Hi Klaus, hi Carsten,
ihr habt schon recht, daß man am besten NICHT blitzt, aber manchmal geht es eben nicht anders. Zum Beispiel habe ich in Burma wunderschöne Wandmalereien entdeckt und hatte weder Stativ dabei noch irgendeine Möglichkeit die Kamera irgendwo aufzulegen. Und bei der Benutzung meines „ranzligen“ eingebauten Blitzes hab ich eben dann immer dieses gräßliche weiße Feld irgendwo im Bild. Und es war wirklich fast stockdunkel, so daß ich keine andere Möglichkeit wußte. Gibt es eine?
–Also, wenn du schon blitzen willst, benutz einen bei dem du einen Reflektor oder Difusor anbringen kannst. Geht beides. Ich weiss nicht, was Canon da anbietet, tippe eher auf den D. Ist ein milchiges Plastikhäubchen, das auf den Blitz gesteckt wird und das Licht weich streut. Ich benutze Metz-Blitze, die haben einen Reflektor. Geht auch gut, man kann das Licht dann sogar noch einfärben. Guck dir am besten im Geschäft an, was dir besser gefällt.
Ich versuche eigentlich immer eher nicht zu blitzen, z. B. konnte ich kürzlich wunderschöne Innen-Aufnahmen von der „Mezquita“ in Cordoba machen, aber auch nur weil mal ein Tisch rumstand, mal ein Plastikstuhl. Dort legte ich dann meinen Rucksack drauf, versuchte die Kamera einigermaßen gerade dort aufzulegen, stellte auf „manuell“ und schaute mir an, was die Kamera „wollte“. Diesen Wert verlängerte ich etwas (zur Sicherheit), stellte auf Selbstauslöser und freu mich riesig über die schönen Bilder. Ob dies nun der „normale“ Weg ist, weiß ich nicht, vielleicht könnt ihr als Profis (?) was dazu sagen/empfehlen?
Aber in der Alhambra z. B. fehlte mir wieder ein gutes Blitzgerät, da es wieder keinerlei Auflagemöglichkeit gab. Klar, hier wäre ein (anständiges) Stativ die Lösung, aber das Herumschleppen dessen würde mir wirklich den Urlaub verderben. Ich hatte hier im Geschäft diese Mini-Dinger gesehen, für ca. 20€, dachte mir, darauf liegt die Kamera besser als auf meinem Rucksack:wink:) Mein Vater riet mir mal ein kleines Säckchen mit Reis gefüllt mitzunehmen, auch als Auflagemöglichkeit. Aber wenn ihr noch Ideen habt, ich nehme sie gerne an. Nur, bitte nicht zu einem großen Stativ überreden, meist reise ich mit Rucksack auf dem Rücken in Asien rum und da ist dies einfach nicht möglich (na ja, jedenfalls nicht sehr spaßig).
–Dein Vater hat recht, das funktioniert wirklich. Reis ist zusätzlich hygroskopisch und zieht die Feuchtigkeit an. Wenn du das Beutelchen bei deiner Kamera aufbewahrst, schützt du sie zusätzlich noch etwas gegen Feuchtigkeit. Diese 20 Euro Stative sind nicht das gelbe vom Ei. Ich benutze auf Reisen ein kleines Stativ von Cullmann. Ist etwa 30 cm gross und ich kann es auf knapp einen Meter ausfahren. Dann wird es aber wirklich wacklig. Hat einen Kugelkopf und bis 60/70 cm Höhe geht es durchaus. Kostet allerdings sicher 40 – 50 Euro. Wenn dieser Link funktioniert, solltest du schon mal was sehen können: http://www.fotokoch.net/stative/stat.shtml
Ach ja, ich hab schon von dem Schwarzschildeffekt gehört, aber total vergessen, was genau damit gemeint ist. Kann das jemand erläutern?
–Filme sind nur begrenzt tolerant. Es gibt welche, die bei ganz kurzen Verschlusszeiten Zicken machen, aber häufiger gibt es Probleme im Langzeitbereich. Theoretisch ist es nach dem Reziprozitätsgesetz so, dass die Wirkung auf dem Film dieselbe sein soll wenn du ihn eine Sekunde mit 100 Lumen belichtest oder 100 Sekunden mit einem Lumen. Wird die Zeit aber zu lang oder zu kurz (eher selten), tritt dieser Effekt ein der nach seinem Entdecker Schwarzschildeffekt heisst. Konkret bedeutet das: viele Filme sind kalibriert bis etwa 10 Sekunden als längste Belichtungszeit. Wird die Zeit länger, sagen wir mal 20 Sekunden, musst du möglicherweise schon 30 oder 40 Sekunden belichten. Um das genau zu sehen bestell dir am besten bei den Filmherstellern die Datenblätter zu dem Film den du benutzt. Da ist dann ein kleines Diagramm oder eine Tabelle in der du die Verlängerungsfaktoren ablesen kannst. Ich weiss nicht welche Marke du bevorzugst, aber sicher kann ich dir sagen, dass Kodak einen sehr guten Service hat. Du kannst die Unterlagen im Netz ansehen. Als Beispiel hier die phantastischen Kodachromes: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/… Weiter unten ist ein Kästchen in dem du die Faktoren für 1/1000 und 10 sek. (nicht empfohlen) findest. Die echten Datenblätter sind ausführlicher, lass dir die schicken. Bei Kodak klickst du dich über http://www.kodak.com zu dem Film durch, der dich interessiert, andere Hersteller werden das ähnlich machen. Im Langzeitbereich würde ich dir wirklich zu einer Belichtungsreihe raten: den von der Kamera gemessenen Wert, diesen Wert mal zwei und noch mal eine Aufnahme mit der drei bis vierfachen Zeit. Allerdings können sich bei langen Zeiten die Farben verschieben. Die Sache ist kompliziert, das können wir hier gar nicht auswalzen.
Und nochmal zum Blitz: also ich brauche ihn weniger für Dinge, die weiter weg sind (das müßte wohl schon ein super-Blitz sein), photographiere weniger in großen Kirchen, sondern gehe eher nah ran. In den letzten 2 Jahren hatte ich oft die Möglichkeit sehr schöne Wandmalereien zu photographieren, ob es nun in Ägypten, in Griechenland oder in Burma war. Oder was mache ich z. B. in diesen Höhlen in Laos, die voll mit Buddhastatuen sind - auch da gab es nie eine Möglichkeit die Kamera aufzulegen. Für solche Sachen bräuchte ich eben einen guten Blitz.
Also, falls ihr noch Ratschläge für einen Laien habt, der mindestens so gerne photographiert wie er reist, herzlich willkomen:wink:)
Mit fällt noch etwas ein, was macht man, wenn es so dunkel ist (z. B. so eine Höhle mit Buddhas), daß die Kamera die Entfernung nicht mehr messen kann?
–?? Kenne deine Kamera nicht, tippe aber auf Autofokus aus und mit der Hand fokussieren.
Viele Grüße,
Christiane
Gruss Carsten