Bitcoin Inflation zu erwarten?

Ich schreibe hier extra “erwarten”, nicht “befürchten”, weil ich keine BC habe. Mein Verständnis ist, dass die Gesamtmenge an BCs endlich ist. Man kann sie neu erschürfen mit riesigem und immer mehr zunehmenden Rechenaufwand. Zur Zeit entstehen weltweit gigantische Rechenzentren mit dem Auftrag, KI Programme zu verbessern. Parallel dazu entstehen leistungsfähige Quantencomputer, auch mit Milliardenaufwand. Könnte es sein, dass der Hintergedanke der Investoren auch ist, dass man damit Bitcoins schürfen kann ? Und wenn ja, kommt damit ein weiterer vielleicht zum Exitus führender Verfall deser Kryptowährungen auf uns (aber nicht mich) zu ? Und wenn ja, warum bin ich der einzige Mensch auf der Erde dem solche Gedanken kommen. Und wenn ja, hätte ich damit nicht auch den Nobelpreis verdient und nicht nur dieser Sie- Wissen- Schon in Washington ?

Udo Becker

Moin,

Per Algorithmus ist die Anzahl auf 21 Millionen begrenzt, wobei schon etwa 20 Millionen geschürft wurden. Diese Grenze wurde als Antwort auf die Inflation erschaffen. Blöderweise gelten um die 11% bis 18% als unwiederbringlich verloren, weil z. B. User ihren Zugriff auf ihre Wallet oder Hardware verloren haben.
Die Menge der im Umlauf befindlichen Coins wird somit zwangsweise immer weniger und niemand kann sie zurückholen. Das ist so im System festgelegt.
Es wird gemunkelt, dass Quantencomputer diese zurückholen oder die Verschlüsselung knacken könnten. Könnten! Ob dieser Grund die Ursache für deren Bau ist, wage ich stark zu bezweifeln, denn dann würden die Spekulationen in sich zusammenfallen.
-Luno

IMHO nicht wirklich. Der „Hintergedanke“ ist ja schlicht Geld zu verdienen und das geht mit BC eher schlecht. Der „Hintergedanke“ im KI Business ist eher, das immer mehr Leute auf den Hype aufspringen und deshalb immer mehr Rechenleistung gebraucht wird.

Richtig. Die berechnen eher ganz andere Dinge im Weltraum und Medizin.

Weil Nachts um 12 wenn man nicht schlafen kann noch ganz andere gedanken aufkommen :wink:

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Moin,

Eine kleine Ergänzung zum Thema Quantencomputer:
Es sind keine digital arbeitenden Rechenknechte, wie wir sie von einem typischen PC her kennen. Sie ähneln eher den früheren Analogrechnern, die vielleicht einigen nicht ganz unbekannt sind.
Die KI von G fasst das so zusammen und ich hoffe, dass das halbwegs passt:

Ja, man kann Quantencomputer (insbesondere bestimmte Typen) durchaus mit Analogrechnern vergleichen, da beide in den Bereich des

unconventional computing fallen.

Obwohl moderne Quantencomputer oft als Weiterentwicklung digitaler Systeme angesehen werden, arbeiten viele von ihnen im Kern analog, indem sie physikalische Zustände (Qubits) direkt manipulieren, anstatt nur logische Operationen mit 0 und 1 durchzuführen.

Die wichtigsten Vergleichspunkte:

  • Physikalische Simulation: Analogrechner nutzen elektronische Bauteile (Spannungen, Ströme), um physikalische Systeme nachzubilden. Quantencomputer nutzen die Quantenmechanik, um physikalische Systeme (z.B. Atome, supraleitende Schaltkreise) direkt abzubilden und zu simulieren.
  • Keine diskreten Bits: Während klassische Computer mit festen Bit-Zuständen (0 oder 1) arbeiten, nutzen Analogrechner kontinuierliche Werte. Quantencomputer nutzen Superposition, können also Zustände zwischen 0 und 1 gleichzeitig einnehmen.
  • Analoger Quantenmodus: Besonders „adiabatische Quantencomputer“ (wie von D-Wave) arbeiten analog, indem sie die Energieoptimierung eines Systems nutzen, um Lösungen zu finden.
  • Problemanfälligkeit: Beide Rechnerarten leiden unter physikalischem Rauschen (Störungen), was eine präzise Kalibrierung und Korrektur erfordert.
  • Hybride Nutzung: In der Forschung werden Analogrechner genutzt, um Quantencomputer zu unterstützen oder zu ergänzen.

Wichtige Unterschiede:

  • Technologie: Analogrechner nutzen klassische Elektronik (Spannung, Widerstand), während Quantencomputer supraleitende Teilchen oder Ionenfallen bei extremen Minustemperaturen benötigen.
  • Leistungsfähigkeit: Quantencomputer haben das Potenzial, bestimmte Probleme (z.B. in der Materialforschung) exponentiell schneller zu lösen als jeder klassische Analog- oder Digitalrechner.

Fazit: Ein Quantencomputer ist kein direkter Nachfahre der Analogrechner aus den 1960ern, aber in Bezug auf die analoge Funktionsweise auf physikalischer Ebene (direkte Berechnung statt digitaler Logikgatter) ist der Vergleich absolut legitim.

-Luno

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Nein, mit Sicherheit nicht. Die Vergütung ist dafür zu gering. Aber ich hätte auch noch eine Frage: was hat denn Deine Überlegung mit dem von Dir gewählten Titel der Frage zu tun? Mehr Bitcoins lösen ja gerade keine Inflation aus.

Was ja ein ganz grundsätzlicher Denkfehler ist, wenn man möchte, dass Bitcoin irgendwann mal eine ernsthafte Rolle im Wirtschaftsleben spielen soll. Bzw. die Begrenzung wird zwangsläufig dazu führen, dass der Bitcoin - sofern er irgendwann mal eine ernsthafte Rolle im Wirtschaftsleben erreicht, anstatt reines Spiel- und Spekulationsobjekt zu sein - genau diese Rolle proportional zum Wirtschaftswachstum wieder verlieren wird.

Dass dieser Fehler überhaupt gemacht wurde, liegt wahrscheinlich einfach daran, dass die letzten Menschen, die mit mehreren parallelen Währungen gelebt haben, gerade aussterben - und damit meine ich nicht die diversen Währungen in Europa, sondern die Mangel- und Schwarzmarktwirtschaft im zweiten Weltkrieg bzw. nach dessen Ende.

Verkürzt gesagt: wenn nicht genug Zigaretten da sind, um Lebensmittel zu bezahlen, steigt der Preis für Zigaretten in Kaffee gerechnet - oder die Leute bezahlen dann halt direkt mit Kaffee.

Moin,

Das Thema BTC vs Inflation haben wir hier einige Male durchgenudelt.

Wenn ich die Einträge bei der Tante W. anschaue: Satoshi Nakamoto – Wikipedia , dann scheinen mir eigentlich viele aus der IT dort als Erfinderkandidat in Frage zu kommen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich der Erfinder ganz im Sinne seines Berufes gesagt hat: „Okay, Inflation ist böse, also schaffen wir sie einfach ab.“ Was es nicht mehr gibt, kann sich schließlich nicht mehr schädlich auswirken. Zack, Problem gelöst.Achtung! Reine und ein wenig bösartige Spekulation.
Es könnte sich jedoch auch um einen Joke handeln, vergleichbar in etwa mit Bielefeld, der dann eigene Wege einschlug. Wobei ich da einen nicht ganz unerheblichen Unterschied sehe, BTC existiert, Bielefeld nicht. :grin:
Übrigens: die Entstehungsgeschichte auf Bitcoin Core – Wikipedia

Entstehungsgeschichte

Das Bitcoin-Netzwerk entstand am 3. Januar 2009 mit der Schaffung der ersten 50 Bitcoins.[7] Einige Tage später wurde unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auch die erste Version der Bitcoin-Referenz-Software Bitcoin Core auf derselben Mailingliste veröffentlicht, wie schon das Whitepaper, bei SourceForge und im Internet-Diskussionsforum der P2P Foundation.[8][9] Die erste Version von Bitcoin Core[10] ist in der Programmiersprache C++ geschrieben, verwendet die Programmbibliotheken wxWidgets, OpenSSL, Berkeley DB und Boost und enthält neben Programmdateien für Windows auch Quellcode unter der MIT-Lizenz. Ende 2009 portierte der Finne Martti Malmi die Bitcoin-Core-Software auf GNU/Linux und unterstützte Nakamoto bei der Entwicklung.[11] Später stießen weitere Entwickler aus der Open-Source-Gemeinschaft hinzu. Einige der Entwickler, wie beispielsweise Jeff Garzik, sind auch mit Beiträgen am Linux-Kernel beteiligt. Ende 2010/Anfang 2011 zog sich Nakamoto aus der Entwicklung zurück und übergab die Projektleitung an Gavin Andresen.[12] Heute erfolgt die Entwicklung über Git, die Kommunikation zu Änderungen findet auf GitHub statt.[13] Viele der heutigen Entwickler sind bei den Unternehmen Blockstream oder Chaincode Labs angestellt.[14][15]

Wer sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt, ist nach wie vor völlig unbekannt.

-Luno

Ja, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich das so abgespielt hat. Es ist ja leider oft so, dass suboptimale Ergebnisse dabei herauskommen, wenn technische Lösungen für nicht-technische Anwendungsgebiete gebaut werden.

Ich erinnere mich immer wieder gerne daran, dass der erste Entwurf der neuen Kontoauszüge für einen früheren Arbeitgeber vorsah, dass in der linken Spalte die Haben- und in der rechten Spalte die Sollbuchungen angezeigt werden sollten. Weil es ja netter ist, wenn die Spaltenüberschriften der Reihenfolge ihrer Anfangsbuchstaben im Alphabet entsprechend angeordnet werden.

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