Hallo Forum, ich möchte mal euere Meinung wissen. Bin 43, verheiratet, relativ sicherer Job (im Schichtdienst), meine Frau arbeitet ebenfalls.
Nun haben wir ein Haus angeboten bekommen welches absolut das Haus wäre, nach dem wir schon lange suchen. Allerdings haben wir sogut wie kein Eigenkapital. Einige Bekannte & Freunde sagen, dass es bei einer Summe von 250.000€ KEIN PROBLEM wäre. Unsere Fixkosten haben wir zusammengestellt, es würde uns ein Restbetrag von 1200.-€ am Ende zur Verfügung stehen, welchen wir für die Abzahlung hätte.
Wäre das so ähnlich wie Selbstmord oder ist das realisierbar. Wie machen das andere, welche wirklich weniger verdienen und noch dazu Kinder haben. Für euere Meinung bedanke ich mich im voraus.
…dass es bei einer Summe :von 250.000€ KEIN PROBLEM :wäre.
Es würde uns ein
Restbetrag von 1200.-€ am :Ende zur Verfügung stehen, :welchen wir für die Abzahlung :hätte.
Mit 1.200 € würde theoretisch eine Finanzierung mit 1% Tilgung funktionieren. Auf dem Darlehen kaust Du noch mit Mitte 70 herum, wenn Du u. U. schon gar keine Zähne mehr zum Kauen hast. Für besonders vernünftig halte ich solche wackelige und schrecklich lange dauernde Finanzierung selbst dann nicht, wenn sich eine Bank für das Vorhaben finden sollte.
Wie machen das andere, welche :wirklich weniger verdienen :und noch dazu Kinder haben.
Die schnallen für den Rest ihres Lebens den Gürtel eng und gehen das Risiko ein, bei jeder unvorhergesehenen Kleinigkeit in ernsthafte Not zu kommen und das Haus zu verlieren. Oder es ist genügend Eigenkapital vorhanden. Oder Eltern, Schwiegereltern, Oma, Opa geben Geld und/oder steuern das Grundstück bei. Oder der Darlehensbetrag ist erheblich niedriger.
Wolfgang Dreyer hat den Rahmen schon gerechnet, und da kann man auch nicht viel dran herumschrauben.
Zu den subjektiven Kriterien noch ein paar Splitter:
Schichtdienst: Weißt Du, was (1) tariflich und (2) steuerlich mit den Zulagen in fünf bis zehn Jahren los ist?
Alternative Eigenheim vs. ETW: Ich stand vor der Wahl zwischen einem heruntergekommenen, aber furchtbar schönen Siedlungshäuslein in MA-Gartenstadt und einer in etwa vergleichbaren, aber etwas weniger sanierungsbedürftigen 1903er ETW in der Innenstadt. Die rund 60 T€ Differenz im Preis, die dann der ETW den Zuschlag verschafften, haben mich mittlerweile (es läuft nicht immer so, wie mans vorhat) vor der Pleite bewahrt. Dem großen Garten, der zum Siedlungshäuslein gehört hätte, trauere ich nach - aber den Schrebergarten, den ich statt dessen bewirtschafte, kann ich jederzeit abstoßen, wenns eng wird.
Kinder: Sicherlich ist es nicht grad schön, Kinder in einer ETW bei Zimmerlautstärke und ohne Auslauf großzuziehen. Andererseits: Ich bin in den 1970er Jahren mit einer Reihe von Kindern junger Bauherren zur Schule gegangen. Es ist dammich übel, wenn die paar Mark Beitrag zu einer Klassenfahrt, zu einem Ausflug, zu irgendeiner Unternehmung fehlen und man kann dann nicht mit. Oder auch bloß, wenn man das empfohlene Unterrichtsmaterial nicht hat, weil es zu teuer ist. Oder auch bloß, wenn man in den gar nicht so wunderbaren Jahren zwischen 13 und 18 nie mit den Eltern irgendein ausführlicheres Wort wechseln kann, weil sie entweder wegen jahrelanger Eigenleistung am Bau abends buchstäblich zu nichts mehr in der Lage sind, oder später, in den Jahren der Tilgung, bloß dann nicht grad am Rechnen sind, wenn sie schlafen. Und die Nerven liegen so blank, dass ein weniger gutes Zeugnis unmittelbar zur allergröbsten, beleidigenden und dauerhaft vernichtenden Schännerei führt.
Übrigens: Obwohl es mir nichts mehr hilft - gekauft ist gekauft - gehe ich für Spaß ein bissel der Entwicklung der Immobilienpreise nach. Warte mal noch ein-zwei Jahre ab - da ist jetzt schon einiges am Rutschen, und nach Wegfall der Eigenheimzulage wird das - so meine persönliche Einschätzung - noch einmal einen richtigen Ruck geben.
Ach und noch einer: Eigentumswohnungen Baujahr vor 1970 sind teilweise höchst lecker schallisoliert. Ich hab in MZ-Münchfeld eine kennen gelernt, die zu Zeiten noch bezahlbarer Baukosten kunstgerecht auf dem damaligen Stand der Technik hochgezogen wurde - man hörte bloß auf den Fluren, dass es überhaupt Nachbarn gibt. Ein Architekt hat mir dann später einmal erklärt, dass das für diese Bauzeit nichts Ungewöhnliches ist - gehen tut viel, wenns nicht vaille que vaille billich sein muss.
Hallo und vielen Dank Euch beiden für die schnelle AW. Natürlich habt ihr Recht, o. Unterstützung, egal in welcher Form ist das in meinem Alter u. der jetzigen Witschaftslage mehr als Mutig. Die Situation entschärft sich evt., denn sehr wahrscheinlich bekommen Wir von den Schwiegereltern eine (Ihrer) ETW zugesteuert. Somit besteht evt. die Möglichkeit, dass diese die bank mit in die Finanzierung hineinrechnet. Schätzwert liegt bei knapp 90.000, somit wäre die Finanzierung viel geringer. Ich hoffe, dass bis das zu 100% steht, unser (Traum)Haus nicht verkauft wurde
Günter
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Hallo,
ganz allgemein gefragt (würde auch die Bank fragen) - wenn monatlich ein Betrag von 1200 Euro „übrig bleiben würde“ - wieso habt ihr dann jetzt kein Eigenkapital, wo geht das Geld jetzt hin?
Ganz ohne Eigenkapital bei einer solchen Summe? Nein!
(wir haben auch komplette Bausumme finanzieren lassen, Eigenkapital brauchten wir trotzdem für das ganze Drumherum , Gebühren, Steuern, Malerarbeiten und Unvorhergesehenes.)
denn sehr wahrscheinlich bekommen Wir von den Schwiegereltern eine
(Ihrer) ETW zugesteuert. Somit besteht evt. die Möglichkeit,
dass diese die bank mit in die Finanzierung hineinrechnet.
Schätzwert liegt bei knapp 90.000, somit wäre die Finanzierung
viel geringer.
Warum sollte die zu finanzierende Summe geringer werden, wenn Deine Schwiegereltern eine ETW als Sicherheit mit in die Waagschale werfen?
Ihr braucht deswegen immernoch 250.000 € und die Raten bleiben auch die gleichen. Lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass euch eine Bank dann das ganze finanziert erhöht sich etwas. Oder soll die Wohnung jetzt direkt verkauft werden und Ihr steckt das Geld in den Kauf eures Traumhauses?
Übrigens um auf Deine frage: „Wie machen das andere?“ aus dem ersten Posting zurückzukommen kann ich mich nur dem anschließen, was auch Wolfgang Dreyer schon geschrieben hat, sie schnallen den Gürtel enger und enger und manchmal so eng, dass sie kaum noch Luft bekommen.
Mit Deinen Hobbies wie Reisen und guter Wein wird es dann wohl erst einmal nichts mehr sein. (Ja, ich weiß, es gibt auch durchaus guten Wein schon zu 5,- € die Flasche) Oder zumindest weniger.
Gruß,
Frank Scholtysek
ganz allgemein gefragt (würde auch die Bank fragen) - wenn
monatlich ein Betrag von 1200 Euro „übrig bleiben würde“ -
wieso habt ihr dann jetzt kein Eigenkapital, wo geht das Geld
jetzt hin?
Hallo Beatrix nichts für ungut. Ich habe bereits ja schon mehr Fragen gestellt *g*!!! Das ist ganz einfach zu erklären, die jetzige Summe steht (jetzt) deswegen zur Verfügung, bzw. blieb vorher nicht übrig, da meine Frau jetzt voll mit arbeitet u. ich in den 3-Schichtbetrieb wechselte!!
ich muss mich den Vorpostern leider anschließen. Man darf nicht vergessen, daß beim Kauf einer Immobilie nicht nur der Kaufpreis selbst kommt, sondern auch Gebühren und Steuern anfallen. Dazu kommen noch weitere Nebenkosten, die ihr derzeit vielleicht nicht habt. Ihr braucht für das Haus Versicherungen, habt evtl. höhere Nebenkosten als bisher und ihr müßt noch eine Instandhaltungsrücklage mit einbeziehen. Außerdem kommen sicherloch Renovierungskosten (ausser es ist ein Neubau), Einrichtung etc. zusammen. Ich kann davon ein Lied singen, haben gerade selbst gebaut und man glaubt nicht, was da an zusätzlichen Kosten nach dem Bau noch anfallen.
Bedenke auch, daß Ihr derzeit (!!) 1200€ übrig habt. Sollte einer von Euch mal seinen Job verlieren, kann die Finanzierung ganz schnell in die Hoste gehen. Mal davon abgesehen daß mit zunehmendem Alter auch die Chance auf eine Wiedereinstellung rapide sinkt.
Wünsche Euch viel Glück, die richtige Entscheidung zu treffen.
Bin 43, verheiratet, relativ sicherer Job (im Schichtdienst)
Bin 31, ledig, relativ unsicherer Job (Baugewebe)
Wie machen das andere, welche wirklich weniger verdienen
Sie haben, so wie ich, nicht ganz so viele teure Hobbies in der ViKa stehen, sind seit der Ausbildung Bau- und Fondssparer, fahren einen Gebrauchtwagen, der treu seine Dienste verrichtet und denken schon frühzeitig daran, was man später mal haben möchte. Dann kommt man beim Anblick seiner Konten auf gute 20 % des von euch gewünschten Hauses, ohne Eltern oder Großmama anpumpen zu müssen. It’s so easy…
Traum v. Eigenheim
hallo,
denke, ohne eigenkapital (außer evtl.2.000 für notar usw.) ist die
vernünftigste variante ein mietkauf ohne bankfinanzierung.
die belastung ist nicht höher, aber ihr habt keinen kredit.
damit wesentlich weniger probleme und verluste, wenn mal (soll ja
nicht sein, aber wer weiss) verkauft werden muß, trennung oder
krankheit irgendwann mal sein könnte.
auch mögliche schlechtere konditionen bei späterer anschluß
finanzierung sind ausgeschlossen und zwangsgeschäfte wie
versicherungen und bausparverträge bei banken entfallen.
laufzeiten bis 40 jahre bei gleichen raten machen die monatslast
langfristig planbar. basel II ist dabei völlig egal.
staatliche förderungen sind komplett nutzbar, allerdings ist
bedingung wohnzwecke und eigennutzung und kein oberluxus.
beste grüße aus irland [email protected]