Hallo,
hier gewittert es in letzter Zeit ganz ordentlich und beim Betrachten der Blitze fragte ich mich -und da ich die Antwort nicht fand, nun Euch:
Wie finden Blitze eigentlich ihren Einschlagsort (z.B. Blitzableiter der Kirchturmspitze)? Welcher Informationsaustausch findet zwischen der Ladung in den Wolken und dem Kupferkabel am Boden statt, damit der Blitz dieses auch „findet“? Ist Der Weg des Blitzes vorbestimmt oder sucht er ihn sich erst, wenn er sich bereits auf den Weg gemacht hat?
Gruss, Marcus
Hallo
Der Blitz versucht seine Spannung loszuwerden , die Spannung „bricht“ durch , ähnlich einem Dammbruch oder einem geplatztem Luftballon .
Bei einem Kondensator , es ist ja auch nichts anderes bei einer aufgeladenen Wolke , bricht die Spannung im Falle einer Überlastung an der Stelle durch , wo das Dielektrikum am dünnsten ist . Dies ist einmal der Ort , wo die Feldstärke / pro cm oder mm am größten geworden ist , hier fließt auch ein etwas höherer Strom bereits vor dem Durchbruch .
Bei atmosphärischen Entladungen kommen noch Faktoren wie Feuchtigkeit , und diverse andere hinzu .
Der Blitz braucht eventuell „eine Weile“ zur Entladung , das ist etwas verschieden , hierbei , spielt seine eigene Induktion vermutlich auch eine Rolle ; aber im wesentlichen geht er den Weg , welcher durch die in der Luft enthaltenden bzw. durch Influenz erzeugten Feldstärken vorbestimmt ist .
MfG
Matthias
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Hallo Marcus,
hier gewittert es in letzter Zeit ganz ordentlich und beim
Betrachten der Blitze fragte ich mich -und da ich die Antwort
nicht fand, nun Euch:
Wie finden Blitze eigentlich ihren Einschlagsort (z.B.
Blitzableiter der Kirchturmspitze)? Welcher
Informationsaustausch findet zwischen der Ladung in den Wolken
und dem Kupferkabel am Boden statt, damit der Blitz dieses
auch „findet“? Ist Der Weg des Blitzes vorbestimmt oder sucht
er ihn sich erst, wenn er sich bereits auf den Weg gemacht
hat?
Ich denke mal, zu diesem Thema haben die Experten noch nicht das letzte Wort gesprochen. Im Labor ist ein Blitz sehr gut zu reproduzieren. In der freien Natur kommen neben den meteorologischen Faktoren noch die Eigenschaften des Einschlagobjektes, wie Ableitwiderstand und Kapazität und Form zum tragen.
Eines ist aber im Labor und in der Natur gleich: Der Blitz entlädt sich dort, wo die el. Feldstärke am größten ist, da dort zuerst freie Ladungsträger durch Ionisation der Luft entstehen. Die Vorraussetzungen für hohe Feldstärken sind, neben der hohen Spannung, niedriger Abstand und spitze Elektrodenform. Deswegen schlagen Blitze vorwiegend in hochstehende Objekte ( niedriger Abstand) und/oder spitze Formen ( z.B. Kirchtürme ) ein, wobei es durchaus möglich ist, daß der Blitz ein niedriges spitzes Objekt einem hohen runden als Einschlagziel vorzieht.
Die Kommunikation zwischen Himmel und Erde besteht in Form des el. Feldes. Eine ganze Weile bevor eine Entladung zur Erde stattfindet, bildet sich am Einschlagort eine dunkle bis schwach bläulich leuchtende und knisternde Koronaentladung. Wenn die Feldstärke groß genug ist, werden die freien Ladungsträger aus diesem Bereich immer weiter in Richtung Gegenpol gezogen und erzeugen durch Stoßionisation weitere freie Ladungsträger, die dann schließlich den Entladungskanal bilden. Ich meine mich sogar erinnern zu können, in einer Hochgeschwindigkeitsaufnahme gesehen zu haben, daß der Blitz, vom Einschlagort ausgehend, sich seinen Weg in den Himmel bahnt. Das wäre eigentlich auch logisch, denn in den Wolken gibt es ja keine ausgeprägten spitzen Elektrodenformen.
Jörg
Hi Marcus 
Wie finden Blitze eigentlich ihren Einschlagsort (z.B.
Blitzableiter der Kirchturmspitze)?
Blitze finden nicht ihren Einschlagsort am Boden, denn der Blitz startet am Boden und endet in der Wolke. Wolken sind elektrisch positiv geladen. Eine Entladung findet daher statt, wenn Elektronen von der Erde zur Wolke „blitzen“. Eine Metallspitze ist ein guter Startplatz für einen Blitz (Blitzableiter), weil das elektrische Feld in der Umgebung der Spitze sehr groß ist.
Ist Der Weg des Blitzes vorbestimmt oder sucht
er ihn sich erst, wenn er sich bereits auf den Weg gemacht
hat?
Ein Blitz bildet keine gerade Linie, sondern verläuft im ZickZack. Im Wesentlichen sind nur Start- und Endpunkt eines Blitzes vorbestimmt. Es sind die beiden Punkte mit den größten elektrischen Feldstärken in ihrer Umgebung.
Die Entladung bei einem Blitz ist gewaltig. Die Luft in der Umgebung des Blitzes wird rasend schnell erhitzt, so dass sie sich mit Überschallgeschwindigkeit (Donner) ausbreitet.
Viele Grüße
Stefan.
Hallo Joerg, Stephan und Matthias,
erstmal vielen Dank fuer Eure Antworten.
Es wundert mich besonders, dass zumindest Du (Joerg) und Stephan meint, dass sich der Blitz von der Erde zum Himmel ausbreitet und nicht umgekehrt. Zumindest hatte ich immer den optischen Eindruck, dass es von oben nach unten blitzt. Nun, bei der Geschwindigkeit, mit der sich ein Blitz ausbreitet ist dieser optische Eindruck wohl eine optische Taeuschung.
Off topic:
Ich renoviere gerade meine Wohnung und ziehe fuer die Dauer dieser Arbeiten in eine Nachbarwohnung. Es ist nicht sicher, dass ich es schaffe, meinen Computer dort internettauglich zu installieren. Im schlimmsten Fall muss ich ein bis zwei Wochen auf w-w-w verzichten. Wenn ich dass ueberleben sollte (w-w-w-Sucht ist schrecklich
, werde ich anschliessend die eventuellen weiteren Antworten im Archiv nachlesen.
Bis dann, ich zieh’ jetzt den Stecker raus *schnief*
Gruss, Marcus
Hallo Markus und Experten,
vor +/- 20 Jahren war ich unter anderem mit dem Planen und Ausführen von Industrieanlagen beschäftigt. Ich bin kein Fachmann, habe aber an vielen Besprechungen über Blitzschutz der neu zu bauenden Fabriken und Nebenanlagen teilgenommen. Jetzt sage ich, wie es damals war, heute mag dies nicht stimmen:
Man bestellt drei Sachverständige und bekommt vier sich widersprechende Expertisen, wie man die Blitzschutzanlagen konzipieren muß.
Interessant waren aber alle Beiträge in dem tread.
Grüße Rudolf
Ich meine mich sogar erinnern zu können, in einer
Hochgeschwindigkeitsaufnahme gesehen zu haben, daß der Blitz,
vom Einschlagort ausgehend, sich seinen Weg in den Himmel
bahnt.
Was man da sieht ist die Fangentladung, die dem aus der Wolke kommenden Leitblitz entgegenwächst.