Bin neu hier

Hallo…

Habe mich gerade angemeldet und mal durchgeschaut… Sieht ganz gut aus - warum ich aber meinen ersten Eintrag hier schreibe hat einen anderen Grund als einfach nur „Hallo“ zu sagen.

Wollte mal, daß ihr darüber nachdenkt, ob die Organspende nicht auch für euch etwas ist. Ich trage seit einiger Zeit einen Organspendeausweis mit mir rum und ich denke, daß es wesentlich mehr Menschen wären, wenn sie sich nur mal kurz Gedanken darüber machen würden.

In diesem Sinne
Bis bald

Hallo & willkommen in diesen heiligen Hallen, :wink:

Wollte mal, daß ihr darüber nachdenkt, ob die Organspende
nicht auch für euch etwas ist. Ich trage seit einiger Zeit
einen Organspendeausweis mit mir rum und ich denke, daß es
wesentlich mehr Menschen wären, wenn sie sich nur mal kurz
Gedanken darüber machen würden.

Ähm… Woher willst Du bitte schön wissen, daß sich die Userschaft bisher nicht mit dem Thema ‚Organspende‘ beschäftigt hat? Diskussionen darüber hatten wir schon öfters.

Viele Grüße

Tessa

PS. Ich habe einen OS-Ausweis schon seit 1987.

Hi Yeti,

schreib doch mal was in Deine ViKa…

Grüße
Jana

sozialisthmus (th = the.usE)
wo nutzt du den ausweis? lagerst du ihn neben dem blutspendeausweis oder neben dem blutgruppenausweis (notfallpass)?

Wollte mal, daß ihr darüber nachdenkt, ob die Organspende
nicht auch für euch etwas ist. Ich trage seit einiger Zeit
einen Organspendeausweis mit mir rum und ich denke, daß es
wesentlich mehr Menschen wären, wenn sie sich nur mal kurz
Gedanken darüber machen würden.

Hallo und Willkommen,

also, ich hab mal gehört, das es nicht ganz abwegig ist, das Organspendern bei Notfällen, wo das Leben auf der Kippe steht, nicht die gleiche Behandlungsintensität zuteil wird, wie jemandem ohne Ausweis. Schliesslich gibt es immer irgendwelche Promis oder Reiche, die ein Organ benötigen. Ich würde das natürlich niiiiiie nich glauben, aber obwohl, wer weiss, die Welt ist schlecht…

Gruß
roland

Hallo Roland,

also, ich hab mal gehört, das es nicht ganz abwegig ist, das
Organspendern bei Notfällen, wo das Leben auf der Kippe steht,
nicht die gleiche Behandlungsintensität zuteil wird, wie
jemandem ohne Ausweis. Schliesslich gibt es immer irgendwelche
Promis oder Reiche, die ein Organ benötigen.

Derartige Gerüchte kursieren gerne. Gehört hast Du es vermutlich vor einigen Monaten, als ein ‚besorgter‘ User mit einer offenbar sehr lebhaften Phantasie die Behauptung aufstellte, daß mit dem OS-Ausweis das eigene Sterberisiko steigt. Hier der Thread zum nachlesen:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ich persönlich hege keinerlei Befürchtungen dieser Coleur, was sicher auch daran liegt, daß ich einer Patientenverfügung festgelegt habe, daß mich keine Maschine auf Teufel komm raus am Vor-mich-Hinvegetieren (das Wort ‚Leben‘ will mir in diesem Zusammenhang nicht so recht über die Tasta) erhalten soll; schon gar nicht, wenn ich z. B. nach einem Koma womöglich behindert und/oder verunstaltet bleibe oder irreversible Gehirnschäden davontrage. Nein, verbindlichsten Dank! Wenn es mich erwischt, dann erwischt es mich halt. Und wenn es mich schon erwischt, dann sollen meine Organe wenigstens sinnvollem ‚Recycling‘ zugeführt werden; ich brauche sie ja nicht mehr und habe schließlich nix mehr davon, gell? *fg*

Bei dieser Gelegenheit möchte ich glatt einen neuen Teilthread anzetteln: wie steht Ihr zur Lebendspende? Zum Beispiel eine Niere an die Geschwister oder einen Leberteil an das Kind?

Beste Grüße

Tessa

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Lebendspende…
Hallo Tessa,

Bei dieser Gelegenheit möchte ich glatt einen neuen Teilthread
anzetteln: wie steht Ihr zur Lebendspende? Zum Beispiel eine
Niere an die Geschwister oder einen Leberteil an das Kind?

Interessanter Thread! Ich würde dem positiv gegenüberstehen, kann nur verstehen, daß jemand da vielleicht bedenken hat … was ist, wenn die letzte Niere dann bei einem selbst versagt?

Andersrum, „Sachen“, die sich erneuern - Knochenmark - da finde ich es schon sehr irritierend, wenn sich da z. B. der Vater weigert, für die Tochter zu spenden.

Wenn kein 100%iger Spender gefunden wird, ist man jetzt wohl darauf hin, daß auch ein Blutsverwandter reicht. Besser eine geringe ÜBerlebenschance als gar keine. Und wenn die sich dabei weigern…

OK, so oft, wie einem da in den Beckenknochen gestochen wird, tut das bestimmt anschließend weh, aber es ist ein Menschenleben was man retten könnte! Egal ob das nun die Tochter oder ein Fremder ist, und mehr als das „übliche“ Vollnarkoserisiko hat man nicht. Oder?

Meine bescheidene Meinung.

BTW: ich hab auch einen Organspendeausweis seit Jahren, und kein komisches Gefühl. Patientenverfügung ist in der Liste der „bald zu erledigenden Dinge“ :smile:

Lieben Gruß
Silvia

Interessant
Hi,

ich schleppe so einen OS-Ausweis auch schon ein paar Jahre mit mir rum, seit ich den in der Ambulanz im Krankenhaus mal gesehen hab. Mit Lebendspende hab ich auch keine Probleme, wenn’s anderen hilft, warum nicht.
Interessant finde ich das mit der Patientenverfügung. Mir war gar nicht klar, dass es sowas gibt :wink:
Unter http://www.patientenverfuegung.de/pv/patientenverfue… hab ich ein paar Informationen gefunden, für die, die’s interessiert.

Viele Grüsse,

Herb

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Hallo Biggi…

ihn zu „lagern“ würde wohl nichts bringen. Ich trage ihn immer bei mir in meiner Brieftasche. Wer an meinen Personalausweis will muß sich zuerst meinen Organspendeausweis ansehen. Also sozusagen ganz im Sinne des Erfinders.

Grüße
Yeti

wo nutzt du den ausweis? lagerst du ihn neben dem
blutspendeausweis oder neben dem blutgruppenausweis
(notfallpass)?

verwirrt Retten
Hallo Yeti

ihn zu „lagern“ würde wohl nichts bringen. Ich trage ihn immer
bei mir in meiner Brieftasche. Wer an meinen Personalausweis
will muß sich zuerst meinen Organspendeausweis ansehen. Also
sozusagen ganz im Sinne des Erfinders.

Das Zeitfenster beim Retten ist knapp. Mit dem Ausweis stresst du deinen Retter zusätzlich. Kann sein, dass er dann etwas Wichtiges übersieht, was dich retten könnte.

Blut spenden kannst du auch so. Alles andere hat Zeit. Zumal Eigenblutspende DIR selbst Sicherheit schafft und nicht Dritten.

Und um den Staatsanwalt zur Freigabe einer Leiche anzurufen, genügt eine intakte Hotline, die kein Ausweis ersetzen kann. Wer garantiert mir, dass der Ausweis nicht von einem Psychopathen gefälscht wurde? Auch die Blutgruppe muss ich kontrollieren, ehe ich transfundiere.

Grüße
Biggi

In Italien…
…gibt es eine ganz andere Gesetzlage: Wer gegen eine Organspende ist, soll es irgendwo eintragen lassen. Wenn man das nicht tut, erklärt sich automatisch mit einer Organspende einverstanden.

Ich trage hier in D auch einen Organspendeausweis mit mir herum. Ich helfe lieber jemanden als ich - an Maschinen angeschlossen -dahinvegetiere. Dieses Risiko trage ich sehr gerne.

Ciao
Camilla

In Österreich auch…
In Österreich ist das auch so, hier muss man ein Ausweis bei sich tragen wenn man nicht Organspenden will…ich muss sagen, dass ich das sehr gut finde…in Österreich gibt es eine relativ hohe Rate von Organtransplantationen, die ja nicht nur direkt Leben retten, sondern auch für die weitere Forschung und Verbesserung von Operationstechniken gut ist!!

LG Schima

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Biggi, Du verwechselst wieder einmal Äpfel mit Birnen…

Das Zeitfenster beim Retten ist knapp.

Das ist unbestritten.

Mit dem Ausweis stresst
du deinen Retter zusätzlich. Kann sein, dass er dann etwas
Wichtiges übersieht, was dich retten könnte.

Das ist Unsinn! Schließlich wirst Du wegen des Organspendeausweises nicht sofort nach der Einlieferung in die Klinik tranchiert. Als Ärztin müßten Dir die Voraussetzungen für die Organentnahme eigentlich geläufig sein…

Blut spenden kannst du auch so. Alles andere hat Zeit. Zumal
Eigenblutspende DIR selbst Sicherheit schafft und nicht
Dritten.

Was hat denn die (Eigen)Blut- mit der Organspende zu tun? Das sind ja wohl zwei Paar Schuhe…

Und um den Staatsanwalt zur Freigabe einer Leiche anzurufen,
genügt eine intakte Hotline, die kein Ausweis ersetzen kann.

Eine Leiche ist man erst, nachdem die Organentnahme stattgefunden hat. Dazu braucht man keinen Staatsanwalt, sondern den Organspendeausweis oder die Zustimmung der Angehörigen (und natürlich ein chirurgisches Team).

Wer garantiert mir, dass der Ausweis nicht von einem
Psychopathen gefälscht wurde?

Jetzt setzt es wohl ganz aus, gell?

Auch die Blutgruppe muss ich
kontrollieren, ehe ich transfundiere.

Na ja, eine Kreuzprobe dürfte bei einer Transplantation ein bissl wenig sein…

Viele Grüße

Tessa

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Hirndurchblutung und EEG

Voraussetzungen für die Organentnahme

Hirntod, also der juristische Tod, ist die Hauptvoraussetzung.

Was hat Blut- mit Organspende zu tun?

Blut ist eine Funktionseinheit, ein Organ, das fließt. Es enthält Zellen.

Eine Leiche ist man erst, nachdem die Organentnahme
stattgefunden hat.

Leiche. Der juristische (Null-Linien-EEG) und der klinische Tod (Aussetzen der Hirndurchblutung) treten zeitlich versetzt ein. Nach klinischem Tod reanimierst du, nach juristischem Tod nicht.

Nach juristischem Tod entscheidet der Staatsanwalt ausgehend von deinem Totenschein, ob eine Straftat vorliegt oder ob er die Leiche freigibt. Liegt der Verdacht für eine Straftat vor, ist der Organspendeausweis unerheblich. Dann darf an der Leiche bis zur Obduktion nichts verändert werden, was die Strafverfolgung erschwert, egal ob der Tod in der Klinik oder an einem anderen Ort eintrat.

Wie du selbst sagst, erfordert die Vorbereitungsdiagnostik samt HLA-Typisierung viel Zeit. Zeit, die erst nach dem Hirntod läuft. Wie du weißt, geht auch Hirntoddiagnostik von Wahrscheinlichkeiten aus und bindet daher notwendig Zeit.

Es ist gut, wenn so wenig wie möglich Interessenkollisionen zwischen dem Behandler- und dem Entnahme-Team auftreten.

Der Anästhesist begleitet seinen Patienten trotz passagerem Tod.

Ein Entnahme-Team begleitet einen anderen Patienten, für den es das Organ entnimmt.

Mit herzlichem Gruß
Biggi

dir wird aufgefallen sein, dass da ein winziger unterschied zur deutschen guideline ist:

klinischen tod definiert sie als herz-kreislauf- und atemstillstand. aus der erfahrung heraus, dass hirn anoxie zwei minuten überlebt. wer auch immer diese zwei validiert hat.

so viel zu apoptose in der todeszelle.

jeder hat ein anderes selbstmordprogramm:

  • einer schreibt: mich nicht reanimieren.
  • ein anderer: den nicht reanimieren.
  • ein dritter fragt: organspende?

zeit fließt. irgendwann verfügst du über sie. gut, wenn du dann weißt, was du willst. auch wenn du nur ahnst, was der andere will. gut, wenn du dir sicher bist und sicher vor anderen. gut, wenn du dann einen freund an deiner seite hast. gut, wenn der freund ausgeruht ist und weiß, warum du damals etwas verfügt hast und ob das im moment für dich wirklich so aktuell ist, wie es beim schreiben war. gut, wenn er dich begleitet, ohne dich einzuengen. gut, wenn du dann lust hast, weiter zu leben und dich nicht nur als fleischklumpen visualisierst.