Hallo André!
Naja, ich transkribiert meist eher die Standardaussprache
Gut, ich auch. Aber selbst „Standardaussprache“ ist ja des öfteren Gegenstand ausufernder Diskussionen 
Und da kurzes gespanntes [o]
eigentlich (fast?) nur in Fremdwörtern und Namen und
allenfalls noch am Wortende vorkommt…
Oje, da hast Du mir aber ’ne harte Nuss zu knacken gegeben! Ich hatte ja in einem anderen Thread schon einmal behauptet, dass [o] das unbetonte Allophon zu [oː] sei, man also nur zwischen [ɔ] und [o] unterscheiden müsse, welch letzteres in betonter Silbe automatisch lang ist. Und nun finde mal ein deutsches Wort, das kein Name ist und ein unbetontes o besitzt, welches nicht am Wortende steht (und auch noch gespannt ist)! Ich finde jedenfalls keines, sodass ich momentan die beiden Thesen nicht gegeneinander zu prüfen vermag.
Die Folge aus meiner Einschätzung wäre jedenfalls, dass das in , sobald es nicht betont ist (was genau dann eintreten dürfte, wenn sowohl davor als auch danach eine betonte Silbe steht), kurz und gespannt artikuliert werden müsste.
Ähnliches gilt dann übrigens auch für , aber das kann ich nicht einmal an meiner eigenen Aussprache erkennen, ich sprech’s in etwa [ʃʊ̞nˑ].
Das kann man sicherlich tun, ich habe die Wörter hier im
Wörterbuch nachgeschlagen, da ich in englischer Transkription
nicht so fit bin. Dort stand „marry“ hinten mit langem [iː]
markiert.
Das find ich wirklich klasse! Was ist denn das für’n Wörterbuch? Ich hab PONS (zweibändig) und Langenscheidt (Taschenwörterbuch), da steht’s jeweils mit [ɪ]. Das DDR-Wörterbuch vom Enzyklopädischen Verlag Leipzig unterscheidet leider nicht zwischen [i] und [ɪ]. Ansonsten hab ich nur noch ein „Kleines systematisches Vokabular der Englischen Sprache“ von einem A[lfred?] Seidel aus dem Jahre 1905. Wenn man dort den Aussprachehinweisen glauben darf, benutzt der Autor _nur für [ɪ] und für [iː], andere Kombinationen aus Vokalqualität und -quantität bei i-Lauten scheint er nicht zu kennen. Auch dort wäre dann das auslautende y ein =[ɪ].
Überdies glaube ich mich zu entsinnen, einmal über das (amerikanische) Englisch gelesen zu haben, dass Quantitätsunterschiede immer mit Qualitätsunterschieden einhergehen. Man könne demnach – so folgerte der Text, auf den ich mich beziehe – bei der phonemischen Analyse entweder auf Längezeichen oder auf Qualitätsunterschiede bei bestimmten Lautpaaren verzichten. Demnach dürfte es (zumindest im AE) den Laut [i] gar nicht geben, da [iː] auf jeden Fall vorkommt.
Liebe Grüße
Immo
P.S. Die Aussage, die Transkription von marry „hier im Wörterbuch nachgeschlagen“ zu haben, von jemandem, der Wörterbücher sammelt, wirkt auf mich ohne weitere Quellenangabe beinahe grotesk._