wir haben seit zwei Jahren Ärger mit einer Betonsäule vor unserer Haustür. An ihr entstehen ca. 10 cm über dem unteren Rand Blasen im Farbanstrich, die sich trotz mehrfacher Sanierungsversuche wiederholen. Die Blasen reichen bis auf den Rohbeton.
Im einzelnen:
Die Betonsäule ragt aus einer Betonplatte vor unserem Hauseingang, ist ca. 22 cm dicke und stützt das Vordach. Wie tief sie in den Boden ragt und wie sie unter der Betonplatte abisoliert wurde, das wissen wir nicht. Eine auf der Betonplatte aufliegende Ebene mit Granitplatten wurde fachmännisch installiert. Die Betonsäule am unteren Rand mit Acryl abgedichtet.
Vor einem ersten Anstrich wurde die Säule mit Isoliersalz bearbeitet, danach mit Wasser abgewaschen. Acryl-Tiefengrund aufgetragen, Unebenheiten wurden mit Moltofil „außen“ gespachtelt, dann die Säule mit Fassadenweiß gestrichen.
Das hielt mehrere Jahre, bis vor ca. zwei Jahren es zu den erwähnten Blasenbildungen ca. 10 cm über dem unteren Rand, in einer Breite von ca. 12 cm rund um die Säule kam.
Sanierungsversuch:
Die beschädigte Fläche wurde großzügig abgetragen und abgeschliffen. Dann wurde sie mit Salpeterentferner eingepinselt, kräftig abgeschruppt und mit Wasser abgespült. Anschließend wurde die Fläche mit Acryl-Tiefengrund gestrichen. Danach dreifach mit Isolier- und Absperrfarbe. Dann wurden Unebenheiten mit Fassaden- und Feuchtraumspachtel beseitigt und als letztes wieder Fassadenweiß aufgetragen.
Es dauerte knapp drei Tage da waren auf einer Seite der Säule wieder neue Beulen sichtbar, allerdings nur über eine kleine Teilfläche von ca. 20 x 5 cm.
Sanierungsversuch:
Wie beim ersten Versuch.
Wieder neue Ausblühungen in einem Randbereich der vorher bearbeiten Fläche, Größe ca. 10 x 5 cm.
Ich habe den Eindruck, da sucht sich was immer neue Schwachstellen und ich fürchte, wenn ich die zuletzt aufgetretenen Blasen bearbeite, tauchen an anderer Stelle wieder neue auf.
Haben Sie einen Rat, wie ich diesen Blasen endgültig den Garaus machen kann?
Das Phänomen hört sich nach osmotischen Blasen an. Schwierig zu erklären. Weiter führende Informationen kann man z.B. hier finden Wolff, Raupach, Hailu; Ursachen der Blasenbildung bei Reaktionsharzbeschichtungen auf Beton –
Welche Rolle spielt die Osmose?; Beton- und Stahlbetonbau, Volume 102, Issue 7, pp 439-449, oder einfach mal nach den Stichworten Osmotische Blasen, Semi-Permeable Membran im Zusammenhang mit Beton googeln.
Ohne Erfolgsgarantie würde ich vorschlagen auf den Salpeterentferner zu verzichten und vor dem Aufbringen der Beschichtung sicher zu stellen, dass die Betonsäule ausreichend trocken ist.
vielen Dank für Ihre Antwort. ich habe mir im Internet diverse Kommentare zum Stichwort „osmotische Blasen“ durchgelesen und muss gestehen, ich bin so klug oder dumm wie zuvor.
Möglich oder gar wahrscheinlich ist, das die Säule gegen Feuchtigkeitsaufnahme von unten nicht genügend abgesichert ist und dadurch immer Feuchtigkeit in ihr hochsteigt. (Ich dachte bisher, dass das bei Beton nicht möglich sei, war wohl falsch gedacht.) Ihr Ratschlag, zu warten, bis die Säule ausreichend trocken ist, wird deshalb wahrscheinlich erneute Blasen nicht verhindern, oder?
Und: Mit welchem Materialien kann ich dann an der Säule die Unebenheiten behandeln und mit was soll ich sie dann für einen Anstrich vorbereiten und streichen?
Bisher habe ich dazu „Renova“ Fassaden & Feuchtraum - Spachtel und FAUST Isolier- und Absperrfarbe. Bei beiden Produkten steht leider nicht darauf, was drin ist. Außerdem Fassadenweiß, eine Kunststoff-Dispersion auf der Basis von Reinacylat.
Hallo Jürgen,
entferne falls möglich deinen ersten, zweiten Sanierungsversuch komplett, etwas in den gesunden Bestand hinein schleifen, um eventuelle vorherige Restbestände zu beseitigen. Mit einem Besen abkehren, dann mit etwas Spiritus od. ähnlichem den Staub und Fettreste falls vorhanden gründlich entfernen.
PCI Betonfinish w auftragen (Farbe) siehe Beschreibung technisches Merkblatt
PCI Silconal W (Versiegelung) siehe Beschreibung technisches Merkblatt
Alternative zum Hersteller PCI, die Firma Sto ist aber mit der kleineren Menge anhand vom Gebinde zur Verarbeitung) nicht so flexibel als PCI.
Gehe in einen Baustoffhandel, wo deren Produkte also in dem Fall PCI od. Sto. vertreiben, da diese Mitarbeiter vom Hersteller auch Unterstützung in Bezug zum Produkt erhalten.
Auf jeden Fall die technischen Merkblätter beachten, und lese diese gründlich, die sind wirklich sehr gut beschrieben.
Folgende Links zu deren Hersteller habe ich ebenfalls hinzugefügt, wo du direkt auf die Produktgruppe zugreifen kannst.
vielen Dank für die Tipps und die Mühe, die du dir gemacht hat. Ich werde mich an die Arbeit machen, sobald das Wetter es zulässt. Über das Ergebnis werde ich berichten.