Blaue Adern

Hallo!
Warum sehen Adern die durch die Haut schimmern und blaue Flecke blau aus und nicht blutrot? Würd mich jetzt echt mal interessieren!
Grüße
Jojo

Hallo Jojo!

Sorry, genau weiß ich das nicht, aber soweit ich weiß sind Venenwände bläulich… ob das bei Adern auch so ist… glaube schon.

Und „blaue Flecke“ sind ja ersmal rot,färben sich erst später blau, grün, gelb und so weiter. Schätze mal, beim Abbau des extrazellurären Blutes entstehen diese „Regenbogenfarben“ durch die mirwirkenden Substanzen.

Aber da kann Dir bestimmt jemand aus dem Medizin-Board viel kompetenter weiterhelfen…!

Tschüß!
Lyra

Hi,

also es gibt auch Verletzungen (Blutergüsse/Quetschungen) unter der Haut, die blutrot erscheinen, je nach dem wie dicht sie unter der Haut liegen, oder welche Beschaffenheit die Haut an dieser Stelle hat. Blau erscheinen die Adern (Venen) deshalb, weil in ihnen das sauerstoffarme Blut fließt. Arterien liegen viel tiefer im Körper, gut geschützt vom umliegenden Gewebe, damit man diese aktiv pumpenden Gefäße nicht so schnell verletzen kann. (Arterien haben sowas wie eigene Muskeln) Diese Gefäße haben leer sicher auch eine andere Farbe als Venen, die im Prinzip nur Schläuche sind, mit Klappen darin, damit das Blut nicht zurückfliessen kann.
Dieses arterielle Blut das reich an Sauerstoff ist, ist viel heller. Diese Gefäße hätten, könnte man sie durch die haut sehen, sicher eine ganz andere Farbe.

Gruß
Maja

Hallo Jojo !

Da gibts einen Artikel darüber in wissenschaft-online in der Abteilung ‚NaKlar!‘:
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/606227

Wieso schimmern die Adern blau durch die Haut, obwohl Blut doch rot ist?

fragt Karsten aus Frankfurt an der Oder

Blut ist rot, oft sogar tiefrot. Doch schaut man auf die Adern einer Person, so schimmert das Blut meist bläulich durch die Haut. Die Ursache dieses Phänomens erklärt uns der Kriminalbiologe Mark Benecke von der International Forensic Research & Consulting in Köln.

Wer auf die Oberseite seiner Hände schaut, wundert sich vielleicht, dass die Adern blau durch die Haut schimmern - obwohl das darin fließende Blut doch rot ist. Diese Farbveränderung liegt weder daran, dass die Wände der Adern blau sind - sie sind es nicht -, noch am Einfluss blaublütigen Adels (dieser Begriff stammt übrigens aus Spanien: sangre azul, span.: blaues Blut. Denn die einst angeblich besseren Leute waren meist hellhäutig, sodass deren - ganz normal rotes - Blut deutlich blauer durch die Haut schien als bei dunkelhäutigeren, weniger adeligen Menschen).

Der Grund, warum unser - stets mehr oder weniger rotes Blut - blau erscheint, muss also irgendwo zwischen den Adern und dem Auge liegen. Die Umgebungsluft scheidet als Blaufärber aus. Zwar ist auch der Himmel blau, weil die Luft-Moleküle die kurzwelligen blauen Anteile des Sonnenlichtes am leichtesten und daher am stärksten in unsere Augen streuen. Auf dem Weg zwischen Ader und Auge kommt dieser Blau-Färbe-Effekt mangels ausreichender Luftmenge jedoch nicht zum Tragen.

Was bleibt, sind die Haut und die darunter liegenden Schichten.

Und tatsächlich zeigt sich bei näherer Betrachtung: Venen, die weniger als einen halben Millimeter unter der Haut liegen, erscheinen durchaus rötlich. Deshalb werden wir auch rot, wenn wir verlegen sind - und nicht blau.

Das Tageslicht reicht aber tiefer als einen halben Millimeter in die Haut. Trifft es auf die zwischen einem halben und zwei Millimetern unter der Haut liegenden Adern, so wird das kurzwellige blaue Licht reflektiert, während der langwellige, rote Anteil absorbiert wird.

Anders gesagt: Das rote Licht dringt tiefer in die Haut und wird vom Blut absorbiert. Übrig bleiben vor allem die blauen Anteile des Spektrums, die reflektiert werden, und die wir sehen. Deshalb erscheinen Adern (nur) in dieser Gewebetiefe blau. Leuchtet man hingegen mit einer starken Taschenlampe durch die Hand, so zeigt sich wieder die wahre Farbe des Blutes: Es ist und bleibt rot.

Mark Benecke

Der Autor hat in Köln Biologie studiert und promovierte schließlich über forensische Spuren bei Menschen. Als Kriminalbiologe ist er heute mit seiner International Forensic Research & Consulting weltweit als Gutachter bei der Aufklärung ungeklärter Todesfälle tätig. Von ihm sind mehrere Bücher zum Thema erschienen.

© wissenschaft-online

Heftarchiv
Mark Benecke: Wie Maden Mörder entlarven
http://www.wissenschaft-online.de/abo/spektrum/archi…

Weitere Links zum Thema
International Forensic Research & Consulting, Köln
http://www.benecke.com/index.htm

mfg
Christof

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Danke!owt
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