Hallo Erik,
ich empfehle Dir die Lektüre der Novelle „Im Krebsgang“. Äußerst fein gesponnen, ohne eklige oder gar anstößige Beschreibungen, und ganz nebenbei wirst Du auf sehr klare und verständliche Weise an die Weltsicht des Günter Grass herangeführt.
ich bin eigentlich nicht unbedingt der Literatur-Freak, aber
ich kann mich an Schiller, Shakespeare und auch an moderneren
Autoren (Max Frisch, Dürrenmatt etc.) durchaus erfreuen.
Alles Geschmackssache, oder? Eine bestimmte Vorliebe scheinst Du bei den unterschiedlichen Schriftstellern ja jedenfalls nicht zu haben.
Was mir nun völlig abgeht, ist das Verständnis für Günter
Grass. Wir mußten in der Schule „Katz und Maus“ und einige
Auszüge aus der „Blechtrommel“ von ihm lesen, seitdem weigere
ich mich, andere Werke von ihm anzufassen. So was Abartiges!
Ich kann keine Kunst darin erkennen, einfach nur eklig zu
sein. Das ist doch widerliches Geseiher mit dem einzigen Ziel,
Leute zu schocken. Auf dem gleichen Niveau wie „Angriff der
Killertomaten“. Warum rennen diesem Menschen alle Leute
hinterher? Warum gibt ihm jemand einen NOBELpreis und stellt
ihn damit auf die gleiche Stufe wie Thomas Mann???
Den Nobelpreis für Literatur hat Herr Grass unter anderem mit folgender Begründung erhalten:
"Grass habe in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet ".
Im Übrigen gibt es sehr viele Menschen, die sich an Thomas Mann nicht erfreuen können, der ja auch berühmt ist für seine seitenlangen Schachtelsätze. Deshalb ist es aber trotzdem niveauvolle Literatur. Und zu Deiner Anführung, „Die Blechtrommel“ o. ä. sei auf dem Niveau von „Killertomaten greifen an“ liegst Du aus den gleichen Gründen einfach daneben. Schließlich hat Niveau (denn rein schreibtechnisch gesehen haben Grass’ Werke zweifellos dieses) wenig mit Verständnis oder Geschmack zu tun. Finde ich.
Ich weiß schon, daß Kunst im Auge des Betrachters liegt. ich
kann auch ein Miró-Gemälde als Kunst bezeichnen und auch die
Fettecke von Beuys. Aber diese widerliche Fäkalkultur von
Grass ist doch einfach nur ätzend.
Dann ließ diese Werke eben nicht mehr. Aber meine Empfehlung von „Im Krebsgang“ wird Dir sicherlich zeigen, dass es bei Grass wenig bis gar nicht um simples Schockieren geht.
Oder - bin ich zu blöd dafür?? Unser Deutschlehrer hat da ja
alles mögliche interpretiert, das konnte ich auch alles
nachvollziehen, aber die Art der Vermittlung ist unangebracht.
Finde ich.
Der Eine so - der Andere so, ist doch völlig in Ordnung.
Was ich auch gar nicht verstehen kann, ist, woher dieser
Mensch, der sich nicht mal ordentlich anziehen kann, das Recht
nimmt, für uns politisch zu sprechen.
Mal ganz gemein jetzt: Woher nimmst Du, der nicht einmal einschlägig promoviert hast, das Recht, Literatur zu kritisieren???
Hey, Erik, was soll jetzt dieses Unter-der-Gürtellinie-Gedönse? Das ist unsachlich und völliger Quatsch. Ich denke, Herr Grass setzt nicht auf den Sockel dessen, der „für uns“ politisch spricht. Er spricht für sich selbst politisch. Das ist sein gutes Recht. Und ganz nebenbei sind es kluge, unpolemische Aussagen, auch wenn seine Ansichten nicht immer mit meinen Konform gehen. Ehre, wem Ehre gebührt.
Hat den irgend jemand
politisch legitimiert?
Muss man das überhaupt?
Viele Grüße
Jana