meine bessere Hälfte hat furchtbar Angst vor allen Arten von Dünger an unseren Tomaten. Im Baumarkt musste ich mich auslachen lassen bei der Frage nach ungedüngter Erde für unser Gemüsebeet.
Der Typ fragte: „wollen sie nun daß etwas wächst oder nicht“
Ich hätte aber schon gerne, daß aus den Tomaten noch etwas mehr wird.
Frage:
Womit könnte ich die Tomaten bei ihrem Gedeih ein bisschen anschubsen, was nicht nach Kunstdünger aussieht? Sprich was so offensichtlich natürlich ist, daß nichtmal sie etwas dagegen sagen kann
Kaffeesatz? Rasen- oder sonstigen Verschnitt? gewisse Küchenabfälle?
sehr hübsch geht das (nächstes Jahr) mit pelletierten Mälzereiabfällen, die unter dem Handelsnamen Maltaflor vertrieben werden.
Maltaflor ist übrigens generell ein sehr hübscher Gemüsedünger, weil der darin enthaltene Stickstoff eher langsam fließt, d.h. nicht dazu führt, dass die Pflanze zwei-drei Wochen lang vergeilt und danach nichts mehr hat, sondern sie eben eine ganze Saison lang versorgt.
Wenn man es bissel wuchtiger mag, kann man pelletierten getrocknete Rinder- und im extrem auch Hühnergülle verwenden. Insbesondere die Hühnergülle-Pellets aber nicht überdosieren, damit in dem entstehenden Tomatenwald auch noch ein paar Tomaten zu finden sind.
Wenn die beschriebenen Substrate noch zu „böse“ sind, geben auch Hornspäne eine gute N-Versorgung. Aber nicht von jetzt auf gleich, sondern über Jahre verteilt.
Von der Firma „Neudorf“ gibt es einen ausgezeichneten Bio-Dünger. Diese Firma setzt eigentlich bei allen ihren Produkten auf Bio. Erkennbar an den gelben Verpackungen.
Falls das immer noch zu künstlich ist, dann würde ich mir die Bekanntschaft eines Kaninchen-Besitzers suchen. Die Hinterlassenschaften von Kaninchen sind voller Stickstoff, und den wiederum lieben die Tomaten. Am besten den Kaninchen-Mist in den Komposter werfen, oder im Frühjahr als Grundlage ins Hochbeet kippen. Ich habe mit so präparierten Hochbeeten meine Strauchtomaten zu solchen Höchstleistungen anspornen können, dass die ganze Familie keine mehr sehen konnte…
die angeblich besten Tomaten stammen von Vulkanhängen - ergo nimm einfach Vulkangesteinsmehl (gibts in gut sortierten Gartencentern, ist nicht arg teuer). Darf man auch ruhig schon im Herbst aufbringen, da dieses Mehl die Mineralien nur nach und nach abgibt. Überdüngen kann man damit auch nicht so leicht.
Guano (Vogelsch…) ist auch nicht schlecht und sehr natürlich, riecht auch so.
Oder, wenn ihr auf dem Land lebt, Dung vom Bauernhof, von Kaninchenhaltern, Taubenfreunden etc.
Kompost ist auch gut, kann man je nach Gegebenheiten selbst herstellen.
Wichtiger für den Geschmack ist die richtige Tomatensorte.
Basalt enthält von den Grundnährstoffen weder Stickstoff noch Phosphat; Kaliumoxid je nach Herkunft. K-Düngung ist aber im Hausgarten in der Regel überflüssig, die meisten Gartenböden sind mit Kalium überversorgt.
Hallo Georg,
seit Jahren schwören mein Herr und Gebieter und meine Wenigkeit auf … Pferdemist. Leere Farbeimer mit Abzugslöchern werden im Frühjahr mit Pferdemist frisch aus dem Stall gefüllt, dieser wird zusammengetreten, mit Wasser gründlich angegossen und steht dann ca. 1 Woche, nur leicht mit Kompost aus dem Garten bedeckt. Nach ca 1 Woche ist der Eimerinhalt kräftig zusammengerutscht. Dann wird der Eimer gestrichen voll mit frisch gesiebtem Kompost aufgefüllt, nochmals angegossen und darf dann nochmals ca. 1 Woche stehen. Und dann kommen SIE: Die selbstgezogenen Tomatenpflanzen unterschiedlicher Sorten. Im Laufe der nächsten Wochen muss noch ca. 2x Kompost nachgefüllt werden, damit die Tomaten einen sicheren Stand über die ganze Zeit haben.
Derzeit ernten wir pro Tag ca. 2 kg Tomaten, was die Familie, viele Nachbarn und auch Kollegen sehr freut.
ich rate ja nicht, die Pflanzen auf reinem Basaltmehl anzubauen. Gehe mal davon aus, dass Mutterboden vorhanden ist. Stickstoff können Pflanzen mehr oder weniger der Luft entnehmen. Phosphat sollte in gewissen Mengen im Boden enthalten sein, sofern man nicht reinen Sand hat. Kann auch nicht sagen, wieviel Phosphat Tomaten brauchen und wie der Phosphatgehalt den Geschmack beeinflusst.
Meine Tomaten sind meist lecker (eher Sorten- und Wasserabhängig), fast egal wie ich dünge oder den Boden verbessere.
Letzteres schlägt sich eher im Ertrag nieder.
Nichts desto trotz gelten die Tomaten von den Hängen des Vesuv und des Ätna als die leckersten - vielleicht macht manchmal ein Mangel den Geschmack eher besser?
Außerdem hatte ich ja noch etliche andere Tips - habe aber, selbst inzwischen total an märkischen Magersand gewöhnt, vergessen, dass man je nach Boden schauen muss, was Sinn macht.
Vulkanitmehl auf Lehmboden ist sicher Quatsch, bei Kalk je nach dem.
Und es musste ja unbedingt ein absoluter Biodünger sein - da traute ich mich nicht, Blutmehl oder Hornspähne vorzuschlagen - stammt aus Schlachthäusern und ganz überwiegend von Tieren aus der Massentierhaltung mit Medikamenteneinsatz. Das wäre bei der Frau des Posters wohl nicht gut angekommen. War schon unsicher, ob ich Guano vorschlagen soll (Pestizidbelastete Fische werden gefressen von Seevögeln - wers ernst nimmt, sieht auch dort Gefahren.
Habe gesunde Kunden, die aus Angst vor Vitaminmangel (!!) ihr Gemüse zu dünsten wünschen - der Glaube an das absolute Heil durch richtige Ernährung incl. entsprechender Kasteiung ist gerade sehr inn.
Mit Obelix gesagt: die spinnen, die Europäer!).
Gegen Gesteinsmehl kann man nicht so leicht meckern.
Kurz, es war ein Kompromissvorschlag. Ich selbst nutze schon Hornspähne, auch mal Kunstdünger, den aber eher für den Blumengarten.
Kompost, Humus und Vulkanitmehl gehen zu erst an die Verzehrpflanzen. Kaffesatz, Teeblätter etc. auch.
Habe übrigens bei Kartoffeln sehr gute Erfahrungen mit Herbstlaub gemacht. Habe im Herbst wegen des Nursandbodens den ganzen Kolonieweg lehrgefegt und alles auf mein kleines Kartoffelbeet gehäuft und den Winter über verrotten lassen.
Im Jahr darauf hatte ich sehr leckere Kartoffeln.
wenn in großen Mengen angewendet neigt er zum Schimmeln und versäuert den Boden. Pflanzen die eher neutrale bis alkalische Böden mögen finden das nicht so gut.
Rasenverschnitt,
Wenn in großen Mengen angewendet fängt der gerne an zu faulen, weil die Schüttung so dicht wird, daß keine Luft an die unteren Schichten kommt.
Kompostabfälle,
Was jetzt? Kompost oder Grünabfälle?
Grillkohlenasche,
Die ist recht alkalisch. Da gilt das Gegenteil vom Kaffee. Zudem mögen viele Pflanzen das viele Kalium nur bedingt.
Aber es ist beim Düngen einfach so, viel hilft nicht viel.