Hallo!
Was mich beschäftigt, ist schwierig in Worte zu fassen, aber ich versuch’s mal.
Ich würde mich selbst schon als sehr sensibel bezeichnen, was auch erstmal gar nicht schlimm ist. Nur erschwert das eben so viele Dinge. Es fängt schon damit an, dass ich mir Aussagen von Menschen, die mir nahe stehen, sehr leicht zu Herzen nehme. Da bedarf es möglicherweise nur einer, vielleicht in Unbedachtheit ausgesprochener kleiner Gedankenlosigkeit und das gesamte Wochenende ist sofort versaut.
Ich bin dann mehr als nur ein bisschen niedergeschlagen, sondern habe unter Umständen sogar Schlafstörungen. Ich habe bemerkt, dass es mich nach so etwas immer drängt, ein klärendes Gespräch zu suchen um das „Problem“ zu bereinigen. Leider habe ich feststellen müssen, dass es teilweise sogar belächelt wurde, und manch einer nicht mal mehr wusste, worum es ging. Aussagen wie „Leg doch nicht alles auf die Goldwaage!“ waren für mich dann alles andere als hilfreich.
Es ist nicht so, dass ich sonderlich nachtragend bin, nur glaube ich, dass ich mich dummerweise zu verletzlich zeige. Und eigentlich passt mir das gar nicht, denn wo andere die Achseln zucken grübele ich tagelang. Und das macht mich selbst empfunden zum Softie und kostet obendrein auch noch jede Menge Kraft. Eigentlich habe ich genügend Selbstbewusstsein und habe auch keine Angst, vor anderen den Mund aufzumachen. Nur habe ich gleichzeitig das Gefühl, dass ich so eine verdammte Heulsuse bin. Wenn ich selbst jemandem zu nahe oder auf die Zehen getreten bin, dann möchte ich das auch immer schnell ins Reine bringen.
Harte Männer weinen ja angeblich nicht. Also könnte ich mir sagen: OK, Du bist eben nicht ganz so ein harter Kerl, dann darfst Du auch mal weinen. Nur geht das eben relativ einfach bei mir. Dazu braucht es nicht erst persönliche Verluste oder vergleichbar Schlimmes, sondern es reichen schon traurige Serien, Filme oder Bücher, die Befürchtung, jemandem aus der Familie oder dem Freundeskreis verletzt zu haben…
Und so habe ich auch, wenn ich alleine bin, schon krampfhaft versucht, die Tränen zurückzuhalten. Inzwischen ist es so, dass ich manchmal traurig bin, soviel Trauer zu empfinden, und das geht langsam an die Grenzen meines Verstandes. Meine Freundin möchte ich mit dieser ganzen Heularie nicht belasten. Ich glaube auch nicht, dass es für eine Frau schön ist, so einen Softie neben sich zu haben an Stelle des Felsens in der Brandung.
Was ich möchte ist mehr Gelassenheit; die Fähigkeit, einfach mehr an mir abprallen zu lassen, und nicht ewig an jedem Problemchen zu kauen.
Ich erhoffe mir vielleicht ein paar Tipps. Warum verdammt können das so viele andere? Es muss doch da einen Weg geben.
Danke für’s Lesen, und danke für jeden Hinweis.
Grüße
Logan
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