Bitte um Überprüfung nach Regeln Neue Deutsche!

Liebe Wissende,

eine herzliche Bitte, ob jemand von Euch (sicherlich gibt es einige, die schon sattelfest sind) den Text überprüfen kann, ob sich Verstöße gegen die Schei-Ne-De-Re eingeschlichen haben!

Für eine öffentliche Schule muss dieser Text natürlich stimmen. Bin mir auch nicht sicher, ob „zu sechst“ nicht „zu S echst“ sein muss!

Ein ganz herzliches, liebes Dankeschön schon mal
und allen ein schönes Wochenende!

Désirée

**Das Leben ist herrlich!

Zu einem alten Rabbi kam ein Mann und klagte: „Rabbi, mein Leben ist nicht mehr erträglich. Wir wohnen zu sechst in einem einzigen Raum. Was soll ich nur machen?“

Der Rabbi antwortete: „Nimm deinen Ziegenbock mit ins Zimmer.“

Der Mann glaubte, nicht recht gehört zu haben.

„Den Ziegenbock mit ins Zimmer?“

„Tu, was ich dir gesagt habe“, entgegnete der Rabbi“, „und komm nach einer Woche wieder!“

Nach einer Woche kam der Mann wieder, total am Ende. „Wir können es nicht mehr aushalten, der Bock stinkt fürchterlich!“

Der Rabbi sagte zu ihm: "Geh nach Hause und stell den Bock wieder in den Stall. Dann komm nach einer Woche wieder“.

Die Woche verging. Als der Mann zurückkam, strahlte er über das ganze Gesicht: „Das Leben ist herrlich, Rabbi. Wir genießen jede Minute. Kein Ziegenbock – nur wir sechs!“**

Liebe Wissende,

ist doch alles in Ordnung.

Gruß Fritz

die Schei-Ne-De-Re

Nana, hier die Regeln dazu:

Substantivischer Gebrauch anderer Wortarten

R48 Substantivisch gebrauchte Pronomen (Fürwörter) und Zahlwörter werden großgeschrieben

die Acht, sie hatte vier Einsen im Zeugnis, ein Dritter, jeder Dritte, sie war Dritte im Weitsprung, die verhängnisvolle Dreizehn, ein Achtel, ein Zweites möchte ich noch erwähnen; das vertraute Du, ein gewisser Jemand

Sonst werden Pronomen und Zahlwörter in der Regel kleingeschrieben, in vielen Fällen auch dann, wenn sie mit einem Artikel oder Pronomen gebraucht werden oder mit den Wörtern allerlei, alles, etwas, genug, nichts, viel, wenig u. Ä. in Verbindung stehen á§ 58 (4, 5, 6)ñ.

du, ihr, man, jemand, niemand, derselbe, einer, keiner, jeder, zwei, beide; das wenigste, ein jeder, die beiden, die ersten drei, ein achtel Liter, der eine, der andere
allerlei anderes, etwas anderes, alle drei, alle beide

Die anderen wissen auch nicht Bescheid. Die wahren Hintergründe waren nur wenigen bekannt. Es gab viele, die nicht mitmachen wollten. Sie hat alles vergessen. Was manche sich so alles einbilden!

Wenn hervorgehoben werden soll, dass ein Zahladjektiv wie „viel", „wenig", „eine", „andere" nicht als ein unbestimmtes Zahlwort zu verstehen ist, kann großgeschrieben werden á§ 58 E4ñ.
Auf der Suche nach dem Anderen (= nach einer neuen, unbekannten Welt) sein.

Das Lob der Vielen (= der breiten Masse) war ihr nicht wichtig.
In Verbindung mit dem bestimmten Artikel o. Ä. können Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwörter) auch großgeschrieben werden á§ 58 E3ñ.

Jedem das seine/Seine. Wir haben das unsere/Unsere zur Finanzierung des Projekts geleistet.

Kardinalzahlen unter einer Million werden kleingeschrieben

Alle vier waren jünger als zwanzig. Es hatten sich an die fünfzig gemeldet. Sie kam erst gegen zwölf. Der Redner ist schon über achtzig.

Werden mit „hundert", „tausend" oder „Dutzend" unbestimmte, nicht in Ziffern schreibbare Mengen angegeben, können diese groß- oder kleingeschrieben werden

Es gab Dutzende/dutzende von Reklamationen. Mehrere Dutzend/dutzend Leute standen vor dem Tor. Auf dem Platz drängten sich Hunderte/hunderte von Menschen. Viele Hundert/hundert kamen dabei ums Leben. Es gab viele Tausende/tausende von Freiwilligen. Einige Tausend/tausend kleiner Vögel verdunkelten die Sonne.

© Dudenverlag.

Danke, Fritz! Hast mir sehr geholfen!*GroßeFreude*

Hallo Fritz,

über Deine Hilfe habe ich mich sehr, sehr gefreut! Bitte, verzeih, dass ich so spät reagiere! But … „better late than never!“ Es gab leider unbeschreiblich viel Störmanöver!

Kannst Dir aber nicht vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, dass sich doch jemand „erbarmt“ hat! *smile*

Danke auch für die Regeln und die damit verbundene Mühe! Manches boykottiere ich bewusst (persönliche Anreden der 2. Person Singular/Plural z. B.), aber bei öffentlichen Schulen halte ich mich brav an die Schei-Ne-De-Re. Dabei warst Du mir eine große Hilfe, denn man übersieht ja so leicht etwas, weil man gegenüber den eigenen Fehler total blind ist! *smile*

Eine schöne Woche wünsche ich Dir
und nochmals vielen herzlichen Dank!

Désirée

Liebe Wissende,

ist doch alles in Ordnung.

Gruß Fritz

Hallo,
und das Komma vor dem erweiterten Infinitiv ? Oder war das eine „Kann-Regelung“ ?

Gruß
Don
*verunsichert*

Kommaregeln die Menge
Hallo, Don!

*verunsichert*

Ich weiß nicht, ob dir das hilft.
Aber hier sind mal die einschlägigen Regeln:

Das Komma bei Partizipial- und Infinitivgruppen (Mittelwort- und Grundformgruppen)
R73 Partizipien ohne nähere Bestimmung und Infinitive ohne „zu" stehen in der Regel ohne Komma.
Lachend kam sie auf mich zu. Gelangweilt sah er zum Fenster hinaus. Schreiend und johlend durchstreiften sie die Straßen. Du kannst mir bei der Arbeit helfen.

Vgl. aber R 67.

R67 Das Komma trennt den nachgestellten Beisatz (die Apposition), nachgestellte Erläuterungen sowie nachgestellte Adjektive und Partizipien ab.
Wird der Satz nach solchen Beisätzen, Erläuterungen usw. weitergeführt, so werden sie in Kommas eingeschlossen.

Das Auto, Massenverkehrsmittel und Statussymbol zugleich, bestimmt immer mehr das Gesicht unserer Städte. Johannes Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, wurde in Mainz geboren.

Folgt der Name dem Beisatz, können die Kommas entfallen.

Der Erfinder der Buchdruckerkunst[,] Johannes Gutenberg[,] wurde in Mainz geboren.

Kein Komma steht, wenn der Beisatz zum Namen gehört.

Heinrich der Löwe wurde im Dom zu Braunschweig begraben. Das ist ein Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren.

Gelegentlich entscheidet allein das Komma, ob eine Aufzählung oder ein Beisatz vorliegt. In diesen Fällen kann also das Komma den Sinn eines Satzes verändern.

Gertrud, meine Schwester, und ich wohnen im selben Haus (Beisatz; 2 Personen).
Gertrud, meine Schwester und ich wohnen im selben Haus (Aufzählung; 3 Personen).

Nachgestellte Erläuterungen werden häufig durch Wörter und Wortgruppen wie „und zwar", „nämlich", „z. B.", „insbesondere" eingeleitet.

Das Schiff verkehrt wöchentlich einmal, und zwar sonntags. Wir müssen etwas unternehmen, und das bald. Bei unserer nächsten Sitzung, das ist am Donnerstag, werde ich diese Angelegenheit zur Sprache bringen. Mit einem Scheck über 2000,- DM, in Worten: zweitausend Deutsche Mark, hat er die Rechnung bezahlt. Es gibt vier Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Wird eine adjektivische Beifügung (ein Attribut) durch eine unmittelbar folgende zweite Beifügung näher bestimmt, dann setzt man kein schließendes Komma.
Ausländische, insbesondere holländische Firmen traten als Bewerber auf. Das Buch enthält viele farbige, und zwar mit der Hand kolorierte Holzschnitte.

Das schließende Komma steht auch dann nicht, wenn ein Teil des Prädikats (der Satzaussage) näher bestimmt und die zugehörige Personalform des Verbs nur einmal gesetzt wird.

Er wurde erst wieder ruhiger, als er sein Herz ausgeschüttet, d. h. alles erzählt hatte.

Gelegentlich werden nachgestellte Beisätze oder nachgestellte genauere Bestimmungen nicht als Einschübe gewertet, die den Satz unterbrechen, sondern wie ein Satzglied behandelt und nicht durch Komma abgetrennt. Die Entscheidung liegt in diesen Fällen bei den Schreibenden.

Alle bis auf Hannelore wollen mitfahren.
Oder:Alle, bis auf Hannelore, wollen mitfahren.
Der Angeklagte Max Müller erschien nicht zur Verhandlung.
Oder: Der Angeklagte, Max Müller, erschien nicht zur Verhandlung.

Wie nachgestellte Adjektive und Partizipien werden auch entsprechende Partizipialgruppen und andere Wortgruppen behandelt.

Er schaut zum Fenster hinaus, müde und gelangweilt. Sie erzählte allerlei Geschichten, erlebte und erfundene. Der November, kalt und nass, löste eine heftige Grippewelle aus. Dein Wintermantel, der blaue, muss in die Reinigung.
Kabeljau, gedünstet
Wir, nicht wenig erschrocken, rannten aus dem Zimmer. Neben ihm saß seine Freundin, den Kopf im Nacken, und hörte der Unterhaltung zu.

Das Komma steht aber nicht, wenn in bestimmten festen Fügungen oder dichterischen Wendungen ein allein stehendes Adjektiv nachgestellt ist.
Aal blau
Karl Meyer junior
Bei einem Wirte wundermild …

R74 Die Partizipialgruppe kann man durch Komma abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um Missverständnisse auszuschließen.

Aus vollem Halse lachend[,] kam er auf mich zu. Er sank[,] zu Tode getroffen[,] zu Boden. Seinem Vorschlag entsprechend[,] ist das Haus verkauft worden. Ihre Wohnung betreffend[,] möchte ich Ihnen folgenden Vorschlag machen. Das sind[,] grob gerechnet[,] 20 % der Einnahmen. Das ist[,] logisch betrachtet[,] nicht in Ordnung.

Einige Wortgruppen sind den Partizipialgruppen gleichzustellen, weil man sie durch „habend", „seiend", „werdend", „geworden" ergänzen kann.
Seit mehreren Jahren kränklich[,] hatte er sich in ein Sanatorium zurückgezogen.

R75 Den erweiterten Infinitiv mit „zu" (die Infinitivgruppe, Grundformgruppe) kann man durch Komma abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um Missverständnisse auszuschließen.

Etwas Schlimmeres[,] als seine Kinder zu enttäuschen[,] konnte ihm nicht passieren.
Wir versuchten[,] die Torte mit Sahne zu verzieren.
Wir empfehlen[,] ihm nichts zu sagen.
Wir empfehlen ihm[,] nichts zu sagen.

Ein Komma ist aber nicht sinnvoll:
wenn der erweiterte Infinitiv mit dem Hauptsatz verschränkt ist oder wenn er innerhalb der verbalen Klammer steht;

Diesen Vorgang wollen wir zu erklären versuchen. (Hauptsatz: „wir wollen versuchen"; Infinitivgruppe: „diesen Vorgang zu erklären".)
Wir hatten den Betrag zu überweisen beschlossen. (Verbale Klammer: „hatten … beschlossen"; Infinitivgruppe: „den Betrag zu überweisen".)

wenn ein Glied des erweiterten Infinitivs an den Anfang des Satzes tritt und der Hauptsatz dadurch von dem erweiterten Infinitiv eingeschlossen wird;
Diesen Betrag bitten wir auf unser Konto zu überweisen. (Hauptsatz: „wir bitten".)

wenn der erweiterte Infinitiv auf Hilfsverben oder auf die Verben „brauchen", „pflegen", „scheinen" folgt.
Die Spur war deutlich zu sehen. Sie haben nichts zu verlieren. Sie pflegt abends ein Glas Wein zu trinken. Du scheinst heute schlecht gelaunt zu sein.

Zielt ein hinweisendes Wort (oder eine hinweisende Wortgruppe) auf die Infinitivgruppe, dann müssen Kommas gesetzt werden.

Zu tanzen, das ist ihre größte Freude. Erinnere mich daran, den Mülleimer auszuleeren. Ihre Absicht ist es, im nächsten Jahr nach Mallorca zu fahren. Und dieser Gedanke, einfach alles aufzugeben, ließ ihn nicht mehr los.

Das gilt auch für eingeschobene erläuternde Infinitivgruppen.
Wir, ohne einen Moment zu zögern, hatten sofort zugestimmt.

© Dudenverlag.

Gruß Fritz

Ich weiß nicht, ob dir das hilft.
Aber hier sind mal die einschlägigen Regeln:

[…]

R75 Den erweiterten Infinitiv mit „zu" (die Infinitivgruppe, :Grundformgruppe) kann man durch Komma abtrennen, um die :Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um :Missverständnisse auszuschließen.

Etwas Schlimmeres[,] als seine Kinder zu enttäuschen[,] konnte :ihm nicht passieren.
Wir versuchten[,] die Torte mit Sahne zu verzieren.
Wir empfehlen[,] ihm nichts zu sagen.
Wir empfehlen ihm[,] nichts zu sagen.

[…]

© Dudenverlag.

Gruß Fritz

Hallo Fritz,

also ist das „Der Mann glaubte, nicht recht gehört zu haben.“ zwar richtig, man kann das Komma aber weglassen.

*war meine Vermutung nicht ganz falsch*

Danke und schöne Grüße
Don