Birnbaumkrankheit

Hallo,

wir haben im Garten u.a. mehrere Sorten Birnbaüme. Auf den Blättern erscheinen rote Flecken, aus denen spitzenartige Gebilde herauskommen. Diese Krankheit wird umgangssprachlich „Birnenstecher“ genannt. Was kann man dagegen tun?
Über hilfreiche Tips wäreen wir sehr dankbar.
Grüße Rosi

Hi Rosi,
Das ist ein Pilz, heisst „Birnengitterrost“ die Sporen überwintern an Wachholder, (orangiger Schleim)
ist für Birnen nicht lebensgefährlich, ca.2% Blattschaden.

befallene, kranke Wachholder ausmerzen, mit Chemie hab ich bis heute nur mit dem Pilzmittel „Gesal“ Erfolg verzeichnet.
Mit „Birnenstecher“ meinst Du sicher den Birnenzweigstecher,ein Käfer, der wie eine Nähmaschiene, rund um den jungen Zweig Loch an Loch sticht, der Zweig verdorrt.
Gruss Fritz a.d.Uw.

Hallo Fritz,

: Das ist ein Pilz, heisst „Birnengitterrost“ die Sporen
: überwintern an Wachholder, (orangiger Schleim)
: ist für Birnen nicht lebensgefährlich, ca.2% Blattschaden.

Ich bezweifle, das es bei einem Schaden von 2 % bleibt. Ich habe schon Befall gesehen, wo ca. 50% der Blattfläche betroffen ist.

Die Krankheit, die Du meinst, bezieht sich nur auf die von Rosi geschilderten orangerot-gelben Flecken (blattunterseits müssen an diesen Stellen rote Pusteln (Sporenlager) zu sehen sein). In meinem „Taschenbuch des Pflanzenarztes“ steht, dass wichtigster Zwischenwirt der Sadebaum (Juniperus sabina) ist (was mir aber nichts sagt).

Bekämpfung wäre: Beseitigung des Zwischenwirtes; Spritzungen mit Metiram oder Propineb in Ausnahmefällen.

Die von Rosi beschriebenen spitzen Gebilde passen nicht zu dieser Krankheit. Ich habe nichts gefunden, was das sein kann (Gallenbildung?).

: Mit „Birnenstecher“ meinst Du sicher den
: Birnenzweigstecher,ein Käfer,

Es gibt noch einen Birnenknospenstecher,bei dem schon im Winter vertrocknete Knospen auffallen, die Knospen sind im frühjahr tot und innen ausgehöhlt, eine Larve oder Puppe
enthaltend. Die Käfer fliegen im Mai; Eiablkage im Oktober.

Viele Grüsse,
Deborah

Hallo Deborah,

Das ist ein Pilz, heisst „Birnengitterrost“ die Sporen
überwintern an Wachholder, (orangiger Schleim)
ist für Birnen nicht lebensgefährlich, ca.2% Blattschaden.

Ich bezweifle, das es bei einem Schaden von 2 % bleibt. Ich
habe schon Befall gesehen, wo ca. 50% der Blattfläche
betroffen ist.

Die 2% beziehen sich natürlich auf den ganzen Baum, nicht einzelne Blätter. Pro Blatt in der Regel nur 1-2 Tupfen, abnehmend im oberen Bereich des Baumes. Wie bei Schorf und Mehltau ist dies abhängig von Temp. und Abtrocknungszeit. Wenn diese roten „Tupferl“ störend wirken, ist so oder so Chemie notwendig. Also nützt man die Gelegenheit, und spritzt anfangs Juni kombiniert auch gegen Obstmade mit 1.„Gesal“und 2.“Insegar“ nach meiner langjährigen Erfahrung wirkt nur „Gesal“! (auch bei Rosen (Sternrusstau))

Die Krankheit, die Du meinst, bezieht sich nur auf die von
Rosi geschilderten orangerot-gelben Flecken (blattunterseits
müssen an diesen Stellen rote Pusteln (Sporenlager) zu sehen
sein).

Ich meine nicht, wenn ich auf dieser Schwarte poste, bin ich jeweils überzeugt das richtige zu wissen.
Rosi wollte ja wissen ,welche Krankheit. verwirrt!

in meinem „Taschenbuch des Pflanzenarztes“ steht, dass
wichtigster Zwischenwirt der Sadebaum (Juniperus sabina) ist
(was mir aber nichts sagt).

Liebe Deborah, nicht alle Leute verstehen die lat. Namen der Pflanzen !! kannst in jedem Lexikon nachlesen , Juniperus ist Wacholder oder auch in (De) Sadebaum „gg“ davon gibt es verschiedene Arten,die nicht gleich anfällig sind.

Bekämpfung wäre: Beseitigung des Zwischenwirtes;

hab ich ja geschrieben !! aber bitte nur befallene Pflanzen Febr.-März, dicker orangiger Schleim , alt befallene sind auch jederzeit an den Verdickungen erkenntlich. Bitte an alle Gartenbesitzer dies unbedingt kontrollieren ! auch ev. in der Nachbarschaft absuchen.

Die von Rosi beschriebenen spitzen Gebilde passen nicht zu
dieser Krankheit. Ich habe nichts gefunden, was das sein kann
(Gallenbildung?).

eben unter dem Blatt , wie Du auch oben geschrieben hast.

Mit „Birnenstecher“ meinst Du sicher den
Birnenzweigstecher,ein Käfer,

habe ich nur erwähnt, weil dieser Käfer selten ist und an den „Stichen“ leicht zu bestimmen.

Es gibt noch einen Birnenknospenstecher,bei dem schon im

so gut wie es auch noch einige Maikäfer gibt „gg“

Liebe Deborah , Du bist sehr gut in vielen Belangen Gartenbau und sonst auch sehr geschätzt in diesem Forum, aber glaub mir Obstbau ist bei mir eine Leidenschaft seit über 65 Jahren „bgrins“
Gruss
Fritz a.d.Uw.

Ich wollte Deine Kompetemz nicht anzweifeln
Hallo Fritz,
tut mir leid.

Das der Sadebaum zu den Wacholdern gehört, weiss ich nun; ich wunderte mich schon wegen Juniperus…

Ich denke, es ist manchmal hilfreich, wenn man den leuten sagt, wie die Krankheiten, Insekten oder was auch immer „richtig“ heissen, weil diese lateinischen Begriffe hilfreich sind (stehen auf PSM-Packungen usw.). (Taxonomische Familien- oder Gattungswechsel sind dabei natürtlich nicht ausgeschlossen, was die Sache kompliziert machen kann.)

hab ich ja geschrieben !! aber bitte nur befallene Pflanzen
Febr.-März, dicker orangiger Schleim ,

diesen Schleim habe ich noch nie gesehen.

eben unter dem Blatt , wie Du auch oben geschrieben hast.

ich hatte mir das anders vorgestellt, eben wie dünne spitzenartige Gallen auf der Blattoberseite; gibt es z.B. auf Eichen (glaube ich).

Liebe Deborah ,
(…)

Es gibt kompetentere – (*Blömelsche weiterreich*)

Deborah

Genaue Beschreibung/ Birnengitterrost

Das ist ein Pilz, heisst „Birnengitterrost“ die Sporen
überwintern an Wachholder, (orangiger Schleim)
ist für Birnen nicht lebensgefährlich, ca.2% Blattschaden.

Hallo Fritz,

Das halte auch ich für einigermaßen untertrieben.Ich habe schon so einige Birnenbäume dran eingehen sehen nachdem sie einige Jahre immer wieder einen großen Haufen Blätter verloren haben.
Damit meine Aussage auch hieb und stichfest ist,folgender Auszug der Weihenstefaner Lehr-und Versuchsanstalt.Leider klappt das mit dem linken bei mir noch nicht,ein link wäre natürlich eleganter…:

Informationsdienst Weihenstephan
Informationspool der Versuchsanstalt
Merkblätter Thomas Lohrer
Institut für Botanik und Pflanzenschutz
Zum Thema : Krankheiten
Merkblätter des Institutes für Botanik und Pflanzenschutz

Birnengitterrost


Früher Befall
an Birne
Blattflecken an Birne
(Oberseite nah) Sporenlager an Wachholder Gitterstruktur an Birne Fruchtbefall Symptom am Wachholder
(Frühjahr) Symptom am Wachholder
(Sommer)

Erreger - Namensgebung - Wirtspflanzen - Krankheitsbild - Bedeutung - Biologie - Vorbeugung und Bekämpfung - Hinweis
Erreger
Es handelt sich hierbei um einen wirtswechselnden Rostpilz (Gymnosporangium sabinae), d.h. dieser benötigt für seinen vollständigen Entwicklungszyklus zwei Pflanzenarten, den Wacholder und die Birne; der vollständige Wirtswechsel wurde erst im Jahre 1865 aufgeklärt.

Wirtspflanzen
Es liegt ein obligater, d.h. unabdingbarer Wirtswechsel zwischen Wacholder und Birne vor. Bei den Wacholderarten ist eine Arten- und Sortenbetrachtung erforderlich. So zeigt sich Juniperus chinensis Pfitzeriana´oder J. sabina Tamariscifolia´ als stark anfällig gegenüber dem Pilz, wogegen kein Befall bei J. communis oder verschiedenen J. squamata-Arten auftritt (ausführliche Aufstellung hier). Bei den Birnbäumen liegen keine einschneidenden Sortenunterschiede in der Praxis vor (ausführliche Liste hier).

Krankheitsbild
Wacholder (Juniperus spp.): Spindelartige Trieb-Verdickungen, die im Frühjahr (März/April) unter feuchten Bedingungen zu gallertartigen Zapfen (rostrot-orange) aufquellen. Birne (Pyrus communis): Zeitlich versetzt auftretende Blattverfärbung/-flecke auf der Blattober- und unterseite, d.h. zuerst auf der Blattoberseite (orangerot, bis zu 10 mm - Mitte Mai) und dann auf der Blattunterseite (längsgerissene, bis zu 5 mm helle Warzen - erst im Juli/August). Seltener auch an Trieben, Blattstielen oder sogar Früchten zu finden.

Bedeutung
Wacholder (Juniperus spp.): Auf längere Sicht Absterben der betroffenen Zweige, evt. auch ganzer Pflanzen (insbesonder junge). Birne (Pyrus communis): Bei starker Infektion erhöhter, vorzeitiger Blattfall, Wuchsbeeinträchtigungen, Ertragseinbußen.

Vorbeugung und Bekämpfung
Wichtigste Maßnahme ist und bleibt die Entfernung einer der beiden Wirte; also Wacholder (Art und Sorte beachten; s.o.) oder Birne. Bei einer schwachen Infektion der Birnenblätter sind diese zu entfernen, bevor die Warzen gebildet werden. Stark gefährdete Wacholderbüsche können im August/September 3-4mal mit handelsüblichen Schorffungiziden als vorbeugende Maßnahme behandelt werden; nach einer Infektion ist auch mit systemischen Mitteln dem Pilz nicht Herr zu werden. Betroffene Wacholderzweige sind zu entfernen (ins gesunde Holz hinein) und zu verbrennen. Ab einer sichtbaren Infektion der Birnenblätter (etwa Mai/Juni) sind jeweils drei Behandlungen im Abstand von 10-14 Tagen anzuraten; sehr gut wirkt BAYCOR (Bitertanol), gut SAPROL (Triforin), deutlich schlechter jedoch POLYRAM-COMBI (Metiram), DITHANE ULTRA (Mancozeb) oder ANTRACOL (Propineb). Die Schadensschwelle, ab der bekämpft werden soll liegt bei etwa 30-50 % (!) befallene Blätter, d.h. bei einem geringen bis mittlerem Befall ist eine chemische Bekämpfung nicht erforderlich.

Hinweis
Neben dem angesprochenen Birnengitterrost existieren noch eine Reihe weitere Gymnosporangium-Arten, die an Wacholder - wenngleich seltener - ähnliche Symptome hervorrufen. Diese Arten durchlaufen auch eine Wirtswechsel, jedoch mit anderen Pflanzen, z.B. mit Weißdorn, Felsenbirne, Quitte oder Eberesche; Birnen sind hier nicht gefährdet.

Stand: März 1995

Merkblätter, Zum Thema : Krankheiten

Der Grund,warum ich mir die Mühe mache ist,daß Dein oberlehrerhafter Ton mich bei allem Respekt vor Deiner Erfahrung als Hobbygärtner nervt, und ich Deborahs Einwände durchaus bestätigen kann.

Nix für ungut,aber Du bist nicht der einzige Fachmann…
Mina

Informationsdienst Weihenstephan

Link auf Brettbeschreibung, macht dieses Brett überflüssig, wenn nur Hochschulweisheiten gefragt sind !

Hallo Fritz,
es geht nicht darum,woher die Weisheiten kommen,sondern,um die Inhalte und den praktischen Nutzen.
Und davon,daß nur Hochschulweisheiten gefragt sein könnten,sprichst ausschliesslich Du.
Der Inhalt Deines Postings war ergänzungsbedürftig,darum u. a. meine Antwort.
Weihenstefan als link nur deshalb,damit es auch wissenschaftlich hieb- und stichfest ist.Es ist im übrigen nicht vor allem eine Lehr- sondern auch eine Versuchsanstalt.

Wollte belegen,daß der Rost sehr wohl den Baum mit der Zeit töten kann,was in erster Linie meiner Erfahrung entspricht.

Gruß,Mina

Hallo mina,

auf der Brettbescheibung ist der Link für den Informationsdienst Weihenstefan - bereits hineingestellt worden.

Ein Link-Verweis hätte genügt:smile:).

Das sollte nur ein Hinweis sein - keine Kritik, weil solange postings im allgemeinen nicht gelesen werden und es ist schade um die viele Arbeit, die Du Dir gemacht hast, dass alles hier hineinzustellen :smile:.

Gruss BelRia

Das ist ein Pilz, heisst „Birnengitterrost“ die Sporen
überwintern an Wachholder, (orangiger Schleim)
ist für Birnen nicht lebensgefährlich, ca.2% Blattschaden.

Hallo Fritz,

Das halte auch ich für einigermaßen untertrieben.Ich habe
schon so einige Birnenbäume dran eingehen sehen nachdem sie
einige Jahre immer wieder einen großen Haufen Blätter verloren
haben.
Damit meine Aussage auch hieb und stichfest ist,folgender
Auszug der Weihenstefaner Lehr-und Versuchsanstalt.Leider
klappt das mit dem linken bei mir noch nicht,ein link wäre
natürlich eleganter…:

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Birnengitterrost


Früher Befall
an Birne
Blattflecken an Birne
(Oberseite nah) Sporenlager an Wachholder Gitterstruktur an
Birne Fruchtbefall Symptom am Wachholder
(Frühjahr) Symptom am Wachholder
(Sommer)

Erreger - Namensgebung - Wirtspflanzen - Krankheitsbild -
Bedeutung - Biologie - Vorbeugung und Bekämpfung - Hinweis
Erreger
Es handelt sich hierbei um einen wirtswechselnden Rostpilz
(Gymnosporangium sabinae), d.h. dieser benötigt für seinen
vollständigen Entwicklungszyklus zwei Pflanzenarten, den
Wacholder und die Birne; der vollständige Wirtswechsel wurde
erst im Jahre 1865 aufgeklärt.

Wirtspflanzen
Es liegt ein obligater, d.h. unabdingbarer Wirtswechsel
zwischen Wacholder und Birne vor. Bei den Wacholderarten ist
eine Arten- und Sortenbetrachtung erforderlich. So zeigt sich
Juniperus chinensis Pfitzeriana´oder J. sabina Tamariscifolia´ als stark anfällig gegenüber dem Pilz,
wogegen kein Befall bei J. communis oder verschiedenen J.
squamata-Arten auftritt (ausführliche Aufstellung hier). Bei
den Birnbäumen liegen keine einschneidenden Sortenunterschiede
in der Praxis vor (ausführliche Liste hier).

Krankheitsbild
Wacholder (Juniperus spp.): Spindelartige Trieb-Verdickungen,
die im Frühjahr (März/April) unter feuchten Bedingungen zu
gallertartigen Zapfen (rostrot-orange) aufquellen. Birne
(Pyrus communis): Zeitlich versetzt auftretende
Blattverfärbung/-flecke auf der Blattober- und unterseite,
d.h. zuerst auf der Blattoberseite (orangerot, bis zu 10 mm -
Mitte Mai) und dann auf der Blattunterseite (längsgerissene,
bis zu 5 mm helle Warzen - erst im Juli/August). Seltener auch
an Trieben, Blattstielen oder sogar Früchten zu finden.

Bedeutung
Wacholder (Juniperus spp.): Auf längere Sicht Absterben der
betroffenen Zweige, evt. auch ganzer Pflanzen (insbesonder
junge). Birne (Pyrus communis): Bei starker Infektion
erhöhter, vorzeitiger Blattfall, Wuchsbeeinträchtigungen,
Ertragseinbußen.

Vorbeugung und Bekämpfung
Wichtigste Maßnahme ist und bleibt die Entfernung einer der
beiden Wirte; also Wacholder (Art und Sorte beachten; s.o.)
oder Birne. Bei einer schwachen Infektion der Birnenblätter
sind diese zu entfernen, bevor die Warzen gebildet werden.
Stark gefährdete Wacholderbüsche können im August/September
3-4mal mit handelsüblichen Schorffungiziden als vorbeugende
Maßnahme behandelt werden; nach einer Infektion ist auch mit
systemischen Mitteln dem Pilz nicht Herr zu werden. Betroffene
Wacholderzweige sind zu entfernen (ins gesunde Holz hinein)
und zu verbrennen. Ab einer sichtbaren Infektion der
Birnenblätter (etwa Mai/Juni) sind jeweils drei Behandlungen
im Abstand von 10-14 Tagen anzuraten; sehr gut wirkt BAYCOR
(Bitertanol), gut SAPROL (Triforin), deutlich schlechter
jedoch POLYRAM-COMBI (Metiram), DITHANE ULTRA (Mancozeb) oder
ANTRACOL (Propineb). Die Schadensschwelle, ab der bekämpft
werden soll liegt bei etwa 30-50 % (!) befallene Blätter, d.h.
bei einem geringen bis mittlerem Befall ist eine chemische
Bekämpfung nicht erforderlich.

Hinweis
Neben dem angesprochenen Birnengitterrost existieren noch eine
Reihe weitere Gymnosporangium-Arten, die an Wacholder -
wenngleich seltener - ähnliche Symptome hervorrufen. Diese
Arten durchlaufen auch eine Wirtswechsel, jedoch mit anderen
Pflanzen, z.B. mit Weißdorn, Felsenbirne, Quitte oder
Eberesche; Birnen sind hier nicht gefährdet.

Stand: März 1995

Merkblätter, Zum Thema : Krankheiten

Der Grund,warum ich mir die Mühe mache ist,daß Dein
oberlehrerhafter Ton mich bei allem Respekt vor Deiner
Erfahrung als Hobbygärtner nervt, und ich Deborahs Einwände
durchaus bestätigen kann.

> ich aber nicht - jeder gibt doch seinen Ratschläge so gut er kann weiter - oder ??

Nix für ungut,aber Du bist nicht der einzige Fachmann…

> wollte Fritz das sein ??

Gruss BelRia

Hallo mina,

ist ja nett, dass alles hineinzustellen, aber eine wirkliche Aussagungskraft, was nun Birnengitterrost ist und wie ich ihn, ausser mit chemie bekämpfe - steht nun wirklich nichts drin.

Ich handhabe das z.B. so, dass ich alle Blätter die befallen sind, abzupfe und vernichte - also gar nicht spritze und damit bin ich in all den Jahren, sehr gut gefahren.

Denn spritzen und vergiften tun wir doch unsere Gärten schon genug - oder ?

Gespritz wird bei mir nur, damit ich was vom Obst habe und sonst nicht und das auch nur mit schwerem Herzen.

Gruss BelRia

Das ist ein Pilz, heisst „Birnengitterrost“ die Sporen
überwintern an Wachholder, (orangiger Schleim)
ist für Birnen nicht lebensgefährlich, ca.2% Blattschaden.

Hallo Fritz,

Das halte auch ich für einigermaßen untertrieben.Ich habe
schon so einige Birnenbäume dran eingehen sehen nachdem sie
einige Jahre immer wieder einen großen Haufen Blätter verloren
haben.
Damit meine Aussage auch hieb und stichfest ist,folgender
Auszug der Weihenstefaner Lehr-und Versuchsanstalt.Leider
klappt das mit dem linken bei mir noch nicht,ein link wäre
natürlich eleganter…:

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Birnengitterrost


Früher Befall
an Birne
Blattflecken an Birne
(Oberseite nah) Sporenlager an Wachholder Gitterstruktur an
Birne Fruchtbefall Symptom am Wachholder
(Frühjahr) Symptom am Wachholder
(Sommer)

Erreger - Namensgebung - Wirtspflanzen - Krankheitsbild -
Bedeutung - Biologie - Vorbeugung und Bekämpfung - Hinweis
Erreger
Es handelt sich hierbei um einen wirtswechselnden Rostpilz
(Gymnosporangium sabinae), d.h. dieser benötigt für seinen
vollständigen Entwicklungszyklus zwei Pflanzenarten, den
Wacholder und die Birne; der vollständige Wirtswechsel wurde
erst im Jahre 1865 aufgeklärt.

Wirtspflanzen
Es liegt ein obligater, d.h. unabdingbarer Wirtswechsel
zwischen Wacholder und Birne vor. Bei den Wacholderarten ist
eine Arten- und Sortenbetrachtung erforderlich. So zeigt sich
Juniperus chinensis Pfitzeriana´oder J. sabina Tamariscifolia´ als stark anfällig gegenüber dem Pilz,
wogegen kein Befall bei J. communis oder verschiedenen J.
squamata-Arten auftritt (ausführliche Aufstellung hier). Bei
den Birnbäumen liegen keine einschneidenden Sortenunterschiede
in der Praxis vor (ausführliche Liste hier).

Krankheitsbild
Wacholder (Juniperus spp.): Spindelartige Trieb-Verdickungen,
die im Frühjahr (März/April) unter feuchten Bedingungen zu
gallertartigen Zapfen (rostrot-orange) aufquellen. Birne
(Pyrus communis): Zeitlich versetzt auftretende
Blattverfärbung/-flecke auf der Blattober- und unterseite,
d.h. zuerst auf der Blattoberseite (orangerot, bis zu 10 mm -
Mitte Mai) und dann auf der Blattunterseite (längsgerissene,
bis zu 5 mm helle Warzen - erst im Juli/August). Seltener auch
an Trieben, Blattstielen oder sogar Früchten zu finden.

Bedeutung
Wacholder (Juniperus spp.): Auf längere Sicht Absterben der
betroffenen Zweige, evt. auch ganzer Pflanzen (insbesonder
junge). Birne (Pyrus communis): Bei starker Infektion
erhöhter, vorzeitiger Blattfall, Wuchsbeeinträchtigungen,
Ertragseinbußen.

Vorbeugung und Bekämpfung
Wichtigste Maßnahme ist und bleibt die Entfernung einer der
beiden Wirte; also Wacholder (Art und Sorte beachten; s.o.)
oder Birne. Bei einer schwachen Infektion der Birnenblätter
sind diese zu entfernen, bevor die Warzen gebildet werden.
Stark gefährdete Wacholderbüsche können im August/September
3-4mal mit handelsüblichen Schorffungiziden als vorbeugende
Maßnahme behandelt werden; nach einer Infektion ist auch mit
systemischen Mitteln dem Pilz nicht Herr zu werden. Betroffene
Wacholderzweige sind zu entfernen (ins gesunde Holz hinein)
und zu verbrennen. Ab einer sichtbaren Infektion der
Birnenblätter (etwa Mai/Juni) sind jeweils drei Behandlungen
im Abstand von 10-14 Tagen anzuraten; sehr gut wirkt BAYCOR
(Bitertanol), gut SAPROL (Triforin), deutlich schlechter
jedoch POLYRAM-COMBI (Metiram), DITHANE ULTRA (Mancozeb) oder
ANTRACOL (Propineb). Die Schadensschwelle, ab der bekämpft
werden soll liegt bei etwa 30-50 % (!) befallene Blätter, d.h.
bei einem geringen bis mittlerem Befall ist eine chemische
Bekämpfung nicht erforderlich.

Hinweis
Neben dem angesprochenen Birnengitterrost existieren noch eine
Reihe weitere Gymnosporangium-Arten, die an Wacholder -
wenngleich seltener - ähnliche Symptome hervorrufen. Diese
Arten durchlaufen auch eine Wirtswechsel, jedoch mit anderen
Pflanzen, z.B. mit Weißdorn, Felsenbirne, Quitte oder
Eberesche; Birnen sind hier nicht gefährdet.

Stand: März 1995

Merkblätter, Zum Thema : Krankheiten

Der Grund,warum ich mir die Mühe mache ist,daß Dein
oberlehrerhafter Ton mich bei allem Respekt vor Deiner
Erfahrung als Hobbygärtner nervt, und ich Deborahs Einwände
durchaus bestätigen kann.

Nix für ungut,aber Du bist nicht der einzige Fachmann…
Mina

Hallo BelRia,
wegen der Behandlung habe ich das auch nicht gebracht,sondern,weil daraus auch deutlich hervorgeht,welches Ausmaß der Rost annehmen kann.
Eigentlich auch nur darum,weil Fritz Deborahs Einwände so schulmeisterlich abgetan hat und damit leider nicht mal im Recht war.Hab ich auch geschrieben.
Gegen das Spritzen bin ich übrigens auch,aber das ist ein anderes Thema.Konkret ist hier meine Überlegung,daß der wild wachsende heimische Juniperus communis nicht Zwischenwirt ist,und wir uns mit heimischen Arten viel ersparen würden.
Wenn wir Pflanzen pflanzen,die hier nicht hergehören,hat das eben Folgen…
Wobei mich interessieren würde,woher die Überträgerarten kommen und ob sie in ihrer Heimat auch als Zwiwsachenwirt eine Rolle spielen.
Gruß,Anja

Hab den link oben nicht gesehen,es ging aber auch um die spezielle Seite.
Hätte lieber gelinkt,geht aber nicht ,weil die Funktion „kopieren“ irgendwie nicht geht…dafür aber markieren und übertragen,so daß es nicht viel Arbeit war.
Arbeite weiter dran,links übertragen zu können,ist ja für alle einfacher.
Anja

Hallo BelRia,
wegen der Behandlung habe ich das auch nicht
gebracht,sondern,weil daraus auch deutlich hervorgeht,welches
Ausmaß der Rost annehmen kann.
Eigentlich auch nur darum,weil Fritz Deborahs Einwände so
schulmeisterlich abgetan hat und damit leider nicht mal im
Recht war.Hab ich auch geschrieben.
Gegen das Spritzen bin ich übrigens auch,aber das ist ein
anderes Thema.Konkret ist hier meine Überlegung,daß der wild
wachsende heimische Juniperus communis nicht Zwischenwirt
ist,und wir uns mit heimischen Arten viel ersparen würden.

Hallo mina,

Wenn wir Pflanzen pflanzen,die hier nicht hergehören,hat das
eben Folgen…

> leider

Wobei mich interessieren würde,woher die Überträgerarten
kommen und ob sie in ihrer Heimat auch als Zwiwsachenwirt eine
Rolle spielen.

> stelle diese Frage doch mal an die Versuchsanstalt, würde mich auch interessieren :smile:.

Gruss BelRia