Biovollmich äußerst lange haltbar

Guten Tag,

wenn möglich, kaufe ich Biomilch im Supermarkt. Nun beobachte ich, dass diese immens lange haltbar ist im Vergleich mit der üblichen frischen Vollmich. Die frische Vollmilch ist als pasteurisiert gekennzeichnet, die irritierend lange haltbare Biomilch als „hocherhitzt“.

Ist die Biomilch durch dieses Verarbeitungsverfahren wertgemindert, da heißer und länger erhitzt als frische Vollmich? Wie ist das „Hochererhitzen“ zu werten im Vergleich mit richtiger H-Milch, die wochenlang ungekühlt lagern kann?

Ich bedaure, dass aus Biomilch durch das Hocherhitzen eventuell wieder weniger wertvolle Milch gemacht wird. Die von mir favorisierte echte Rohmilch krieg ich nur, wenn ich einige km über Land fahre, was den Einkauf immens verteuert. Da ich selber einige JAhre Milch von Kuh und Schaf gewonnen und mit Genuss melkwarm und ohne an TBC zu sterben getrunken habe, weiß ich, was mir entgeht!

danke für Eure Antworten, dalga

Hi dalga,
ich habe mal in einer Maschinenentwicklung bei Combiblock (ähnlich wie Tetrapack) gearbeitet. Wegen der Einstellung der Maschinen wurden die gleichen Vorgänge wie in einem Abfüllwerk „gefahren“.

Wegen den Keimen wird Milch immer durch eine UHT (Ultra High Temperature)- Anlage gefahren.
Die Dauer ist so kurz, dass wirklich nur die Keime abgetötet werden.
Die Temparatur liegt knapp über 100 Grad. (genaue Daten nicht mehr im Kopf, ist schon mehr als 1 Jahr her)

Die Milch wird also nur sterilisiert. Die Inhaltsstoffe gehen durch die kurze Erhitzung nicht verloren.
Pasteurisieren heisst doch auch nur „abkochen“ nach Louis Pasteur, der diese Art der Konservierung entdeckte.

Beides ist also die gleiche Art der Sterilisation.

Du weisst ja, dass du deshalb Rohmilch immer erst kochen solltest, damit du keine Keime zu dir nimmst.
PS: Bin selbst auch als Kind mit Milcvhkanne zum Bauern gefahren… manchmal war sogar bei der Ankunft zuhause noch was drin *g*
Ist wirklich kein Vergleich mit H-Milch *schleck*

Bio ist doch im Fall von Milch nur die Art der Milcherzeugung und dass dadurch vielleicht andere/bessere Inhaltsstoffe (Kräuter usw.) enthalten sein könnten.
Nachdem die Milch jedoch im Werk angekommen ist, muss sie die gleichen Prozesse durchlaufen wie andere Milch.

Die festgestellte höhere Haltbarkeit wird also wohl nicht durch die Sterilisation erzeugt.
Nach meiner Meinung ist pasteurisieren das gleiche wie ultrahoch erhitzen.
In beiden Fällen wird die Milch ganz kurz aufgekocht und dann wieder abgekühlt.
Pasteurisieren klingt aber wohl eher nach „BIO“ als UHT
(Im Ausland gibts z.B. keine H-Milch, sondern UHT-Milch)

Gruß
BJ

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich glaube, da bringst Du etwas durcheinander. Pasteurisieren und
UH(T)-Erhitzen ist nicht dasselbe.

Bevor ich lange rumschwafle, guckst Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Milch#Konservierung_und…

Gruß T.

Hallo,

Wegen den Keimen wird Milch immer durch eine UHT (Ultra High
Temperature)- Anlage gefahren.

Kann sein, daß die gleiche Anlage benutzt wird, aber sicher nicht
mit den gleichen Parametern (Temp., Druck, Zeit).

Die Dauer ist so kurz, dass wirklich nur die Keime abgetötet
werden.

Ob sich chemisch was an den Inhaltsstoffen ändert ist schon stark
abhängig von der Temperatur.
Beim erhitzen werden auf alle Fälle Einweiße gerinnen und
je nach Temp. verändern sich diverse Bestandteile.
Dadurch ändert sich der Geschmack. Das ergibt den Unterschied
zw. H-Milch (hocherhitzt und homogenisiert)
und (frischer)pasteurisierter Milch.

Die Temperatur liegt knapp über 100 Grad. (genaue Daten nicht
mehr im Kopf, ist schon mehr als 1 Jahr her)

Zum Pasteurisieren wird aber nicht abgekocht, schon gar nicht
wird Ultrahocherhitzt, sondern eben nur mit niedriger Temp.
pasteurisiert.
http://www.schnellerkochen.de/beitrag/konserven.htm

Dadurch wird die Milch auch nicht komplett steril und infolge
dessen ist die Haltbarkeit selbst bei kühler Lagerung begrenzt.

Die Milch wird also nur sterilisiert. Die Inhaltsstoffe gehen
durch die kurze Erhitzung nicht verloren.
Pasteurisieren heisst doch auch nur „abkochen“ nach Louis
Pasteur, der diese Art der Konservierung entdeckte.

Ahja, Louis Pasteur hat also das „Abkochen“ erfunden ???
Da muß ich dir leider sagen, daß dieses Verfahren der
Konservierung schon deutlich länger bekannt war.

Da hast offenbar nicht den Unterschied zwischen abkochen und
Pasteurisieren begriffen.
http://www.naturkost.de/info/i1005.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Pasteur
http://de.wikipedia.org/wiki/Pasteurisierung

Beides ist also die gleiche Art der Sterilisation.

Wohl kaum.

Du weisst ja, dass du deshalb Rohmilch immer erst kochen
solltest, damit du keine Keime zu dir nimmst.

Milch frisch aus der Kuh ist nicht verkeimt.
Anderfalls bekäme der Bauer bei jeder Lieferung von der Molkerei
einen Rüffel und entsprechende Abzüge.
Deshalb ist beim Melken streng auf Sauberkeit zu achten und die
Melkanlage ist regelmäßig zu säubern.

Außerdem, von welchen Keimen sprichst Du ?
Frischmilch wird üblicherweise sauer und das ist nix gefährliches.

PS: Bin selbst auch als Kind mit Milchkanne zum Bauern
gefahren… manchmal war sogar bei der Ankunft zuhause noch was
drin *g*
Ist wirklich kein Vergleich mit H-Milch *schleck*

Mit H-Milch muß man das auch nicht vergleichen. Da ist der
Abstand zum Geschmack frischer Milch verfahrensbedingt am
größten. Deshalb gibt es ja auch Frischmilch.

Bio ist doch im Fall von Milch nur die Art der Milcherzeugung
und dass dadurch vielleicht andere/bessere Inhaltsstoffe
(Kräuter usw.) enthalten sein könnten.

Auch das ist Blödsinn.
http://www.naturkost.de/basics/milch.htm
BIO hat vor allem den Hintergund, daß Schadstoffbelastungen
durch Pflanzenschutzmittel und Arztneien (z.B. Antibiotika)
deutlich niedrigere Grenzwerte haben bzw. deren Benutzung
wesentlich strenger reglementiert wird. Außerdem hat es was
mit den Haltungsmethoden zu tun und dem Herkunftsnachweis
von Tieren und Futter sowie sonstigen Zusatzstoffen.

Die festgestellte höhere Haltbarkeit wird also wohl nicht
durch die Sterilisation erzeugt.

Na wodurch denn sonst ???

Nach meiner Meinung ist pasteurisieren das gleiche wie
ultrahoch erhitzen.

Denkst Du bloß.
http://www.foerster-technik.de/cms/front_content.php…
http://de.wikipedia.org/wiki/Pasteurisierung

In beiden Fällen wird die Milch ganz kurz aufgekocht und dann
wieder abgekühlt.
Pasteurisieren klingt aber wohl eher nach „BIO“

Das ist Humbug.

als UHT (Im Ausland gibts z.B. keine H-Milch, sondern UHT-Milch)

An welches Ausland denkst Du da ???

Gruß Uwi

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Servus,

bevor hier alles durcheinandergeht, mal kurz die verschiedenen Verfahren zur Behandlung von Milch:

  • Sterilisieren: 30 Minuten, 110-120°C, sehr starker Kochgeschmack wegen Denaturierung von Eiweiß
  • Ultrahocherhitzen: mindestens 2 Sekunden, 135-140 °C, Abfüllung in keimfreie Verpackungen, Kochgeschmack
  • Hocherhitzen: knapp 2 Sekunden, 140° C; kaum wahrnehmbarer Kochgeschmack - das ist die „Biomilch“ von „à la Carte“, die Du hast
  • Pasteurisieren: 15-30 Sekunden bei 72-75°C, das ist die handelsübliche Trinkmilch ohne Kochgeschmack, bei der wegen der kurzen Dauer und der relativ niedrigen Temperatur alle Eiweiße so bleiben, wie sie von der Kuh kommen (auch wenn bei 60° C Eiweißgerinnung anfängt, ist die Dauer der Erhitzung zu kurz)

Was Supermarkt und Biomilch angeht, gilt einmal wieder „You can’t have the cake and eat it“: Es gibt in spezialisierten Ketten wie Alnatura durchaus „frische“ d.h. pasteurisierte Trinkmilch, die „Bio“ heißt - sie kostet halt Geld. Wenn Du Dir die Transportwege und Kühlketten vorstellst, die bei der geringen Nachfrage nötig sind, kannst Du neben jede Flasche Milch einen Liter Diesel ins Regal stellen. Zwischen „Bio“ und „Öko“ liegen hier etwa 180°.

Gleiches gilt übrigens für die viel gelobte Rohmilch: Um die bei dieser Milch erlaubten Keimzahlen zu erreichen, muss man Ställe und Melkanlagen mit einem ungeheuren Aufwand einrichten, und bis gemolken ist, laufen ganze Tanks von Desinfektionsmitteln im Wortsinn den Bach hinunter, wegen der Lage der Betriebe oft genug so gut wie ungeklärt. Was hier dem eigenen Bauchnabel gut tut, richtet gleichzeitig enormen Schaden jenseits des Gartenzaunes an.

Hierzu:

ohne an TBC zu sterben getrunken habe,

kurz die Erinnerung: Dass Dir das möglich war, kam daher, dass TBC und Brucellose seit den 1960er Jahren kein ernstes Problem mehr darstellten. Mit Mitteln, angesichts derer heute jeder laut „Totalitäär!“ kreischen würde, wurden diese Krankheiten dahin zurückgedrängt, wo sie hingehören. Wer sich weigerte, seinen Stall TBC-frei zu machen, musste damit rechnen, dass sein Bestand gekeult und der Stall auf Dauer zugemacht wird. Zu den Reihenuntersuchungen an der Grundschule habe ichs erlebt, dass Schulschwänzer polizeilich vorgeführt wurden. Und was soll ich sagen: Wir haben gewonnen.

Bei mir ist die TBC meines Vaters (der tatsächlich fast daran gestorben wäre, zu seinem Glück waren damals die ersten Antibiotika aus US-Lizenzen im Erprobungsstadium) nie zum Ausbruch gekommen, aber ich habe keinen TBC-Test erlebt, bei dem ich nicht rausgewunken worden wäre, zuletzt an der Uni in den 1980er Jahren. Ich bin froh, dass ich mich darauf verlassen kann, dass die Milch, die ich kaufe, pasteurisiert ist. Die Rohmilch überlasse ich gern den Leuten, denen das Hüten ihres eigenen Astralleibes jede Öko-Sauerei wert ist.

Der besondere Geschmack von frisch ermolkener Milch (hab ich auch ne Weile gemacht) kommt übrigens nicht so sehr davon, dass diese nicht pasteurisiert ist, sondern davon, dass diese (1) enorm fett ist - je nach Rasse und Fütterung etwa 4,2…4,3 % i.Tr.- und (2) vor allem nicht rahmhomogenisiert ist, so dass man den Rahm sozusagen gegenständlich in Tröpfchen bzw. Flocken schmeckt. Pur getrunken hat mir Milch direkt ab Kuh übrigens genau wegen dieser Eigenschaften immer den Magen gelupft, aber im Kaffee oder sauergestellt ist sie natürlich schon was Geniales.

Bloß - vgl. oben - wenn ich den Stall nicht persönlich kenne, würde ich nicht pasteurisierte Milch nicht anrühren.

Schöne Grüße

MM

Hallo,
es geht um 3 verschiedenen Qualitaets-Parameter.

Der Fettgehalt bestimmt die Bezeichnung VOLLmilch, 3,5 Prozent Fettgehalt.
Die Bezeichnung BIO bezieht sich auf die Art der Erzeugung und indirekt auf den Schadstoffgehalt.
UHT-Milch (ultrahocherhitzt) H-Milch ist homogenisierte und durch Ultrahocherhitzung haltbar gemachte Milch, fuer die Bakterienabtoetung verarbeitet.

Bei Deiner Bio UHT Voll-Milch kommt das alles in einem Produkt zusammen.

Gruss Helmut