Ich habe bei meinem alten PC den bisherigen Prozessor (Pentium II Celeron) auf einen „richtigen“ Pentium II mit 400 Mhz getauscht.
Leider meldet das Bios beim Hochfahren aber nur 200 Mhz („Pentium II-MMX CPU at 200 Mhz“).
Die beiden Switches auf dem Motherboard habe ich wie im Handbuch angeführt eingestellt (wird dort genau beschrieben).
Der Aufdruck auf dem „neuen“ Prozessor lässt darauf schließen, dass es sich tatsächlich um einen P-II mit 400 Mhz handelt.
* Was läuft da falsch bzw. was muss ich ändern?
* Gibt es Testprogramme (Free- oder Shareware), mit dem ich die tatsächliche Geschwindigkeit feststellen kann?
* Ist überhaupt ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem Pentium II Celeron 400 und einem richtigen Pentium II 400 zu erkennen?
geraten: Das BIOS ist vor Erscheinen des 400MHz Pentium programmiert worden. Deshalb kann das BIOS nix mit der CPU anfangen und zeigt Gemüse an. Das solltest du ändern. Wenn das BIOS die CPU nicht kennt kann es Ärger geben.
* Gibt es Testprogramme (Free- oder Shareware), mit dem ich
die tatsächliche Geschwindigkeit feststellen kann?
Everrest oder SiSandra (frag google)
* Ist überhaupt ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem
Pentium II Celeron 400 und einem richtigen Pentium II 400 zu
erkennen?
Je nach Program und restlichem System: ja. In Word wird man’s nicht wirklich merken, aber bei Spielen oder MP3-encoding durchaus.
* Ist überhaupt ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem
Pentium II Celeron 400 und einem richtigen Pentium II 400 zu
erkennen?
Der Pentium-II hat den Vorteil, dass er mit 100MHz FSB arbeitet gegenüber dem Celeron mit 66MHz FSB. Auf der anderen Seite hat der Celeron seit je her den 2nd-Level-Cache mit vollem CPU-Takt betrieben, wogegen der Pentium-II seinen nur mit halbem Speed betreibt, der Cache dafür aber vier mal so groß ist. Je nach Anwendung kann der Celeron dadurch sogar schneller sein.
Pentium-II, 400MHz, 100MHz FSB, 512kB L2 Cache half-speed
Celeron, 400MHz, 66MHz FSB, 128kB L2 Cache full-speed
Es handelt um Pentium versus Celeron. Und die Bedeutung des Caches.
Die prozessornahen L1 und L2 Speicher zeichnen sich hierbei durch besonders niedrige Latenzzeiten und hohe Taktraten aus, auf die der Prozessor nahezu ohne größere Verzögerung zugreifen kann. Im Vergleich dazu geht ein Lesevorgang aus dem Arbeitsspeicher nur im Schneckentempo von statten. Ein guter Prozessor versucht also Daten, die er aus dem Arbeitsspeicher benötigt zu laden, bevor er sie eigentlich benötigt. Er schätzt hab, welche Daten zu weiteren Abarbeitung des Prozesses (Threads) oder folgender Threads, die sich schon in der Warteschleife befinden, benötigt werden. Doch beim Schätzen kann man sich natürlich auch verschätzen, was sich dann in einem sogenannten Case Miss äußert. Hier muss der Prozessor mitten in der Bearbeitung eine Pause einlegen und auf die Daten auf den Arbeitsspeicher warten. Das kostet natürlich sehr viel Zeit und somit auch Performance. An dieser Stelle wäre ein Blick in die Grundlagen von HyperThreading anzuraten.
Um die Anzahl der Cache-Misses zu reduzieren, kann es also hilfreich sein, mehr Daten in den schnellen, prozessornahen Caches abzulegen. Eine Vergrößerung kann hier also wahre Wunder bewirken. Hier gilt es jedoch einen idealen Mittelweg zu finden. Denn die Caches sind nur dann schnell, wenn sie klein gehalten werden. Außerdem sind sie in ihrer Fertigung hochkomplex, da sie sehr viele Transistoren beinhalten. So machen 256kB L2 Cache beispielsweise ca. 13 Millionen zusätzliche Transistoren, die je nach Prozessorarchitektur mit dem vollen Prozessortakt betrieben werden. Doch bereits ein fehlerhafter Transistor kann das Aus für den ganzen Prozessor bedeuten.
Während die ersten Pentium 4 Prozessoren mit Willamette-Kern noch über einen 256 kB L2 Cache verfügten, kommen Pentium 4 Prozessoren mit Northwood-Kern mit ganzen 512 kB von diesem Speicher daher. Der erreichte Leistungszuwachs bei gleichem Takt ist ernorm, was nicht zuletzt der Celeron 2,0 GHz Review zeigte, wo der L2 Cache ganz und gar auf 128 kB L2 beschnitten wurden.