Bismarck und die Kaiserkrönung in Versailles

Guten Tag,

irgendwo habe ich mal gelesen, dass Bismarck gar nicht mit der Kaiserkrönung in Versailles einverstanden war, weil er - wie auch sehr verständlich - das als schädlich für die zukünftigen Beziehungen D - F sah.

Ist das richtig? Wo gibt’s dafür Quellen?

Danke, Stucki

Hallo !

Daran, dass er damit die Franzosen brüskiert, hat Bismarck ganz sicher nicht gedacht. Sich nicht einmal Gedanken gemacht.
Im Moment der Krönung wurde noch gekämpft. Versailles war erobert und man hielt sich dort auf. Wäre es der Louvre gewesehen, hätte man Wilhelm dort proklamiert zum Kaiser. Versailles war kein Symbol wie der Ort der Kapitulation 1918. Und - nicht vergessen, die meisten Franzosen wünschten ihren eigenen Kaiser zum Teufel Die Kommunarden waren jetzt Frankreich.

Und - was viel wichtiger war, Versailles war der einziger Ort, an dem König Wilhelm von Preußen die Kaiserwürde annehmen würde. Nicht, weil es der Ort Versailles war, sondern der Zeitpunkt war für Bismarck der günstigste.

Bismarck hatte tagelang mit Wilhelm verhandelt, Kaiser zu werden. Dieser weigerte sich bis zuletzt. Am Morgen der festgesetzten Krönung war der König noch sicher, dass er ablehnt. Erst nachdem der Großherzog von Baden ein erstes Hoch auf „Kaiser Wilhelm“ ausbrachte, gab Wilhelm nach.
Wäre die Zeremonie nicht dort zum richtigen Zeitpunkt geschehen, hätte der König von Preußen ganz sicher auf Ewig abgelehnt.

Gruß Max

hallo!
also dass bismarck nicht daran gedacht hätte ist wohl sehr übertrieben.bsmarck war ein sehr geschickter aussen und innenpolitiker
und von der kompetenz her in seiner zeit wohl ds beste was deutschland passieren konnte. bismarck hat aus heutiger sowieso nur ein manko und das wäre dass er nie an die parlamente und an die parteien glaubte und
hartnäckig versuchte derenm acht zu beschränken und sie klein zu halten. daher ist es völlig undenkbar dass jemand wie bismarck sich keine gedanken darüber macht wie die franzosen diese pein hinnehmen werde.meines wissens war es so dass bismarck gegen eine krönung im
spiegelsaal von versailles war weil er schon wusste dass man damit die franzosen auf ewig als feinde haben werde.bismarck war ein royalist und wollte ein starkes geeintes deutschland in der mitte europas. darüberhinaus war er realpolitiker,dh. er war pragmatiker. ihm war egal ob man gewisse abneigungen gegen gewisse nationen hatte solange man bündnisse zum vorteil deutschlands abschliessen könnte würde er dies tun( beweis hierfür ist die isolation frankreichs kurz vor seinem
abtritt als kanzler).er sah deutschland als einen saturierten staat an
das soll heissen dass deutschland gesättigt war, wenn man noch einen
krieg führen würde dann könne man nurnoch verlieren es gäbe nichts mehr zu gewinnen.und versailles war sehr wohl ein symbol des französischen nationalstolzes.es war die königsresidenz des sonnenkönigs und allein schon daher ein ort der eigentlich unmöglich für vernünftige politiker um dort eine krönung durchzuführen.

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spiegelsaal von versailles war weil er schon wusste dass man
damit die franzosen auf ewig als feinde haben werde.

Weil man den Kaiser im Spiegelsaal gesagt hat, er sei jetzt deutscher Kaiser, deshalb wurden die Franzosen auf ewig zu Feinden??
Er wurde doch nicht zum Kaiser gekrönt!!

Na, doch wohl eher, weil die Deutschen diesen Krieg gewonnen haben und etliche Millionen als Reparationen und etliches an linksrheinischem Gebiet sich nahmen.

Gruß max

ja das ia ja sowieso klar nur darf man in den für heutige zeiten an wahnsinn grenzenden zustände des damals vorherrschenden nationalismus
der in diesen zeiten noch verstärkt aufkam nicht vergessen dass diese
ehrenkränkung schon sehr viel zu bedeuten hatte.

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Hallo,

Daran, dass er damit die Franzosen brüskiert, hat Bismarck
ganz sicher nicht gedacht. Sich nicht einmal Gedanken gemacht.

Na ja, dass er da „ganz sicher nicht dran gedacht“ hatte, fällt mir schwer zu glauben, dass er sich darüber keine (weiteren) Gedanken gemacht hatte, kann ich mir ohne Weiteres vorstellen, das war ihm wohl doch ziemlich egal.

Und - nicht vergessen, die meisten Franzosen wünschten ihren
eigenen Kaiser zum Teufel Die Kommunarden waren jetzt
Frankreich.

Im Prinzip ja, aber die Kommunarden waren nicht mehr lange da. Und der Lauf der weiteren Politik und Denkweise in der Gesellschaft wird durch die Oberschicht und Elite geprägt - und die fühlte sich doch wohl erheblich brüskiert!?

Gruß, Stucki

Im Prinzip ja, aber die Kommunarden waren nicht mehr lange da.
Und der Lauf der weiteren Politik und Denkweise in der
Gesellschaft wird durch die Oberschicht und Elite geprägt -
und die fühlte sich doch wohl erheblich brüskiert!?

Dann müßte diese Tatsache später häufiger Thema von Diskussionen und Buchthemen usw französischer Schriftsteller, Politiker und anderen gewesen sein. War es aber doch nie. Niemand hat den Deutschen vorgehalten, dort habt ihr euren Kaiser proklamiert!.

Hätte Bismarck damit bis Berlin gewartet, wären die deutschen Fürsten sämtlich wieder in ihren eigenen kleinen Fürstentümern verschwunden gewesen. Der Augenblick des Sieges über die Franzosen machte sie alle, plus preuß. König emphorisch und sie waren dort gewillt, den Kaiser zu akzeptieren. Nur dort und das wußte Bismarck.
Zurück in Berlin, im königl. Alltag, zurück an ihren kleinen Fürstenhöfen hätte jeder wieder sein Spiel gespielt und wir hätten keinen Kaiser bekommen.

gruß max

also dass der zeitpunkt gut gewählt war (leider der ort nicht)
ist schon klar aber man muss sich schon vorstellen dass preussen
klar die stärkste nation war.man hatte die österreicher 1866 bei königsgrätz klar besiegt, und nun hatte man die franzosen auch klar
geschlagen welche landstreitmacht hätte denn die preussische vorherrschaft innerhalb deutschlands streitig machen???
die süddeutschen staaten wurden weniger hart bestraft um sie nicht gegen preussen aufzubringen nachdem sie gegen preussen schon mit österreich im krieg waren.und die norddeutschen staaten die gegen preussen waren wurden einfach integriert im preussischen reich.
ich glaube nicht dass man da noch etwas verhindern hätte können wenn
sich die preussen hart auf hart durchsetzen würden.

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