Welches Schiff hat den entscheidenen Treffer in die achtere Flak-Munitionskammer der „Hood“ gelandet? die „Bismark“ oder die „Prinz Eugen“? auf verschiedenen Seiten hab ich verschiedene Sachen gefunden. was stimmt?
vielen Dank für Antworten!
Meines Erachtens war es Eindeutig die Bismark. In Fachbüchern, wie „Die Entdeckung der Bismark“ oder im kürzlich auf RTL gelaufenen Trailer die Bismark wurde das zumindest behauptet. Ich habe schon viele Bücher über diese Fahrt der Bismark gelesen und nie etwas davon gehört, daß die Prinz Eugen diesen Treffer gelandet haben soll.
*imBücherschranksuch* Also laut Bernard Ireland (Schwimmende Bastionen, Schiffe des II. Weltkriegs, ISBN 3-8289-5379-4 Buch anschauen) hat die Bismarck die Hood versenkt…
Hallo in die Runde!
Ich kann meine Vorredner eindeutig bestätigen, der entscheidende Treffer des Gefechtes in der Dänemarkstraße war eine 38,1cm-Granate der Hauptartillerie der Bismarck. Dazu zwei Dinge:
Erstens der Ablauf gemäß Kriegstagebuch des schweren Kreuzers Prinz Eugen ( Kpt.z.S. Brinkmann ).
Danach eröffneten die Briten ( unter Admiral Holland ) um 5 Uhr 53 auf 24500 Meter das Feuer und kamen schnell näher, um die schwach gepanzerten Decks der „Hood“ ( Captain Kerr ) möglichst kurzfristig der feindlichen Artillerie auszusetzen, indem sie rasch den Schußwinkel verkürzten. Dies setzte allerdings die Zahl der zur Verfügung stehenden Geschütze herab. Die Deutsche Gruppe ( Admiral Lütjens ) unter Führung der Bismarck ( Kpt.z.S. Lindemann ) erwiderte das Feuer um 5 Uhr 55 auf 20200 Meter.
Die dritte 20,3 cm-Salve der Prinz Eugen landete einen Deckstreffer im Bereich des Großmastes der Hood, welcher ein enormes Feuer, möglicherweise in der Signalraketenlast, auslöste. Nach diesem Treffer befahl der IAO der Prinz Eugen ( KKpt. Jasper ) Zielwechsel auf die folgende Prince of Wales, was um 5 Uhr 59 auf 17000 Meter mit Vollsalve geschah. Nach diesem Zielwechsel wurde die brennende Hood allein von der Hauptartillerie der Bismarck beschossen ( IAO KKpt. Schneider ), deren Mittelartillerie beschoß ebenfalls die Prince of Wales.
Die vierte Salve der Bismarck traf schließlich die Hood. Die Granate durchschlug die Zitadellpanzerung, detonierte wahrscheinlich in der Munitionskammer der 4 Zoll-Granaten und brachte die benachbarte 15 Zoll-Munition mit zur Detonation, mit den bekannten Folgen.
Nach der achten Salve auf die Prince of Wales sah das Feuerleitpersonal im Vormars der Prinz Eugen, daß das Ziel plötzlich heftig den Kurs änderte, dann wanderte das Wrack der Hood erst in das Blickfeld der Optiken.
Zweitens kann man die Frage noch über technische Daten mittels Ausschlußverfahren klären, falls sich mal jemand sehr hartnäckig gegen den Wahrheitsgehalt der Kriegstagebücher sträuben sollte:
Schaut man sich die Leistungsdiagramme der Hauptgeschütze auf der Prinz Eugen an ( 20,3 cm S.K. C/34 von Krupp ) und nimmt dazu noch die Durchschlagsdiagramme der dazu verwendeten Granaten ( 20,3 cm P.Spr.Gr. L/4,4 ), so ergibt sich folgendes: Auf die angenommene Entfernung hätten die Salven der Prinz Eugen mit Sicherheit nicht den vertikalen Zitadellpanzer um die Munitionskammern durchdringen können und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht den horizontalen Deckspanzer.
Ein schwerer Kreuzer ist in der Regel eben kein tödlicher Gegner für Großkampfschiffe.
Dies ist übrigens auch immer wieder ein schönes Argument für diejenigen, die behaupten, die Geschichte hätte anders ausgehen können, wenn Lütjens den schweren Kreuzer nicht nach diesem Gefecht detachiert hätte, seine Waffen wären im Endkampf schlichtweg nutzlos gegen Rodney und King George V gewesen.
Vielen Dank für die Antworten!
demnach scheinen die informationen auf einer serieusen schlachtschiff-seite wohl falsch zu sein. (blöderweise weiss ich den namen gerade nicht mehr, kann aber nochmal nachgucken…)