Binärvorsätze

Ich wollte nur einmal so in der Weltgeschiche herumfragen, wer sich inzwischen immer noch nicht an die gültige Norm seit der Reform der IEC 2000 für Vorsätze binärer Größen hält.

Also wer benutzt statt KiB, MiB, GiB noch immer das falsche kB/KB, MB, GB, …?

MfG

Ich wollte nur einmal so in der Weltgeschiche herumfragen, wer
sich inzwischen immer noch nicht an die gültige Norm seit der
Reform der IEC 2000 für Vorsätze binärer Größen hält.

Also wer benutzt statt KiB, MiB, GiB noch immer das falsche
kB/KB, MB, GB, …?

Ich zum Beispiel. Beruhen die offiziellen Vorsätze auf 1000 oder auf 1024? Bezieht sich B auf Bit oder auf Byte?

Entschuldigung für so viel Unwissenheit.

Gruß
Falk

1999 drückte die JEDEC auf Anregung der IEEE bei der IEC eine Reform der Binärvorsätze durch, die 2000 fest integriert wurden.

Demnach werden die schon immer beim SI-System geklauten k, M, G, …
wirklich wieder für Zehnerppotenzen (10^3, 10^6, …) benutzt,
während für binäre Größen der Zusatz „binary“ zu verwenden ist.

Bspw.

1 KiB = 1024 Byte, lang: Kilobinary, kurz Kibi
1 MiB = 1024 KiB, lang: Megabinary, kurz Mebi

usw.

1 kB = 1000 Byte
1 MB = 1 000 000 Byte

usw.

Also wurde endlich mit der jahrzehntealten Viel- und Uneindeutigkeit in den ganzen technischen Informationswissenschaften aufgeräumt.

Dachte, daß sei inzwischen nach 6 Jahren bekannt :frowning: :frowning:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Aus historischen Gründen ist es in vielen Bereichen heute noch unüblich, die laut SI definierte dezimale Rechenweise für die Mengenangaben von Daten zu verwenden. Und das wird sicher auch noch länger so bleiben, wenn man mal an die Telekommunikation denkt oder an das lange Leben der 3,5"-Diskette.
Für die Festplattenhersteller ist es natürlich ein klarer Vorteil, sich an das SI-System zu halten, da sie so im Gegensatz zur binären Angabe die größere Zahl auf ihre Produkte schreiben können.

http://physics.nist.gov/cuu/Units/binary.html

Zitat:
„…The result is that today „everybody“ does not „know“ what a megabyte is. When discussing computer memory, most manufacturers use megabyte to mean 220 = 1 048 576 bytes, but the manufacturers of computer storage devices usually use the term to mean 1 000 000 bytes. Some designers of local area networks have used megabit per second to mean 1 048 576 bit/s, but all telecommunications engineers use it to mean 106 bit/s. And if two definitions of the megabyte are not enough, a third megabyte of 1 024 000 bytes is the megabyte used to format the familiar 90 mm (3 1/2 inch), „1.44 MB“ diskette. The confusion is real, as is the potential for incompatibility in standards and in implemented systems.“

Was die Speichergrößen von Festplatten anbetrifft frage ich mich eigentlich eher, wann die Hersteller von Betriebssystemen mal die Speicherplatzangaben (Windows XP: „freier Speicher 150.250.320.000 Bytes = 139 GB“) von binär auf dezimal umstellen. Ich denke, das wäre die einzige und beste Lösung, die bestehende Verwirrung, die ja für den Normalbürger fast ausschließlich die Speicherkapazität von Festplatten und Flashspeicher-Medien betrifft, endlich mal aus der Welt zu schaffen.

LG, Jesse

Hi!

Aus historischen Gründen ist es in vielen Bereichen heute noch
unüblich, die laut SI definierte dezimale Rechenweise für die
Mengenangaben von Daten zu verwenden. Und das wird sicher auch
noch länger so bleiben, wenn man mal an die Telekommunikation
denkt oder an das lange Leben der 3,5"-Diskette.
Für die Festplattenhersteller ist es natürlich ein klarer
Vorteil, sich an das SI-System zu halten, da sie so im
Gegensatz zur binären Angabe die größere Zahl auf ihre
Produkte schreiben können.

Es ist aber genau anders herum.

Es wurden jahrzehntelang - weil in der Entstehungsphase der Mikrocomputertechnik keine Standardisierung vorgenommen wurde - die Vorsätze des SI-Systems mißbraucht.

Im SI wird es gehandhabt bezüglich Zehnerpotenzen:

Kilo = 10^3 = 1.000 (k)
Mega = 10^6 = 1.000.000 (M)
Giga = 10^9 = 1.000.000.000 (G) etc. .

Die gleichen Vorsätze werden aber bezüglich binären Größen ebenfalls verwendet, obwohl die äquivalente binäre Größe ein bißchen größer ist.

Es ist also genau andersherum: Mit den 2000 verabschiedeten Einheiten könnte man die größere Zahl draufpacken.

Und es geht ja nicht um die bspw. in der Nachrichtentechnik übliche dezimale Rechenweise, sondern es geht um die falsche Bezeichnung.

Man bräuchte nichts anderes tun, als sich endlich Mal an den Standard halten, der eigentlich gültig ist und bei binären Größen KiB statt kb/KB, MiB statt MB … schreiben. Es muß ja nirgends umgerechnet werden, aber 1 MB/s ist nunmal eigentlich etwas anderes als ein 1 MiB/s.

Historisch ist es eher üblich, daß jeder Esel sein eigenes Süppchen kocht (Nachrichtentechniker, Informationstechniker, …).

Hallo Fragewurm,

Und es geht ja nicht um die bspw. in der Nachrichtentechnik
übliche dezimale Rechenweise, sondern es geht um die falsche
Bezeichnung.

Ich glaube man müsste hier bei den Werbefuzzies ansetzen.
Die wissen ja nicht was sie schreiben und bei denen ist sowieso alles der Megahammer, auch wenn man nur einen Hammer kauft.

Vielleicht wäre hier einmal eine Abmahnaktion angebracht …

Allerdings ist das nict eine so ganz einfache Geschichte mit geänderten Normen.

z.B hat auch noch nicht jeder mitbekommen dass wird von 220/380V auf 230/400V umgestellt haben und auch ich selbst verplappere mich da manchmal, ist halt nicht so einfach sich nach Jahrzehnten umzugewöhnen.

Bei Währungen ist das auch so ein Problem, viele Franzosen haben in den 70er Jahren noch in „alte Franc“ umgerechnet, anchdem die Währung schon 25 Jahre umgestellt war. Auch heute scheint ja noch um DM gedacht zu werden.

Und eigentlich habe die USA schon 1894 das metrische System bei sich eingeführt …

MfG Peter(TOO)

Es ist aber genau anders herum.

Es ist also genau andersherum: Mit den 2000 verabschiedeten
Einheiten könnte man die größere Zahl draufpacken.

Sag ich ja, macht man ja bei Festplatten. Da werden die Kapazitäten vom Hersteller SI-konform angegeben, nur das Betriebssystem verwendet dann eben die falsche Größe bzw. Einheit.

Man bräuchte nichts anderes tun, als sich endlich Mal an den
Standard halten, der eigentlich gültig ist und bei binären
Größen KiB statt kb/KB, MiB statt MB … schreiben.

Entweder so oder anders herum. Ich wäre eher dafür, beim Dezimalsystem zu bleiben und die Kapazitätsgrößen im Betriebssystem auch dezimal auszugeben, damit es nicht noch verwirrender wird. Wenn man eine 160 GB - HDD kauft und sie dann als 149 GiB- statt 149 GB - Platte angezeigt bekommt, ist ja auch nicht viel gewonnen.

Es muß ja
nirgends umgerechnet werden, aber 1 MB/s ist nunmal eigentlich
etwas anderes als ein 1 MiB/s.

Ich denke, der Einfachheit und Anpassung an die menschliche Denkweise (nicht die der Informatiker :stuck_out_tongue: ) halber sollte man mal von den Binärangaben wegkommen. Ist ja für heutige Rechenmaschinen kein Beinbruch, Zahlen dezimal auszugeben. *fg*

Historisch ist es eher üblich, daß jeder Esel sein eigenes
Süppchen kocht (Nachrichtentechniker, Informationstechniker,
…).

In den Feldern, wo kein wirtschaftlicher Zwang zur Umstellung drängt, wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben, im Zweifelsfall bis die entsprechenden Technologien/ Protokolle ausgestorben sind. Also - meine Meinung.

LG, Jesse

Hi,

an sich ist die Angabe „Byte“ schon unklar, denn es ist keineswegs gesichert, dass damit die umgangssprachlichen acht Bit gemeint sind.

Aber wer sagt schon statt 80 Gigabyte 80 Gigaoktette oder gar 80 Giga 8 Bit-Tupel :wink:

Gruss,

Herb

Sag ich ja, macht man ja bei Festplatten. Da werden die
Kapazitäten vom Hersteller SI-konform angegeben, nur das
Betriebssystem verwendet dann eben die falsche Größe bzw.
Einheit.

Du denkst Genau falsch herum. Die Hersteller sollen sich doch
am Binären orientieren. In der Rechentechnik hat das Deziamlsystem
nur eingeschränkt etwas zu suchen.

Entweder so oder anders herum. Ich wäre eher dafür, beim
Dezimalsystem zu bleiben und die Kapazitätsgrößen im
Betriebssystem auch dezimal auszugeben, damit es nicht noch
verwirrender wird. Wenn man eine 160 GB - HDD kauft und sie
dann als 149 GiB- statt 149 GB - Platte angezeigt bekommt, ist
ja auch nicht viel gewonnen.

Lol, nein ich möchte eine 160 GiB-Platte kaufen und keine 149-GiB.

Du gehst die Sache bißchen zu sehr von den Leuten her an, die durch den Wirrwarr auch noch verdienen und gerade das Treiben auch noch verrückt machen.

Ich denke, der Einfachheit und Anpassung an die menschliche
Denkweise (nicht die der Informatiker :stuck_out_tongue: ) halber sollte man
mal von den Binärangaben wegkommen. Ist ja für heutige
Rechenmaschinen kein Beinbruch, Zahlen dezimal auszugeben.
*fg*

Was hat denn das mit dezimaler Zahlenausgabe zu tun? Es ist einfach so, daß die Rechentechnik in natürlicherweise die Basis 2 benutzt.

Und Informatiker haben sich das nicht ausgedacht, sondern erstens unser guter Leibniz und später die Ingenieure.
Man sollte eben gerade die Binärangaben stärken, indem man endlich den
Standard durchdrückt. Es hat schließliche sozusagen DIE GANZE relevante INDUSTRIE darauf gedrängt (die JEDEC, die IEEE).

1024 Byte sind nunmal KEIN Kilobyte.
Genauso wenig sind 1024 Gramm ein Kilogramm.

Es geht ums Prinzip und das so lasch von Seiten der völlig unbedeutenden Festplattenhersteller aufzuziehen geht an der Sache vorbei. Es geht ja nicht um Festplatten, sondern daß selbst hochverwandte Disziplinen sich mißverstehen und diese Vorsatzfrage uneinheitlich handhaben.

Ich hab schon Fachleuten zugehört, die sich erst einmal 5 Minuten verständigen mußten, was nun konkret an Begriffen wie gedeutet werden soll.
Da haben doch Festplattenhersteller überhaupt nichts zu melden - die haben brav Festplatten zu bauen.

Und es ging mir auch gar nicht um eine Grundsatzdiskussion - die ist eh klar - der (ziemlich sinnvolle) Standard zählt - ich wollte nur wissen, wer immer noch fälschlicherweise SI-Vorsätze verwendet.

MfG