Hallo.
Titel klingt komisch, ist so gemeint:
Ich selber bin auf der Suche nach Hilfe, könnte mir vorstellen dass Therapie oä mir helfen könnten (habe da keinerlei Erfahrungen). Allerdings: ich weiß nicht, ob ich „krank genug“ für einen Therapeuten bin. Ich fühle mich einfach nur extrem ausgelaugt, bin nicht eins mit mir, kann mich nicht freuen in Situationen, in denen „man sich freut“, erlebe meine Beziehung nicht als konstruktive Partnerschaft sondern als freudloses, manchmal fast liebloses Nebeneinander etc (diese Liste ließe sich fortführen).
Ich selbst fühle mich unglücklich und irgendwie gefangen ind er Situation, allerdings habe ich Befürchtungen, von einem Therapeuten abgewiesen zu werden. Der lacht sich doch schlapp, wenn die „normalen Patienten“ schizophrene, süchtige, gewalttätige oder gewalt-erleidende, auf jeden Fall „echt kranke“ Menschen sind, oder? Gibt es objektive Kriterien, wonach man Termine bekommt oder nicht? und wie lang muss man darauf warten? Gibt es vielleicht andere Möglichkeiten, als eine Psychotherapie/Paartherapie? Für mich ist das wirklich ernst.
Vielen Dank für eure Hinweise.
Gruß, Ally
Hallo,
Ich selbst fühle mich unglücklich und irgendwie gefangen ind
er Situation, allerdings habe ich Befürchtungen, von einem
Therapeuten abgewiesen zu werden. Der lacht sich doch schlapp,
wenn die „normalen Patienten“ schizophrene, süchtige,
gewalttätige oder gewalt-erleidende, auf jeden Fall „echt
kranke“ Menschen sind, oder?
nein, tut er nicht. Zum einen gibt es genügend anerkannte psychische Krankheiten, die nicht so heftig sind wie das, was Du Dir vorstellst, zum anderen wird Gesundheit definiert als „körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden“. Dieses hast Du nicht, und Du siehst grad keinen Weg, es allein wieder herzustellen. Damit sind aus meiner Sicht genug Kriterien erfüllt, dass Du Dir ganz legitim Hilfe suchst.
Ich empfehle Dir, zu Deinem Hausarzt zu gehen, ihm das Ganze etwas zusammengefasst zu erzählen und ihn zu bitten, Dir etwas zu empfehlen. Sag ihm auch ruhig, dass Du denkst, dass Dir eine Psychotherapie helfen könnte, und frag ihn, was er davon hält.
Dein Hausarzt kann Dir dann auch Tips geben, wie Du zu einem passenden Therapeuten kommst, also welche Art der Therapie vielleicht richtig ist, wo Du Adressen herbekommst, wie das mit der Bezahlung durch die Krankenkasse funktioniert.
Was ich Dir jedenfalls schonmal ganz sicher sagen kann, ist, dass Du a) nicht unter Gelächter weggeschickt werden wirst und b) nicht überraschend teuer Geld bezahlen müssen wirst.
Ob da dann am Ende eine längere Therapie bei herauskommt, kann man indes vorher nicht sagen - aber das bekakelst Du dann alles mit dem Therapeuten Deiner Wahl (Du kannst mehrere ausprobieren).
Also, sprich mal mit Deinem Hausarzt, wenn Du danach dann immer noch nicht weiter weißt, kannst Du ja gerne hier davon berichten und nochmal nachfragen.
Gruß,
Malte
Lieber Malte,
vielen Dank für deine ausführliche und sensible Antwort!
Du hast mir Mut gemacht, mich mit meinen Problemen tatsächlich jemandem anzuvertrauen. Allerdings habe ich keinen Hausarzt (weil ich tatsächlich nie mehr als eine Erkältung habe) - meinst du nicht, dass wenn ich jetzt zu einem Allgemeinarzt gehe, der mich noch nie gesehen hat, der wenigstens erstaunt sein wird, wenn ich gleich mit dem Wunsch nach einer wie auch immer gearteten Psychotherapie ins Haus falle?
Gruß, Ally
Hallo Ally,
ich denke wenn du dem Arzt dein Befinden genauso schilderst wie hier, wird er dir eine Überweisung schreiben.
Gruß
Phoebe
unnötig
Hallo Ally,
um zu einem Psychotherapeuten deiner Wahl zu gehen, brauchst schon seit ca 8 Jahren keine Überweisung von einem Hausarzt mehr. Ruf dort an und frage nach einem Termin für ein Vorgespräch.
Gruß
Metapher
hallo ally es gibt für mich nichts schiefzulachen mann muss jedes problem ernst behandeln für mich leidest du an leichten deppressionen die mit der zeit frustrierender werden .ich spreche aus erfahrung mir ging es auch sehr ähnlich, fühlte mich in meiner familie unwohl liebe wmpfinde ich schon lange nicht mehr für meinen mann .ich bin auch zum pschyiater der nam mich überhaupt nicht ernst meine lösung weit eine zeitlang antideppresiva
MOD: Vollzitat gelöscht
Hallo Ally,
Nach dem was Du schreibst, würde ich Dir einen LEBENS- und SOZIALBERATER empfehlen. Auf keinen Fall einen Psychiater.
In einem Vorgespräch kannst Du dein Anliegen genauer erklären und der Berater kann Dir in dieser Situation sagen, was/ob/in welchen Zeitraum zu schaffen ist.
Wenn Therapie für Dich einen negativen Beigeschmack hat, dann kannst Du es auch als Coaching sehen.
lg
-schoenf
Hallo!
Therapie hat für mich gar keinen negativen Beigeschack - ich war nur noch nie bei einem Therapeuten und kenne das Procedere nicht.
Was meinst du mit Lebens- und Sozialberater? Was ist das, wie arbeiten die und wo findet man die?
Dank und Gruß
ALly
MOD: Vollzitat gelöscht
Hallo.
Dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast, tut mir leid. Bist du denn nach dem Psychiater noch zu jemand anderem gegangen?
Ich denke nicht, dass Tabletten für meine Probleme die Lösung sind…
Danke für deine Antwort!
Ally
MOD: Vollzitat gelöscht
Danke,
genau das werde ich machen.
Eine Frage noch: Wie finde ich einen Therapeuten, der zu mir passt? Muss ich nach Qualifikationen schauen (welche??) oder ist das rein eine Frage der Sympathie?
Danke und Gruß,
Ally
MOD: Vollzitat gelöscht
Therapie hat für mich gar keinen negativen Beigeschack - ich
war nur noch nie bei einem Therapeuten und kenne das Procedere
nicht.
Was meinst du mit Lebens- und Sozialberater? Was ist das, wie
arbeiten die und wo findet man die?
Hallo Ally,
Ich kann hier leider nur für Österreich sprechen. Lebensberater sind in Österreich Personen die Beratung in persönlichen Veränderungsprozessen anbieten und diese gemeinsam mit dem Klienten auch durchführen. Sie grenzen sich von den Psychotherapeuten ab, in dem sie nicht alle Arten von Anliegen machen dürfen, keine Medikamtente verschreiben und sich zumeist nicht von der tiefenpsychologischen Seite nähern sondern alternative - meist lösungsorientierte - Wege zur Begleitung der Änderung mit dem Klienten verwenden.
Ich entnehme aber dem Internet, dass es diesen Beruf noch nicht in Deutschland gibt. Sorry also für meinen Hinweis.
Eine Therapie ist dann erfolgreich wenn es dir rasch besser geht und Du für Dich selbst einen Fortschritt merkst. Ob eine Paartherapie erforderlich ist, hängt davon ab, ob dein Partner in deinem Anliegen eine Rolle spielt. Es kann der Fall sein, dass dein Anliegen und die Folgen in Dir selbst begründet sind.
Ein Erstgespräch kann Dir hier einmal grundsätzliches Abklären. In der Regel brauchst du auf einen Therapeuten nicht zu warten wenn Du privat zahlst.
Wie es mit der Förderung seitens der Krankenkasse in Deutschland aussieht dass kann ich Dir nicht sagen.
Hoffe, deine Fragen beantwortet zu haben.
lg
-schoenf
Eine Frage noch: Wie finde ich einen Therapeuten, der zu mir passt?
Schau mal in FAQ:237 und FAQ:240
Suchen könntest du nach einem „psychologischen Psychotherapeuten“, dessen Qualifikation bei „Verhaltenstherapie“ oder „Psychoanalyse“ liegt.
oder ist das rein eine Frage der Sympathie?
Sowohl als auch. Um herauszufinden, ob zwischen dir und dem/der Therapeuten/in die „Chemie stimmt“, und natürlich ob du überhaupt einer Therapie bedarfst und wenn ja, welcher, dazu sind die (meist 5) sog. „probatorischen Sitzungen“ vorgesehen. Und dann siehst du schon weiter.
Gruß
Metapher
hallo ally danach habe ich natürlich erst mit antideppresiva weitegemacht aber danach habe ich das abgesetzt mir geht es immer noch nicht so gut. muss eben versuchen trotzdem weiterzuleben wegen meiner kinder
MOD: Vollzitat gelöscht
trotzdem womöglich sinnvoll
Hi Manfred,
um zu einem Psychotherapeuten deiner Wahl zu gehen, brauchst
schon seit ca 8 Jahren keine Überweisung von einem Hausarzt
mehr. Ruf dort an und frage nach einem Termin für ein
Vorgespräch.
sofern der Psychotherapeut nicht selbst Arzt ist, stehen die Chancen ziemlich gut, dass er sie ohnehin zu einem solchen schickt, um die körperliche Seite abzuklären und spätestens, wenn Medis ins Spiel kommen.
Da ist der Gang zum Arzt im Vorwege wohl sinnvoller, zumal der - wenn er gut ist - auch bei der Auswahl von Therapieform und Therapeut einen besseren Überblick hat, als die Fragestellerin allein auf sich gestellt.
Dazu kommt dann noch das Terminproblem bei Therapeuten, wo ein kollegialer Anruf bekanntermaßen durchaus Wunder wirken kann. Mit Überweisung oder nicht hat das nichts zu tun.
Gruß,
Malte
Ich kann hier leider nur für Österreich sprechen.
Lebensberater sind in Österreich Personen die Beratung in
persönlichen Veränderungsprozessen anbieten und diese
gemeinsam mit dem Klienten auch durchführen.
So etwas gibt es hier zuhauf, das ist kein geschütztes Berufsfeld.
Im Prinzip darf das jeder machen, solang er nicht therapiert.
Sie grenzen sich
von den Psychotherapeuten ab, in dem sie nicht alle Arten von
Anliegen machen dürfen, keine Medikamtente verschreiben und
sich zumeist nicht von der tiefenpsychologischen Seite nähern
sondern alternative - meist lösungsorientierte - Wege zur
Begleitung der Änderung mit dem Klienten verwenden.
Psychologische Psychotherapeuten (also Diplom-Psychologen mit Zusatzausbildung) dürfen auch in Deutschland keine Medis verschreiben, das dürfen nur Ärzte. Was die Therapieform angeht, so gibt es unter den Psychotherapeuten die ganze Bandbreite, keineswegs nur die tiefenpsychologisch orientierten. Davon ab kann auch Tiefenpsychologie problemlos lösungsorientiert wirken, kommt ganz auf das Problem an 
Gruß,
Malte