Bin ich wirklich so ein Softie?

Hallo!

Was mich beschäftigt, ist schwierig in Worte zu fassen, aber ich versuch’s mal.

Ich würde mich selbst schon als sehr sensibel bezeichnen, was auch erstmal gar nicht schlimm ist. Nur erschwert das eben so viele Dinge. Es fängt schon damit an, dass ich mir Aussagen von Menschen, die mir nahe stehen, sehr leicht zu Herzen nehme. Da bedarf es möglicherweise nur einer, vielleicht in Unbedachtheit ausgesprochener kleiner Gedankenlosigkeit und das gesamte Wochenende ist sofort versaut.

Ich bin dann mehr als nur ein bisschen niedergeschlagen, sondern habe unter Umständen sogar Schlafstörungen. Ich habe bemerkt, dass es mich nach so etwas immer drängt, ein klärendes Gespräch zu suchen um das „Problem“ zu bereinigen. Leider habe ich feststellen müssen, dass es teilweise sogar belächelt wurde, und manch einer nicht mal mehr wusste, worum es ging. Aussagen wie „Leg doch nicht alles auf die Goldwaage!“ waren für mich dann alles andere als hilfreich.

Es ist nicht so, dass ich sonderlich nachtragend bin, nur glaube ich, dass ich mich dummerweise zu verletzlich zeige. Und eigentlich passt mir das gar nicht, denn wo andere die Achseln zucken grübele ich tagelang. Und das macht mich selbst empfunden zum Softie und kostet obendrein auch noch jede Menge Kraft. Eigentlich habe ich genügend Selbstbewusstsein und habe auch keine Angst, vor anderen den Mund aufzumachen. Nur habe ich gleichzeitig das Gefühl, dass ich so eine verdammte Heulsuse bin. Wenn ich selbst jemandem zu nahe oder auf die Zehen getreten bin, dann möchte ich das auch immer schnell ins Reine bringen.

Harte Männer weinen ja angeblich nicht. Also könnte ich mir sagen: OK, Du bist eben nicht ganz so ein harter Kerl, dann darfst Du auch mal weinen. Nur geht das eben relativ einfach bei mir. Dazu braucht es nicht erst persönliche Verluste oder vergleichbar Schlimmes, sondern es reichen schon traurige Serien, Filme oder Bücher, die Befürchtung, jemandem aus der Familie oder dem Freundeskreis verletzt zu haben…

Und so habe ich auch, wenn ich alleine bin, schon krampfhaft versucht, die Tränen zurückzuhalten. Inzwischen ist es so, dass ich manchmal traurig bin, soviel Trauer zu empfinden, und das geht langsam an die Grenzen meines Verstandes. Meine Freundin möchte ich mit dieser ganzen Heularie nicht belasten. Ich glaube auch nicht, dass es für eine Frau schön ist, so einen Softie neben sich zu haben an Stelle des Felsens in der Brandung.

Was ich möchte ist mehr Gelassenheit; die Fähigkeit, einfach mehr an mir abprallen zu lassen, und nicht ewig an jedem Problemchen zu kauen.

Ich erhoffe mir vielleicht ein paar Tipps. Warum verdammt können das so viele andere? Es muss doch da einen Weg geben.

Danke für’s Lesen, und danke für jeden Hinweis.

Grüße

Logan

Hallo Logan,

ich finde es ist doch schön für ein Mann sentimental zus sein, seine Gefühle zu zeigen. Du solltest aber auch dazu stehen, es annehemen, dass du ein sentimentaler Mensch bist.

Das Problem liegt doch bei den anderen, wenn sie dich verletzen und nicht bei dir. Du hast was in dir was die anderen gerne hätten, deswegen verletzten sie dich. Frag sie doch direkt welches Problem sie mit dir haben oder inwiefern es ein Problem für sie ist.
Dann hast du direkt reagiert und musst nicht ewig lang hinterher grübeln, hast vielleicht direkt Klarheit bekommen.

Vielleicht solltest du dich auch mal fragen, was die Aussagen der anderen mit dir machen, was du dabei empfindest, vielleicht bringen sie dich ja damit auch weiter und du kannst damit an dir selbst arbeiten.

Liebe Grüße
Heike

Das sehe ich anders!
Hallo Heike!

Das Problem liegt doch bei den anderen, wenn sie dich
verletzen und nicht bei dir. Du hast was in dir was die
anderen gerne hätten, deswegen verletzten sie dich.

Wie kommst du denn darauf? Das ist imhO Käse! Sorry!

Frag sie
doch direkt welches Problem sie mit dir haben oder inwiefern
es ein Problem für sie ist.

Das hat er ja bereits getan und dabei immer wieder erfahren, dass es mitnichten als Verletzung gemeint war. Er sieht es ja selbst, dass bei ihm vieles verletzend ankommt, was nicht so gemeint war.

Jede Aussage wird vom Empfänger vor seinem Erfahrungshintergrund interpretiert. Hier sollte Logan mal ansetzen und schauen, warum genau er in gewissen Dingen so verletzlich ist.

Vielleicht solltest du dich auch mal fragen, was die Aussagen
der anderen mit dir machen, was du dabei empfindest,
vielleicht bringen sie dich ja damit auch weiter und du kannst
damit an dir selbst arbeiten.

Das ist allerdings eine gute Idee!

LiebeGrüßeChrisTine

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Hi Logan!

Ich würde mich selbst schon als sehr sensibel bezeichnen, was
auch erstmal gar nicht schlimm ist.

Genau!

Nur erschwert das eben so
viele Dinge. Es fängt schon damit an, dass ich mir Aussagen
von Menschen, die mir nahe stehen, sehr leicht zu Herzen
nehme.
Ich bin dann mehr als nur ein bisschen niedergeschlagen,
sondern habe unter Umständen sogar Schlafstörungen.
Es ist nicht so, dass ich sonderlich nachtragend bin, nur
glaube ich, dass ich mich dummerweise zu verletzlich zeige.

Du zeigst dich so, wie du bist.

Und eigentlich passt mir das gar nicht, denn wo andere die
Achseln zucken grübele ich tagelang. Und das macht mich selbst
empfunden zum Softie und kostet obendrein auch noch jede Menge
Kraft.

Ein Softie zu sein ist keine Schande!
Was aber nicht so sein sollte, ist, dass es dich so viel Kraft kostet. Schlaflose Nächte, durchgrübelte Wochenenden: So solltest du deine Lebenszeit einfach nicht verbringen. Du empfindest es doch inzwischen selbst als Beeinträchtigung deiner Lebensqualität.

Eigentlich habe ich genügend Selbstbewusstsein und habe
auch keine Angst, vor anderen den Mund aufzumachen.

Harte Männer weinen ja angeblich nicht.

Naja: Was sie zuhause im stillen Kämmerlein machen, weiß keiner.

Und so habe ich auch, wenn ich alleine bin, schon krampfhaft
versucht, die Tränen zurückzuhalten.

Warum eigentlich? Damit du dir selbst etwas vormachen kannst?
Es ist ganz wichtig, wenn man Trauer fühlt, diese auch zu durchleben. Du bist aber anscheinend an einem Punkt angekommen, wo du sie allein nicht mehr bewältigen kannst.

Es gibt einen Grund für deine Trauer und für deine Verletzlichkeit. Und der liegt vielleicht ganz weit zurück. Es ist eine Binsenweisheit, dass ein Mensch in seiner frühen Kindheit für sein späteres Leben geprägt wird. Vielleicht ist dir gar nicht bewusst, dass es früher Verletzungen gab, die du lange verdrängen konntest, aber jetzt, wo du älter bist, kommen sie zum Vorschein und prägen auch heute dein Verhalten.

Inzwischen ist es so,
dass ich manchmal traurig bin, soviel Trauer zu empfinden, und
das geht langsam an die Grenzen meines Verstandes.

Es geht auch an die Grenzen deiner Kraft!

Meine
Freundin möchte ich mit dieser ganzen Heularie nicht belasten.

Wenn sie dich liebt, wird sie dich so lieben, wie du bist und längst bemerkt haben, dass dich etwas quält. Allerdings wird sie dir nicht helfen können.

Was ich möchte ist mehr Gelassenheit; die Fähigkeit, einfach
mehr an mir abprallen zu lassen, und nicht ewig an jedem
Problemchen zu kauen.

Das ist doch ne tolle Einstellung!

Ich erhoffe mir vielleicht ein paar Tipps. Warum verdammt
können das so viele andere? Es muss doch da einen Weg geben.

Das können vielleicht viele andere, aber auch nicht alle. Auch ich musste da erst viel lernen. Mir hat eine Psychologin geholfen.

Lass du dir auch helfen!

LiebeGrüßeChrisTine

Hallo Logan,

Was mich beschäftigt, ist schwierig in Worte zu fassen, aber
ich versuch’s mal.

ich habe verstanden, was Du meinst.

Da bedarf es möglicherweise nur einer, vielleicht in
Unbedachtheit ausgesprochener kleiner Gedankenlosigkeit
Ich habe bemerkt, dass es mich nach so etwas immer drängt, ein
klärendes Gespräch zu suchen um das „Problem“ zu bereinigen.
Wenn ich selbst jemandem zu nahe oder auf die
Zehen getreten bin, dann möchte ich das auch immer schnell ins
Reine bringen.

Ja, Du bist ein friedliebender, harmoniesüchtiger Mensch.

Leider habe ich feststellen müssen, dass es teilweise sogar
belächelt wurde, und manch einer nicht mal mehr wusste, worum
es ging. Aussagen wie „Leg doch nicht alles auf die
Goldwaage!“ waren für mich dann alles andere als hilfreich.

Das kann ich gut nachvollziehen. Es ist tatsächlich so, wie Du schreibst. Die anderen nehmen Deine - durchaus verständlichen - Klärungsversuche als Schwäche wahr und tun Deine Bemühungen ab. Sie sagen: Es liegt an Dir. Damit ist die Sache für sie erledigt. Sie wissen aber ganz genau, was sie gemacht haben.

Es ist nicht so, dass ich sonderlich nachtragend bin, nur
glaube ich, dass ich mich dummerweise zu verletzlich zeige.

Gut beobachtet. „Nicht nachtragend sein“: Es heißt, daß es keine wirklichen negativen Konsequenzen für die anderen hat, wenn sie sich Dir gegenüber unfreundlich verhalten?
Stattdessen gehst Du, den sie verletzt haben, zu ihnen hin und bittest sie in gewisser Weise, Dir nicht weiter weh zu tun. Damit signalisiert Du: „Ihr habt mich verletzt und ich weiß mir nicht anders zu helfen“. Dann werden sie es weitermachen. So funktionieren viele Menschen.

Eigentlich habe ich genügend Selbstbewusstsein und habe
auch keine Angst, vor anderen den Mund aufzumachen.

Das verstehe ich. Es kommt darauf an, was Du sagst. Wenn Du ihnen, ohne selbst verletzend zu sein, klar machst, daß sie so mit Dir nicht umspringen können, dann werden sie es mit der Zeit bleiben lassen. Es geht.

Ich erhoffe mir vielleicht ein paar Tipps. Warum verdammt
können das so viele andere? Es muss doch da einen Weg geben.

Susan Forward: Emotional Erpressung. Goldmann.

Wenn Du das liest, wirst Du verstehen und es mit der Zeit ändern können.

Beste Grüße

Hallo Logan,

Hallo aiwendil,

Das kann ich gut nachvollziehen. Es ist tatsächlich so, wie Du
schreibst. Die anderen nehmen Deine - durchaus verständlichen

  • Klärungsversuche als Schwäche wahr und tun Deine Bemühungen
    ab. Sie sagen: Es liegt an Dir. Damit ist die Sache für sie
    erledigt. Sie wissen aber ganz genau, was sie gemacht haben.

Du meinst also, dass andere in diesem Fall den Weg des geringsten Widerstandes gehen, ohne dabei Rücksicht auf mein Befinden zu nehmen? Darf ich das als zwischenmenschliches Defizit deuten?

Gut beobachtet. „Nicht nachtragend sein“: Es heißt, daß es
keine wirklichen negativen Konsequenzen für die anderen hat,
wenn sie sich Dir gegenüber unfreundlich verhalten?
Stattdessen gehst Du, den sie verletzt haben, zu ihnen hin und
bittest sie in gewisser Weise, Dir nicht weiter weh zu tun.
Damit signalisiert Du: „Ihr habt mich verletzt und ich weiß
mir nicht anders zu helfen“. Dann werden sie es weitermachen.
So funktionieren viele Menschen.

Also formuliere ich nicht deutlich genug, wie sehr mich so etwas belastet und dass ich eigentlich nicht mehr dazu bereit sein möchte, derartiges Verhalten zu entschuldigen?

Das verstehe ich. Es kommt darauf an, was Du sagst. Wenn Du
ihnen, ohne selbst verletzend zu sein, klar machst, daß sie so
mit Dir nicht umspringen können, dann werden sie es mit der
Zeit bleiben lassen. Es geht.

Nur ist es schwierig, anderen dabei nicht in einer Weise nahe zu treten, wie ich es selbst nicht möchte.

Susan Forward: Emotional Erpressung. Goldmann.

Wenn Du das liest, wirst Du verstehen und es mit der Zeit
ändern können.

Ist das ein Buch, das auf dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen geschrieben wurde?

Beste Grüße

Grüße und danke

Hi Logan!

Hi ChrisTine,

Ein Softie zu sein ist keine Schande!

Das habe ich auch immer gedacht, aber Menschen die anders als ich strukturiert sind, haben es einfach so viel leichter. Nicht falsch verstehen, ich möchte mich selbst jetzt nicht in eine Opferrolle positionieren, aber es geht mir einfach so furchtbar auf den Keks.

Was aber nicht so sein sollte, ist, dass es dich so viel Kraft
kostet. Schlaflose Nächte, durchgrübelte Wochenenden: So
solltest du deine Lebenszeit einfach nicht verbringen. Du
empfindest es doch inzwischen selbst als Beeinträchtigung
deiner Lebensqualität.

Nur weiss ich einfach nicht, was ich dagegen tun kann.

Warum eigentlich? Damit du dir selbst etwas vormachen kannst?
Es ist ganz wichtig, wenn man Trauer fühlt, diese auch zu
durchleben. Du bist aber anscheinend an einem Punkt
angekommen, wo du sie allein nicht mehr bewältigen kannst.

Ich hatte früher schonmal die Unterstützung eines Therapeuten, nur habe ich das Gefühl, dass mir das im Moment nicht helfen könnte.

Es gibt einen Grund für deine Trauer und für deine
Verletzlichkeit. Und der liegt vielleicht ganz weit zurück. Es
ist eine Binsenweisheit, dass ein Mensch in seiner frühen
Kindheit für sein späteres Leben geprägt wird. Vielleicht ist
dir gar nicht bewusst, dass es früher Verletzungen gab, die du
lange verdrängen konntest, aber jetzt, wo du älter bist,
kommen sie zum Vorschein und prägen auch heute dein Verhalten.

Wenn das so ist, dann weiss ich aber einfach nicht, was es sein könnte.

Meine
Freundin möchte ich mit dieser ganzen Heularie nicht belasten.

Wenn sie dich liebt, wird sie dich so lieben, wie du bist und
längst bemerkt haben, dass dich etwas quält. Allerdings wird
sie dir nicht helfen können.

Sie hat im Moment auch so genug Dinge, die sie unter einen Hut bringen muss, da muss ich sie nicht noch zusätzlich belasten.

LiebeGrüßeChrisTine

Grüße
Logan

Hallo Logan,

Hallo Heike,

ich finde es ist doch schön für ein Mann sentimental zus sein,
seine Gefühle zu zeigen. Du solltest aber auch dazu stehen, es
annehemen, dass du ein sentimentaler Mensch bist.

Es mag sein, dass anderen, die nicht so „soft“ sind, manche emotionale Erfahrungen vorenthalten bleiben. Aber ich glaube kaum, dass jede Frau das so sieht wie Du.

Liebe Grüße
Heike

Grüße
Logan

Hallo Logan,

bin zwar kein Mann,aber das was du schilderst kenne ich von mir in ähnlicher Weise auch.Habe seit einigen Jahren keine Probleme mehr damit.Dass du friedliebend bist und harmonie"süchtig",wie aiwendil sagt,trifft es schon,aber das ist nur die Erscheinungsform,nicht der Hintergrund.

Ich würde mich selbst schon als sehr sensibel bezeichnen, was
auch erstmal gar nicht schlimm ist.

Du bist ja nicht nur sensibel,was deine eigenen Verletzlichkeiten betrifft,sondern auch gegenüber denen der anderen.Du besitzt also ein hohes Maß an Empathie.Glückwunsch erstmal:smile:

Da bedarf es möglicherweise nur einer, vielleicht in
Unbedachtheit ausgesprochener kleiner Gedankenlosigkeit und
das gesamte Wochenende ist sofort versaut.

Kurz gefasst heisst das,dass dich bereits das sprichwörtliche
"schief angekuckt"werden,in deinen Grundfesten erschüttert.
Mag dich derjenige vielleicht nicht mehr?

Ich habe bemerkt, dass es mich nach so etwas immer drängt, ein
klärendes Gespräch zu suchen um das „Problem“ zu bereinigen.

So eine Schieflage,einen bestehenden Konflikt hältst du nicht aus.
Ich kenne das,es macht einen wahnsinnig.Die Welt muß wieder heile sein.Alle sollen mich liebhaben.

Wenn ich selbst jemandem zu nahe oder auf die
Zehen getreten bin, dann möchte ich das auch immer schnell ins
Reine bringen.

Da könnte dich ja schon wieder jemand nicht mehr ganz so gerne mögen.

Eigentlich habe ich genügend Selbstbewusstsein

eigentlich

Ich hab mal versucht,bei mir da hin zu fühlen,woran es liegt.
Ich glaube,so wenig man es auch wahrhaben will,im tiefsten Innern liegt ein klitzekleiner Mangel an Selbstwertgefühl vor.
Es ist ein übersteigertes Bedürfnis nach Anerkennung.Man empfindet,diese Anerkennung nur erlangen zu können,indem man jedem alles recht macht,und bloß keiner schlechtes von einem denkt.
Ein möglicher Fehler im Sozialverhalten ist die totale Katastrophe.
Da hilft,sich immer wieder klarmachen
-dass es für den Wert deiner Person keine Rolle spielt,ob dir grad jemand etwas übel nimmt
-dass du nicht in Abhängigkeit lebst,von der Meinung anderer über dich
-dass Fehler und Konflikte vergänglich und verzeihlich sind
Das dauert seine Zeit.
Du hast es dann geschafft,wenn du dich freuen kannst,weil sich grad jemand über dich ärgert:smile:
Dann mach ´ne Flasche Sekt auf!

Wenn du empathisch bist und geringe Aggressivität hast,kannst du das als großen Vorteil sehen.Es befähigt dich nämlich,Konflikte konstruktiv und diplomatisch zu lösen.Das kann nicht jeder.

Harte Männer weinen ja angeblich nicht.

Habe kürzlich eine Mutter zu ihrem ca.5jähr.Sohn sagen hören:
Du bist doch schon ein großer Junge.Große Jungen weinen doch nicht!
Solche Aussagen finde ich unmöglich.Krass ausgedrückt:So werden Alkoholiker herangezüchtet,nämlich Männer,die nicht lernen mit ihren negativen Gefühlen umzugehen.

OK, Du bist eben nicht ganz so ein harter Kerl

Männer ohne Feingefühl gibt es genug

Und so habe ich auch, wenn ich alleine bin, schon krampfhaft
versucht, die Tränen zurückzuhalten.

würde ich öfter mal zulassen,vielleicht geht es dann von alleine zurück

dass ich manchmal traurig bin, soviel Trauer zu empfinden, und
das geht langsam an die Grenzen meines Verstandes.

ob das in Richtung Depression geht,und du gg.falls Hilfe annimmst,kann ich nicht beurteilen

einen Softie neben sich zu haben an Stelle des Felsens in der
Brandung.

Na ja,jedenfalls die Leute,die immer den Fels in der Brandung markieren,insbesondere auch vor sich selbst,entwickeln sich am allerwenigsten.

viele grüsse
Heidi

Sentimental Old You
Du hast offenbar in hohem Maße eine Fähigkeit, die viele andere Menschen in geringerem Maße haben. Das brauchst Du nicht negativ zu sehen; es hat schon seine Nachteile, aber begleitet davon ist die Fähigkeit zu intuitiver Menschenkenntnis, und die kann sich durchaus bezahlt machen.

Ausschalten oder besser: fernhalten läßt sich das mit Tabletten. Du solltest ein paar davon vorrätig haben, damit Du bei einem Trauerfall an den schlimmsten Tagen funktionieren kannst.

LG

Gitta

Hallo Logan,

Du meinst also, dass andere in diesem Fall den Weg des
geringsten Widerstandes gehen,

vielleicht. Ich denke, daß andere Dein Verhalten als Schwäche wahrnehmen und sie ausnutzen.

ohne dabei Rücksicht auf mein Befinden zu nehmen?

Definitiv. Das werden sie erst tun, wenn sie überzeugt sind, daß sie es tun sollten. Und zwar nicht aus moralischen, ethischen, sozialen Gründen, sondern weil sie auf andere Weise nicht mehr ihre Ziele bei Dir erreichen.

Darf ich das als zwischenmenschliches Defizit deuten?

Ja, darfst Du. Viele Menschen funktionieren so. Sie werden sich nicht von selbst ändern, weil sie - solange Du Dich so wie jetzt verhältst - keinen Grund haben. Aber wenn Du Dein Verhalten änderst, dann machen sie die Erfahrung, daß sie nur noch auf eine Weise bei Dir Erfolg haben. Auf eine faire Weise, die Deine Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt und Dich respektiert.

Also formuliere ich nicht deutlich genug, wie sehr mich so
etwas belastet und dass ich eigentlich nicht mehr dazu bereit
sein möchte, derartiges Verhalten zu entschuldigen?

Ja, vermutlich nicht deutlich genug und in Deinem Handeln nicht konsequent genug. Du mußt es ihnen klarmachen - kurz, knapp, selbstbewußt und nicht angreifend. Es muß klar werden, wofür Du stehst und daß Du dazu stehst.

Nur ist es schwierig, anderen dabei nicht in einer Weise nahe
zu treten, wie ich es selbst nicht möchte.

Diese Bedenken verstehe ich. Es ist aber verblüffend einfach und nicht attackierend.

Susan Forward: Emotional Erpressung. Goldmann.

Ist das ein Buch, das auf dem Hintergrund persönlicher
Erfahrungen geschrieben wurde?

Forward ist Therapeutin. In ihrem Buch zeigt sie an Beispielen aus ihrer therapeutischen Arbeit, wie es geht. Und es gibt eine Menge praktische und im Prinzip sehr leicht anzuwendende Tipps.

Beste Grüße

Hallo Gitta,

Du hast offenbar in hohem Maße eine Fähigkeit, die viele
andere Menschen in geringerem Maße haben. Das brauchst Du
nicht negativ zu sehen; es hat schon seine Nachteile, aber
begleitet davon ist die Fähigkeit zu intuitiver
Menschenkenntnis, und die kann sich durchaus bezahlt machen.

Bis dahin stimme ich überein.

Ausschalten oder besser: fernhalten läßt sich das mit
Tabletten. Du solltest ein paar davon vorrätig haben, damit Du
bei einem Trauerfall an den schlimmsten Tagen funktionieren
kannst.

Oder Alkohol? Ein sehr schlechter Vorschlag deinerseits.

Man kann nicht dazu lernen, wenn man sich mit Hilfsmitteln betäubt. Situationen durchleben und bei nächster Gelegenheit kleine Änderungen versuchen. Und die negativ erlebten Situationen im Nachhinein selbstkritisch überdenken. War es tatsächlich so schlimm? Haben mich Selbstzweifel und Angst ruiniert?
Oder hat mich Selbstkritik bei nachfolgender Situation ein wenig weitergebracht?

Gruß
Der Franke

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Ich meine Extremsituationen.

LG

Gitta

Danke…
…für die vielen aufschlussreichen Gedanken und Tipps. Ich werde da wohl noch ein Weilchen an mir arbeiten müssen, vielleicht auch mit professioneller Hilfe.

Auf jeden Fall fühle ich mich jetzt doch etwas in meinem Wesen bestätigt.

Gute Nacht!

Logan

Hallo Logan,
was Du schreibst, kann ich nachvollziehen - sowohl was das Leichtverletztsein als auch das Bedürfnis nach Bereinigen betrifft.
Allerdings bin ich eine Frau - und denen wird „nachgesagt“, dass sie gefühlvoller sind als Männer.
Weißt Du was? Ich finde es wundervoll, dass es auch so gefühlvolle Männer gibt, wie Du einer bist! Vielleicht ist Dein Typ gerade nicht besonders „in“ - aber schau Dir doch mal an, was die „weniger gefühlvollen“, die Businesstypen, die Draufgänger etc., aus diesem Globus gemacht haben: Sie haben ihn an den Rand des Abgrunds gebracht! Ich wünschte, es gäbe noch mehr Typen wie Dich!
Gruß, Susanne

PS: Vielleicht tust Du Dich leichter, wenn Du Deine Seelenlage so nimmst, wie sie anscheinend ist, und Dich nicht verstellst, um irgendwelche Erwartungen anderer zu erfüllen - auf die Dauer macht Eigenbetrug krank…!

Brandung um den Felsen
Hi Logan,

der Felsen in der Brandung sieht doch nur deswegen so stark aus, weil er statisch im Gegensatz zum Strömen und Fließen des Wassers wirkt.
Nur beides zusammen bringt die imposante Wirkung.

PS
Und wieviel Wasser ist für einen Felsen nötig, um so ein Bild überhaupt erst wirken zu lassen?

Liebe Grüße, Sonja

Hallo SusannE,

Weißt Du was? Ich finde es wundervoll, dass es auch so
gefühlvolle Männer gibt, wie Du einer bist! Vielleicht ist
Dein Typ gerade nicht besonders „in“ - aber schau Dir doch mal
an, was die „weniger gefühlvollen“, die Businesstypen, die
Draufgänger etc., aus diesem Globus gemacht haben: Sie haben
ihn an den Rand des Abgrunds gebracht! Ich wünschte, es gäbe
noch mehr Typen wie Dich!

es mag ja sein, dass den Businesstypen manche emotionale Erfahrung vorenthalten bleibt.

Ich wünschte, es gäbe noch mehr Typen wie Dich!

Danke, das ist echt lieb. Nur sehen das lange nicht alle so.

Viele Grüße

Logan

Hallo Logan,
weshalb sollen eigentlich alle dich als tollen Typ empfinden, du musst doch nicht der ganzen Menschheit gefallen…

„Sei, wer du bist, und sag was du fühlst, denn die, die das stört zählen nicht- und die, die zählen stört es nicht“"!!!

Ist was wahres dran, findest du nicht!!
Steh zu dir und alles weitere ergibt sich dann schon, du wirst sehen .

Liebe Grüße
Heike

Hallo Logan,
weshalb sollen eigentlich alle dich als tollen Typ empfinden,
du musst doch nicht der ganzen Menschheit gefallen…

Hallo Heike,

da hast Du natürlich recht.

„Sei, wer du bist, und sag was du fühlst, denn die, die das
stört zählen nicht- und die, die zählen stört es nicht“"!!!
Ist was wahres dran, findest du nicht!!
Steh zu dir und alles weitere ergibt sich dann schon, du wirst
sehen .

Das hast Du schön formuliert, aber ich kann einfach nicht mein persönliches Empfinden von 0 auf 100 komplett umkrempeln.

Liebe Grüße
Heike

Herzliche Grüße,
Logan

hey Logan,

nimm bloß keine Tabletten, so ein Käse aber auch! Die brauchst du gar nicht! Wenn du nah am Wasser gebaut hast, OK! Ist doch 1000 mal besser als so ein Macjotyp zu sein, an dem alles abprallt.

Wenn es dich mal zu sehr stört, wie du bist, frage dich: ist das eigentlich MEIN Problem? Wenn du zu dem Ergebnis kommst, das ist nicht mein Problem, dann sage dir das immer wieder: es ist nicht mein Problem.

das ist besser als jede Tablette :smile:)

tina