Bin zu reich für´s Sozialamt

Kaum zu glauben aber wahr, ich bin zu reich.
Was soll ich da tun?

Fangen wir von vorne an.
Unverschuldet krank geworden.
Seit 1 1/2 Jahren jetzt krank.
Rente ist beantragt und der Antrag kann zwischen 3 Monaten und 5 Jahren Bearbeitung dauern.
Ab dem 18ten Monat bekomme ich kein Krankengeld mehr, sondern Arbeitslosengeld vom Arbeitsamt, obwohl ich nicht arbeitslos bin, bis mein Rentenantrag (egal wie) durch ist.

Problem : Ich bin hochverschuldet, weil ich mir vor drei Jahren eine Eigentumswohnung gekauft habe. Die Schulden zahle ich jeden Monat mit 900,- Euro zurück. Jede Möglichkeit der Änderung der Abzahlung habe ich damals ausgeschloßen (leider) um niedrigere Raten zu bekommen. Arbeitslosengeld bekomme ich aber jetzt nur noch 680,- Euro …

Problem : Sozialhilfe und Zuschüße vom Sozialamt und Stadtverwaltung wurden in mündlichen Gesprächen (teilweise lachend) abgelehnt, da ich „schwer reich“ bin. Meine Wohnung gilt nur als Wert von 100.000,- Euro. Die Schulden von 100.000,- Euro gelten nicht. Die Wohnung könnte ich verkaufen, was ich schon seit einem Jahr versuche, aber im Zeitalter des Euros und der Aktienverluste kann man keine Wohnung verkaufen. Der LBS-Makler hat mich ausgelacht und mir keine Verkaufschance eingeräumt und schon garnicht für den Preis was die Wohnung Wert ist.

Außerdem haben wir zwei Autos und ein Motorrad, die man ebenfalls verkaufen könnte, aber das eine ist eine 20 Jahre alte Ente und das andere ein altes indisches Diesel-Motorrad. Verkaufschance gleich null. Die Ämter rechnen aber einen Theoretischen Wert und damit bin ich eindeutig zu reich für eine Hilfe jeglicher Art.

Meine Frau (selbst Schwerbehindert) muß jetzt schon halbtags arbeiten, um die Kosten für ihre Medikamten und die Lebenshaltun reinzubekommen. Hervorragend, sagten die Ämter, damit habe ich doch auch Geld zum Leben und die Chance Hilfe zu bekommen pendelt sich gleich null ein. Das meine Frau arbeiten muß um ihre sündhaft teuren Behandlungen zu bezahlen, die heutzutage die Krankenkassen immer weniger bezahlen, so das immer mehr an uns hängen bleibt, das zählt auch nicht.

Also : Auf dem Papier bin ich schwerreich. In natura bin ich eine ganz arme Sau die von der Hand in den Mund lebt. Kann das wirklich sein? Was kann ich tun?

Hallo Winfried,

leider kann ich dir keine Hoffnungen machen. Einen ähnlichen Fall haben wir auch:

Ein Mann an die 60 Jahre, durch Arbeitsunfall Rücken und Kniegelenke kaputt. Der Arbeitsunfall ist auch nach Jahren immer noch nicht anerkannt. Kann in seinem Beruf nicht mehr arbeiten, hat Rente beantragt.

Bekam auch Krankengeld dann Arbeitlosengeld und jetzt Frührente mit ca. 30% Behinderung macht ca. 500 € im Monat. Das reicht aber nicht für Wohnung und Verpflegung, nicht für Auto usw. Jetzt ist der Mann frisch geschieden, muss sich eine eigene Wohnung suchen. Er zum Sozialamt und bat um Zuschuss.

Gleiche Situation, er besitzt zur Hälfte ein EFH vermietet an den Sohn, der den Abtrag+Nebenkosten zahlt. Somit sagt das Sozi, verkaufen sie zuerst das Haus, Auto usw. Der Sohn kann sich das Haus nicht leisten. Somit hat der Sohn auch noch Nachteile daraus. Wenn der Vater Zuschüsse vom Sozi bekäme, wird der Sohn trotzdem zur Kasse gebeten. Er ist dann Unterhaltspflichtig für den Vater.

Ein Teufelskreis.

Geisha

Kaum zu glauben aber wahr, ich bin zu reich.
Was soll ich da tun?

Das sag ich Dir später :smile:

Erstmal Guten Morgen!

Fangen wir von vorne an.

Das empfiehlt sich immer.

Unverschuldet krank geworden.
Seit 1 1/2 Jahren jetzt krank.
Rente ist beantragt und der Antrag kann zwischen 3 Monaten und
5 Jahren Bearbeitung dauern.

Das ist unschön.

Problem : Ich bin hochverschuldet, weil ich mir vor drei
Jahren eine Eigentumswohnung gekauft habe. Die Schulden zahle
ich jeden Monat mit 900,- Euro zurück. Jede Möglichkeit der
Änderung der Abzahlung habe ich damals ausgeschloßen (leider)
um niedrigere Raten zu bekommen. Arbeitslosengeld bekomme ich
aber jetzt nur noch 680,- Euro …

Bewohnst Du mit Deiner Frau diese Wohnung selbst? Ganz wichtige Frage.

Problem : Sozialhilfe und Zuschüße vom Sozialamt und
Stadtverwaltung wurden in mündlichen Gesprächen (teilweise
lachend) abgelehnt, da ich „schwer reich“ bin.

Hast Du die Ablehnung schriftlich? Wenn nicht, fordere das unverzüglich ein. Bestehe auf einem rechtsmittelfähigem Bescheid, der steht Dir zu.

Meine Wohnung
gilt nur als Wert von 100.000,- Euro. Die Schulden von
100.000,- Euro gelten nicht.

Naja, die Einstellung des Amtes ist nicht unbedingt ganz richtig, aber das ist eine andere Sache. Hängt davon ab, ob Du die Wohnung selbst bewohnst oder nicht.

Außerdem haben wir zwei Autos und ein Motorrad, die man
ebenfalls verkaufen könnte, aber das eine ist eine 20 Jahre
alte Ente und das andere ein altes indisches Diesel-Motorrad.
Verkaufschance gleich null. Die Ämter rechnen aber einen
Theoretischen Wert und damit bin ich eindeutig zu reich für
eine Hilfe jeglicher Art.

Auch das ist nicht ganz die richtige Einstellung seitens des Amtes. Aber gut, man hat´s nicht immer leicht im Leben.

Meine Frau (selbst Schwerbehindert) muß jetzt schon halbtags
arbeiten, um die Kosten für ihre Medikamten und die
Lebenshaltun reinzubekommen. Hervorragend, sagten die Ämter,
damit habe ich doch auch Geld zum Leben und die Chance Hilfe
zu bekommen pendelt sich gleich null ein. Das meine Frau
arbeiten muß um ihre sündhaft teuren Behandlungen zu bezahlen,
die heutzutage die Krankenkassen immer weniger bezahlen, so
das immer mehr an uns hängen bleibt, das zählt auch nicht.

Auch nicht richtig.

Also : Auf dem Papier bin ich schwerreich. In natura bin ich
eine ganz arme Sau die von der Hand in den Mund lebt. Kann das
wirklich sein? Was kann ich tun?

Also, mal der Reihe nach, Winfried. Zunächst mal solltest Du wirklich umgehend einen entsprechenden Antrag auf Hilfe zum Lebensunterhalt stellen. Und dann mußt Du darauf bestehen, auch im Falle der Ablehnung einen rechtsmittelfähigen Bescheid zu bekommen. Ohne diesen kannst Du gar nichts machen. Denn merke: Bei Ämtern zählt das gesprochene Wort rein gar nix. Ist leider so, auch wenn ab und an anderes behauptet wird.

In diesem Zusammenhang wäre auch die Frage interessant, wie es bei Dir mit Verwandtenkreisen oder Kindern aussieht. Nein, nicht damit die für Dich aufkommen, die Frage hat einen anderen Hintergrund.

Ich kann Dir nur anbieten, mich direkt anzumailen. Alles weitere würde ich nur ungern hier im Forum öffentlich posten. Ich stehe nicht so auf große Diskussionen :smile:
Möglicherweise gibt es nämlich einen gar nicht so komplizierten Weg, wie Du bekommst.

Gruß vom

Dicken MD.

mein rat wieder…
…such dir einen anwalt (und zwar einen ausgewiesenen sozialrechtler)

hallo winfried,
als einer, der selbst mehr als genug mit dieser behörde zu tun hat kann ich leider nichts anderes empfehlen. das sozialrecht ist leider mindestens so verwickelt wie das steuerrecht. und vor allem haben die sachbearbeiter oftmals erhebliche ermessenspielräume. die folge: du bekommst nichts, wenns deinem sachbearbeiter nicht einleuchtet (und das hängt manchmal durchaus von der tagesform ab).
übrigens: du solltest auf jeden fall versuchen, einen antrag auf beratungshilfe zu stellen (dann wäre der anwalt für dich kostenlos).

lass dich nicht kleinkriegen!
bernd