Blitzableiter

Hallo!

Ein Blitz wird nicht mittels eines Blitzableiters ums Haus herumgeleitet (da dieser auf Grund der hohen Ströme sofort zerstört werden würde), sondern sorgt dafür, dass die Potential-Differenz zwischen Erde und Himmel nicht so groß wird, dass Blitze entstehen können. Wirkt also „präventiv“.

Ist das so richtig?

Schönen Gruß
Andre

Der Blitzableiter wirkt präventiv… aber in genau umgekehrter Richtung, als Du es vermutest. Der Blitz ist die Entladung, die einer sehr großen Potentialdifferenz folgt. Der Blitzableiter sorgt dafür, daß nicht die Substanz des Hauses der Punkt ist, über welchen der Ladungsausgleich stattfindet. Wenn es schon krachen muß, soll es auch kontrolliert geschehen. Deshalb ist der Blitzableiter der höchste Punkt und überragt das Dach. Er hält keine Blitze ab; er „sammelt“ auch keine ein, die sonst nicht gekommen wären. Und er übersteht die Blitze.

Gruß!
Tino

Hallo!

Ok, Ladungsausgleich: Kommt es zu einer Potentialdifferenz zwischen Himmel und Erde und wird diese groß genug, so erfolgt eine Ladungsausgleich in Form eines Blitzes. Wenn man Pech hat, erfolgt dieser Ladungsausgleich durch die Substanz des Hauses, welche aufgrund der großen Wärmeentwicklung etc. beschädigt werden kann. Jetzt hat man einen Blitzableiter, sozusagen eine spitze, geerdete Elektrode auf dem Hausdach. Der Ladungsausgleich erfolgt nun auf diesem „einfachen“ Weg, über diese Elektrode, also über den Blitzableiter. Nun fließt doch der ganze Strom über den Blitzableiter zur Erde ab, oder? Der Schutz besteht also darin, dass das Haus praktisch „umgangen“ wird. Wieso wird der Blitzableiter nicht durch den riesigen Strom zerstört?

PS Die Erklärung aus meinem ersten Posting kam so von meinem alten Physik-Lehrer…

Schönen Gruß
Andre

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hallo,

Ok, Ladungsausgleich: Kommt es zu einer Potentialdifferenz
zwischen Himmel und Erde und wird diese groß genug, so erfolgt
eine Ladungsausgleich in Form eines Blitzes. Wenn man Pech

ok

hat, erfolgt dieser Ladungsausgleich durch die Substanz des
Hauses, welche aufgrund der großen Wärmeentwicklung etc.
beschädigt werden kann. Jetzt hat man einen Blitzableiter,

genau, braende beginnen, menschen und elektronik wird evtl direkt geschaedigt.

sozusagen eine spitze, geerdete Elektrode auf dem Hausdach.
Der Ladungsausgleich erfolgt nun auf diesem „einfachen“ Weg,
über diese Elektrode, also über den Blitzableiter. Nun fließt
doch der ganze Strom über den Blitzableiter zur Erde ab, oder?
Der Schutz besteht also darin, dass das Haus praktisch

genau

„umgangen“ wird. Wieso wird der Blitzableiter nicht durch den
riesigen Strom zerstört?

aeh ja, nein, meistens ist der blitzableiter danach zerstoert, voellig.

ciao lego

PS Die Erklärung aus meinem ersten Posting kam so von meinem
alten Physik-Lehrer…

Schönen Gruß
Andre

Hallo Andre,

Nun fließt
doch der ganze Strom über den Blitzableiter zur Erde ab, oder?

genau das ist die Aufgabe des Blitzableiters.

Der Schutz besteht also darin, dass das Haus praktisch
„umgangen“ wird. Wieso wird der Blitzableiter nicht durch den
riesigen Strom zerstört?

sooo riesig ist er nun auch wieder nicht und außerdem fließt er nur für eine sehr kurze Zeit im µs-Bereich. Im Extremfall können es wohl bis ca. 100000 Ampere werden. Um den Ableiter zu zerstören, müßte der relativ massive Ableiter innerhalb von µs schmelzen. Dazu reicht der Strom einfach nicht aus. Für die Hausbewohner wäre das außerdem recht gefährlich, da der Ableiter praktisch wirkungslos wäre, zumindest beim nächsten Einschlag. Man ist also sowieso gezwungen, den Ableiter so zu dimensionieren, daß er einen Blitzeinschlag ohne größeren Schaden übersteht.

Jörg

Hallo Andre,

Ein Blitz wird nicht mittels eines Blitzableiters ums Haus
herumgeleitet (da dieser auf Grund der hohen Ströme sofort
zerstört werden würde), sondern sorgt dafür, dass die
Potential-Differenz zwischen Erde und Himmel nicht so groß
wird, dass Blitze entstehen können. Wirkt also „präventiv“.

Ein „Normblitz“ hat einen Spitzenstrom von 80kA und dauert total etwa 170µs. Wenn man das ganze integriert kommt man auf einen Wert von ca. 4C, also einen mittleren Strom von 4A und da sollte der vorgeschriebene Leiterquerschnitt von 8 mm2 (Kupfer) noch keine grossen Probleme damit haben.

MfG Peter(TOO)

Hallo!

Ein „Normblitz“ hat einen Spitzenstrom von 80kA und dauert
total etwa 170µs. Wenn man das ganze integriert kommt man auf
einen Wert von ca. 4C, also einen mittleren Strom von 4A und

Der mittlere Strom gilt für den Fall, dass jede Sekunde ein Blitz einschlägt! :wink:

da sollte der vorgeschriebene Leiterquerschnitt von 8 mm2
(Kupfer) noch keine grossen Probleme damit haben.

Ich denke auch. Aber wo Du so gern rechnest: Bestimme doch mal die Energie, die dabei pro Blitzableiter-Länge in Wärme umgesetzt wird. ( Ich hab die Leitfähigkeit von Cu gerade nicht zur Hand.)

Gruß
Arndt

Hallo Arndt,

Ein „Normblitz“ hat einen Spitzenstrom von 80kA und dauert
total etwa 170µs. Wenn man das ganze integriert kommt man auf
einen Wert von ca. 4C, also einen mittleren Strom von 4A und

Der mittlere Strom gilt für den Fall, dass jede Sekunde ein
Blitz einschlägt! :wink:

Simmt nicht ganz, 1A = 1C/s !

da sollte der vorgeschriebene Leiterquerschnitt von 8 mm2
(Kupfer) noch keine grossen Probleme damit haben.

Ich denke auch. Aber wo Du so gern rechnest: Bestimme doch mal
die Energie, die dabei pro Blitzableiter-Länge in Wärme
umgesetzt wird. ( Ich hab die Leitfähigkeit von Cu gerade
nicht zur Hand.)

Cu = 0.0173 Ohm mm2/m
Gibt eine Spitzenleistung von 172W/m @ 80kA und 8 mm2 Querschnitt
Also im Mittel 0.00865 Watt/m
Damit bekommst du deine Pizza nie warm :frowning:

Den Abbrand hast du an der Einschlagstelle, weil das Plasma spielend eine Temperatur von einigen 10’000°C erreicht.

MfG Peter(TOO)

Besten Dank für alle Antworten! :smile: (oT)