Prinzipiell…
Fehlt ja leider die Position des Unterschreibenden.
Die hat auch noch eine Auswirkung.
Frau Vorname XY,geboren am XY, war in der Zeit vom 14.0.1.2008 bis zum 14.04.2009
ist also fristlos gekündigt worden - oder warum am Samstag den 14.?
in unserem Unternehmen als kaufmännische Mitarbeiterin tätig.
Nur so als Idee: Makleragentur, Bank oder was? 2 oder 200 Mitarbeiter?
Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehörte:
- Abrechnung Datensätze mit unseren Kunden
Häää? Hat das Unternehmen Datensätze an die Kunden verkauft? Was für welche?
Und: Was heißt „mit unseren Kunden“?
Unklar. Unbrauchbar.
Qualifizierte Rechnungserstellung mit System - oder einfach nur ein Wisch „Sie schulden uns X€ zahlbar zum Y!“
Gab’s kein Buchhaltungssystem?
Unklar. Unbrauchbar.
- Datenabgleiche mit unseren Kunden
Ooh, Datenabgleich. Ein schönes Medienschlagwort 
Das Problem ist, das kann alles und Nichts heißen. Was für Daten wurden denn abgeglichen: „Hallo hier ist Müller. Laut unseren Daten sind Sie unter dieser Nummer erreichbar. Stimmt das?“
Schwammig. Unbrauchbar.
- Betreuung des Maklerpools
Hö? Geht es hier um personelle Zusammenarbeit oder um eine datentechnische Aufgabe? Um 2 oder um 200 Einträge?
Schwammig. Unbrauchbar.
- Datenerfassung- und Pflege
Notizblock, Excel, SAP?
Unklar. Unbrauchbar.
- Erstellung Maklerverträge
Was heißt das nun? Wurden in ein Template Name und Vorname eingegeben und dann das Ganze zum Drucker geschickt?
Oho, sie wußte also sogar, wo die nächste Poststelle ist…
Anders ausgedrückt: Was bei Frau XY gelandet ist, war Ablage - da Frau XY nichts Wichtiges gemacht hat?
Die gesamte Tätigkeitsbeschreibung ist aufgrund ihrer Unklarheit bestenfalls als belanglos anzusehen, schlimmstenfalls als „Wenn wir hier eindeutiger würden, wäre klar, dass Frau XY eigentlich nichts Wichtiges gemacht hat“
Frau XY identifizierte sich mit Ihren Aufgaben und zeigte ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative.
Der Wert dieser Aussage hängt von der Tätigkeitsbeschreibung ab.
Wenn schon Tätigkeiten wie „Post wegbringen“ explizit aufgelistet stehen, kann man sich ja denken, wie weit die Eigeninitiative wirklich ging.
Sie setzte ihre Fachkenntnisse jederzeit adäquat und ergebnisorientiert in ihrem Tagesgeschäft um.
Was heißt hier adäquat? Ist das eine Relativierung oder Negation von „korrekt“?
Und warum hat sie ihre Fachkenntnisse umgesetzt, statt sie „einzusetzen“ oder „anzuwenden“?
Das Holpern gibt der Aussage einen faden Beigeschmack.
Hervorzuheben ist ihr Planungs- und Organisationsgeschick, aufgrund dessen sie auch in Problemfällen und bei hoher Belastung stets gute Arbeitsergebnisse erbrachte.
Note 2.
[D]ie ihr übertragenen Aufgaben führte sie selbständig, effizient und zu unserer vollen Zufriedenheit aus.
Einerseits spricht von von Eigeninitiative und Selbständigkeit, andererseits von übertragenen Aufgaben, was in sich ein Passivstatus ist. Was denn nun?
Wenn man schon explizit ihre Eigeninitiative hervorhebt, drängt sich die Frage auf: Wie führte sie denn die nicht übertragenen Aufgaben aus, daß man sie gar nicht erwähnen darf ohne zu riskieren, kein wohlwollendes Zeugnis zu erstellen?
Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Geschäftspartnern war freundlich, kooperativ und jederzeit vorbildlich.
Wenn es jederzeit vorbildlich war, warum muss man dann die Freundlichkeit und Kooperation nochmal schreiben und dann auch noch ohne ein „jederzeit“?
Für ihre fachliche Leistung und ihre teamfähige durchsetzungsstarke Persönlichkeit wurde Frau XY sehr geschätzt.
Komische Attributisierung, insbesondere der Begriff „teamfähig durchsetzungsstark“ der auf eine Relativierung des zweiten Terms und somit des Worts Persönlichkeit hindeutet klingt verwunderlich.
Diese auszeichnenden Eigenschaften führten zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit ihren Kunden und Geschäftspartnern.
Was heißt denn nun „erfolgreiche Zusammenarbeit“? Und in ihrer Position hatte sie eigene Kunden? Wow! Was hat sie denen denn verkauft?
Frau XY verlässt unser Unternehmen, [da] die Befristung des Arbeitsverhältnisses mit dem heutigen Tage endet.
Was wir in keinster Weise bedauern - sonst würden wir das sagen.
Wir danken Frau XY für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihr für Ihren weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute.
Aber keinen Erfolg, denn den verdient sie einfach nicht!
Wenn jetzt noch ein „kleiner Manager“ unterschrieben hat, ein rundum nicht-so-tolles Zeugnis.
Das war mit Absicht negativ interpretiert.
Gruß,
Michael