Hi Livia!
Da Du im Brett „Deutsche Sprache“ geschrieben hast und nicht bei „Universität und Schule“, nehme ich an, dass der sprachliche Aspekt Deines Briefes interessiert und weniger die fachliche Korrektheit Deiner Bewerbung.
wie ich Ihnen vor zwei Wochen per Mail mitgeteilt habe, möchte
ich mich für das oben genannte Diplomarbeitsthema bewerben.
Als Korinthenkacker könnte man das „möchte“ ankreiden. Du möchtest Dich doch nicht bewerben, Du tust es, also:
Wie ich Ihnen bereits per Mail angekündigt habe, bewerbe ich mich hiermit für das oben genannte Diplomarbeitsthema.
In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit der Thematik
PPP beschäftigt und bin der Meinung, dass ich eine gute und
vor allem interessante Arbeit verfassen könnte.
Frage: Geht es bei einer Diplomarbeit darum, einen bekannten Aspekt selbst abzuklopfen oder einen neuen Aspekt herauszufinden? Wenn letzteres der Fall ist, wäre doch wohl besser:
… bin der Meinung, dass es mir gelingen wird, einen wichtigen neuen Blickwinkel auf das Thema X darzustellen/einen wichtigen neuen Aspekt des Themas X zu beleuchten. Interessant ist schön und gut, interessant ist Vieles, aber Relevanz für Forschung und Praxis finde ich immer ein schlagendes Argument.
Da ich mich am Ende meines Studiums befinde …
Kommata fehlen, wie folgt ist es in jedem Fall richtig:
Da ich mich am Ende meines Studiums befinde – alle Prüfungen wurden schon erfolgreich abgelegt – , verfüge ich über ausreichend zeitlichen Spielraum , um die Fertigstellung innerhalb des Sommersemesters gewährleisten zu können.
Das erste Komma ist notwendig, das zweite optional. Ich würde es setzen, da der Satz recht lang ist und die Gliederung damit merklich verbessert wird, was sich auf die Lesbarkeit auswirkt. Ein weiterer, untergeordneter Aspekt: Ich beobachte, dass viele Rechtschreib-Fanatiker eher Herren und Damen der alten Schule sind, d. h. die alten Regeln anwenden, wo es nur geht. Vielleicht kommt es gut, wenn Du ebenso verfährst.
Abgesehen von meinen guten Studienerfolgen, auch an Ihrer Abteilung
An? Nicht in Ihrer Abteilung? Da Du u. a. von Coca Cola Österreich schreibst, könnte das ein Austriazismus sein, den ich nicht kenne.
Besonders interessiert mich auch eine
Zusammenarbeit mit Siemens Information & Communication.
Kannst Du da schon eine Zusage vorweisen? Und wenn’s nur ein wohlwollendes Wort in einem Telefongespräch mit kompetenter Stelle war:
Bei Siemens Information & Communication, einem zur Zusammenarbeit von mir bevorzugten Betrieb, hat man bereits Interesse an einer Unterstützung meiner Diplomarbeit signalisiert. Vielleicht noch einen Namen dazu.
Mit der Bitte auf eine baldige Antwort bezüglich dieser
Bewerbung verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Dieses „verbleibe ich“ gefällt mir persönlich nicht, weil es mir zu glatt herüberkommt. Sicher, es ist eine Floskel, aber ich lese es in letzter Zeit auch immer seltener (subjektiv). Ich schlage vor:
Ich hoffe auf eine zustimmenden Nachricht von Ihnen und bedanke mich im Voraus für eine baldige Antwort. /Leerzeile/ Mit freundlichen Grüßen!
Gruß!
Christopher