Bioinformatik - Studium sinnvoll?

Hallo!

Ich bin gerad dabei, mich für das ein oder andere Studium zu entscheiden. Und momentan steht der Studiengang „Bioinformatik“ ganz oben auf meiner Liste, weil mir die Mischung aus Pharmazie, Bio, Genetik etc. und Informatik ziemlich gut gefällt.
Jetzt habe ich auch schon auf ziemlich vielen Seiten,unter anderem auch auf den jeweiligen Hochschulseiten gelesen, dass die Berufschancen in diesem Bereich äußerst gut seien, vor allem weil eben diese Branche stark wächst, und man mit dem Studiengang Bioinformatik gegenüber dem einfachen Informatikstudium spezialisierter und somit gefragter sein soll.
Nun hab ich aber jetzt mal spaßeshalber einige Stellenmärkte im Internet durchforstet und finde nur ganz ganz wenige Angebote, welche dieses Berufsfeld betreffen, wobei diese zumeist auch nur an Doktoren des Fachgebiets vergeben werden. - Deshalb meine Frage:
Ist es momentan wirklich sinnvoll „Bioinformatik“ zu studieren, oder ist das einfach ne Art weit verbreiteter Irrtum, und/oder falsche Euphorie, weil es eben noch ein relativ junger Studiengang ist??

Wäre wirklich super, wenn mir jemand etwas mehr dazu sagen könnte, vllt auch jemand, der selbst mit dem Studium, oder Beruf zu tun hat!

Herzlichen Dank schonmal im Vorraus!.. :smile:

MfG

Felix

Hallo Felix,

grundsätzlich sind die, die das studieren, was ihnen liegt und sie interessiert erfolgreicher und auch im nachhinein die besseren Mitarbeiter.

„Bioinformatik“ ganz oben auf meiner Liste, weil mir die
Mischung aus Pharmazie, Bio, Genetik etc. und Informatik
ziemlich gut gefällt.

Dann darf man sagen, dass Generalisten, die in mehreren Fachgebieten ausreichend fit sind auch im Vorteil sind. Denn je nach Marktlage stehen dir damit verschiedene Arbeitsschwerpunkte offen.

allem weil eben diese Branche stark wächst,

Wächst = in Zukunft wird es mehr Stellen haben, als du jetzt findest.

zumeist auch nur an Doktoren des Fachgebiets vergeben werden.

Da es sich vom Thema her typisch um Forschung handelt sind dort Titel gerne gesehen.

Daher ist meine Ratschläge::

  • mach das, was dir liegt
  • mach nicht nur die Muss-Vorlesungen, sondern ergänze mit sinnvollen Zusatzqualifikationen (BWL, Projektmanagement, Statistik, …)
  • beobachte den Arbeitsmarkt und steuere mit diesen Zusatzinhalten auf Veränderungen hin
  • und ob in ca. 3 - 4 Jahren wirklich der Dr. nötig ist, wird sich zeigen
  • Möglicherweise bietet sich dir dann auch die Möglichkeit auf andere Abschlüsse (Biotechn-Ing.) umzuschwenken, ohne zuviel Nachholverluste

Gruß

Stefan

Auch hallo.

Mit den Bioinformatikern scheint es wie mit den Physikern zu sein: es gibt zwar kaum passende Stellen, aber es kommt auf die zu erfüllenden Eigenschaften an.

Wäre wirklich super, wenn mir jemand etwas mehr dazu :sagen könnte,

Manch einer studiert Bio.-Inf. und arbeitet jetzt als freiberuflicher (Perl)Programmierer. Daran merkt man, dass das Studium universell ist.
Noch ein wenig Lektüre: http://www.bioinformaticsonline.org/

mfg M.L.

Hallo Felix,
Du bist sicherlich einer der ganz wenigen jungen Leute,
die sich VOR der Studienwahl mal den Stellenmarkt unvor-
eingenommen angesehen hat. Das ist sehr gut.
Zu meiner Zeit anno 91 war es ähnlich: Studiengängen wie
Ingenieurinformatik zum Beispiel wurde eine grandiose
Zukunft vorhergesagt. Stellen für Ingenieurinformatiker
sind heute so selten wie vierblättrige Kleeblätter im Vergleich
zu den alteingesessenen Studiengänge Maschbau, E-technik,
Verfahrenstechnik.
Je exotischer und spezialisierter dein Fach ist, desto härter
wird der Kampf um die passenden Stellen.
Und bedenke zudem: Eine Karriere in einer Firma ist immer auch
mit einer Veränderung im Tätigkeitsfeld verbunden. Im Maschinenbau
zum Beispiel von der Konstruktion in den Vertrieb , dann als
Niederlassungsleiter weiter in die Bereichleitung, dann in den Vorstand. Als hochspezialisierter Fachmann bist du nicht sehr flexibel einsetzbar.
Grüße
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]