Bitte um Hilfe bei Übersetzung in Lautschrift

Hallo,

für den Titel einer Hochzeitszeitung fehlt mir noch die korrekte Übersetzung in Lautschrift. Vielleicht kann jemand helfen?

Der Titel (in dem die Namen des Brautpaares eingearbeitet sind) heißt: Marie me - Jens oder nie

Mein Versuch sieht so aus:
['mæri mi – jɛːɳs odɛr ˈniː]

Viele Grüße
xknuerz

Mein Versuch sieht so aus:
['mæri mi – jɛːɳs odɛr ˈniː]

Hallo,
Das ist nicht so ganz einfach. Möchtest du den Namen „Marie“ auf Deutsch oder das englische Wort „marry“ transkribiert haben? Die Aussprache ist da ja ganz anders. Es sieht aus, als habest du’s ein bisschen auf’s Wortspiel abgesehen.

Wenn du tatsächlich aber „marry me – Jens oder nie“ haben möchtest, dann wäre das so hier richtig:

[ˈmæɹi miː – jɛns ˈʔoːdɐ niː]

Den Namen „Marie“ transkribiert man auf Deutsch eher so: [maˈʁiː].
Passt auf, dass die Schriftart die Zeichen alle unterstützt! Ich empfehle Gentium. =)

Viele Grüße,

  • André

Hallo André!

[ˈmæɹi miː – jɛns ˈʔoːdɐ niː]

Sprichst Du im vorliegenden Satz tatsächlich „oder“ mit langem o? bei mir ist es kurz.
Mit den Betonungszeichen wäre ich vorsichtiger, ich würde nur die Satzbetonung notieren. Mir erscheint hier „oder“ vollständig unbetont; man müsste sich mal die Waveform dazu ansehen, ich vermute stark, dass man die betonte Silbe von „oder“ in diesem Satz nicht ausmachen kann.
Schließlich habe ich einmal gelernt (und es bislang auch so wahrgenommen), dass das unbetonte -y am Ende englischer Wörter als [ɪ] statt als [i] artikuliert wird.

Meine Variante wäre mithin:
[ˈmæɹɪ miː – 'jɛns ʔodɐ 'niː]

Ich empfehle Gentium. =)

Ich benutze immer Charis, aber das ist Geschmackssache. Ein Font vom SIL ist in jedem Fall empfehlenswert.

Liebe Grüße
Immo

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Vielen Dank ihr Zwei!
Es geht mir in der Tat um das Wortspiel Marie = Marry ;o)

Danke auch für die Hinweise zur Schriftart!
Viele Grüße
xknuerz

Hallo Immo,

[ˈmæɹi miː – jɛns ˈʔoːdɐ niː]

Sprichst Du im vorliegenden Satz tatsächlich „oder“ mit langem
o? bei mir ist es kurz.

Naja, ich transkribiert meist eher die Standardaussprache, weniger wie ich es sagen würde. Und da kurzes gespanntes [o] eigentlich (fast?) nur in Fremdwörtern und Namen und allenfalls noch am Wortende vorkommt, transkribier ich das schon mit langem [oː]. Ich sage auch „odder“, aber das kommt mir dialektal vor.

Mit den Betonungszeichen wäre ich vorsichtiger, ich würde nur
die Satzbetonung notieren. Mir erscheint hier „oder“
vollständig unbetont; man müsste sich mal die Waveform dazu
ansehen, ich vermute stark, dass man die betonte Silbe von
„oder“ in diesem Satz nicht ausmachen kann.

Ja, beides ist im Prinzip möglich: Wortbetonung markieren oder Satzbetonung. Bei letzterem würde ich sagen, sind „Ma-“ und „nie“ jeweils hauptbetont und „me“ und „Jens“ beide nebenbetont. Ich stimme dir zu; Satzbetonung ist hier in dem Fall wohl wichtiger, dann schlage ich vor:

[ˈmæɹi ˌmiː – ˌjɛns ʔoːdɐ ˈniː]

Schließlich habe ich einmal gelernt (und es bislang auch so
wahrgenommen), dass das unbetonte -y am Ende englischer Wörter
als [ɪ] statt als [i] artikuliert wird.

Das kann man sicherlich tun, ich habe die Wörter hier im Wörterbuch nachgeschlagen, da ich in englischer Transkription nicht so fit bin. Dort stand „marry“ hinten mit langem [iː] markiert. Bei http://www.forvo.com/word/marry höre ich teilweise sowohl [ɪ] als auch [i] und z.T. vllt. auch [iː]. Ich könnt’s hier nicht genau sagen und Muttersprachler bin ich nicht, so bin ich nach Wörterbuchaussage gegangen.

Viele Grüße,

  • André

Hallo André!

Naja, ich transkribiert meist eher die Standardaussprache

Gut, ich auch. Aber selbst „Standardaussprache“ ist ja des öfteren Gegenstand ausufernder Diskussionen :smile:

Und da kurzes gespanntes [o]
eigentlich (fast?) nur in Fremdwörtern und Namen und
allenfalls noch am Wortende vorkommt…

Oje, da hast Du mir aber ’ne harte Nuss zu knacken gegeben! Ich hatte ja in einem anderen Thread schon einmal behauptet, dass [o] das unbetonte Allophon zu [oː] sei, man also nur zwischen [ɔ] und [o] unterscheiden müsse, welch letzteres in betonter Silbe automatisch lang ist. Und nun finde mal ein deutsches Wort, das kein Name ist und ein unbetontes o besitzt, welches nicht am Wortende steht (und auch noch gespannt ist)! Ich finde jedenfalls keines, sodass ich momentan die beiden Thesen nicht gegeneinander zu prüfen vermag.
Die Folge aus meiner Einschätzung wäre jedenfalls, dass das in , sobald es nicht betont ist (was genau dann eintreten dürfte, wenn sowohl davor als auch danach eine betonte Silbe steht), kurz und gespannt artikuliert werden müsste.
Ähnliches gilt dann übrigens auch für , aber das kann ich nicht einmal an meiner eigenen Aussprache erkennen, ich sprech’s in etwa [ʃʊ̞nˑ].

Das kann man sicherlich tun, ich habe die Wörter hier im
Wörterbuch nachgeschlagen, da ich in englischer Transkription
nicht so fit bin. Dort stand „marry“ hinten mit langem [iː]
markiert.

Das find ich wirklich klasse! Was ist denn das für’n Wörterbuch? Ich hab PONS (zweibändig) und Langenscheidt (Taschenwörterbuch), da steht’s jeweils mit [ɪ]. Das DDR-Wörterbuch vom Enzyklopädischen Verlag Leipzig unterscheidet leider nicht zwischen [i] und [ɪ]. Ansonsten hab ich nur noch ein „Kleines systematisches Vokabular der Englischen Sprache“ von einem A[lfred?] Seidel aus dem Jahre 1905. Wenn man dort den Aussprachehinweisen glauben darf, benutzt der Autor _nur für [ɪ] und für [iː], andere Kombinationen aus Vokalqualität und -quantität bei i-Lauten scheint er nicht zu kennen. Auch dort wäre dann das auslautende y ein =[ɪ].
Überdies glaube ich mich zu entsinnen, einmal über das (amerikanische) Englisch gelesen zu haben, dass Quantitätsunterschiede immer mit Qualitätsunterschieden einhergehen. Man könne demnach – so folgerte der Text, auf den ich mich beziehe – bei der phonemischen Analyse entweder auf Längezeichen oder auf Qualitätsunterschiede bei bestimmten Lautpaaren verzichten. Demnach dürfte es (zumindest im AE) den Laut [i] gar nicht geben, da [iː] auf jeden Fall vorkommt.

Liebe Grüße
Immo

P.S. Die Aussage, die Transkription von marry „hier im Wörterbuch nachgeschlagen“ zu haben, von jemandem, der Wörterbücher sammelt, wirkt auf mich ohne weitere Quellenangabe beinahe grotesk._