Hallo nochmal,
ist, wenn die Intensität des Anbaues heruntergefahren wird -
Intensität heißt hier: Niveau des Einsatzes von anderen Produktionsfaktoren (Dünger, Pflanzenschutz, Arbeitszeit, Schlepperleistung) pro Ackerfläche.
Raps ließe sich im Extrem anbauen mit 2 x Grubber, 1 x Säen, 2 x Düngen mit insgesamt 35kg N/ha, kein Pflanzenschutz, nur Mähdrusch und fertig. Im anderen Extrem: 2 x Grubber, 1 x Pflug, 1 x Saatbettkombination, 6 x Düngen mit insgesamt 80kg N/ha, 1 x Schneckenkorn, 1 x Walze, 1 x Herbizid, 2 x Fungizid, Mähdrusch.
Im zweiten Extrem ist die Produktivität der letzten zusätzlich eingesetzten Schlepperstunde, der letzten zusätzlich eingesetzten 10kg N etc. sehr niedrig. Bloß die Produktivität der ohne Veränderung bei beiden Extremen gleich eingesetzten Ackerfläche geht schwungvoll in die Höhe.
Welches der beiden Extreme sinnvoll ist, hängt wesentlich davon ab, wie viel eine alternative Verwendung des gleichen Stückes Acker bringen würde. Wenn das Stück dadurch wertvoll wird, dass man darauf z.B. Zuckerrüben aus einem A-Kontingent mit immer noch sehr komfortablen Preisen anbauen kann, lohnt sich der ganze Tanz aus Extrem 2, weil man damit den Ertrag des Ackers immerhin in die Nähe der Alternative bringen kann: Man erreicht eine gute Verwertung der eingesetzten Fläche um den Preis einer schlechten Verwertung der eingesetzten Dünger, Schlepperstunden etc.
Bei niedriger Intensität (1. Extrem) kommt aus dem eingesetzten kg N und aus dem eingesetzten Liter Schleppertreibstoff viel mehr Raps raus, aber das ganze Produktionsverfahren ist nicht konkurrenzfähig, solange alternative Verfahren (preisgestützt) zu einer besseren Verwertung des Ackers führen.
sollte doch der Anbau intensiviert werden, damit der
Treibstoff auch in wirtschaftlichen Mengen vorhanden ist.
Ausgeweitet: Ja. Aber extensiver betrieben, damit energietechnisch mehr rauskommt.
Der „sun-fuel“ Ansatz geht beiläufig in Richtung einer Extensivierung: Es wird im Feldanbau nicht die letzte Konzentration (Ölsaat) angestrebt, sondern es werden möglichst viele Assimilate weiter verwertet. Damit wird die ursprüngliche Produktion viel weniger aufwendig, andererseits wächst der Flächenbedarf enorm. Das Verfahren ist also besser praktikabel, wenn man nicht gleichzeitig unter großem finanziellen Aufwand den Export von Rübenzucker subventioniert, um damit die Karibik zu beglücken, wo Zuckerrohr fast schon wächst, wenn man nur mit dem Fuß aufstampft: Auf diese Weise machen die Zuckerrüben den Anbau von Stärkekartoffeln, Getreide zur Ganzpflanzenverarbeitung usw. - wahrscheinlich gute Kandidaten für sun-fuel - finanziell uninteressant, obwohl diese Kulturen technisch effizienter wären.
Schöne Grüße
MM