Blinddarm?

Hallo!

Ich hoffe mir kann jemand sagen ob ich ernsthaft krank bin. Ich möchte auch keine komplette Diagnose (geht ja sowieso nicht per Netz…)

Ich habe seit Freitag mittag ab und zu heftige Schmerzen an einer ganz bestimmten Stelle am Bauch, etwa 6 cm rechts vom Bauchnabel. Erst dachte ich ich bekäme eine Blinddarmentzündung, doch die Schmerzen gehen nach einiger Zeit komplett weg.
Vermehrt schmerzt es wenn ich laufe, oder besser gesagt nur dann, wenn ich laufe, aber auch nicht immer…

Wenn ich in diese Stelle recht stark reindrücke mit zwei oder drei fingern, dann hört der Schmerz auf, bis ich loslasse.

Kann das irgendwas schlimmes sein oder kann ich getrost noch bis zum Arzttermin warten?

Auf Sport könnte ich verzichten bis dahin und manchmal geht Laufen auch ohne Probleme.

Was -könnte- es sein?

Vielen Dank!

Laralinda

nojaaaaa…
Selber Hallo!

das KÖNNTE der Blinddarm sein, MUSS aber nicht.

Würd ich mal sagen.

Aber was nützt dir das jetzt? Sollten die Schmerzen unerträglich werden und/oder dir übel werden und/oder du Fieber bekommen, würde ich mal an die Reise zu einer Notaufnahme denken.

Nach meinen Erfahrungen ist eine Blinddarmentzündung mittlerweile nix, was unbedingt behandelt wird (hatte mehrere Jahre eine „chronische“ - mehrfache Aufenthalte in Notaufnahmen, Besuche beim Chirurgen etc.) - zumindest nicht in Form von OP.

KÖnnte ebenso gut ein Leistenbruch sein… oder oder oder…

geh zum Arzt und wenn’s arg wird sofort in die nächste Notaufnahme.

Gruß
Demenzia

Servus Laralinda,
weiter unten findest Du einen Text zur Diagnose der Blinddarmentzündung. Er soll weniger dazu dienen, Deine ‚diagnose it yourself‘-Fähigkeiten zu fördern, als Dich davon überzeugen, daß für manche Aufgaben Ärzte ganz praktisch sind :wink:

Kai

Appendizitis
Symptomatik

Die typischen Symptome einer akuten Appendizitis treten bei weniger als 50% der Patienten auf und bestehen in plötzlich einsetzenden epigastrischen oder periumbilikalen Schmerzen, die von einer kurz dauernden Übelkeit und Erbrechen gefolgt werden. Nach ein paar Stunden wandert der Schmerz in den rechten unteren Quadranten. Die Appendizitis wird durch einen direkten Druckschmerz und einen Loslaßschmerz im rechten unteren Quadranten, einen lokalisierten Schmerz bei Husten, leichtes Fieber von 37,7-38,3°C und eine Leukozytose (12 000-15 000/µl) gekennzeichnet.

Klassischerweise befindet sich die Druckschmerzhaftigkeit im rechten unteren Quadranten am McBurney-Punkt (Übergang vom mittleren zum äußeren Drittel einer Linie, die den Bauchnabel mit der Spina iliaca anterior superior verbindet). Auch das Rovsing-Zeichen (Schmerz im rechten unteren Quadranten bei Palpation des linken unteren Quadranten) weist auf die Möglichkeit einer Appendizitis hin. Das Psoaszeichen (Zunahme des Schmerzes bei passiver Streckung des rechten Hüftgelenks, wodurch es zur Dehnung des M. iliopsoas kommt) oder der Adduktorenschmerz (Schmerz, der durch die passive Innenrotation des gebeugten Oberschenkels ausgelöst wird) kann Hinweise darauf liefern, wo sich die Appendix befindet (anatomische Lokalisation) und wie weit die Entzündung fortgeschritten ist.

Es besteht eine große Symptomenvielfalt. Der Schmerz kann nicht genau lokalisiert werden, insbesondere bei Säuglingen und Kindern. Die Druckschmerzhaftigkeit kann diffus sein oder nur bei der rektalen oder vaginalen Untersuchung auftreten; in seltenen Fällen fehlt eine Druckschmerzhaftigkeit, und der abdominelle Schmerz, fortbestehendes Fieber und eine Leukozytose sind die einzigen Symptome. Die Frequenz von Stuhlgängen nimmt in der Regel ab, manchmal fehlen diese auch ganz. Kommt es zu Durchfall, kann vermutet werden, daß der Wurmfortsatz retrozäkal liegt. Es kann sein, daß im Urin rote Blutkörperchen gefunden werden. Bei älteren Patienten und Schwangeren sind auch atypische Symptome häufig. Insbesondere sind bei diesen Personengruppen der Schmerz und die lokalisierte Druckschmerzhaftigkeit weniger stark ausgeprägt.

Hallo Demenzia,

Nach meinen Erfahrungen ist eine Blinddarmentzündung
mittlerweile nix, was unbedingt behandelt wird (hatte mehrere
Jahre eine „chronische“ - mehrfache Aufenthalte in
Notaufnahmen, Besuche beim Chirurgen etc.) - zumindest nicht
in Form von OP.

Heute ist man in der Diagnostik sicherer eine Blinddarmreizung von einer Blinddarmentzündung zu unterscheiden.
Früher hat man ihn sicherheitshalber rausgenommen um nicht eine Blinddarmentzündung vesehentlich als Blinddarmreizung zu behandeln.

Die einfachen untersuchungen wie in den Bauch drücken, mit dem Knie gegen einen Widerstand drücken usw. ergeben für beides die selben Resultate.
Die Hauptdifferenzierung geht heute über die weissen Blutkörperchen. Wird ein bestimmter Grenzwert überschritten, kommt der Appendix raus.

MfG Peter(TOO)