Hallo,
wir hatten im August beim Herannahmen eines Gewitters alle Geräte vom Netz getrennt, den PC heruntergefahren und alle Stecker aus den Telefondosen gezogen und nahmen an, hiermit der Sorgfaltspflicht zu genügen.
Durch einen Einschlag vermutlich in das Stromnetz fiel die Stromversorgung in der ganzen Stadt für etwa 3 Stunden aus.
Als alle Lampen wieder brannten, probierten wir alle Geräte aus und diese funktionierten auch, nur der Computer ließ sich nicht mehr einschalten. Naja gut. Von einer Firma hab ich mich belehren lassen müssen, dass das Herunterfahren nicht ausreicht, weil das Netzteil im Standbybetrieb weiterarbeitet. Es wurde ein Reparaturkostenvoranschlag in Höhe von 1.100,00 EUR (beinh. Arbeitslohn, Netzteil, Stromversorgung [ist das nicht das Gleiche?] Grafikkarte, Motherboard, CPU, RAM, Festplatte, DVD- und CD Laufwerke usw. ) erstellt, in dem man mir von der Reparatur ab- und einem Neukauf (1.100 EUR mit LCD-Monitor - so´n Zufall) zuriet. Zuzüglich 200,00 EUR für die Rettung der Daten von der alten Festplatte, die durch das Ereignis beschädigt sei.
Auf die Datenrettung haben wir verzichtet, es ist ein ausschließlich privat genutzes Gerät zum Briefeschreiben und Internetsurfen. Ich habe dort für 550,00 EUR einen etwas preiswerteren PC ohne Monitor gekauft, mit dem ich übrigens noch nicht drucken kann und in´s Internet komme, sodass ich beim Bekannten meine Onlinestunden abhalten muss, aber das wäre dann schon die zweite Geschichte, um die ich mich später mal kümmern muss…
Auf alle Fälle: Der Versicherung kam das plötzlich wohl nicht koscher vor und sie schaltete einen eigenen Sachverständigen ein. Der kreuzte nach Vorankündigung bei uns auf und nahm das Gerät zur Prüfung mit, nachdem wir es von der Firma wieder aushändigen ließen.
Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass nur das Motherboard defekt sei und das auch nicht durch Blitz oder Überspannung [ist das nicht das Gleiche?], sondern vielmehr durch Alterung von „Elektrolytkondensatoren“, somit es für die Versicherung keinen Grund zur Bezahlung des Schadens gäbe. Sämtliche anderen Baugruppen seien in Ordnung, nur bei dem CD-Laufwerk habe man Leseprobleme festgestellt, was ebenfalls auf Alterung zurückzuführen ist. Festgestellt wurde auch, dass wir das Gerät an dem Tag des Gewitters um 19:10 Uhr letztmalig benutzt haben [Das stimmt auf die Minute - Wie geht das eigentlich? - und wieso gibt es dann jetzt noch ein Problem?]. Weiter wurde festgestellt, dass das Gerät für etwa 250,00 € reparabel ist.
Jetzt steh´ ich vor 2 Aussagen und zwei Preisen, hab mir einen Computer andrehen lassen, den ich hätte nicht gebraucht und der nicht nach meinem Willen funktioniert, sondern ich hätte mir eine PC-Service-Ich-AG gesucht, die mir das Mainboard für 150 € getauscht hätte und gut wär´s gewesen.
Nun kann ich nicht nachvollziehen, warum eine Nichtfunktion nach einem Gewitter kein Gewitterschaden gewesen sein soll. Allerdings - in der Nachbarschaft habe ich Erkundigungen eingezogen - es gibt dort keine weiteren Schäden, was wiederum auch merkwürdig ist…
Mein Bekannter ist zwar in einer artverwandten Branche tätig, konnte (oder wollte) aber auch keinen stichfesten Rat geben. Alterungsbedingt könnte schon sein, vor allem wenn das Netzteil noch in Ordnung ist, worüber es aber auch eine anderslautende Aussage gibt.
Was kann ich jetzt tun? Wollte die Versicherung sich um die Zahlung drücken? Selbst einen Gutachter einschalten? Wo findet man den ? Wieviel kostet der? Wer hatte schonmal einen solchen oder ähnlichen Fall?
Danke und Grüße
MP
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