutschland nicht einmal eine richtige Verfassung hat - denn genaugenommen ist das GG keine Verfassung. Es wurde nur über die Jahre in diese Rolle geprügelt und der Begriff „Verfassung“ hat sich falsch eingebürgert in diesem Zusammenhang.
Das lernen übrigens schon die Gymnasiasten in einem entsprechend kritischen und unabhängigen Geschichtsunterricht (muß noch nichtmal Leistungskurs sein).
Als Kind bin ich in die Polyklinik gegangen. Da gab es viele,
viele verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander.
Hm, ich gehe heute in ein Ärztehaus. Da gibt es viele, viele
verschiedene Ärzte in einem Haus direkt nebeneinander…
Kommentiere doch bitte am Ende einer Ausführung. Das ist mir jetzt schon mehrere Male aufgefallen, daß Du voreilig dazwischen gehst.
Der Anstand gebietet es meines Wissens nach eigentlich, daß man jemanden „ausreden“ läßt.
Aber schön, daß Du den Teil mit dem Verklagen solcher Ärztezusammenrottungen weggeschnitten hast.
Ein Ärztehaus ist nämlich nicht so einfach möglich, wie man sich das denkt. Du hast unverschämtes Glück eins in der Nähe zu haben. Gratulation.
Man muß sich also fragen, inwieweit man nicht durch Nachdenken
der ehemaligen beiden deutschen Staaten den jetzigen deutlich
hinterfragt.
Ich habe nichts gegen Hinterfragungen.
Das mußt Du nach dem Kommentar erst neuerlich unter Beweis stellen.
Freiheit, Grundrechte, Rechtsstaat, Semidemokratie - das nützt
alles nur, wenn auch eine Lebensgrundlage besteht.
In der DDR gab es nicht einmal diese Punkte…
Jana
Bitte nocheinmal lesen - es ging um das Spannungsverhältnis eines (mehr oder weniger) „freiheitlichen“ Staates gegenüber dem Streben der Menschen, sozial abgesichert zu sein und stabile Verhältnisse zu haben.
Übrigens gab es zumindest soetwas wie Bürgerrechte und andere Freiheiten, auf dem Papier. Papier ist geduldig - entscheidend ist *nicht* das Vorhandensein von den genannten Sachen, sondern das die Dinge *vorstaatlich* sind, d.h. daß sie außerhalb oder von mir aus auch über dem Staatsapparat stehen. Sie sollten einklagbar sein (Verfassungsgericht) usw. usw. …
Wenn die Grundrechte genauso wie in der DDR eingebaut wären, hätten wir hier heute ähnliche Verhältnisse.
Ich hoffe, ich konnte auch hier Dein Mißverständnis zumindest in Ansätzen aufklären.
MfG Robert