Bin ich vielleicht Verhaltensgestoert oder so?

Ok das wird jetzt eine etwas merkwuerdige Frage…
Weiss auch gar nicht wo ich anfangen soll, oder ob jemand einmal in der gleichen Situation war
eigentlich geht es mir zu Zeit ganz gut (hatte mit 15 und 17 einige depressive tiefs mit ritzen und esssoerungen (magersucht, Bumimie)( und als ich 6 war habe ich mir immer die Haende gewaschen bis dass sie blutig geworden sind sobald ich dinge angefasst habe wie eine Tuerklinke oder so…und mich total vor knoepfen geekelt …).vielleicht lag es an einer etwas stress gepraegten beziehung mit meiner Mutter, oder einer etwas stressigen Schulzeit (also das ritzen und die essstoerung), keine Ahnung, aber eigentlich hatte ich neben einigen seichten mobbing ehrfahrungen und der etwas gestoerten beziehung zu meiner Mutter eine wenn ich mich erinnere sehr unbeschwerte und eigentlich gleuckliche Kindheit.)
Nach dem ABi als ich 18 (und da war ich wieder seit einem jahr gesund…und sehr gleucklich) war bin ich jedenfalls weg von zu Hause und erst mal nach Neuseeland. Wollte ich schon immer. Und da dann ein Jahr arbeiten gewesen mein Plan war ein Jahr zu arbeiten und dann um die Welt zu reisen (ich weiss hoert sich wahrscheinlich etwas Naiv an, aber so bin ich normalerweise, habe den Plan auch geschmiedet als ich 10 war;S)Natuerlich hat das mit dem Geldsparen nicht so schnell geklappt also habe ich nach
einem halben Jahr angefangen in einem Stripclub zu arbeiten… als Stripperin und es hat auch spass gemacht (ich trinke nicht, und nehme auch keine Drogen)
wollte halt eben nur Geld sparen um zu reisen, und ich schaeme mich nicht dafuer. erzaehle es aber nur wenigen freunden und erst recht nicht meiner Familie weil die er konservativ eingestellt sind.
und ich sie nicht verletzen moechte oder dass sie sich sorgen machen.
Dann bin ich durch asien rumgereist … vielleicht ein Jahr oder so war auch super … aber irgendwie bin ich dannach suechtig geworden … weiss nicht habe mir halt vorgenommen die naechsten 3 bis 5 Jahre einfach nur zu reisen…damals, also diesmal wieder nach Neuseeland gegangen und gearbeitet, diesmal in einem Massagesalon (ja genau das was man denkt ! )… keine Ahnung das Geld war nicht sehr viel besser und es war mir auch irgendwie bewusst aber ich wollte es einfach ausprobieren, nachdem ich beim reisen soviele Ehrfahrungen gemacht habe habe ich das gefuehl an keiner aussparen zu wollen glaube ich.
und jetzt Reise ich wieder.
In meiner schulzeit hatte ich eigentlich immer gute Freunde und jetzt auch noch kontakt zu ihnen aber seit ich von zu Hause weg bin habe ich das gefuehl ein problem mit menschen zu haben kann es einfach nicht lange mit einem menschen aushalten manchmal kann mir ein mensch schon nach 3 stunden total auf den geist gehen und ich gehe einfach weg… eigentlich habe ich das schon seit 3 Jahren oder so ( habe in neuseeland monate Lang in hostels gelebt und da war es eigentlich ok, aber habe auch versucht mich nicht sonderlich mit jemandem anzufreunden, bin eigentlich ueberhaupt nicht schuechtern aber kann zudem voll schlecht mit grossen gruppen kommunizieren… also ich koennte einen vortrag halten aber nicht so gut mich in ein gespraech einbringen, vielleicht Reizueberflutung und so deswegen bin ich auch total ungerne in grossen gruppen)
Naja jedenfalls diesmal die letzten paar monate habe ich irgendwie etwas probleme mit dem reisen haenge zu lange an orten und jeden morgen und abend und manchmal auch tagsueber (UND DAS SEIT FAST 4 Jahren!!!) schreibe ich auf was ich mir fuer die naechsten 5 Jahre vornehme mit genauem Datum und so … also wo hin ich reisen moechte wo ich arbeite und weiss nicht alles !
und irgendiwie habe ich das gefuehl suechtig dannach zu sein…und es andert sich immer ein wenig aber ich verbringe sehr viel zeit damit vielleicht jeden Tag 3 stunden oder so … (und nach meoglichkeit auf weltkarten starren, manchmal kann ich alleine 2 -3 stunden nur vor einer weltkarte stehen und mir ueberlegen wie man von a nach b kommt und wie die menschen dort aussehen, und manchmal werde ich sogar nervoes wenn ich laenger keine weltkarte gesehen habe, vielleicht so als wie wenn man sich im spiegel sehen moechte nach ein paar Tagen weil man angst hat zu vergessen wie man aussieht)Und ich rechne immer alles aus und kann nie nummern vergessen,
zum Beispiel wie viele Tage ich alt bin und wer wann geburtstag hat und Nummernschilder… oder telefonnummern wenn ich sie einmal gehoert habe.
als ich 16 war habe ich mich die ganzen grossen Ferien in meinem Zimmer eingesperrt um 5000 ziffern von Pi auswendig zu lernen …und irgendwie konnte ich damit nicht mehr aufhoeren auch wenn ich weiss das es sinnlos ist)

Im moment fuehle ich mich etwas seltsamm…ich weiss was ich will (vielleicht nicht wie ich es 100 prozent erreiche) aber ich bin mit meinem Lebensverlauf relativ zufrieden… aber weiss nicht fuehle mich irgendwie so seltsamm habe sehr viel (15kg) abgenommen ungewollt innerhalb 4 monaten…
und immer so eine apetittlosigkeit das erinnert mich total daran als ich magersuechtig war. nur dass ich mich jetzt nicht zu dick fuehle und er dazu zwingen moechte was zu essen aber es ist sehr schwer…
und ich fuehle mich dauernt als wollte ich mich bewegen oder neues wissen (das ich aber nirgendwo ausfindig machen kann)zum beispiel informationen ueber Voelkerwanderung oder die entstehung der Menschen wie voelker miteinander verwandt sind etc…
und ich merke wie sich das auch wahrscheinlich
auf meine psysche auswirkt mit der wenigen nahrung und so, aber weiss nicht eignetlich denke ich es ist immer alles normal aber dann manchmal packt mich soetwas wie
das gefuehl gestoert und nicht normal zu sein. Bin nicht ungleucklich aber irgendwie weiss nicht.
Oh ja und ich hatte noch nie eine wirkliche Beziehung einmal fuer 3 monate …als ich 17 war…dann ehr der promiscuitaet verfallen und nachdem ich 21 war auch nie maehr das Beduerfniss dannach … also er Angst und es auf spaeter im Leben schieben … ich will schon mal ne Familie haben und so …

mich interessiert einfach nur mal die neutrale meinung
bin ich einfach nur Naiv und leichtsinng oder vielleicht Verhaltensgestoert…
von anderen weil ich mit keinem meiner Freunde oder Bezugspersonen das gefuhl habe darueber reden zu koennen…freue mich auf eure ehrliche Antwort:smile: und danke fuer jeden der sich dieses Chaos durchgearbeitet hat…

DANKE !!!:smile:

Hallo Paula,

…da bin ich leider kein Experte u. kann Dir dfaher nicht weiterhelfen.

lG

Easy

Hallo Paula,

danke für deine Offenheit und dein Vertrauen.

Irgendwie gestört oder so sind wir wohl alle und wir haben alle etwas aufzuarbeiten.
Ich habe schon einige Jahre Therapieerfahrung und bin der Meinung, dass dir eine Psychotherapie gut täte, in der du wahrscheinlich auch die vielen Fragen beantwortet bekommst.
Diese Probleme oder Störungen kommen immer aus der Kindheit und es wäre gut dieses zu bearbeiten.

Alles Liebe

Johanna

Liebe Paula,
also erstmal zu dem Begriff Verhaltensgestört:Meiner Meinung nach ist das ein Wort ,welches man sich so auslegen kann wie man es gerade haben möchte.Demnach wären ja fast alle Menschen,die in irgendeiner Form nicht nach der gesellschaftlichen Norm leben ,verhaltensgestört.
Es war echt etwas schwer bei Deiner Geschichte durchzublicken,aber eigentlich empfinde ich die Dinge als garnicht so ungewöhnlich.Ich kann Dir zwar auch nicht sagen warum das alles so bei Dir ist,aber ich kann Dir gerne meine eigene Meinung dazu sagen.Ich finde es toll daß Du Deine Träume vom Reisen so verwirklichst,und da gehört ja auch eine gewisse Planung und Durchstrukturierung dazu.Ich denke mal das Du ein Mensch bist,der halt etwas „Ordnung“ braucht.Ich plane mein Leben auch größtenteils durch,weil sonst würde ich meine Ziele nicht erreichen.Daß Du jetzt öfters mal länger an einem Ort bleibst passt vielleicht nicht gerade in Deine Planung,aber frag doch mal Dein Gefühl warum Du länger dort bleibst.Ich denke schon wenn es Dir damit gut geht,daß man auch mal etwas von seinen Plänen abschweifen kann,weil das Leben ist nun mal nicht komplett planbar.Das wäre ja auch langweilig,oder?Dein Job als Stripteasetänzerin oder „Masseurin“ finde ich ebenfalls ok.Solange Du Dich gut dabei fühlst.Es ist doch nichts abstößiges oder so,aber ich weiß daß viele Leute darauf nicht so toll reagieren.Habe 2 Bekannte ,die sich prostituieren,aber nicht weil sie es müssen,sondern weil es ne gute Möglichkeit ist Geld zu verdienen und weil sie Spass dran haben.Die Sache mit dem zählen,bzw Nummern merken ist echt beneidenswert.Ich hab da echt Schwierigkeiten mit.Kenne zwar niemanden persönlich der so etwas kann oder tut,aber man sieht doch oft im Fernsehen,daß es einige Menschen gibt,die sowas als Hobby haben,sogar Kinder sind darunter.Die lernen lieber den ganzen Tag irgendwelche Zahlen,anstatt mit Freunden oder Puppen etc zu spielen.Die sind ja auch nicht verhaltensgestört,sondern eher hochbegabt.Vielleicht bist Du das ja auch,und vielleicht willst Du deswegen so viel reisen weil Dich das „normale Leben“ einfach unterfordert.Keine Ahnung,ist nur meine Meinung.Zu dem Thema daß Du es nicht lange mit irgendwelchen Personen aushältst kann ich weniger zu sagen.Vielleicht sind diese Menschen einfach nicht auf Deiner Wellenlänge.In größeren Menschengruppen fühle ich mich auch nicht wohl.Weiß auch nicht warum,aber ich denke dann immer ich gehe in der Masse unter,mich beachtet eh keiner oder fühle mich etwas minderwetig,obwohl ich eigentlich ein sehr gutes Selbstwertgefühl habe.Ich denke das es schon normal ist.Wovor hast Du denn Angst wenn es um Beziehung geht?Wurdest Du entäuscht?Solange Du aber nicht das Bedürfnis danach hast ist auch das ok.Vielleicht ist einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür gekommen.Zumal Du ja irgendwann mal Familie möchtest sehe ich da auch kein Problem.Liebe ist nun mal etwas was man absolut garnicht planen kann.Es passiert einfach,ob man will oder nicht.Nur wenn es passiert kann man immer noch entscheiden ,ob man sich drauf einlässt oder lieber doch nicht.Da sollte man doch einzig und allein auf das Herz hören und mal den Verstand ausschalten.
So,ich weiß ja nicht,ob Dir das jetzt etwas weitergeholfen hat,aber Du wolltest ja eine neutrale Meinung hören.Ich hoffe Du genießt Dein Leben weiter und mach Dir nicht so viele Gedanken.
LG
Alexandra

Hallo Paula,

also, ich halte dich bestimmt nicht für „verhaltensgestört“ … das ist so ein Begriff, den ich auch gar nicht mag … und als jemand, der selbst von einer psychischen Störung betroffen ist, würde ich es nicht wollen, dass jemand mich so bezeichnet. Aber das nur mal so … hat auch nix mit dir oder deiner Nachricht hier zu tun.

Was ich aus deiner Schilderung aber schon heraus lese, ist eine Geschichte mit erheblichen psychischen Symptomen (Selbstverletzung, Essstörung, Zwänge) und eine offensichtlich schwierige Mutterbeziehung …

Unter diesem Aspekt würde ich sagen, eine Psychotherapie wäre absolut angezeigt. Allerdings musst du dafür eine gewisse ernsthafte Bereitschaft mitbringen und aktiv mitarbeiten … also dir zumindest erstmal einen passenden Therapeuten, mit dem du gut klar kommst bzw. der dir menschlich sympathisch ist, suchen.

Du solltest die Symptomatik auch nicht allzu sehr auf die leichte Schulter nehmen. Es mag dir selbst nicht so schlimm erscheinen, aber manchmal kann man als Betroffener das nicht immer so deutlich einschätzen. In der Regel neigen Betroffene dazu, die eigene Symptomatik vor sich und vor anderen herunter zu spielen (nicht bewusst, gehört aber anscheinend irgendwie mit dazu) …

Ehrlich gesagt habe ich bei deiner Schilderung auch ein bisschen den Eindruck, dass du mit diesem rastlosen Reisedrang auch immer wieder quasi vor dir selbst „flüchten“ möchtest … so als würdest du es gar nicht aushalten einmal zur Ruhe und damit vielleicht auch ein wenig zu dir selbst zu kommen.
(Sollte ich mit dieser Einschätzung total daneben liegen, bitte einfach ignorieren).

Also, unterm Strich denke ich, du solltest dich schon in Behandlung begeben. Das heißt auch nicht, dass ich dich für „gestört“ halte oder so. Leider ist das in unserer Gesellschaft ja immer noch irgendwie schwierig, sich einzugestehen, dass die Psyche vielleicht auch mal Hilfe braucht. Hast du was Körperliches, gehst du aber doch wahrscheinlich auch zum Arzt ohne groß darüber nachzudenken, oder …? Sollte man vielleicht auch bei der Psyche aus diesem eher pragmatischen Blickwinkel sehen.

Viele Grüße und alles Gute,
A.

Liebe Paula,

ganz schön viel Stoff, den du einem da zum Lesen gibst :smile:

Habe deinen Text nun einige Male durchgelesen.
Schreibe dir mal, was ich so dazu denke…

Also, erstmal ganz allgemein zu deiner Frage: Ich halte dich nicht für verhaltensgestört!
Mit Sicherheit bist du nicht „normal“ im Sinne von der Norm entsprechend. Allerdings finde ich dich sehr normal im Sinne von persönlicher Gesundheit. Vorausgesetzt es stimmt, was du schreibst, dass deine Essstörungen, dein Waschzwang und dein selbstverletzendes Verhalten der Vergangenheit angehören.

Du schreibst, du hast in den letzten 4 Monaten 15 Kilo abgenommen. Das im Allgemeinen zu bewerten finde ich schwer. Welches war dein ursprüngliches Gewicht? Bist du heute stark untergewichtig oder normalgewichtig? Was sind die Gründe für den Gewichtsverlust? Hast du keine Lust zu essen? Schmeckt es dir nicht? (Ich habe z.B. in Thailand in 4 Monaten ca. 5 kg abgenommen, weil ich das Essen so gruselig fand, dass Essen für mich zur Qual wurde.) Bewegst du dich soviel und verbrennst daher viele Kalorien…?

Aber wie dem auch sei, du selbst kennst die Mechanismen von Magersucht gut genug und wirst wissen, ob du wieder unter Essstörungen leidest oder ob alles ok ist. (Eine Waage wirst du bei deinen Reisen aber wohl kaum mit dir herumtragen :wink: )

Du schreibst, dass es dir sehr gut geht.
Dass du verwirrt bist was deinen Lebensstil betrifft, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass er sich von den meisten Menschen unterscheidet.

Ich möchte dir nicht mit meinem psychologischen Hintergrundwissen antworten sondern von mir als Mensch. Ich entsprach die meiste Zeit meines Lebens auch nicht der Norm, habe mich immer als Außenseiterin erlebt. Heute weiß ich, dass ich zwar anders bin als die meisten Menschen, aber ich habe einige Freunde, die genauso „ticken“ wie ich. Und ich kann mich in der „öffentlichen Gesellschaft“ meistens einigermaßen angepasst benehmen.
Bzw. ich muss es anders formulieren:
Früher dachte ich immer, wenn man erwachsen ist, sollte man so und so sein. Es gab in meinem Kopf ein vorgefertigtes Bild eines „Erwachsenen“, der hatte dann Familie, war klar, diplomatisch, unflexibel, …
Heute weiß ich, dass DAS nicht bedeutet, erwachsen zu sein. Sondern für mich bedeutet erwachsen sein, selbstverantwortlich zu denken und zu handeln. Heute bin ich erwachsen, aber ich bin immer noch nicht der Norm entsprechend. Und die schönste Erkenntnis ist immer noch die, dass jeder ist, wie er ist, dass jeder seine Persönlichkeit hat und dass jeder die Berechtigung hat, zu sein wie er ist.

So sehe ich es auch bei dir, mit deinen Reisen, mit dem Strip-Club und dem Massage-Salon. Solange es dir damit gut geht, solange du dich damit wohl fühlst, solange du dich aktiv um deinen Lebensunterhalt kümmerst, ist das doch alles in bester Ordnung!

Dass du es nicht lange mit einem Menschen aushalten kannst, vielleicht liegt es daran, dass du „die falschen Menschen“ triffst? Sprich, um dich wohlzufühlen im Austausch mit anderen, müssten die auf deiner Wellenlänge mit dir schwimmen. Mit deiner Lebenserfahrung und -einstellung wird dies allerdings etwas schwierig, davon gibts nicht allzu viele.

Wenn du offen bist, wirst du, vor allem wenn du in der Weltgeschichte rumreist, jedoch immer wieder auf Menschen treffen, die so fühlen und denken wie du. Und mit denen wirst du es wahrscheinlich auch länger aushalten als 3 Stunden!

Nun zu deinem Thema, dass du für deinen Geschmack zu lange an einem Ort festhängst.
Also, ich glaube, dass jeder Mensch das Bedürfnis hat nach Wurzeln, nach einem Zuhause-fühlen.
Ich denke, dass du einfach durch das Älter-(und gereifter- *g*) werden nicht mehr so umtriebig bist.

Ich kenne einige Leute, die es immer wieder in die Ferne zieht und ich glaube, letztendlich ruht dieser Ort der „Heimat“ in uns selbst und daher ist es unerheblich, wo auf der Welt wir uns befinden.

Ich bin beim Reisen sehr gerne länger an einem Ort. Nur so habe ich die Möglichkeit, die Menschen, die Kultur, die Umgebung richtig kennen zu lernen.

Wenn du heute nach A reist und morgen nach B, dann lässt du dich doch auf nichts richtig ein. Insofern sehe ich dein längeres Verweilen durchaus als positiv.

Und sprich, wenn du dir seit 4 Jahren vornimmst, was du in den nächsten 5 Jahren alles tun möchtest, sind das nur schöne Gedanken auf dem Papier oder setzt du das dann auch um?
Wenn du es umsetzt, das ist doch klasse!

Was deine nicht vorhandenen Beziehungen betrifft, so ist es schwer, sich darüber ein Urteil zu bilden mit den wenigen Informationen. Vielleicht ist alles ok so wie es läuft und auf die äußeren Umstände zurückzuführen, vielleicht liegt ein grundlegendes Problem wie z.B. Bindungsangst dahinter.
Das lässt sich auf die Ferne nicht beurteilen.

Allgemein, liebe Paula, ist es schwer zu beurteilen, ob du fachliche Hilfe benötigen könntest oder nicht.
Im Allgemeinen bin ich erstmal der Meinung, dass es definitiv nicht notwendig ist, solange es der betreffenden Person gut geht. Und das scheint ja bei dir der Fall zu sein.
Und da gehts dann m.E. eher darum, dass du das nötige Selbstbewusstsein entwickelst, zu deinem Lebensentwurf/ zu deinem Leben/ zu deinem Sein zu stehen.
Das ist was, das entwickelt sich dann ganz automatisch mit dem älter-werden.

Zu dem „3 Stunden auf Weltkarten schauen“ möchte ich zitieren:
„An sich ist Müßiggang nicht Wurzel allen Übels,
sondern im Gegenteil, ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht langweilt.“ (Sören Kierkegaard)
und:
„O Faulheit, erbarme du dich des unendlichen Elends!
O Faulheit, Mutter der Künste und elenden Tugenden, sei du der Balsam für die Schmerzen der Menschen.“ (Paul Lafargue) :smile:

Warum machst du dein Hobby nicht zum Beruf?

beispiel informationen ueber Voelkerwanderung oder die
entstehung der Menschen wie voelker miteinander verwandt sind

Studierst z.B. Soziologie und Ethnologie? Und Sprachen?

Du bist sehr interessiert, sehr weltoffen, engagiert, reflektiert, selbständig, … was soll daran verkehrt sein?

Würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen!

Alles Liebe für dich und viele Grüße,
jeanne

Hallo Jeanne!
WOW -Vielen lieben Dank fuer deinen so positiven Zuspruch und aufmunternde Antwort! Du hast dir ja echt muehe gegeben und auf jeden einzelnen Aspekt geantwortet - und ihn in einen positven Zuspruch gewandelt! Danke!
Es tut ebenfalls gut zu hoeren dass du anscheinend aehnliche Ehrfahrungen gemacht hast…
mich wuerde interessieren inwiefern du dich selbst als nicht der Norm entsprechend emfindest?
Hast du fruher darunter gelitten?

Also mit der Gewichtsabnahme, denke ich eigentlich schon das es ehr
aufgrund von Nahrungs und Geschmackmangel passiert.
Es faellt schwer genuegend Naherstoffe zu bekommen, weil es einfach nicht schmeckt. (laueft dann meist auf suessigkeiten und Brot hinaus- vielleicht nicht superviel zu wenig aber denke auch nicht genug )
weiss nicht mein genaues gewicht,also denke mal dass ich nicht untergewichtig sein duerfte, ehr grenzwertig schaetze mal 53-55, davor habe ich eigentlich die letzten jahre immer so 65-67 gewogen und bin vielleicht 170 gross, aber mir fallen mittlerweile auch Haare aus, naegel sind absolut bruechig und ich habe schon zum 4ten mal nicht meine Tage bekommen…
und merke dass ich dadurch auch gereizter bin und manchmal auch weine oder austicke (also jetzt nicht ohne grund, und super oft aber wenn mich vielleicht etwas ueberfordert, vielleicht so 2-5 mal im monat )… wie gesagt meistens bin ich gleucklich, aber sehr viel labiler und reizbarer als vielleicht noch vor ein paar monaten, da habe ich vielleicht einmal im Jahr geweint oder mich total ueberfordert gefuehlt, trotzdem habe ich mittlerweile das gefuehl dass ich mich schlecht feuhle wenn ich mal normal gegessen habe … also vom verstand her denke ich ehr dass es gut ist aber mein koerper fuehlt sich so voll…und uebel…
und dann bereuhe ich es. aber ich moechte eigentlich nicht abnehmen, also optisch nicht…und dann denke ich immer dass man sich eingenlich irgendwann an das essen hier gewoehnen sollte, die einwohner hier sind ja auch ehr gut gebaut. Aber es passiert nicht.

Mit der Planumsaetzung klappt es nicht immer 100 prozent ehr 40 prozent aber es aendert sich auch vieles…
Trotzdem waere ich muss ich sagen manchmal gerne produktiver… nur wie du schon erkannt hast etwas zu bequem :smile:- man kann wahrscheinlich nicht alles haben.
das mit dem Ethnologiestudium hatte ich mir auch vorgenommen (allerdings erst in ein paar Jahren) ich glaube jetzt wuerde ich dabei zuviel Fernweh bekommen,…
trotzdem habe ich manchmal das gefeuhl von geistiger leere so als wuerde ich mich gerne mit einem Probem auseinandersetzen oder etwas neues lernen.
und das passiert dann auf dem papier, aber oft fange ich nicht an das geplante dann umzusaetzen oder es verzoegert sich.

Wie alt bist du,eigentlich wenn ich fragen darf?
Und was machst du beruflich?
Scheinst auch ziemlich gerne zu reisen :smile:- hast du auch manchmal das gefuehl suechtig dannach zu werden?

Du hoerst dich an als haettest du ne menge Lebensehrfarhrung, -ziemlich weise :smile:

Vielen vielen Dank fuer deine Antwort hat mir echt super geholfen meine ganzen Selbst-Zweifel mal aus einem positiven winkel zu betrachten.:smile:)

Hannah

Hallo liebe Hannah,

vielen Dank für deine liebe Mail! Hast mir ja ganz schön viele Komplimente gemacht :smile:

Das mit dem Essen… das ist nicht gut, wenn dein Körper schon so heftig auf die Gewichtsabnahme reagiert, aber das muss ich dir ja nicht erzählen.
Viel fällt mir dazu leider nicht ein.
Ich kann es 100% nachvollziehen, dass es dir nicht gut geht mit einer normalen Portion, du fühlst dich dann wahrscheinlich völlig vollgestopft. Vielleicht schaffst du es, öfters mal kleine Portionen zu essen?
Was ich dir definitiv raten würde, obwohl ich da normalerweise kein Fan davon bin, ist in die Apotheke zu gehen und dir die ganzen Vitamine und Mineralstoffe und was man eben noch so braucht zum Leben in Tablettenform zu holen. Ist definitiv besser als gar nichts.

Und gibt es denn nicht irgendwelche Kleinigkeiten, die du zwischenrein futtern könntest wie z.B. Joghurt oder Obst?
Oder wäre es eine Option, den Ort zu wechseln, dahin wo es touristischer ist und Touri-Essen im Angebot steht?

Oh mensch, ich kann so mitfühlen wie es dir gehen muss mit Essen, das nicht schmeckt:frowning: Ich hatte dir ja von meinen Thailand-Erfahrungen geschrieben. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich jemals an das Essen gewöhnen würde. Öhm, das ist aber weit entfernt von einem positiven Zuspruch! :frowning:

Als ich dich nach dem Studium fragte ging ich nicht davon aus, dass du in Deutschland studieren wirst *g*
Beherrschst du die Sprache inzwischen so gut, dass es dir möglich wäre, im Ausland zu studieren?
Oder liegt das handicap darin, dass du nicht so lange an einem Ort verweilen kannst/ möchtest?
Dein Geist scheint ja sehr hungrig zu sein und wäre doch schade drum ihn nicht zu füttern :smile:

Ärgert es dich denn, dass es mit der Planumsetzung nicht 100%ig klappt? Wenn es dich nicht stört, sehe ich daran auch gar kein Problem. Dann ist es wahrscheinlich einfach eine Tätigkeit, um deinen Geist zu stillen. Wenn es dich stört, was hindert dich daran, die Dinge gleich umzusetzen?

So, nun noch zu deinen Fragen.

Als Kind empfand ich mich immer anders als alle anderen. Dass ich mal sagen konnte: „Ach, ich habe gerade das gleiche gedacht“, das kam erst sehr spät, ich glaube, es war in der Pubertät, das erste mal vor und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich darüber gefreut hatte.
Ich eckte überall an, fühlte mich ständig als Außenseiter. Hatte zum Glück immer eine beste Freundin.
Aber allgemein, ja ich litt darunter, weil ich ja auch gar keine Ahnung hatte, warum ich mich so anders fühle.

Einen grundlegenden Wandel in diesem Anders-fühlen gab es erst, als ich mit 17 vom Gymnasium in die Gesamtschule wechselte, wo ich viele Menschen kennenlernte, die so tickten wie ich.

Mit 30 erst habe ich eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Die Jahre nach der Schule habe ich mit etwas studieren (nun, eher mehr eingeschrieben sein…), etwas herumjobben und dies und jenem verbracht. Hatte von meinem Erzeuger einen Hanomag mit Wohnwagenaufbau geschenkt bekommen und bin quer durch Deutschland um zu schauen, wo es mir gefällt. Aber gereist bin ich bis dahin nicht, hatte ja bereits wenn ich im Urlaub war, schon nach 2, 3 Wochen Heimweh!

Mit Mitte 30 hat mir mein damaliger Freund ein Flugticket nach Indien geschenkt! 3 Monate Indien mit ihm gemeinsam. Anfangs war ich sehr skeptisch wegen der langen Zeit und Indien hatte mich nie interessiert. Aber dann hatte ich mich doch verliebt in Land und Leute und das war dann der Beginn von der Lust auf´s Reisen.

Da aber mein Erziehergehalt so mickrig ist, kann ich leider nicht viel reisen, obwohl es sich anbieten würde, da meine Arbeitsstelle (eine Kurklinik) saisonal über den Winter immer geschlossen hat.
Letztes Jahr war Thailand möglich, da meine Mutter verstarb und ich und mein Bruder von ihrer Arbeitsstelle „Sterbegeld“ ausbezahlt bekamen.

Aber süchtig nach Reisen, davon bin ich weit entfernt *lach*.

Dass ich mich heute, mit 43, immer noch nicht der Norm entsprechend fühle (und das wird sich wahrscheinlich bis zu meinem Tod auch nicht mehr ändern), liegt wohl viel an meiner sehr direkten und offenen Art. Ich sage was dich denke (manchmal wünschte ich auch, ich besäße mehr Diplomatie oder ich könnte besser lügen) und da ich zum einen sehr empathisch bin und mich zum anderen viel mit Psychologie beschäftige, komme ich den Menschen doch häufig sehr nahe…

Aber ich denke, es ist mein ganzes Sein, das mich anders macht. Dadurch, dass ich eine heftige Kindheit hatte und es geschafft habe, mich daraus freizuschaufeln. Ach, ich weiß es nicht genau, was es ist?!?

Noch eine Bitte habe ich, falls wir unseren Kontakt fortsetzen (was ich sehr nett fände), können wir unsere Mails direkt verschicken ohne über w-w-w?
Meine Adresse: [email protected]. Ich glaube, die hast du auch erhalten, ich kann dir allerdings immer nur über w-w-w antworten.

Viele liebe Grüße nach Übersee :smile:
Jennifer